Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

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Andi Vogt
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Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#1

Beitrag von Andi Vogt » Donnerstag 29. Dezember 2016, 15:07

Hallo,
Ich bin neuer Hobbybrauer und habe auch schon ein paar Sude gemacht.
Nun habe ich ein eine Frage zum Gären. Normalerweise macht man eine offene Hauptgärung und danach eine Nachgärung unter Druck um CO² im Bier zu binden.
Ich habe bis jetzt auch die Hauptgärung im offenen Behälter und die Nachgärung im Druckbehälter durchgeführt. Habe im Druckbehälter den CO² Sättigungsdruck jeweils dem Bier entsprechen eingestellt. Ergebnisse waren Schmackhaft.
Ein untergäriges habe ich schon mal durchgängig im Druckbehälter gären lassen, auch diese Ergebnis war nicht schlecht außer der Schaum ist nach der Reifung nicht so toll.
Jetzt habe ich ein Weizenbier in der Gärung, kann man hier auch eine Druckgärung durchführen?
Gibt es hier Vor- bzw. Nachteile?

Im Voraus besten Dank für Eure Antworten

Gruss
Andreas

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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#2

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 29. Dezember 2016, 18:54

Welche Art Druckbehälter? Weizen kannst Du perfekt im Keg nachgären. Die passende Zuckermenge zum Karbonisieren dazugeben, kein CO2 oder Spundventil anschließen und 1-2 Wochen warten. Das Keg wird während der NG auf dem Kopf gelagert (Fitting nach unten) und vor dem Zapfen bzw. Abfüllen wieder richtig herum gedreht. Dann ist genug Hefe in der Schwebe, damit die Trübung Deines Weizens stimmt.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
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Viele Grüße
Jens

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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#3

Beitrag von Boludo » Donnerstag 29. Dezember 2016, 19:01

Unter Druck erzeugt die Hefe weniger Ester. Das kann man ausnutzen und untergärig wärmer vergären. Beim Hefeweizen will man das gerade eben nicht. Da will man ja Hefearomen. Darum wird auch in vernünftigen Brauereien Hefeweizen noch offen vergoren.

Stefan

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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#4

Beitrag von Brauflo86 » Donnerstag 29. Dezember 2016, 20:40

Hallo Boludo,

Ich beschäftige mich auch gerade mit der Druckgärung und habe eine sehr blöde Frage.
Wie bringen die Brauereien nach der Drucklosen/offenen Gärung das CO2 ins Bier?

Gruß
Flo
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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#5

Beitrag von ggansde » Donnerstag 29. Dezember 2016, 20:44

Grünschlauchen.
VG, Markus
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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#6

Beitrag von Bierjunge » Donnerstag 29. Dezember 2016, 20:47

Oder aufkräusen.

Moritz

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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#7

Beitrag von Boludo » Donnerstag 29. Dezember 2016, 21:09

Oder Speise.

Stefan

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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#8

Beitrag von Brauflo86 » Donnerstag 29. Dezember 2016, 21:14

Wow. Vielen Dank für die ganzen Antworten. Klingt so logisch wenn ihr das schreibt :-D
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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#9

Beitrag von §11 » Donnerstag 29. Dezember 2016, 22:07

oder aufkarbonisieren, wenn sie eine Kohlendioxid Rückgewinnung haben...

Haben wir jetzt alle Möglichkeiten :Grübel

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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#10

Beitrag von §11 » Donnerstag 29. Dezember 2016, 22:14

ach und zu deinem Eingangspost, das Druckgaeren ist gar nicht unbedingt das was die Brauerei anstrebt. Um Kosten zu sparen geht es vor allem darum ein "Ein- Tank- Verfahren" durchzufuehren. Weniger Arbeit und nur ein Tank zum reinigen, weniger Tanks im Maschinenpark.

Dabei kommt das Weizen einfach drucklos in einen ZKT. Der sollte allerdings bei Weizen nicht hoch und schlank sein (hydrostatischer Druck) sondern kürzer und dafür breiter. Um das zu kompensieren kann man aber auch mit zum Beispiel einem Maltase Verfahren beim Maischen nachhelfen. Ist der errechnete Vergaerungsgrad für das Schlauchen erreicht, wird die Geläger über den Konus abgelassen und der Druck über den Spundapparat erhöht.

Das Problem stellt sich aber natürlich nur wenn die Brauerei keine Flschengaerung macht, denn dann, lässt sie das Weizen endvergaeren, gibt Speise, füllt ab und stellt das Bier in ein Warmlager.

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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#11

Beitrag von Boludo » Donnerstag 29. Dezember 2016, 22:25

§11 hat geschrieben:oder aufkarbonisieren, wenn sie eine Kohlendioxid Rückgewinnung haben...

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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#12

Beitrag von §11 » Donnerstag 29. Dezember 2016, 22:36

Boludo hat geschrieben:
§11 hat geschrieben:oder aufkarbonisieren, wenn sie eine Kohlendioxid Rückgewinnung haben...

Haben wir jetzt alle Möglichkeiten :Grübel
Ungespundetes Bier in Franken!

Stefan
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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#13

Beitrag von freeflyer201 » Donnerstag 29. Dezember 2016, 23:56

§11 hat geschrieben: Haben wir jetzt alle Möglichkeiten :Grübel

Jan
Brettanomyces geben und abfüllen. Dann natürlich beten das der EVG passt und es die Flaschen nicht zerreißt. :Smile
LG
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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#14

Beitrag von Andi Vogt » Freitag 30. Dezember 2016, 09:47

Hallo Braugemeinde,
Besten und lieben Dank für die ganzen Antworten! :thumbsup
Bin nun wieder ein Stück schlauer :Bigsmile
Wünsche Euch allen ein guten Rutsch ins neue Jahr und erfolgreiches brauen!
LG
Andreas

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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#15

Beitrag von Branntkanne » Mittwoch 22. März 2017, 21:32

Muss das Thema nochmal hochholen...
Ich lese oft das ihr bei der Nachgärung im Keg mit Zucker oder Speise nachgährt.
Welchen Sinn ergibt das wenn man doch mit CO2 Flasche karbonisieren kann ?
Ich sehe nur einen Nachteil, unzwar das bei der Nachgärung wieder schmodder von dem vergorenen Zucker am Boden ensteht und man somit zwangsläufig trübes Bier zapft!
oder irre ich mich da ?

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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#16

Beitrag von der_dennis » Mittwoch 22. März 2017, 21:36

Ja. Man kann den Fassdegen kürzen, somit zapft man den ganzen Schmodder nicht mit. Was auch hilft ist, das Fass zu kühlen. Dann setzt sich der ganze Kram am Boden ab. Danach zapft man den ersten halben Liter mit voll geöffnetem Zapfhahn, dadurch wird der Schmodder am Boden um den Degen weggesaugt, das restliche Bier bleibt klar.
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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#17

Beitrag von Aki » Mittwoch 22. März 2017, 21:48

Oder man füllt unter Gegendruck in einen anderen KEG um. Dann ist man den Schmodder los. Ich bin auch der Meinung, dass die Feinperligkeit des CO2 bei Speise besser ist als bei Zwangscarbonisierung. Und CO2 spart man auch.
Wasser schmeckt erst, wenn es in der Brauerei war.

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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#18

Beitrag von Brauer-Tom » Dienstag 20. Juni 2017, 12:55

Aki hat geschrieben:
Mittwoch 22. März 2017, 21:48
...... Ich bin auch der Meinung, dass die Feinperligkeit des CO2 bei Speise besser ist als bei Zwangscarbonisierung.......
Echt jetzt? :Grübel
Ich habe gerade umgestellt.
Bislang habe ich mit Speise und Flaschengärung gearbeitet.
Jetzt habe ich bei der Reife in einem 50L KEG die CO2 Fasche dran und stelle den Druck gemäß Tabelle nach der Temperatur ein die mein Kühlschrank erreicht.
Den ersten und einzigen Sud haben wir direkt aus dem Fass ins Glas gezapft, was extrem lecker war.
Als nächstes wollte ich mit Gegendruck in Flaschen füllen.

:Grübel
Gibt es für die Unterschiede bei der "Feinperligkeit" eine plausible Erklärung?
Oder sorry, ist das gefühlt?

Thanks
Alkohol macht dumm und gleichgültig? :puzz Versteh ich nicht, ist mir aber auch egal... :Drink

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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#19

Beitrag von ggansde » Dienstag 20. Juni 2017, 13:52

Moin,
das ist rein subjektiv.
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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#20

Beitrag von danieldee » Dienstag 20. Juni 2017, 14:49

Boludo hat geschrieben:
Donnerstag 29. Dezember 2016, 22:25
§11 hat geschrieben:oder aufkarbonisieren, wenn sie eine Kohlendioxid Rückgewinnung haben...

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Ungespundetes Bier in Franken!

Stefan
Die ungespundeten sind heutzutage in Wirklichkeit doch gespundet, etwas weniger halt als ein Lager zB.

Richtig ungespundet hat keinen Markt mehr, das ist den Leuten doch zu schal
"Bier ist der überzeugende Beweis dafür,
dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will"
Benjamin Franklin

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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#21

Beitrag von gulp » Dienstag 20. Juni 2017, 15:03

danieldee hat geschrieben:
Dienstag 20. Juni 2017, 14:49
Boludo hat geschrieben:
Donnerstag 29. Dezember 2016, 22:25
§11 hat geschrieben:oder aufkarbonisieren, wenn sie eine Kohlendioxid Rückgewinnung haben...

Haben wir jetzt alle Möglichkeiten :Grübel
Ungespundetes Bier in Franken!

Stefan
Die ungespundeten sind heutzutage in Wirklichkeit doch gespundet, etwas weniger halt als ein Lager zB.

Richtig ungespundet hat keinen Markt mehr, das ist den Leuten doch zu schal
Das kennst du ja vermutlich: http://wagner-merkendorf.de/?page_id=86 ungespundetes Lagerbier.
Mit sehr wenig Kohlensäure.

Gruß
Peter
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

https://biergrantler.de
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Re: Druckgärung ohne Nachgärung Vor und Nachteile

#22

Beitrag von danieldee » Mittwoch 21. Juni 2017, 06:58

gulp hat geschrieben:
Dienstag 20. Juni 2017, 15:03
danieldee hat geschrieben:
Dienstag 20. Juni 2017, 14:49
Boludo hat geschrieben:
Donnerstag 29. Dezember 2016, 22:25


Ungespundetes Bier in Franken!

Stefan
Die ungespundeten sind heutzutage in Wirklichkeit doch gespundet, etwas weniger halt als ein Lager zB.

Richtig ungespundet hat keinen Markt mehr, das ist den Leuten doch zu schal
Das kennst du ja vermutlich: http://wagner-merkendorf.de/?page_id=86 ungespundetes Lagerbier.
Mit sehr wenig Kohlensäure.

Gruß
Peter
Natürlich! Hab ich gestern erst getrunken. Das, das Schammelsdorfer und das U vom Mahr sind meine Lieblingsungespundeten.

Den Brauer vom Schammelsdorfer kenn ich ganz gut, nach seiner Aussage macht keine Brauerei mehr tatsächliche Ungespundete.

Wobei das Merkendorfer tatsächlich am "schalsten" ist
"Bier ist der überzeugende Beweis dafür,
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