Meine Gärung steckt fest...

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Fle4
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Meine Gärung steckt fest...

#1

Beitrag von Fle4 » Samstag 11. März 2017, 17:48

Hallo liebe Forumsgemeinde,

ich habe das Dark Impact gebraut. Jetzt ist meine Gärung ins stocken geraten und ich weiß nicht mehr weiter. In den Tehmen hier im Forum, über das Dark Ipact und im Leidfaden zum Gären, erwähnt Tips habe ich schon ausprobiert.

Ich beantworte erstmal die Fragen aus dem Leidfaden und schreibe dann noch eine Zusammenfassung mein bisherigen Maßnahmen.

Zur Diagnosestellung benötigen wir mindestens folgende Angaben:

- Datum der Hefegabe : 12.2.17
- Ausschlag (Liter Kaltwürze): 20 Lieter
- Stammwürze: 20 Plato /20.8 Brix
- Verwendeter Hefestamm: US05
- Bei Trockenhefe. Wurde nach Packungsanleitung rehydriert?
Ich habe die Hefe in 28 Grad warmen Wasser, welches vorher Abgekocht wurde, rehydriert. Hefe erst auf das Wasser gestreut, 30 Minuten gewartet und dann vorsichtig geschüttelt, danach wieder 30 Minuten gewartet. Danach die Hefe in die Würze gegeben.

- Verwendete Hefemenge: 2 Pakete a 11,5g
- Anstelltemperatur, Temperatur der Würze: 20 grad, Gärkühlschrank war auf 18 Grad eingestellt


Bei Gärstockungen zusätzlich:
- Aktueller Restextrakt: 12Brix
- Verwendete Schüttung:

Pale Ale Malz:4.65 kg (71.4%)
Münchner Malz:930 g (14.3%)
Weizenmalz hell:470 g (7.1%)
Carafa Special II: 280 g (4.3%)
Caraaroma:190 g (2.9%)

- Rastenführung beim Maischen:

Einmaischen bei 70 grad
Kombisrast 67 grad für 70 Minuten
Abmaischen 77 grad

Ich habe nach dem Anstellen der Würze das erstemal 19.2.17 gemessen und die Gärung verlief gut und es war schon auf 12,5 Brix gefallen. Ich vergäre in einem Kühlschrank, welcher via Inkbird gesteuert wird. Anfänglich hatte ich ihn auf 18 grad programmiert. Nach der ersten Woche habe ich die Temperatur auf 20 grad erhöht.
Am 25.2 habe ich 12 Brix (sEVG 68%) gemessen, seit dem hat sich an diesem Wert nix mehr verändert. Am 2.3 habe ich dei Würze nochmla ordentlich geschüttelt und die Temperatur auf 23 grad erhöht. Am 9.3 habe ich eine weiteres Paket Hefe rehydriert und in die Würzez gegeben.

Das Bier schmckt. Ich glaube nicht, dass ich mir eine Infektion eingefangen habe. Gäranzeichen habe ich aber keine mehr...
Was ist zu tun? Den Stopghopfen habe ich noch nicht dazugegeben, weil ich die Hefe nicht noch mehr stressen möchte. Stopfen und abfüllen?? Nochmal belüften und noch wärmer stellen? Ich habe keine Ahnung und hoffe, dass ihr eine Idee hab wie ich den Sud retten/abfüllen kann.

Viele Grüß und vielen danke fürs Lesen.
Flo
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ggansde
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Re: Meine Gärung steckt fest...

#2

Beitrag von ggansde » Samstag 11. März 2017, 17:54

Moin,
Du misst mit dem Refraktometer. Hast Du den Wert korrigiert. Falls nicht käme ich auf korrigierte 70 % EVG was aber auch nicht nicht so dolle ist.
VG, Markus
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Re: Meine Gärung steckt fest...

#3

Beitrag von Fle4 » Samstag 11. März 2017, 18:04

Ja,Ich haben den Rechner auf MMuM benutzt....
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Re: Meine Gärung steckt fest...

#4

Beitrag von OS-Schlingel » Samstag 11. März 2017, 18:05

Hast Du den Alkoholfehler rausgerechnet??

Gruß

Stephen


...da war doch jemand schneller...

Nachtrag: wenn Du bei der Kombirast auf der wärmeren Seite gewesen bist, könnten mehr unvergärbare Zucker entstanden sein....
Or kindly when his credit's out
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:Smile

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Re: Meine Gärung steckt fest...

#5

Beitrag von Boludo » Samstag 11. März 2017, 18:28

Was misst denn Dein Refraktometer mit Wasser?
Welchen genauen Wert liest Du gerade von der Skala ab?

Stefan

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Re: Meine Gärung steckt fest...

#6

Beitrag von Taufkirl » Samstag 11. März 2017, 19:59

Also, ich weiß nicht. 70% sEVG bei einer Stammwürze von 20°P bedeutet auch einen Alkoholgehalt von 8 Vol%.
Ich weiß jetzt nicht genau die Alkoholtoleranz der US-05, aber ich finde das jetzt nicht so schlecht.

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Re: Meine Gärung steckt fest...

#7

Beitrag von gulp » Samstag 11. März 2017, 20:12

Taufkirl hat geschrieben:Also, ich weiß nicht. 70% sEVG bei einer Stammwürze von 20°P bedeutet auch einen Alkoholgehalt von 8 Vol%.
Ich weiß jetzt nicht genau die Alkoholtoleranz der US-05, aber ich finde das jetzt nicht so schlecht.
Das Problem ist, dass man bei diesen Platobomben nie weiss, ob die in der Flasche weiter gären und man so Flaschenbomben erhält. Hier in dem Fall ist verstärkte Vorsicht angesagt. :Greets

Gruß
Peter, der wohl noch eine andere Hefe einsetzen würde.
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

https://biergrantler.de
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Re: Meine Gärung steckt fest...

#8

Beitrag von Fle4 » Samstag 11. März 2017, 23:40

Danke für eure Antworten.

@Steffan. Refraktometer zeig 12 Brix. Vorher mit destiliertem Wasser auf 0 Brix kalibriert.

@Peter. Vor den Bomben fürchte ich mich auch. Habe noch eine PurAleYeast7 und eine S0-4 sowie eine S-33 im Kühlschrank.
Ich werde morgen mal die S0-4 dazugeben.

Grüß
Flo
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Re: Meine Gärung steckt fest...

#9

Beitrag von schloemi » Sonntag 12. März 2017, 08:53

Ich würde vermutlich erstmal Spindeln, um den Wert zu überprüfen.

Normalerweise ist im Dark Impact doch auch Muscovado, oder? Der sollte eigentlich unabhängig von Maischefehlern gut vergären. Wieviel Zucker hast du denn drin?

Warst du jobnormal? Solche Schüttungen können in der Kombirast auch gerne mal ein paar Minuten länger vertragen.

Wenn du gespindelt hast, würde ich etwas Zucker in den Spindelzylinder geben und schauen, ob dieser vergärt. Dann hast du wenigstens einen Anhaltspubkt, ob die Hefe noch lebt, wovon ich eigentlich ausgehe. Bei den Werten sollte ich US-05 nicht schlapp machen.

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Re: Meine Gärung steckt fest...

#10

Beitrag von Fle4 » Sonntag 12. März 2017, 12:30

Danke ... Auf die Idee mit der Spindel bin ich noch garnicht gekommen. Habe leider erst heute Abend Zeit mich zu kümmern...

Werde berichten.
Viele Grüße
Flo
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Re: Meine Gärung steckt fest...

#11

Beitrag von Fle4 » Sonntag 12. März 2017, 13:22

So, ich war grade kurz zunhuase. Das ganze lässt mir ja doch keine Ruhe. Spindel Messung ergibt 6 plato sEvg 70%.
Habe, wie empfohlen, zu der Probe noch etwas Zucker gegeben. Mal sehen was passiert ist wenn ich wieder zuhause bin.

Grüße Flo
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Re: Meine Gärung steckt fest...

#12

Beitrag von philipp » Sonntag 12. März 2017, 13:32

Also...
https://brauerei.mueggelland.de/refracto.html

Der gibt mir 70% EVG. Nicht sooo dolle, aber auf der anderen Seite hast du da schon 8Vol-% Alkohol - man darf ja die Stammwürze von 20°P nicht vergessen. Noch dazu hast du direkt bei 70°C eingemaischt. Außerdem hattest du kein PiMa, sondern ausschließlich dunklere Malze.

Eine S04 hinzuzugeben halte ich für nicht soo geschickt - das wird dir nicht viel nutzen. (Du hast ja vor allem mit hinreichend Hefe angestellt.)

Mein Tipp: Das Zeug ist durch.

Hast du ein KEG zu Hause? Dann einfach da rein füllen und in einem Monat dann per GDA auf Flaschen - dann bist du auf der sichereren Seite.
Der Porter, den man in London gemeiniglich Bier zu nennen pflegt, ist unter den Malz-Getränken das vollkommenste.
http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/h ... ew/1817246

Im alten Forum als 'rattenfurz' bekannt gewesen.

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Re: Meine Gärung steckt fest...

#13

Beitrag von Fle4 » Sonntag 12. März 2017, 18:13

Also nen Keg haben ich leider nicht. Aber ich kann ja mal einen Bekannten Brauer frage.
Was würdest du als Hefe dazu geben, Phillip?

Ich habe in die Spindelprobe Zucker gegeben, da hat sich bis jetzt nix getan...

@schloemi war Jod normal ...

Grüße Flo
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Re: Meine Gärung steckt fest...

#14

Beitrag von Boludo » Sonntag 12. März 2017, 19:51

Das kann locker ein paar Tage dauern, bis da was mit dem Zucker passiert.

Stefan

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Re: Meine Gärung steckt fest...

#15

Beitrag von Fle4 » Sonntag 12. März 2017, 20:10

Ich habe einen Bekannten angeschrieben, wenn der noch ein freies Keg hat und mir helfen würde, dann wandert das nach dem stopfen da rein ...und wenn nicht dann ist guter Rat teuer. Bzw. werde ich dann den Spaß auf Flasche ziehen und das Manometer im Auge behalte...

Was anderes fällt mir dann auch nicht ein. Das ganze schmeckt halt echt herlich und ist auch nicht mehr süß...


Bring es was nochmal zu belüften und die Temperatur auf sagen wir 26 grad zu erhöhen?
Flo
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Re: Meine Gärung steckt fest...

#16

Beitrag von Flothe » Sonntag 12. März 2017, 20:32

Das von mir im letzten Jahr gebraute Dark Impact (24 °P) hat es auch nicht über 70 % sVG hinausgeschafft. Nachgärung verlief langsam, aber nicht über das Ziel hinaus. Ohnehin ist das DI ungefährt so sämig wie Motoröl und muss nicht übermäßig Karbonisiert werden.

LG Florian

Jeder Tag ohne Bier ist ein Gesundheitsrisiko.
- Zitat: Hildegard von Bingen in ihrem Buch über Heilverfahren "Causae et Curae"

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Re: Meine Gärung steckt fest...

#17

Beitrag von Boludo » Sonntag 12. März 2017, 20:46

Auf keinen Fall belüften!
Ich vermute auch, dass das fertig ist.

Stefan

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Re: Meine Gärung steckt fest...

#18

Beitrag von Fle4 » Sonntag 12. März 2017, 20:52

Gut dann haue ich da jetzt den Hopfen rein und Fülle das in 4 Tagen ab. Sollt mein Kumpel mit dem Keg können, dann kommt das erstmal da rein, wenn nicht ab inne Flasche und beobachten...Manometer ist ja vorhanden.

Danke Jungs für die Unterstützung. Ich berichte.

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