Hefemenge reduzieren

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markrickenbacher
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Hefemenge reduzieren

#1

Beitrag von markrickenbacher » Sonntag 4. Juni 2017, 16:01

Hi Leute
Ich werde am kommenden Samstag 100 Liter Wiess (Kölsch) brauen. Ich verwende die Hefe Wyeast 2565, Kölsch XL (ich liebe die). Bis anhin habe ich pro 20 Liter ein Pack genommen, was dann bei 100 Liter Würze aber schon sehr kostspielig wird (ca. 45 EUR). :Grübel

Leider habe ich keine eingefrorene Würze vom letzten Kölsch Sud zur Hand. Ich habe nun den Plan, dass ich einen Tag vorher ca. 5 Liter helles Malzextrakt auf 8° Plato verdünne und mit nur einem Pack der oben genannten Hefe anstelle. Dann am Folgetag werde ich mit diesen 5 Litern die 100 Liter anstellen.

Kann das funktionieren oder bin ich vielleicht zu geizig?

Gruss, Mark

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Alt-Phex
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Re: Hefemenge reduzieren

#2

Beitrag von Alt-Phex » Sonntag 4. Juni 2017, 16:05

markrickenbacher hat geschrieben: Kann das funktionieren oder bin ich vielleicht zu geizig?
Nein funktioniert nicht und ja du bist zu geizig.

Für einen richtigen Starter brauchst du schon etwas mehr Zeit um auf die richtige Anstellmenge zu kommen.
Nächstes mal erntest du den Bodensatz eines 20L Sudes und hast genug für die größeren Sude.
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gulp
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Re: Hefemenge reduzieren

#3

Beitrag von gulp » Sonntag 4. Juni 2017, 16:20

Das ist wieder die Abteilung: "ich will schei.. viel Bier brauen, aber kosten darf das nichts und dann wird ausgerechnet beim wichtigsten Mitarbeiter gespart. :Ahh
Nimm halt 4 Päckchen von der Colonia, kostet einen 10er und gut ists. Die erntest du dann und irgendwann gehen die Kosten gegen Null :Smile

Gruß
Peter
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Re: Hefemenge reduzieren

#4

Beitrag von markrickenbacher » Sonntag 4. Juni 2017, 16:21

Wie würdest Du denn vorgehen, respektive welche minimale Hefemenge würdest Du nehmen? Mit Sicherheit kann ich doch in einem 5 Liter Sud einen oder zwei Tage vorher angestellt, die Zellenzahl auf das doppelte propagieren, oder?

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Re: Hefemenge reduzieren

#5

Beitrag von Ladeberger » Sonntag 4. Juni 2017, 16:46

Die Idee ist auch nicht schlecht, aber der Vermehrungsschritt ist einfach zu groß, vor allem wenn das nicht auf dem Magnetrührer geschieht. Hätte da eher einen Faktor 5 im letzten Schritt angesetzt: 2 L (Magnetrührer, Belüftung) -> 20 L -> 100 L.

Gruß
Andy

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Re: Hefemenge reduzieren

#6

Beitrag von Svensemilla » Sonntag 4. Juni 2017, 23:05

Ich würd den Starter ein Tag früher machen und am nächsten Tag nochmal füttern. Das müsst schon passen!
(Klar beim Underpitching ist die Infektionsgefahr höher, aber die Biere werden auch aromatischer)

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Re: Hefemenge reduzieren

#7

Beitrag von flying » Montag 5. Juni 2017, 00:00

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Re: Hefemenge reduzieren

#8

Beitrag von philipp » Montag 5. Juni 2017, 08:36

Svensemilla hat geschrieben: (Klar beim Underpitching ist die Infektionsgefahr höher, aber die Biere werden auch aromatischer)
Na dann hätte sich die Flüssighefe für ein Kölsch ja richtig gelohnt.

Sorry, aber das passt nicht. Ein Kölsch soll möglichst klar sein, wenn man dann den Schritt geht und noch die (vermeintlich bessere) Flüssighefe nimmt, soll man dann einen Kompromiss eingehen, die das ganze Ergebnis in Frage stellt?

Dann lieber die Colonia F nehmen, die geht auch gut.

(Klassisch wird ein Kölsch bei ca 18°C angestellt, da würde ich nicht underpitchen.)
Der Porter, den man in London gemeiniglich Bier zu nennen pflegt, ist unter den Malz-Getränken das vollkommenste.
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Re: Hefemenge reduzieren

#9

Beitrag von markrickenbacher » Montag 5. Juni 2017, 12:07

Hallo Leute

Ich danke Euch für die Antworten. Ich habe mittlerweile die 5 Packungen für CHF 47.50 bestellt (EURO 44). Es ging mir nur darum kurz zu prüfen ob es allenfalls eine günstigere Variante gibt. Lieder kann ich keine Hefe in Deutschland bestellen, respektive es wäre zu aufwendig. Aber schliesslich verdien ich ja auch meine Kohle in der Schweiz und sollte sie deshalb auch hier ausgeben :Wink. Ich werde mir von diesem Sud dann 20 Liter Würze einfrieren um beim nächsten Mal mit nur einer Packung Kölsch anstellen. Nach zwei - drei Tagen werde ich dann 80 Liter Würze drauf lassen. Das wird mit Sicherheit funktionieren.

Habt Ihr einen guten Tipp in welche Beutel/Gefäss die Würze in den Gefrierschrank soll?

Gruss, Mark

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Re: Hefemenge reduzieren

#10

Beitrag von Chrissi_Chris » Montag 5. Juni 2017, 12:26

Was Super funktioniert sind hier 5 L eimer aus dem Lebensmittelbereich, Deckel schließen zu 100% und ich friere darin schon seit über 10 Jahren alles mögliche an Suppen, Saucen etc. ein

LG Chris

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Re: Hefemenge reduzieren

#11

Beitrag von SingleUser » Montag 5. Juni 2017, 12:43

Ich meine gelesen zu haben, dass die Vermehrungsrate bei 8 Stunden liegt. in 24 Stunden bekommst Du also ca. 3 Vermehrungen hin. Das sind dann 1/8 Tütchen -> 1 Tütchen. Aber selbst 3 Vermehrungen finde ich schon kritisch, weil die Würze einfach zu lange steht. Wenn Du es machen willst, nimm die vorgeschlagenen 4 Tütchen und lass die sich ca. 16 Stunden vermehren. Bei den o. g. 8 Stunden sind es dann 4 -> 8 -> 16. Weiter runtergehen als die 4 würde ich auf keinen Fall. Sonst hast Du entweder zu wenig Manpower oder die Würze steht zu lange.

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Re: Hefemenge reduzieren

#12

Beitrag von not » Dienstag 6. Juni 2017, 16:05

philipp hat geschrieben:
Svensemilla hat geschrieben: (Klar beim Underpitching ist die Infektionsgefahr höher, aber die Biere werden auch aromatischer)
...
(Klassisch wird ein Kölsch bei ca 18°C angestellt, da würde ich nicht underpitchen.)

Ich wage zusätzlich zu behaupten, dass ein Kölsch auch kälter angestellt werden sollte (16°C, manche stellen bei 15°C an) und eher overpitched (Richtung UG).
Ein "aromatisches" Kölsch durch underpitching wird estrig-fruchtig und ist am Ziel "Kölsch" vorbei. Bitte nicht machen, oder nicht Kölsch nennen.

Gutes Gelingen - Ahoi,
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Re: Hefemenge reduzieren

#13

Beitrag von philipp » Dienstag 6. Juni 2017, 19:50

not hat geschrieben: Ich wage zusätzlich zu behaupten, dass ein Kölsch auch kälter angestellt werden sollte (16°C, manche stellen bei 15°C an) und eher overpitched (Richtung UG).
Ein "aromatisches" Kölsch durch underpitching wird estrig-fruchtig und ist am Ziel "Kölsch" vorbei. Bitte nicht machen, oder nicht Kölsch nennen.
Absolut.
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Re: Hefemenge reduzieren

#14

Beitrag von Sauhamml Seppl » Mittwoch 7. Juni 2017, 10:36

philipp hat geschrieben: Dann lieber die Colonia F nehmen, die geht auch gut.
Auch, wenn meine Frage hier nicht ganz dazupasst: Hat jemand Erfahrungen mit den Sedimentationseigenschaften der Colonia F? Ich werde am Freitag nämlich meine 24 Liter Kölsch nach einer Woche in der HG und weiteren 6 Tagen Zeit zum Sedimentieren abfüllen.
"Wenn du dir das Leben nehmen willst, musst du hier schön warten, bis ich wieder rauskomme."

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Re: Hefemenge reduzieren

#15

Beitrag von ggansde » Mittwoch 7. Juni 2017, 10:42

Moin,
ich kenne keine Kölsch-Hefe, die wirklich schnell und gut sedimentiert.
VG, Markus
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Re: Hefemenge reduzieren

#16

Beitrag von brauereigeschichte » Mittwoch 7. Juni 2017, 15:52

Sauhamml Seppl hat geschrieben:
philipp hat geschrieben: Dann lieber die Colonia F nehmen, die geht auch gut.
Auch, wenn meine Frage hier nicht ganz dazupasst: Hat jemand Erfahrungen mit den Sedimentationseigenschaften der Colonia F? Ich werde am Freitag nämlich meine 24 Liter Kölsch nach einer Woche in der HG und weiteren 6 Tagen Zeit zum Sedimentieren abfüllen.
Eher sehr schlechte Sedimentation.
Ich habe nach ca. 1 Woche Hauptgärung bei 18 Grad, im gleichen Tank unter Druck bei 12 Grad nachgären lassen (ca. auch eine Woche, bis endvergoren).
Dann habe ich das Bier in einen anderen Tank umgedrückt und dort war es dann 4 Wochen bei 4 Grad in der Kühlung.
Beim Abziehen auf Flaschen war das Bier immer noch sehr fein hefetrüb.
Allerdings nach ca. 5 Tagen in der Flasche hat sich die Hefe schön am Boden abgesetzt. Ist halt einfach kleiner als ein 200 Liter Biertank :Wink
Bin aber sehr zufrieden mit der Hefe und das Ergebniss ist hervorragend!

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Re: Hefemenge reduzieren

#17

Beitrag von not » Mittwoch 7. Juni 2017, 16:07

... Kölsch mag es auch ganz gerne mal so etwa 6 Wochen zu Lagern. Um das ganze etwas zu beschleunigen (ja, ich habe auch nur begrenzt Geduld) kühle ich den Gärtank vor dem Abfüllen mehrere Tage (ca. 1 Woche, je nach dem, wie es passt) so tief runter , wie es mein Kühlschrank hergibt (ca 3°C). Da Sedimentiert auch noch was.

Wenn Kölsch zu jung ist und grün schmeckt ist es ein Graus, finde ich. Einige kleinere Brauereien schaffen den Ansturm zu Karneval nicht, sodass die letzten Tage im Karneval auch junges Kölsch ausgeschänkt wird: Uärks.

5 cents unabhängig zur Colonia-Hefe (für die das selbe gilt, meine ich).
Ahoi und gutes Gelingen,
Sönke
... nicht vergessen: immer schön die Schaumpumpe schmieren!

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