Umschlauchen vor coldcrash?

Antworten
Majestix
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 36
Registriert: Montag 19. Juni 2017, 18:13

Umschlauchen vor coldcrash?

#1

Beitrag von Majestix » Montag 19. Juni 2017, 18:32

Hallo zusammen,
ich bin Anfänger und habe gerade meinen 3ten Sud ( 70 L SNPA ) in der HG.
Ich bin mit meinen bisherigen 2 Ergebnissen eigentlich sehr zufrieden.
Ich finde nur, dass sich im fertigen Bier zu viel Hefe in den Flaschen befindet.
Ich gäre in Speidel Kunsstoffässern und fülle daraus auch in die Flaschen ab.
Macht es Sinn vor dem Abfüllen noch einmal umzuschlauchen und somit den Grossteil der Hefe nicht mehr im Fass zu haben, dann einen coldcrash zu machen und dann erst abfüllen?
Oder kann ich mir das Umschlauchen auch sparen?
Das sich Hefe in den Flaschen befindet ist ja vermutlich normal, da sie sich bei der Nachgärung ja weiter vermehrt.
Aber was ist da normal?
Grüße
Carsten

Benutzeravatar
Alt-Phex
Moderator
Moderator
Beiträge: 8242
Registriert: Mittwoch 1. Februar 2012, 01:05
Wohnort: Düsseldorf

Re: Umschlauchen vor coldcrash?

#2

Beitrag von Alt-Phex » Montag 19. Juni 2017, 18:39

Je weniger Hefe du beim abfüllen mitnimmst umso geringer wird der Bodensatz ausfallen.
Bei zu wenig Hefe kann sich die Nachgärung aber auch länger hinziehen, das sollte man beachten.

Meistens wird einfach viel zu früh abgefüllt. ich lasse mein Bier i.d.R. für 14 Tage im Gärfaß.
Dann befindet sich auch nicht mehr so viel Hefe in Schwebe beim abfüllen.

Je öfter man da rumschlaucht, desto höher der Sauerstoffeintrag. Das führt zu Oxidation.
Oder kann eine Kahmhefe Infektion begünstigen. Geduld ist das beste Hilfsmittel.

Und natürlich die Wahl der richtigen Hefe, also einer mit guten Sedimentationseigenschaften.
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

Majestix
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 36
Registriert: Montag 19. Juni 2017, 18:13

Re: Umschlauchen vor coldcrash?

#3

Beitrag von Majestix » Montag 19. Juni 2017, 19:05

Danke für die schnelle Antwort.
In der Zat habe ich immer direkt abgefüllt nach dem die HG durch war. Ich werde mich zukünftig also auch in Heduld üben. Ein coldcrash kann aber nicht schaden, oder?
Ich müsste die Fässer dafür Transportieren, dabei würde dann ja wieder Hefe aufhewirbelt.

Majestix
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 36
Registriert: Montag 19. Juni 2017, 18:13

Re: Umschlauchen vor coldcrash?

#4

Beitrag von Majestix » Montag 19. Juni 2017, 19:06

Beim Tippen brauch ich in Tat auch mehr Geduld.

Benutzeravatar
Alt-Phex
Moderator
Moderator
Beiträge: 8242
Registriert: Mittwoch 1. Februar 2012, 01:05
Wohnort: Düsseldorf

Re: Umschlauchen vor coldcrash?

#5

Beitrag von Alt-Phex » Montag 19. Juni 2017, 19:29

Versuchs mal mit der Geduld. bei der Gärung und beim Tippen :Bigsmile

Nein, schaden kann der Coldcrash eigentlich nicht. Aber wie oben erwähnt brauchst du dann evt. mehr Geduld für Nachgärung.
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

Benutzeravatar
Sura
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 3152
Registriert: Montag 2. November 2015, 22:37

Re: Umschlauchen vor coldcrash?

#6

Beitrag von Sura » Montag 19. Juni 2017, 19:32

Man kann vor dem coldcrash umschlauchen. Habe ich auch lange so gemacht, hilft aber nicht wirklich viel.

Das wichtigste ist sich absolut sicher zu sein, daß der Sud vor dem CC wirklich schonmal ausgegoren ist. Dann ist nämlich sowieso schon eine Menge Hefe am Boden. Dann sollte der CC auch 3-4 Tage dauern damit sich der Kältetrup setzen kann. Dann kann der Sud vorsichtig in einen Abfülleimer umgeschlaucht werden, und aus diesem dann abgefüllt. Zu lange kann man einen CC fast nicht machen, und Sorge das keine Hefe mehr da ist muss man auch nicht haben. Ich habe einen (untergärigen) Sud einmal 19 Tage bei 1°C stehenlassen (müssen). Die Nachgärung setzte trotzdem nahezu Explosionsartig ein und war nach 10 Tagen abgeschlossen. Das Ergebnis war und ist übrigens von Anfang an glasklar gewesen......
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem."
(Karl Valentin)

Majestix
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 36
Registriert: Montag 19. Juni 2017, 18:13

Re: Umschlauchen vor coldcrash?

#7

Beitrag von Majestix » Montag 19. Juni 2017, 20:59

Alles klar. Also nach der HG noch einige Tage warten, dann CC. Dann umschlauchen und gleich abfüllen.
Reichen für den CC auch ca. 3 Grad?

Benutzeravatar
tommes
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 757
Registriert: Montag 24. August 2015, 18:18
Wohnort: Grevenbroich

Re: Umschlauchen vor coldcrash?

#8

Beitrag von tommes » Montag 19. Juni 2017, 23:17

Hallo Carsten,

probiere einfach mal, das Jungbier 2-3 Wochen im Gärfass zu lassen, ohne Coldcrash. Wie Bernd (Alt-Phex) schon schreibt, da setzt sich ne Menge ab. Zum Abfüllen kann ich dir auch die Methode von Bernd empfehlen - viewtopic.php?f=7&t=11234 - ohne viel Transport und umfüllen.
Zum CC: ich habe jetzt beim Stammtischsud mind. 4 Tage Coldcrash gemacht, es sah beim Abfüllen noch immer trübe aus. Keine Ahnung woran das nun liegt/lag, aber ich mag auch naturtrübes Bier.

Benutzeravatar
Sura
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 3152
Registriert: Montag 2. November 2015, 22:37

Re: Umschlauchen vor coldcrash?

#9

Beitrag von Sura » Dienstag 20. Juni 2017, 11:11

Wenn der CC nicht ausreicht, hilft auch Gelatine. Das ist nun kein Hexenwerk, eher Ansichstssache: Für 20l eine Messerspitze Gelatine in 150ml Wasser einrühren und auf 65°C erhitzen (z.b in der Mikrowelle), und dann einfach durch den Gärspund in das kalte Jungbier reinkippen. Nach 2-3 Tagen abfüllen.

(Wer jetzt über das gefühlstechnische für und wieder von Gelatine diskutieren möchte möge zur Kenntnis nehmen, daß ich da nicht mitmachen werde.)
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem."
(Karl Valentin)

Majestix
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 36
Registriert: Montag 19. Juni 2017, 18:13

Re: Umschlauchen vor coldcrash?

#10

Beitrag von Majestix » Dienstag 20. Juni 2017, 21:14

Ich glaube das mit dem Bierheber versuche ich mal.
Habe mir zum Abfüllröhren noch die Abfüllpistole bestellt.
Müsste damit ja auch funktionieren. Vielen Dank für die guten Tipps.

schollsedigger
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 267
Registriert: Donnerstag 29. Januar 2015, 21:20

Re: Umschlauchen vor coldcrash?

#11

Beitrag von schollsedigger » Dienstag 20. Juni 2017, 21:36

Hi,

wenn DU das Abfüllröhrchen nicht direkt am Hahn befestigst und die Feder ausbaust, dann kannst Du damit genauso schnell Abfüllen wie mit der Pistole, nur ohne Plätschern. Am Hahn musst Du jede Flasche einzeln in die Hand nehmen und an den Hahn führen, mit Schlauch stellst Du Deine Flaschen in Reih und Glied auf und führst das Röhrchen von einer Flasche zu nächsten.

Außerdem wird so der vorgelegte Zucker schon mal aufgewirbelt und löst sich besser. Ich nehme Traubenzucker und verwende den 0,75er-Dosierlöffel für 0,5er Flaschen. Das gleicht die geringere Schüttdichte und den geringeren Zuckergehalt im Traubenzucker aus.

Grüße

Matze

Majestix
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 36
Registriert: Montag 19. Juni 2017, 18:13

Re: Umschlauchen vor coldcrash?

#12

Beitrag von Majestix » Mittwoch 21. Juni 2017, 16:36

Hallo,
das mit dem Traubenzucker werd ich auf jeden Fall probieren. Ich werde verschiedene Versionen machen mit berechneter Zuckerlösung und mit der Dosierhilfe.
Habe ich Dich richtig verstanden, die Feder raus und den Zulauf über den Hahn regeln?

Benutzeravatar
Alt-Phex
Moderator
Moderator
Beiträge: 8242
Registriert: Mittwoch 1. Februar 2012, 01:05
Wohnort: Düsseldorf

Re: Umschlauchen vor coldcrash?

#13

Beitrag von Alt-Phex » Mittwoch 21. Juni 2017, 16:59

Einfach den Pinöckel untem am Abfüllröhrchen einen Milimeter kürzen. Dann läuft das auch besser.
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

schollsedigger
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 267
Registriert: Donnerstag 29. Januar 2015, 21:20

Re: Umschlauchen vor coldcrash?

#14

Beitrag von schollsedigger » Mittwoch 21. Juni 2017, 18:26

Hi,
Majestix hat geschrieben:
Mittwoch 21. Juni 2017, 16:36
Habe ich Dich richtig verstanden, die Feder raus und den Zulauf über den Hahn regeln?
Nein, durch den Druck der Flüssigkeit schließt das Röhrchen bzw. das Ventil auch ohne Feder, sobald Du es anhebst. Den Hahn kannst Du voll aufdrehen. Probier das besser erstmal nur mit Wasser, sollte aber funktionieren.

Grüße

Matze

Antworten