Gose zu sauer - Frage an die Sauerbierexperten

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GregorSud
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Gose zu sauer - Frage an die Sauerbierexperten

#1

Beitrag von GregorSud » Sonntag 20. August 2017, 20:58

Hi zusammen,

ich habe mich mal an eine "Gose" gewagt: 43% Pilsner, 43% Weizen und 14% Caramalz. Kein Hopfen, nicht gekocht, gesäuert mit Malz im Beutel. Nach zwei Tagen habe ich den Malzbeutel entfernt und einen Rest Alehefe sowie eine Brettmischung zugegeben. Zunächst kamen aus dem Gäreimer üble Gerüche. Hauptsächlich Schwefel und "Kotze". Der Sud ist jetzt zweieinhalb Monate alt, wird von einem schönen Pelikel überzogen, schmeckt angenehm aber viel zu sauer! Erinnert mich irgendwie an Rodenbach Grand Crue Alexander, nur ohne Kirschen. Das ist mir eindeutig zu sauer! Jetzt die große Frage, was ich tun kann.

Wird das Bier noch saurer, wenn ich Früchte zugebe?

Macht es Sinn, das Bier mit frischem, nicht saurem Bier zu verschneiden?

Oder besser wegschütten und nochmal professioneller versuchen, mit Sauerstarter, CO2-Spülung und dann die Säuerung besser überwachen und stoppen?

Ich bin Sauerbieranfänger und komme mit den ganzen unterschiedlichen Stilen und Vorgehensweisen noch etwas durcheinander. Was ich gerne mag (von der Säure her), sind die Berliner Weiße von Urban Chestnut und altes Mort Suite Oude Gueuze.

Besten Dank :Drink

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Bierwisch
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Re: Gose zu sauer - Frage an die Sauerbierexperten

#2

Beitrag von Bierwisch » Montag 21. August 2017, 06:38

Willkommen auf der dunklen Seite!
Daran muß man sich erst gewöhnen, aber mit der Zeit wird das schon - Du hast wilde Kreaturen eingeladen und jetzt mußt Du mit dem Ergebnis leben. Die lassen sich halt nur sehr bedingt bändigen.
Das ist aber nicht schlimm - je mehr Du Dich damit beschäftigst, desto mehr wirst Du wollen!

Durch die Zugabe von Früchten kommen zusätzlich Fruchtsäuren ins Bier, das kann den Säureeindruck intensivieren, muß es aber nicht.

Ich bin strikt gegen Kesselsäuerung und gestoppte Gärung, darum gebe ich Dir gerne einen alten Trick weiter: in Belgien ist es üblich, bei sehr sauren wildvergorenen Bieren direkt vor dem Trinken Zucker dazuzugeben.

Ansonsten gilt hier noch mehr als bei "normalen" Bieren: Geduld! Richtig gut werden diese Biere nach sehr langer Lagerung. Meine Berliner Weiße liegt mindestens ein Jahr...

Gruß,
Bierwisch
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Kurt
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Re: Gose zu sauer - Frage an die Sauerbierexperten

#3

Beitrag von Kurt » Montag 21. August 2017, 08:03

Für eine Gose kann man allerdings durchaus gut mit Kesselsäuerung arbeiten. Dadurch fixiert man die Säure und das Ergebnis wir kontrollierbar. Für den Anfang ist das doch total legitim! Immer noch besser als mit Milchsäure zu arbeiten. Bei der Säuerung mit Malz muss man in jedem Fall mit CO2 Spülen.

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Bierwisch
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Re: Gose zu sauer - Frage an die Sauerbierexperten

#4

Beitrag von Bierwisch » Montag 21. August 2017, 08:24

Natürlich funktioniert das, ist aber trotzdem nur eine Hilfskrücke...
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Re: Gose zu sauer - Frage an die Sauerbierexperten

#5

Beitrag von GregorSud » Montag 21. August 2017, 12:43

Alles klar, danke für die Hinweise! Vielleicht versuche ich es dann nochmal mit einer Reinzuchtkultur und ähnlich wie Lemke Berlin das macht. Also Bakterien und Hefen gleichzeitig geben :Grübel

Oder ich braue den obigen Sud nochmal, koche und verschneide das zu saure Bier.

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Re: Gose zu sauer - Frage an die Sauerbierexperten

#6

Beitrag von Bierwisch » Montag 21. August 2017, 12:54

Aber bitte vernichte den aktuellen Sud nicht - warte ein paar Jahre ab, schau was daraus wird und freue Dich dann über Deine Weitsicht!
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Re: Gose zu sauer - Frage an die Sauerbierexperten

#7

Beitrag von GregorSud » Montag 21. August 2017, 20:05

:) Alles klar, werde ich nicht machen! Würde mich freuen, wenn ihr noch ein paar gute Rezepte für (nicht zu saure) Biere posten könntet!

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Re: Gose zu sauer - Frage an die Sauerbierexperten

#8

Beitrag von Weinthalbrauer » Mittwoch 23. August 2017, 15:41

Im Notfall bevor du es wegschüttest, mach Bier-Essig. Mach ich immer mit meinen die sauer werden, schmeckt sehr gut.

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Re: Gose zu sauer - Frage an die Sauerbierexperten

#9

Beitrag von GregorSud » Freitag 25. August 2017, 08:21

Weinthalbrauer hat geschrieben:
Mittwoch 23. August 2017, 15:41
Im Notfall bevor du es wegschüttest, mach Bier-Essig. Mach ich immer mit meinen die sauer werden, schmeckt sehr gut.
Das habe ich auch schonmal mit einer gekauften Essigmutter versucht. Leider ist die über die Wupper, noch bevor aus dem Bier Essig wurde :Grübel Und funktioniert das bei Bier mit Bretts drin noch?

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wwwcom
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Re: Gose zu sauer - Frage an die Sauerbierexperten

#10

Beitrag von wwwcom » Freitag 25. August 2017, 09:02

Die kannst du dir auch ganz leicht aus naturtrüben Bio Apfelessig züchten. Dazu gibt's genug Anleitungen im Internet.

Sicher funktioniert das dann immer noch. Warum auch nicht? Du willst Alkohol in Essigsäure umwandeln.

Gruß Manu
Auch Wasser wird zum edlen Tropfen, mischt man es mit Malz und Hopfen.

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Re: Gose zu sauer - Frage an die Sauerbierexperten

#11

Beitrag von GregorSud » Freitag 25. August 2017, 09:42

Werde ich versuchen :thumbup

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Re: Gose zu sauer - Frage an die Sauerbierexperten

#12

Beitrag von Boludo » Freitag 25. August 2017, 11:46

Guten Essig machen ist nicht so trivial. Essigmutter reinwerfen reicht nicht, die muss man auch vernünftig mit Sauerstoff versorgen.
Glaub es gibt sogar ein Essigforum irgendwo im Netz.

Stefan

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Re: Gose zu sauer - Frage an die Sauerbierexperten

#13

Beitrag von wwwcom » Freitag 25. August 2017, 19:21

Für einen ersten Versuch tut's das aber. Einen Bioreaktor kann man sich dann immer noch basteln. Beim Essig ist jedoch Geduld genauso wichtig wie beim Bier.

Gruß
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