Quadrupel - Problem bei der Flaschengärung

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Gustl
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Quadrupel - Problem bei der Flaschengärung

#1

Beitrag von Gustl » Freitag 2. März 2018, 11:48

Jetzt hat es mich auch erwischt, die Flaschengärung bei meinem Quadrupel nach diesem Rezept kommt nicht in Gang, die Hefe hat wohl aufgegeben.

Der Druck ist laut Flaschenmanometer in den ersten 2 Wochen auf 0,6 bar bei 20°C gestiegen, die Flaschen stehen seither alle direkt neben einem Heizkörper und wurden immer wieder geschüttelt. Aktuell, ca. 40 Tage nach dem Abfüllen, ist der Druck noch immer bei 0,6 bar.
Eine Flasche steht noch zum Testen direkt auf dem Heizkörper, aber ich habe da keine große Hoffnung mehr.

Jetzt werde ich wohl um eine nachträgliche Hefegabe nicht herumkommen und stelle mir folgende Fragen:
- Würde es reichen, einfach eine Packung Nottingham zu rehydrieren und die Suspension mit einer Spritze auf alle Flaschen aufzuteilen?
- Die Alkoholtoleranz der Nottingham ist mit 14% vol. angegeben, aber wird das funktionieren, wenn ich sie direkt in ein Bier mit 10% vol. gebe?
- Oder sollte ich doch einen Starter machen um die Hefe auf den Einsatz vorzubereiten und zu vermehren?
- Wie viel Hefe pro Liter wäre überhaupt sinnvoll?

Hier sind noch ein paar Daten zum Bier:

Hefe: Wyeast #3787, geerntet von einem Blond
Anstelldatum: 4.1.18
Abfülldatum: 20.1.18, abgefüllt mit Traubenzucker aus der Dosierhilfe

Umgerechnete Refraktometer-Messwerte:
Stammwürze: 20,6°P
Restextrakt beim Abfüllen: 2,9°P (Messwert: 10% Brix)
Scheinbarer Vergärungsgrad: 86%
Alkoholgehalt: 9,9% vol.
EVG nach Olis Spritzenmethode: 87%

Refraktometermessung einer geöffneten Flasche am 28.2.18: 11% Brix.


Schöne Grüße,
Gustl

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Re: Quadrupel - Problem bei der Flaschengärung

#2

Beitrag von chaos-black » Freitag 2. März 2018, 12:24

Hui, ich glaube ich würde einfach ein paar Hefekrümel in jede Flasche geben. Dabei gehen dann sicher ganz schön viele yeastie-boys hops, aber nur für die Nachgärung kommts jetzt ja auch nicht so richtig auf Esterentwicklung an, is ja schon alles gelaufen, und viel Hefe brauchst du ja nicht mehr pro Flasche. Dein Rehydrieren + Spritze ist da wohl etwas eleganter.
Ich hab auch schon gehört dass Leute für diesen Zweck dann Champagnerhefen genommen haben, die dann besonders alkoholtolerant sein sollen.
Mit nem Starter ginge es der Hefe bestimmt besser, aber dann wird die halbwegs gleichmäßige Dosierung in Flaschen etwas kniffliger als im trockenen Zustand (ich weiß jetzt nicht wie gut man Hefesatz in eine kleine Spritze aufziehen kann).

Das sind jetzt alles nur Gedankenspiele, Erfahrung hab ich damit keine.

Beste Grüße und viel Erfolg,
Alex
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Re: Quadrupel - Problem bei der Flaschengärung

#3

Beitrag von ggansde » Freitag 2. März 2018, 12:38

Moin,
Champagnerhefe wird nicht mehr funktionieren, da diese keine Einfachzucker mehr zu knuspern hat. Eine Nottingham-Suspension wird funktionieren, habe ich selber schon bei 3 Jahre gelagerten Krieks erfolgreich verwendet (da dann mit einer kleinen Zuckerzugabe). Schau' Dich doch einmal bei Fass-/Flaschengärhefen um, z.B. Lallemand CBC-1 oder Fermentis safbrew F-2. Viel Erfolg.
VG, Markus
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Re: Quadrupel - Problem bei der Flaschengärung

#4

Beitrag von Ursus007 » Freitag 2. März 2018, 15:23

Hatte bei meinem neuen Manometer das Problem, dass es ab einem gewissen Druck undicht geworden ist. Ist anzeigemäßig nicht über 1,0 Bar (oder anderer Wert, ist egal) hinausgekommen. Aber alle "verkronkorkten" Flaschen waren ok. Vielleicht liegt's ja sogar auch bei Dir daran.

Ansonsten würde ich auch zur Spritzenmethode raten, aber ist nur mein Bauchgefühl. (Wenn von Rehydrieren in frischer 8°P-Würze schon abgeraten wird, dann sollte Einstreuen auf nährstoffarmes, aber alkoholreiches Bier noch kritischer zu sehen sein. Will aber die Diskussion zu dem Thema hier nicht anzetteln ...)

Ursus
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Re: Quadrupel - Problem bei der Flaschengärung

#5

Beitrag von Gustl » Freitag 2. März 2018, 17:51

Danke euch für die Tipps!

@Ursus: Die Manometerflasche habe ich gemessen und gekostet, das wirds bei mir nicht sein. Aber das macht das ganze noch spannender, ab jetzt geht es ohne Manometer weiter :Mad2
ggansde hat geschrieben:
Freitag 2. März 2018, 12:38
Schau' Dich doch einmal bei Fass-/Flaschengärhefen um, z.B. Lallemand CBC-1 oder Fermentis safbrew F-2.
Die scheinen ja beide bei Weitem nicht so gut verfügbar zu sein wie die Nottingham. Wenn du mit der auch schon gute Erfahrung gemacht hast, werde ich wohl die probieren.

Dann werde ich wohl eine Packung Nottingham rehydrieren, die Suspension gut durchmischen und gleichmäßig auf die Flaschen verteilen.

Schöne Grüße,
Gustl

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Re: Quadrupel - Problem bei der Flaschengärung

#6

Beitrag von Tozzi » Samstag 3. März 2018, 01:12

Gustl hat geschrieben:
Freitag 2. März 2018, 17:51
Dann werde ich wohl eine Packung Nottingham rehydrieren, die Suspension gut durchmischen und gleichmäßig auf die Flaschen verteilen.
Oder Du wartest einfach nochmal einen Monat.
Was soll schon passieren.
Ist ein Quad, das sollte eh noch liegen.

Ich hatte mit der 3787 schonmal genau dasselbe Phänomen, die kann echt zickig sein und sich mal zwischendrin schlafen legen.
Ein halbes Bar nach 2 Wochen, dann 3 Monate(!) lang gar nix.
Schales, süßes Bier.

Auf einmal ist sie dann wieder aufgewacht und war nach weiteren 2 Wochen fertig.
Lustigerweise hatte ich die Flaschen inzwischen aus dem Warmen ins Kalte (Keller, ca. 16˚C) verfrachtet.

Ich will nachher nicht schuld sein, aber ich tät's (noch) abwarten bevor Du jetzt da Riesen Aufwand (und evtl. Sauerei) veranstaltest und massig Sauerstoff reinbringst.
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Quadrupel - Problem bei der Flaschengärung

#7

Beitrag von Gustl » Samstag 3. März 2018, 08:36

Du hast recht, ich werde wohl wirklich noch abwarten. Abgesehen vom Sauerstoffeintrag habe ich auch gar keine große Lust, 50 Kronkorken aufzumachen.

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Re: Quadrupel - Problem bei der Flaschengärung

#8

Beitrag von reinhold_eins » Dienstag 1. Januar 2019, 19:32

Servus Gustl,

wie ist es denn bei dir ausgegangen, hast du Hefe nachgelegt oder ist ohne noch was passiert?

Hab gerade das selbe Problem mit der 3787 in der Nachgärung, nur 0,5 Bar Flaschendruck @ 24°C nach 10 Tagen.

Ich habe mir daher am 31. noch schnell ein Reptilienheizkabel im Zoofachgeschäft besorgt und fahre jetzt 28°C in einer improvisierten Gärkammer..

Grüße,

Rey

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