Zu warm zum brauen? bzw. gären?

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Damasus
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Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#1

Beitrag von Damasus » Samstag 7. Juli 2018, 11:01

Hallo liebe Hobbybrauer,

ich möchte unbedingt mal wieder brauen, aber ich mache mir um die Temperaturen in der Wohnung Gedanken. An meinem "normalen" Gärplatz sind es aktuelle konstant zwischen 23-24°C (in der restlichen Wohnung ist es wärmer bzw. die Temperaturen schwanken stark, weil dort bspw. nachts die Fenster offen sind). Keller, Kämmerchen, etc. haben wir nicht zur Verfügung.

Würdet ihr mir empfehlen zu warten bis die Temperaturen wieder runtergehen (vermutlich ja erst wieder im Herbst) oder geht das noch? Oder gibt es Biere / Hefen die besonders temperaturrobust sind?

Plan B wäre etwas Geld in meine Gärausrüstung zu investieren, wobei wir in einem Jahr (für zwei Jahre) ins Ausland gehen werden und ich vermutlich nicht viel von meinem Brauset mitnehmen kann.

Viele Dank für eure Antworten!

LG, Ruven
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schloemi
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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#2

Beitrag von schloemi » Samstag 7. Juli 2018, 11:23

Ja die Temperaturen sind schon recht hoch, zumal du bedenken solltest, dass durch die Gärung zusätzliche Temperatur erzeugt wird. Manche belgische Bierstile werden in einem solchen Bereich vergoren, vielleicht wäre das eine Möglichkeit. Ansonsten mein Rat: einfach machen. Ich hatte auch schon Weizenbiere oder (I)PAs verhältnismäßig warm vergoren, ohne das das Endprodukt untrinkbar gewesen wäre.

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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#3

Beitrag von Detorice » Samstag 7. Juli 2018, 12:06

Ich kann den Drang verstehen und bevor ich mir den Gärschrank gegönnt habe auch immer vor dem Dilemma gestanden, ob ich nun braue oder nicht.

Ich habe bei den Temperaturen meistens Weizenbiere vergoren mit der GOZDAWA Bavarian Wheat11 (BW11). Die hat immer gute Ergebnisse erzielt. Ob sie bei niedrigeren Temperaturen besser gewesen wäre weiß ich nicht, das Ergebnis war immer gut trinkbar.

Auch eine us05 habe ich schonmal bei Temperaturen über 22 Grad durch ein IPA geprügelt. Auch hier fehlt mir der Vergleich (da ich dieses spezielle Rezept nur einmal gebraut habe), aber lecker war es trotzdem.

Jeff
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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#4

Beitrag von Jeff » Samstag 7. Juli 2018, 12:54

Kommt, wie schon gesagt, auf den Bierstil / die Hefe an. Es gibt sehr viele Hefen, die sich bei solchen Temperaturen wohl fühlen. Die M29 French Saison von Mangrove Jack z. B mag sogar noch Temperaturen über 30 Grad!
Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist!

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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#5

Beitrag von Wintermuffel » Samstag 7. Juli 2018, 12:58

Ich habe mal das Rezept Grubengold von MMuM mit der Gozdawa Porter & Kwas vergoren bei 23 Grad. Würde echt lecker. Muss man allerdings tiefschwarze Bier mögen.

Gruß
Heiner
Man ist nie zweimal durch den selben Wind.

Gruß
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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#6

Beitrag von whatwouldjesusbrew » Samstag 7. Juli 2018, 13:01

Die Temperaturen sind doch wie gemacht für ein Saison. Ist auch mein nächstes Vorhaben.
cheers, Bene

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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#7

Beitrag von Damasus » Samstag 7. Juli 2018, 14:14

whatwouldjesusbrew hat geschrieben:
Samstag 7. Juli 2018, 13:01
Die Temperaturen sind doch wie gemacht für ein Saison. Ist auch mein nächstes Vorhaben.
Ehm wird Saison nicht normalweise im Winter gebraut? :Grübel
Wintermuffel hat geschrieben:
Samstag 7. Juli 2018, 12:58
Ich habe mal das Rezept Grubengold von MMuM mit der Gozdawa Porter & Kwas vergoren bei 23 Grad. Würde echt lecker. Muss man allerdings tiefschwarze Bier mögen.

Gruß
Heiner
Klingt gut. Da ich Stouts gerne trinke, auf jeden Fall eine Überlegung wert. Danke :-)
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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#8

Beitrag von Tozzi » Samstag 7. Juli 2018, 16:15

Oder ein belgisches Blonde mit der Wyeast 3787 Trappist High Gravity...
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#9

Beitrag von whatwouldjesusbrew » Samstag 7. Juli 2018, 16:26

Damasus hat geschrieben:
Samstag 7. Juli 2018, 14:14
whatwouldjesusbrew hat geschrieben:
Samstag 7. Juli 2018, 13:01
Die Temperaturen sind doch wie gemacht für ein Saison. Ist auch mein nächstes Vorhaben.
Ehm wird Saison nicht normalweise im Winter gebraut? :Grübel
Historisch gesehen war das wohl so. Ich sprach von den Temperaturen - im Winter ist es einfach etwas schwieriger, konstante Temperaturen in den hohen 20er-Graden zu halten. Da kann im Sommer aus der Not eine Tugend machen.
cheers, Bene

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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#10

Beitrag von Alt-Phex » Samstag 7. Juli 2018, 16:46

Mach halt Weizenbier. was belgisches oder ein fruchtigs Pale Ale mit einer Alt- oder Kölschhefe. Die estern bei höheren Temperaturen natürlich auch, allerdings nicht so auffällig und tlw. unangenehm wie englische Alehefen. Paar fruchtige Hopfen in den Whirlpool und ggf. noch Stopfen. Ist zwar nicht die Krone der Braukunst, ergibt aber leckere Bierchen für die nächste Grillfeier.
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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#11

Beitrag von Johnny H » Sonntag 8. Juli 2018, 09:51

Wenn man seine Gärtemperatur steuern kann, macht man qualitativ einen großen Schritt vorwärts! Dazu braucht es auch keine übermäßigen Investitionen: ein kleiner gebrauchter Kühlschrank und ein Thermoelement, über das die Stromversorgung läuft, genügen. Dieser Faktor wird auch immer wieder vernachlässigt beim Ausrüstungskauf. Ich lese es so oft: feinster Edelstahl, Maischeführung aufs Zehntelgrad genau, aber keine kontrollierte Gärführung!

Wenn man also den Platz hat, würde ich mir das auf jeden Fall überlegen. Also rate ich zu Deinem Plan B!

Bei untergäriger Brauweise ist das ja sowieso unumgänglich, aber auch manche obergärige Hefen danken einem die sommerlichen Temperaturen nicht unbedingt. Ich habe mal im Sommer in ein englisches Ale deutliche phenolische Noten reinbekommen, die da absolut nicht hingehören.

Wenn Plan B aber keine Option ist, dann würde ich vermutlich was belgisches brauen. Da sind ja einige Stämme dabei, die es warm mögen. Tipps stehen ja weiter oben bereits einige.
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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#12

Beitrag von Damasus » Sonntag 8. Juli 2018, 10:54

Johnny H hat geschrieben:
Sonntag 8. Juli 2018, 09:51
Wenn man also den Platz hat, würde ich mir das auf jeden Fall überlegen. Also rate ich zu Deinem Plan B!
Wie gerne würde ich meine Ausrüstung erweitern! Du hast das Problem auf den Punkt gebracht "Wenn man also den Platz hat...". Keine Garage, kein Keller, kein Balkon... leider zur Zeit nichts möglich, ansonsten wäre ich da voll auf deiner Seite.
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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#13

Beitrag von Johnny H » Sonntag 8. Juli 2018, 11:04

Damasus hat geschrieben:
Sonntag 8. Juli 2018, 10:54
Wie gerne würde ich meine Ausrüstung erweitern! Du hast das Problem auf den Punkt gebracht "Wenn man also den Platz hat...". Keine Garage, kein Keller, kein Balkon... leider zur Zeit nichts möglich, ansonsten wäre ich da voll auf deiner Seite.
Das verstehe ich! Bei uns ist ja der Platzbedarf auch immer wieder DAS entscheidende Kriterium bei Neuanschaffungen. Dennoch betrachte ich den gebrauchten zweiten Kühlschrank mitsamt Thermoelement, der in unserer winzigen Kammer hinter der Küche steht, als eine meiner wichtigsten Anschaffungen überhaupt.

Dann sollte es bei Dir aber in dem Fall eine Hefe bzw. Bierstil werden, der nicht ganz so empfindlich bzw. sogar positiv auf die hohen Temperaturen anspricht. Tipps stehen ja oben schon einige. Ich würde, wie gesagt, was belgisches brauen (Saison/Wit etc.).
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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#14

Beitrag von nrtn » Sonntag 8. Juli 2018, 11:23

Ich würde auch zu Saisonbieren raten. Viele mögen die pfeffrigen, leicht "muffigen" Geschmacksnoten einer Belle Saison nicht, aber Hefen wie die Belgian Saison oder insbesondere French Saison produzieren sehr leckere, fruchtige aber dennoch trockene Biere. Damit kann man sich sogar in die IPA Ecke trauen.

Und wenn man mal klassischen Pfade verlässt (was bei Saison viel zu selten kommerziell gemacht wird), wird es erstaunlich spannend. Das "Soleya" von Braufactum z.B. ist der Grund warum ich mit dem Brauen angefangen habe (und trotz 10 Versuchssuden hab ich immer noch keinen Plan wie man das nachbraut).

Beachte auch, dass durch die Gäraktivität die Temperatur im Gärfass gerne mal 2-3°C über der Außentemperatur liegt.

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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#15

Beitrag von Damasus » Sonntag 22. Juli 2018, 15:05

Sooo, ich habe (dank unseres Vermieters) ein Platz in seinem Keller bekommen. Ich habe in den letzten Tagen mehrfach Temperaturmessungen durchgeführt und immer zwischen 19-20°C gehabt. Das wird also mein Gärplatz.

Zur nächsten Frage: Der Kellerraum erinnert an Römerzeiten :Bigsmile Ich befürchte, dass da unten das Infektionsrisiko höher ist als in unserer Wohnung (stimmt das überhaupt?). Gerade am Anfang möchte ich aber kontrollieren ob die Hefe angekommen ist. Mein Plan wäre die Würze hier in der Wohnung bei knapp 23-24 Grad anzustellen, abzuwarten bis die Hochkräusen da sind und dann in den Keller verfrachten und erst mal gut 1 bis 1,5 Wochen gären lassen. Ist der Temperaturunterschied akzeptabel? Oder würdet ihr direkt alles im Keller machen?

LG, Ruven
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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#16

Beitrag von heizungsrohr » Sonntag 22. Juli 2018, 15:32

Die ersten Stunden der Gärung machen einen Großteil der Aromen, daher sollte die Hefe idealerweise ein paar Grad unter der späteren Hauptgärung angestellt werden. Also würde ich alles im Keller machen und höchstens in der Wohnung belüften.
Optisch kann man die Gärung auch durch das Loch für den Gärspund begutachten, ohne den Eimer öffnen zu müssen.

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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#17

Beitrag von Damasus » Montag 23. Juli 2018, 16:58

heizungsrohr hat geschrieben:
Sonntag 22. Juli 2018, 15:32
Die ersten Stunden der Gärung machen einen Großteil der Aromen, daher sollte die Hefe idealerweise ein paar Grad unter der späteren Hauptgärung angestellt werden. Also würde ich alles im Keller machen und höchstens in der Wohnung belüften.
Optisch kann man die Gärung auch durch das Loch für den Gärspund begutachten, ohne den Eimer öffnen zu müssen.
Oki doki :-) Hab es so gemacht und öffnen war auch nicht notwendig, weil nach 14h der Gärspund schon äußerst aktiv war. Vielen Dank für die Hilfe!
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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#18

Beitrag von Cubus242 » Donnerstag 2. August 2018, 13:38

Ich greife das Thema hier nochmal auf. Habe am 20.7. meine Gärung mit US 05 für mein Dark Impact gestartet. Nach drei Tagen scheinbarem Stillstand (keine nennenswerte Änderung mit der Spindel), blubbert es heute wieder regelmäßig im Röhrchen. Derzeitige Gärtemperatur im Eimer ist 25°C 🙈
Kann so eine zweite Gärung möglich sein? Vielleicht durch die allgemeine Wärme derzeit? 🤔

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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#19

Beitrag von gulp » Donnerstag 2. August 2018, 13:54

Kann so eine zweite Gärung möglich sein? Vielleicht durch die allgemeine Wärme derzeit? 🤔
Vermutlich entbindet es dir nur die Kohlensäure. Messen und wenn der Wert stimmt, abfüllen.

Gruß
Peter
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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#20

Beitrag von Cubus242 » Donnerstag 2. August 2018, 20:24

Wert ist ok. Dann mal raus aus dem Eimer.
Danke.

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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#21

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Donnerstag 2. August 2018, 21:36

:Grübel Braue erst seit 9 Monaten und hab mich auf die Temperaturangaben auf den Datenblättern verlassen. Seit 5 Tagen gärt bei mir "Michas OG Mäzen" nach Maische und Malz.... Im Keller ist Höchststand 22 Gr. C. Die Hälfte des Suds wird mit Nottingham vergoren, die andere mit Kling obergärig. Stw war 13,5. Die Notti sprang sofort an, bei Klings ging es 2 Tage bis sie richtig kam. Nun schaffen beide emsig.
Da beide Hefen noch in ihrem Temp. Bereich sind kam ich gar nicht auf die Idee dass es fürs Brauen zu warm sei kann. Mal sehen was rauskommt.
Brau, schau wem.

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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#22

Beitrag von danieldee » Freitag 3. August 2018, 08:36

schwarzwaldbrauer hat geschrieben:
Donnerstag 2. August 2018, 21:36
:Grübel Braue erst seit 9 Monaten und hab mich auf die Temperaturangaben auf den Datenblättern verlassen. Seit 5 Tagen gärt bei mir "Michas OG Mäzen" nach Maische und Malz.... Im Keller ist Höchststand 22 Gr. C. Die Hälfte des Suds wird mit Nottingham vergoren, die andere mit Kling obergärig. Stw war 13,5. Die Notti sprang sofort an, bei Klings ging es 2 Tage bis sie richtig kam. Nun schaffen beide emsig.
Da beide Hefen noch in ihrem Temp. Bereich sind kam ich gar nicht auf die Idee dass es fürs Brauen zu warm sei kann. Mal sehen was rauskommt.
Nur so ein kleiner Tipp für die Zukunft. Die Angaben der Hefehersteller sind Angaben in denen die Hefe arbeitet und NICHT Angaben in denen sie zuverlässig gut arbeitet.
22° ist für obergärig viel zu warm, vor allem erhitzt sich die Hefe auch noch selber durch die Gärung.
Da werden viele Fuselalkohol, Esther etc. dabei entstehen.
Ich kann es immer nur wieder betonen, konstante Gärführung zu moderaten Temperaturen sind das A und O.
Zuhauf werden Kühlschränke und Gefriertruhen verschenkt in den Kleinanzeigen, hol dir da einen und einen Inkbird zur Temperatursteuerung.
Du wirst sehen das Ergebnis ist ein himmelweiter Unterschied!
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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#23

Beitrag von emjay2812 » Freitag 3. August 2018, 18:46

Natürlich ist eine kontrollierte und gekühlte Gärung optimal und wünschenswert.
Leider ist dies aber gerade im Hobby-Bereich nicht immer möglich.

Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass alle Hefen jenseits der 20°C Ester produzieren.
Hier gibt es aber deutliche Unterschiede. Heefen, die ihre optimale Gärtemperatur um die 20°C haben, produzieren bei höheren Temperaturen oft unangenehme Aromen (starker Nelkengeschmack, der unter Umständen an Zahnarzt erinnert, starke kaugummiähnliche Fruchtaromen). Hefen die Temperaturen darüber hinaus vertragen, produzieren zwar auch viele Ester, diese sind aber runder und harmonischer im Geschmacksbild. Eine Brewferm Top macht eine Art Weißbier daraus, eine Brewferm Blache ein säuerliches, erfrischendes Getränk mit dezenten Esternoten.

Ich berichte heute Abend mal über mein Sommerbier das mit der Gozdawa Fruit Blanche vergoren wurde. Bisher ein sehr viel versprechendes Bier mit zarten Pfirsichtönen - bei 26°C vergoren!

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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#24

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Freitag 3. August 2018, 23:43

Aufgrund der unterschiedlichen Einschätzungen aus dem Forum gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass das ein trinkbares Bier wird.

Übrigens: am 17.07. habe ich auch gebraut.
20l
Stw. 13 Plato
Umgebungstemp. leicht über 20 Gr C.
Hefe: Nottingham
HG in 9 Tagen bis auf 2 Plato.
Um nicht zu viel %Vol zu bekommen habe ich 5 l Wasser mit 10gr Aromahopfen gekocht, das Jungbier damit verdünnt und Zucker zur NG zugegeben.

Aufgrund der laufenden Diskussion konnte ich es heute, nach 1 Woche Flaschengärung nicht erwarten. Habe eine Flasche gekühlt und probiert:
Erstaunlich klar, Hefe in der Flasche natürlich noch nicht richtig sedimentiert. Nettes Sommerbier, wird in 4 Wochen sicher gut ankommen.
Brau, schau wem.

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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#25

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Freitag 3. August 2018, 23:45

.... hab ich noch vergessen: Durch die Hopfung beim Verdünnwasser hat das Bier eine fast pilsartige Bittere im Gaumen.
Brau, schau wem.

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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#26

Beitrag von Bojtar » Donnerstag 9. August 2018, 18:26

Hallo!
Hat jemand von Euch Erfahrung mit hohen Temperaturen (24°Raumtemperatur) bei der Flaschen NG eines Lagers? Kann es hier noch zu Problemen kommen?
Die HG hab ich im Kühlschrank bei 9 Grad bzw. Nach der Hälfte vei 12 Grad durchgeführt.

Danke!

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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#27

Beitrag von Tozzi » Freitag 10. August 2018, 03:20

Bei der Nachgärung in der Flasche entstehen normalerweise keine Fehlaromen mehr, also keine Sorge.
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#28

Beitrag von Bojtar » Freitag 10. August 2018, 06:29

Danke! :Drink

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Re: Zu warm zum brauen? bzw. gären?

#29

Beitrag von Römergärtenbier » Freitag 10. August 2018, 07:50

Moin,

bei mir stehen auch zwei Sude auf der Kellertreppe mit US-05 in zweiter Führung. Einen Sud kann ich mittels iSpindel beobachten. Die höchste Temperatur war ca. 25,7°C kurz nach Gärbeginn, die nun treppenartig auf 24°C gesunken ist:

https://app.ubidots.com/ubi/getchart/pa ... wBRxcneYlg

EIn aktive Gärtemperaturführung war nicht möglich.

Am Wochenende will ich abfüllen und werde 25°C für die Berechnung der HHZuckerkarbonisierung zu Grunde legen. Heute Abend in den Kühlschrank zum Coldcrash und am Sonntag dann in die Flaschen.

Grüße,
Jan

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