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Trocken-/Flüssighefe gleicher Stamm

Verfasst: Freitag 31. August 2018, 17:39
von schliene
Hat jemand eine Liste von Trocken- und Flüssighefen gleichem Stamms?
Aller:

Fermentis S-05 = Wyeast 1056 = Gozdawa U.S.West Coast = White Laps L. 001

Grüße Markus

Re: Trocken-/Flüssighefe gleicher Stamm

Verfasst: Freitag 31. August 2018, 17:51
von §11
schliene hat geschrieben:
Freitag 31. August 2018, 17:39
Hat jemand eine Liste von Trocken- und Flüssighefen gleichem Stamms?
Aller:

Fermentis S-05 = Wyeast 1056 = Gozdawa U.S.West Coast = White Laps L. 001

Grüße Markus
Hier https://www.ulmer.de/usd-5416052/bier-brauen-.html

Ab Seite 448 :Wink

Re: Trocken-/Flüssighefe gleicher Stamm

Verfasst: Freitag 31. August 2018, 17:56
von schliene
§11 hat geschrieben:
Freitag 31. August 2018, 17:51
Ab Seite 448 :Wink
Ja, hab ich und da steht schon einiges drin. Aber fast nur über Flüssighefen...
Ich würde auch gerne mehr über Trockhefen wissen.

Z.B. bei Gozdawa, VLB RH = S-23 ...

Re: Trocken-/Flüssighefe gleicher Stamm

Verfasst: Freitag 31. August 2018, 18:06
von schliene
Sowas wie hier:
https://cdn.shopify.com/s/files/1/0093/ ... utions.pdf

Nur halt umfangreicher...
...und auch mit (gleichen)Trockenhefen verschiedener Hersteller.

Re: Trocken-/Flüssighefe gleicher Stamm

Verfasst: Freitag 31. August 2018, 18:12
von flying
Ok. ich mach mal einen..

Danstar Diamond = Doemens Stammhefe Nr. 308 (übernommen aus der Vorgängerinstitution "Wissenschaftliche Station München"), aka WLP838 SouthernGerman Lager Yeast , aka 2308 Munich Lager Yeast.

Re: Trocken-/Flüssighefe gleicher Stamm

Verfasst: Freitag 31. August 2018, 18:26
von Enfield
Ich habe auch das Buch von Jan (ist übrigens die beste deutschsprachige Literatur auf dem Markt, gratuliere zu dem großartigen Werk!).

Die Hefeübersicht im Anhang des Buches verwirrt mich aber ein wenig.
Bei der Wyeast 3333 bzw. WLP380 steht dabei, dass die getrocknete Version die WB-06 von Fermentis ist. Mir fehlt hier aber etwas der Glaube, da die Stämme doch unterschiedliche Vergärgrade haben. Die WY 3333 vergärt lt. Datenblatt deutlich niedriger als die beiden anderen. Auch finde ich das Profil der WB-06 etwas anders.
Bei der WLP380 steht, dass die Hefe schlecht sedimentiert und sie zwischen 73-80 % VGs macht.

Die WB-06 macht einen ähnlichen hohen bzw. teils noch höheren Vergärgrad (teils über 80 % in fast allen meinen Bieren), sedimentiert hingegen aber richtig gut.

Bei der W3333 steht, dass sie zwischen 70-76 % VGs macht und die Sedimentation dafür aber wieder sehr gut ist.

Vom Gefühl her hätte ich nicht gesagt, dass die drei Stämme identisch sind.

@Jan: woher hast Du die Infos zu den Stämmen?

Re: Trocken-/Flüssighefe gleicher Stamm

Verfasst: Freitag 31. August 2018, 18:28
von tbln

Re: Trocken-/Flüssighefe gleicher Stamm

Verfasst: Freitag 31. August 2018, 18:52
von schliene
Enfield hat geschrieben:
Freitag 31. August 2018, 18:26
...
Vom Gefühl her hätte ich nicht gesagt, dass die drei Stämme identisch sind.
Hier sind die Wyeast 3333 bzw. WLP380 identisch, aber die WB-06 mit WY3056 identisch.
https://www.homebrewsupply.com/learn/ye ... harts.html

Hier sind WPL300 und WB-06 identisch.
https://www.saltcitybrewsupply.com/medi ... rison3.pdf

Hier wird Jan bestätigt:
https://havencrest-microbrewery.blogspo ... chart.html

Das ist schon verwirrend, wenn man nicht weiß, ob die Hefe identisch(Stamm) oder ob es nur ein Hinweis zu einer ähnlichen Hefe sein soll...

Re: Trocken-/Flüssighefe gleicher Stamm

Verfasst: Freitag 31. August 2018, 21:48
von §11
Es ist natuerlich nicht ganz einfach, weil die wenigsten Hersteller damit hausieren gehen welche Hefe sich wirklich hinter deren Bezeichnung verbirgt.

. Zu einer Vielzahl an Staemmen ist das Genom bekannt und kann in den diversen Stammsammlungen verglichen warden. Das ist der Koenigsweg, aber nicht immer moeglich, weil nicht alle Hefen oder nicht mt ihrern "Fantasiebezeichnungen" in der Datenbank stehen. Aber, es steht oft die Herkunft (Brauerei) in der Datenbank.

Jetzt geben einige Hersteller die Herkunft der Hefen an. Ueber diesen Weg finden sich nun identische Hefen. Manchmal geht das auch direct, also Hersteller A gibt die Herkunft an, Hersteller B ebenfalls.

Insgesamt ist es aber recht muehsam und ob die Angaben immer 100% stimmen laesst sich natuerlich auch nicht immer 100% sagen.

Ein weiterer Punkt ist natuerlich, nur weil eine Hefe irgendwann den selben Ursprung hat, muss nicht heissen das sie auch nach Jahren noch exakt die gleiche Hefe ist. Ist halt doch noch ein Lebewesen das allen Unwaegbarkeiten der Evolution ausgesetzt ist.

Jan

Re: Trocken-/Flüssighefe gleicher Stamm

Verfasst: Freitag 31. August 2018, 21:57
von Enfield
Hallo Jan!

Danke für die Auskunft! Ich hab mir fast gedacht, dass das nicht so einfach ist mit den Hefen.

Den Link
http://beer.suregork.com/?p=4000
den tbln eingestellt hat, habe ich mir ganz genau angesehen, SEHR interssant!!! Nach diesem "Stammrad" hätten die genannten Hefen einen gemeinsamen Ursprung bzw. sind sich genetisch sehr ähnlich. Das würde genau das, was Du sagst, unterstützen - dass sich eben die Stämme auch mit der Zeit verändert haben. Ist wohl sehr ähnlich der Pflanzenzucht. Wenn zwei verschiedene Züchter die selbe Sorte über samenbürtig vermehren, wird man in gewisser Zeit auch zwei Sorten haben, die sich zwar genetisch sehr ähnlich sind, sich aber dennoch unterscheiden lassen.

Sehr interessant habe ich auch den Ast "Mixed Origin" gefunden, wo die S-33 von Fermentis wohl sehr eng verwandt mit der Danstar Windsor sein soll und beide keine "richtigen" Bierhefen. Von der S-33 hab ich das gewusst (hat Ulrich mir mal verraten). Das würde auch den regelmäßig niedrigen VGs der Hefen erklären. Genauso mit der T-58, hoch interssant!

Auch dass die S-04 wohl doch nicht die Whitbread Hefe sein soll, fand ich spannend.

Re: Trocken-/Flüssighefe gleicher Stamm

Verfasst: Freitag 31. August 2018, 22:06
von §11
Der Punkt den man ja auch nicht verachten sollte, heute kauft Firma XY einen Stamm aus der Reinzucht der Firma ZZ, vemehrt ihn und verkauft ihn unter anderem Namen. Aber das war ja frueher nicht so. Frueher haben sich die Hefesammlungen weitestgehend mit Betriebshefen versorgt und diese in Reinzucht weitergefuehrt. Das heist aber eben auch das es hier eben viel eher zu Mutationen kommen kann als wenn eine reine Reinzuchthefe weiter in Reinzucht gefuehrt wird.

Gruss

Jan