Hefe aus laufender Gärung entnehmen

Antworten
Phoenixntb
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 431
Registriert: Freitag 4. Mai 2012, 16:13

Hefe aus laufender Gärung entnehmen

#1

Beitrag von Phoenixntb » Donnerstag 27. September 2018, 12:35

Hey Ihr,

vielleicht eine ungewöhnliche Frage. Möchte am Wochenende einen Testsud mit ca. 7 Liter ansetzten. Kann ich hierfür Hefe aus dem Gärfass entnehmen und diese direkt in das andere Fass geben?
Wie entnehme ich diese am besten?
Die Gärung läuft nun seit ca. 1 Woche und unten ist schon ne Schicht Hefe zu erkennen im Fass.
Wieviel brauche ich den?

Würde mich freuen, wenn ihr n paar Tipps habt oder ein Howto.

Lieben Dank vorweg

Benutzeravatar
beryll
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2332
Registriert: Samstag 25. Juli 2015, 15:10
Wohnort: Saarwellingen
Kontaktdaten:

Re: Hefe aus laufender Gärung entnehmen

#2

Beitrag von beryll » Donnerstag 27. September 2018, 12:39

Ich hab schon das ein oder andere Mal die Hochkräusen geerntet und damit entweder Schrägagar beimpft oder auch die Hochkräusen direkt in ein anderes Gärfass getan. Ich weiß nicht, welche Hefe Du hier benutzt... bei einer UG Hefe und entsprechend niedrigen Temperaturen sollte das noch machbar sein, bei einer Notti zB biste wahrscheinlich schon ein paar Tage davon entfernt.

VG Peter
"Um...Snoochie boochies" Romrod... BONG!!!!!
(Aktueller Bericht aus dem Gärfass)

HBST Saar-Lor-Lux
Terminfindung Treffen der Saar-Lor-Lux Brauer

HBST Saar-Lor-Lux internes

Phoenixntb
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 431
Registriert: Freitag 4. Mai 2012, 16:13

Re: Hefe aus laufender Gärung entnehmen

#3

Beitrag von Phoenixntb » Donnerstag 27. September 2018, 12:42

Ja, es ist die Notthi

bwanapombe
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 207
Registriert: Dienstag 4. November 2014, 10:19

Re: Hefe aus laufender Gärung entnehmen

#4

Beitrag von bwanapombe » Donnerstag 27. September 2018, 13:57

Nach einer Woche +x wirst Du aus dem Gärbehälter nur Sediment entnehmen können. Wenn die Gärung sowieso durch ist, würde ich abschlauchen, Sediment mit Restbier aufschwenken und in ein möglichst schmales hohes Gefäß füllen. Etwas setzen lassen, Überstand abgießen, Kernhefe verwenden, nach Möglichkeit die unterste Schicht (mit Hopfenharzen etc.) zurücklassen.

Ideal wären Hochkräusen gewesen, die sind bei der Notti nach ein, zwei Tagen zu ernten.

Beste Grüße,

Dirk

Phoenixntb
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 431
Registriert: Freitag 4. Mai 2012, 16:13

Re: Hefe aus laufender Gärung entnehmen

#5

Beitrag von Phoenixntb » Donnerstag 27. September 2018, 14:57

nein, die Gärung ist leider noch nicht durch.

Phoenixntb
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 431
Registriert: Freitag 4. Mai 2012, 16:13

Re: Hefe aus laufender Gärung entnehmen

#6

Beitrag von Phoenixntb » Donnerstag 27. September 2018, 16:17

Ich kann also die Hefe nicht morgens entnehmen und versuchen die wieder aufzupeppeln mit der neuen Würze? seh ich das richtig, dass es zu lange dauern würde?

Benutzeravatar
beryll
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2332
Registriert: Samstag 25. Juli 2015, 15:10
Wohnort: Saarwellingen
Kontaktdaten:

Re: Hefe aus laufender Gärung entnehmen

#7

Beitrag von beryll » Donnerstag 27. September 2018, 16:23

Was meinst du denn mit „entnehmen“? Beschreib mal Dein Vorhaben genauer?

VG Peter
"Um...Snoochie boochies" Romrod... BONG!!!!!
(Aktueller Bericht aus dem Gärfass)

HBST Saar-Lor-Lux
Terminfindung Treffen der Saar-Lor-Lux Brauer

HBST Saar-Lor-Lux internes

Bronkhorst
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 739
Registriert: Donnerstag 15. Mai 2014, 21:41

Re: Hefe aus laufender Gärung entnehmen

#8

Beitrag von Bronkhorst » Donnerstag 27. September 2018, 16:23

Es funktioniert auch:
Das Bier umzuschlauchen, den Bodensatz aufzuschwenken und anschließend ca. 1/3 direkt in den neuen Sud.

Ja, ich weiß, nicht lehrbuchmäßig - funktioniert aber.
Beim nächsten Mal so wie die Vorredner geschildert haben.

Jens

Phoenixntb
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 431
Registriert: Freitag 4. Mai 2012, 16:13

Re: Hefe aus laufender Gärung entnehmen

#9

Beitrag von Phoenixntb » Donnerstag 27. September 2018, 16:42

beryll hat geschrieben:
Donnerstag 27. September 2018, 16:23
Was meinst du denn mit „entnehmen“? Beschreib mal Dein Vorhaben genauer?

VG Peter
Also ich bin bisweilen leider davon ausgegangen, dass der Schlamm unten die Hefe ist. Das war wohl falsch.
Meine Idee war folgende:
Ich entnehme, sagen wir mal 1/3 am Brautag aus dem Fass (wie auch immer). Das hätte ich dann ggf. "gewaschen" und mit Anstellwürze aus dem Neuen versucht, aufzupeppeln. So ca. 1-2 Stunden bei 25 -30 Grad.
Und dann gut belüftet und ins neue Fass gekippt.

Die Gärung in dem Fass ist soweit, dass das Gärrorchen 4-6 x pro Minute blubbert. Vergärungsgrad müsste ich zuhause mal bestimmen. Schlauchen kann ich nich nicht, sonst hab ich nachher Flaschenbomben :-)

bwanapombe
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 207
Registriert: Dienstag 4. November 2014, 10:19

Re: Hefe aus laufender Gärung entnehmen

#10

Beitrag von bwanapombe » Donnerstag 27. September 2018, 16:46

Das geht natürlich. Das Problem, daß die Hefe am Ende der Gärung in die letale Phase eingetreten ist und nicht mehr so fit ist, kannst Du zum großen Teil lösen,

Hefe vermehrt sich in neuer Würze innerhalb von 24 h um Faktor 10. D.h. wenn Du sie in einem "Starter" vermehrst, hast Du wieder 90% junge, hochaktive Hefe.

https://braumagazin.de/article/hefebank-weihenstephan/

Deshalb kannst Du auch gegen Ende der Gärung "entnehmen". Hier ist die Schwierigkeit dann aber die Entnahme. Ich habe Gärbehälter mit flachem Boden und wüßte nicht, wie ich effektiv und sauber Hefe vom Boden hochholen kann. Deshalb ist es praktisch das Bier abzlassen oder abzuschlauchen. Vielleicht ist die Gärung ja bis zum Wochenende auch fertig. Mußt Du schauen.

Wenn Du über Nacht abkühlst wie ich, kannst Du der Hefe genau diese Zeit zur Vermehrung geben. Wenn Du aktiv kühlst, geht vielleicht auch ein Starter mit Malzextrakt und Hefenahrung, der schon einen Tag vor dem Brauen angesetzt wird.

Dirk

Phoenixntb
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 431
Registriert: Freitag 4. Mai 2012, 16:13

Re: Hefe aus laufender Gärung entnehmen

#11

Beitrag von Phoenixntb » Donnerstag 27. September 2018, 16:51

:Shocked Daran hab ich gar nicht gedacht, dass ich dir da nicht so richtig heraus bekomme :Ahh

Ich würde vermutlich viel zu viel Restwürze bzw. Jungbier mit rausholen.
Die Gärung wird erfahrungsgemäß nicht fertig sein. Dann muss ich halt das letzte Päckchen Hefe dafür "verschwenden". Das ist ja schade.

Benutzeravatar
beryll
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2332
Registriert: Samstag 25. Juli 2015, 15:10
Wohnort: Saarwellingen
Kontaktdaten:

Re: Hefe aus laufender Gärung entnehmen

#12

Beitrag von beryll » Donnerstag 27. September 2018, 17:00

Du wirst definitiv alles schön durcheinander wirbeln, wenn Du im Bodensatz rumfummelst... Auf eine eventuelle Kontamination will ich gar nicht erst zu sprechen kommen...
Das "Waschen" der Hefe ist auch so ein Infektionsrisiko, was Du ganz schnell vergessen kannst. Es gibt sicherlich einige hier, die sowas machen - der Großteil aber mit Sicherheit nicht.

VG Peter
"Um...Snoochie boochies" Romrod... BONG!!!!!
(Aktueller Bericht aus dem Gärfass)

HBST Saar-Lor-Lux
Terminfindung Treffen der Saar-Lor-Lux Brauer

HBST Saar-Lor-Lux internes

Phoenixntb
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 431
Registriert: Freitag 4. Mai 2012, 16:13

Re: Hefe aus laufender Gärung entnehmen

#13

Beitrag von Phoenixntb » Donnerstag 27. September 2018, 17:04

Okey Peter. danke... das Risiko ist einfach zu hoch.
Werd drauf verzichten und die 3,50 Euro investieren. Hatte gehofft, das letzte Päckchen für mehr als die 7 Liter Testsud zu benutzen :-)

Benutzeravatar
beryll
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2332
Registriert: Samstag 25. Juli 2015, 15:10
Wohnort: Saarwellingen
Kontaktdaten:

Re: Hefe aus laufender Gärung entnehmen

#14

Beitrag von beryll » Donnerstag 27. September 2018, 17:11

Du kannst doch den Bodensatz des Testsuds wunderbar aufheben. Lass ein wenig Jungbier drüberstehen und heb das auf... Ich hatte mir damals auf HuM diese Hefebox gekauft. Auch nach 3 Monaten im Kühlschrank war die Hefe noch zu gebrauchen - natürlich einen Starter draus machen, geht aber.

VG Peter
"Um...Snoochie boochies" Romrod... BONG!!!!!
(Aktueller Bericht aus dem Gärfass)

HBST Saar-Lor-Lux
Terminfindung Treffen der Saar-Lor-Lux Brauer

HBST Saar-Lor-Lux internes

Phoenixntb
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 431
Registriert: Freitag 4. Mai 2012, 16:13

Re: Hefe aus laufender Gärung entnehmen

#15

Beitrag von Phoenixntb » Donnerstag 27. September 2018, 17:14

ja, nur fürs Anstellen wäre es nun nicht mehr gegangen. Da d ei Preise meiner Meinung nach fast schon unverschämt sind für 11g Hefe hatte ich überlegt, wie ich mir das spare. Deine Methode, welche du vorgeschlagen hast wird für mich immer interessanter.

Nicolax
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 26
Registriert: Freitag 3. Februar 2017, 13:08
Wohnort: München

Re: Hefe aus laufender Gärung entnehmen

#16

Beitrag von Nicolax » Freitag 8. März 2019, 00:38

Ich möchte das Thema nochmal aufgreifen. Ich habe das Problem, dass ich vor 12 Tagen ein UG Bier mit 13.5% Stw gebraut habe und der EVGs ist erst bei 60% (Schnellgärprobe ist bei 75%). Da ich am WE ein weiteres Bier brauen möchte (kann das aus Termingründen nicht verschieben) und dafür eigtl die geerntete Hefe aus dem ersten Sud nehmen wollte, habe ich jetzt das Problem, das mir dann keine Hefe zur Verfügung steht. Bekomme auf die Schnelle auch keine andere her.

Um die Gärung zu beschleunigen habe ich nochmal aufgerührt und wärmer gestellt. Vielleicht klappt es ja noch bis in zwei Tagen. Wenn nicht plane ich folgendes Vorgehen:

Jungbier umschlauchen, Hefe ernten und mit Rest Jungbier aufschütteln, ca 2/3 zurück ins geschlauchte Jungbier geben und hoffen, dass die Gärung vollständig fertig wird. Das verbleibende Drittel mit einem Starter für den neuen Sud nehmen.

Klappt das? Oder sollte ich aus der gesamten Erntehefe einen Starter machen und dann auf alten und neuen Sud aufteilen? Dann kommt nochmal vitale Hefe dazu die den verbleibenden Restextrakt ordentlich vergärt.

Oder ist das alles Blödsinn und ich muss in den sauren Apfel beißen und das Brauen des neuen Suds doch verschieben bis der erste "klassisch" fertig vergoren ist?

Ich habe übrigens mit Irish moss gebraut (2g für 22 l). Hat das Auswirkungen beim Hefe ernten und weiter führen? Und könnte die langsame Gärung damit was zu tun haben?

Danke für eure Tipps, Nico

Benutzeravatar
swinkler
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 19
Registriert: Donnerstag 15. November 2018, 15:15

Re: Hefe aus laufender Gärung entnehmen

#17

Beitrag von swinkler » Freitag 8. März 2019, 12:12

Hallo Nico,

du brauchst nach dem Umschlauchen zur laufenden Gärung keine Hefe zurückgeben ... die wohnt ja nicht nur unten im Fass, sondern ist eher nomadisierend im Sud unterwegs .. da ist noch genügend aktive Hefe drin.

Ansonsten würde ich es genau wie von dir beschrieben machen ... das leere Fass eventuell vor dem Umschlauchen noch etwas "sterilisieren" mit Starsan oder ähnlichem ... dann passiert da auch nichts.

Grüßle Steffen :-)
der Mensch lebt nicht vom Bier allein ... doch ohne kann er auch nicht sein :Drink

Benutzeravatar
Johnny H
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2956
Registriert: Donnerstag 31. Januar 2013, 22:08

Re: Hefe aus laufender Gärung entnehmen

#18

Beitrag von Johnny H » Freitag 8. März 2019, 14:02

Nicolax hat geschrieben:
Freitag 8. März 2019, 00:38
[...]
Ich habe übrigens mit Irish moss gebraut (2g für 22 l). Hat das Auswirkungen beim Hefe ernten und weiter führen? Und könnte die langsame Gärung damit was zu tun haben?

Danke für eure Tipps, Nico
Ja, die langsame Gärung kann damit zu tun haben. Ich verwende kein Irish Moss (hauptsächlich aus Bequemlichkeit), aber bei gut sedimentierenden Hefestämmen, zu denen UG-Hefen gehören, hört man immer mal wieder von entsprechenden Schwierigkeiten.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

Antworten