Hefe verwechselt

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Hefe verwechselt

#1

Beitrag von joerg-emil » Dienstag 2. Oktober 2018, 14:11

Hallo zusammen,

gestern Abend habe ich mir 20 Liter Würze zusammengebrodelt und wollte heute morgen die Hefe ansetzen.
Das habe ich auch getan, nur dummerweise mit einer Weißbierhefe statt meiner üblichen Hefe. Leider ist mir
das erst aufgefallen, als alles schon im Gärbehälter eingerührt war und ich das Tütchen wegwarf. Da ich etwas unter
Zeitdruck stand und zur Arbeit musste, habe ich kurzentschlossen die richtige Hefe noch hinterher geschüttet.

Meine Frage,
könnte ich Glück haben und die richtige Hefe setzt sich durch, oder gibt das jetzt ein furchtbaren MischMasch?
Erst als ich auf der Arbeit war kam mir der Gedanke, alles einfach nochmal aufzukochen um die falsche Hefe abzutöten.
Hat das schon jemand versucht? Ist es dafür jetzt zu spät? Was würdet ihr machen?

Gruß Jörg-Emil
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heizungsrohr
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Re: Hefe verwechselt

#2

Beitrag von heizungsrohr » Dienstag 2. Oktober 2018, 14:15

Was war denn die andere für eine?

Ich würde nichts machen und auf das Ergebnis gespannt sein. Könnte auch sehr gut und/oder unauffällig werden
Gruß
Magnus

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Re: Hefe verwechselt

#3

Beitrag von joerg-emil » Dienstag 2. Oktober 2018, 14:31

Ich glaub, dann werde ich mal ganz mutig auf mein bestes Bier warten ;-)
Die richtige Hefe wäre die SAFBREW S33 gewesen, die falsche war die SAFBREW WB-06.
In ein paar Tagen weiß ich mehr und werde berichten!
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Re: Hefe verwechselt

#4

Beitrag von Alt-Phex » Dienstag 2. Oktober 2018, 14:31

Abwarten was dabei rauskommt. Jegliche Maßnahmen machen es nicht besser.
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Re: Hefe verwechselt

#5

Beitrag von ctiedtke » Dienstag 2. Oktober 2018, 15:26

Also ich würde abwarten und gucken was dabei raus kommt. Die WB 06 soll angeblich ja so oder so keine richtige Weizenhefe sein. Ich habe es allerdings auch noch nicht ausprobiert mit der WB 06.
---
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Re: Hefe verwechselt

#6

Beitrag von Boludo » Dienstag 2. Oktober 2018, 15:50

Ja, bei der WB 06 kannst du eh keine typischen bayrischen Weizenbieraromen erwarten, dafür aber einen ungewöhnlich hohen Vergärungsgrad. So viel ich weiß ist das sogar ein Übervergärer, also lieber mal nicht zu früh abfüllen.
Da Du keinerlei Angaben zu Deinem Rezept verrätst, kann man auch schlecht sagen, wie die da reinpasst.
Die Chance, dass das ganz gut wird und es besser war, die WB 06 da und nicht in einem Hefeweizen einzusetzen, sind jedenfalls durchaus vorhanden.
Für ein Hefeweizen würde ich dringend von der WB 06 abraten.

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Re: Hefe verwechselt

#7

Beitrag von joerg-emil » Donnerstag 4. Oktober 2018, 09:07

Ich hatte bereits ein Bier mit der WB 06 vergoren und es hat mir nicht geschmeckt, zu viel Bananengeschmack. Daher wollte ich die eigentlich auch nicht mehr einsetzen. Das mit dem hohen Vergärungsgrad der WB 06 stimmt. Ich hatte zu früh abgefüllt und alle Flaschen schäumten über.

Mein Rezept war recht simpel, 2kg Pilsener und 2kg Pale-Ale, zwei Hopfengaben jeweils 20g Hallertauer Früh, Hefe SAFBREW S33. Heraus kommt ein
unaufgeregtes aber leckeres Feierabendbier. Da ich gern leichtes Bier mag, verdünne ich die Würze immer auf etwa 9-10 Plato.
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Re: Hefe verwechselt

#8

Beitrag von ctiedtke » Donnerstag 4. Oktober 2018, 23:19

joerg-emil hat geschrieben:
Donnerstag 4. Oktober 2018, 09:07
Ich hatte bereits ein Bier mit der WB 06 vergoren und es hat mir nicht geschmeckt, zu viel Bananengeschmack.
Das würde ja wieder für eine Weizenhefe sprechen. Je nach dem was du für eine Schüttung hattest und wie Dein Maischprogramm aussah.
---
Gruß Christian

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Re: Hefe verwechselt

#9

Beitrag von Enfield » Freitag 5. Oktober 2018, 06:45

Bei 9-10° Plato wird es mit der Wb06 wohl relativ schlank werden, Hefeester wirst du von beiden Hefen haben. Ganz entscheidend ist auch noch die Gärtemperatur, was peilst Du da an?

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Re: Hefe verwechselt

#10

Beitrag von NiCoSt » Freitag 5. Oktober 2018, 08:58

Meine Erfahrung mit den hefen: die wb06 macht einen sehr faden/leeren Geschmack. Die s33 ist ja eher das Gegenteil. Ich denke, von der wb 06 wird man am Ende nicht viel bemerken und die s33 wird sich nicht ganz so stark ausprägen.
Ich denke nicht, dass sich da was durchsetzt wie bei einem ameisenstaat. Die eine Hefezelle weiß doch nicht, was für eine Hefezelle am anderen Ende vom Gäreimer sitzt.
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~~~Der Brauer macht die Würze, die Hefe macht das Bier~~~

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Re: Hefe verwechselt

#11

Beitrag von joerg-emil » Dienstag 9. Oktober 2018, 11:41

So, gestern wollte ich abfüllen und habe das Bier probiert. Leider hat sich fast ausschließlich die Weißbierhefe durchgesetzt. Die Gärtemperatur lag etwas bei 20 Grad. Da ich den Geschmack der Hefe nicht mag, habe ich mir das Abfüllen der 20 Liter erspart. Nunja...demnächst werde ich besser darauf achten, wass ich in die Würze kippe ;-)
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WB 06 in Verbindung mit Malzextrakt --> was kann ich erwarten?

#12

Beitrag von woernersen » Dienstag 16. Oktober 2018, 21:16

Boludo hat geschrieben:
Dienstag 2. Oktober 2018, 15:50
Ja, bei der WB 06 kannst du eh keine typischen bayrischen Weizenbieraromen erwarten, dafür aber einen ungewöhnlich hohen Vergärungsgrad. So viel ich weiß ist das sogar ein Übervergärer, also lieber mal nicht zu früh abfüllen.
Da Du keinerlei Angaben zu Deinem Rezept verrätst, kann man auch schlecht sagen, wie die da reinpasst.
Die Chance, dass das ganz gut wird und es besser war, die WB 06 da und nicht in einem Hefeweizen einzusetzen, sind jedenfalls durchaus vorhanden.
Für ein Hefeweizen würde ich dringend von der WB 06 abraten.
Hallo zusammen,
lange nichts mehr von mir hören lassen, allerdings immer mal reingeschaut.

Habe gestern nen Sud gemacht. Ich habe mal testweise zwei Kanister Malzextrakt von Weyermann gekauft, weil es mich interessiert hat, was da für n Bier bei rauskommt.

Folgender Schlachtplan:

6kg PaleAle
1kg Carahell

--> Einmaischen bei 59°C
--> 1.Rast bei 57°C für 15 min
--> 2.Rast bei 64°C für 40 min
--> 3.Rast bei 72°C für 30 min
--> 4.Rast bei 78°C für 5 min
Abmaischen und Zugabe von 2x4kg Malzextrakt Bavarian Wheat

--> Hopfenkochen für 80 Minuten
--> 33g Cascade mit 7% bei 70 Minuten
--> 18g Amarillo mit 8,4% bei 5 Minuten
--> 16g Citra mit 13,2% in den Whirlpool bei 80°C (10 Minuten Temperatur gehalten)

--> am Ende kamen 52 Liter Würze mit 18% Stw. raus, wlche ich mit der WB06 angestellt habe

Nach ca. 12 Stunden war die Gärung dann auch in vollem Gange und zieht jetzt gleichmässig bei 20,5-21°C durch...

Was meint ihr, was ich von dem Bier erwarten kann? War halt wirklich ne Resteverwertung und nen Versuch mit dem Malzextrakt.

Grüße
Marcus

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