Nachgärungs-geeignete Flaschen erkennen

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Mystic-G
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Nachgärungs-geeignete Flaschen erkennen

#1

Beitrag von Mystic-G » Sonntag 9. Dezember 2018, 19:31

Moin allerseits
Da ich immer wie öfter Bier verschenke und der Rûcklauf der Bügelflaschen etwas dürftig ist, möchte ich zum Zweck der Weitergabe von jedem Sud auch einige Flaschen mit Kronkorken abfüllen.
Da sammelt sich ja durchs Jahr auch einiges an Leergut an, welches ich bisher jeweils im Altglas entsorgt habe.

Mir ist durchaus bewusst, dass bei der Nachgärung in der Flasche ein Druck bis zu 3Bar entsteht, und dies mit den dünnen grünen FernsehLagerBier Fläschchen sicher nicht gemacht werden darf.

Es fallen ja aber auch einige braune Craft-Bier-Flaschen an, bei manchen auf dem Etikett ja auch auf eine Nachgärung in der Flasche hingewiesen wird, und man auch am Hefesatz erkennen kann, diese Flaschen wird man ja auf jeden Fall wiederverwenden können.

Nun habe ich da aber auch diverse Flaschen zwischen den beiden Extremen (dünne grüne Einweg, dicke braune Craftbeer) nämlich auch braune Flaschen, die sich eher an der robusten Sorte orientiert, bei denen man aber doch nicht recht weiss was genau dran ist.

Drum meine Frage:
Wie erkennt man Nachgärungs-geeignete Flaschen, an welche Merkmale kann man sich richten? Gewicht, dicke am Hals oder im Bereich des Kronkorkens?
Oder ist generell alles was nicht Einweggrün ist und theoretisch einen Sturz von der Küchenablage auf den Plattenboden überlebt brauchbar?

Ich hab mich da mal an eine Gewichtsanalyse gemacht, und festgestellt, dass die klassische braune 33er Flasche wie sie z.b. Mad Hatter verwendet (die machen NG in der Flasche) ca. 230g wiegt.
Eine etwas dünnere Flasche, der ich eine NG eher nicht zutraue wiegt 180g, ca in der gleichen grösse wie die Mad.
Dann habe ich noch eine spezial-form-Flasche gewogen, die würde einen 1m Sturz auf hartboden garantiert überstehen, diese wiegt 300g

Kann man etwa als Richtlinie (Faustregel) davon ausgehen, dass 33er Flaschen die ca. zwischen 220-250g 'dick' sind für die NG kein allzugrosses Risiko sein sollten?

Hier noch ein Beispielfoto zur veranschaulichung der gemeinten Craft-Bier Normflasche von Mad Matter:

Bild
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heizungsrohr
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Re: Nachgärungs-geeignete Flaschen erkennen

#2

Beitrag von heizungsrohr » Sonntag 9. Dezember 2018, 21:42

Bei gleichem CO2-Gehalt ist der Druck in einer gekauften Flasche gleich dem Druck in dem von dir flaschengegorenem Bier. Also ist prinzipiell jede intakte Flasche dafür geeignet, sofern man keine sehr hohen CO2-Werte anstrebt. In unserer Brauerei gehen die Flaschen bei alkoholfreiem Bier sogar befüllt noch durch einen Pasteurisator (70°C), das sind enorme Drücke und nur wenige Flaschen platzen dabei.
Gruß
Magnus

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Re: Nachgärungs-geeignete Flaschen erkennen

#3

Beitrag von Alt-Phex » Sonntag 9. Dezember 2018, 23:26

Jede Standard Mehrweg Bierflasche ist dafür geeignet. Euro, NRW oder Longneck. Achte darauf das die Flaschen keine bis minimale Abriebringe aufweisen. Je ausgeprägter diese Ringe sind, desto öfter wurde die Flasche bereits verwendet. Und was ihr dabei schon alles wiederfahren ist wissen wir ja nicht.
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

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Re: Nachgärungs-geeignete Flaschen erkennen

#4

Beitrag von Mystic-G » Montag 10. Dezember 2018, 07:01

Ja, das ist mir in etwa klar, dass es Mehrwegflaschen sein sollten... Jedoch meine Frage lautet in der Kürze: wie erkennt man Mehrweg?
Von billigst Einweg sieht man den Unterschied vom Schiff aus, aber es gibt ja noch tausend Arten dazwischen... auch solche die grad so dick sind wie Mehrweg und es trotzdem nicht deutlich draufsteht...

Vielleicht ist noch zu erwähnen, dass hier in der Schweiz das Pfandsystem etwas anders ist und die deutlich angeschriebenen Mehrwegflaschen nur noch über Getränkehändler gehen, der Rest ist nicht mehr mit Mehrweg angeschrieben, kann aber trotzdem Mehrwegqualität sein...
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Re: Nachgärungs-geeignete Flaschen erkennen

#5

Beitrag von Brauturm » Montag 10. Dezember 2018, 16:05

Ich fülle seit 7 Jahren in Einweg Flaschen ab, hier gibt es nichts anderes. auch in die grünen , das macht gar keine Probleme.

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Re: Nachgärungs-geeignete Flaschen erkennen

#6

Beitrag von Mystic-G » Montag 10. Dezember 2018, 16:18

@Brauturm
Echt? Auch mit 2.5g Zucker in die 33cl Flasche, noch nie was um die Ohren geflogen??
Also die grünen werd ich garantiert nicht nehmen, aber demfall sind die etwas stärkeren braunen wohl also kein Problem...
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Re: Nachgärungs-geeignete Flaschen erkennen

#7

Beitrag von Brauwolf » Montag 10. Dezember 2018, 16:37

Die Beurteilung nach Gewicht ist schon ein gutes Entscheidungskriterium, ob eine Flasche für Nachgärung geeignet ist - man muss halt die "Gewichtsklassen" kennen.

Schau mal in die Kataloge der einschlägigen Lieferanten, z.B.

https://www.wiegand-glas.de/front_content.php

Dort sind nicht nur die Eignung Einweg/Mehrweg angegeben und die Gewichte, im Idealfall gibt es auch Datenblätter mit Prüfdrücken.

Einwegflaschen würde ich grundsätzlich nicht für Flaschengärung verwenden, auch wenn das bei anderen schon 10 Jahre gut gegangen ist.

Cheers, Ruthard
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Re: Nachgärungs-geeignete Flaschen erkennen

#8

Beitrag von Brauturm » Montag 10. Dezember 2018, 19:39

also ich nehme 2,2 gr Zucker für eine 0,33 cl Flasche ,nein da passiert nichts , also in den 7 Jahren sind 5 Flaschen gebrochen.Selbst in den billigsten,dünnsten,grünen 0,25 cl Flaschen.

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Re: Nachgärungs-geeignete Flaschen erkennen

#9

Beitrag von Mystic-G » Donnerstag 13. Dezember 2018, 22:05

Danke Ruthard für den aufschlussreichen Link.
Habe mich da mal durch ein paar Datenblätter geklickt und noch keine Flasche gefunden, die nicht mit mind. 10Bar getestet wurde.

Daraus ziehe ich den Schluss, dass das Risiko von Einmaligem Befüllen von Kaufbier-Leergut zum Zwecke des Verschenkens nicht einem allzu grossen Risiko ausgesetzt ist.
Sicher werde ich davon Abstand nehmen dünne Fläschchen mehrfach zu verwenden, dafür habe ich ja genügende Bügelflaschen, und auch die grünen Billig-Lagerbierflaschen werde ich nicht für die NG verwenden (habe ich ja auch nie im Haus) aber braune Craftbier Kaufflaschen werde ich also ab sofort auch einmalig neu befüllen.
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