Geteilter Sud, einer weist Schwefelgruch? auf

Antworten
Tomalz
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 152
Registriert: Sonntag 3. Juni 2018, 22:00
Wohnort: Salzkotten

Geteilter Sud, einer weist Schwefelgruch? auf

#1

Beitrag von Tomalz » Mittwoch 19. Dezember 2018, 13:58

Es wurde der Amarillo Weizenbock am 08.12. gebraut.
Sud wurde in 20l und 40l aufgeteilt.
Hefe ist die WY3638. Sud1 (20l) wurde mit einer Packung angestellt und Sud 2 mit 3 Packungen.

Sud 2 hat extreme Gäraktivität aufgezeigt, bis duch den Gärspund :Angry

Sud 2 weist nun nach meiner Auffassung einen leichten Schwelfelgruch auf, hingegen Sud 1 nicht.

Ist ein Abfüllen heute nach Eurer Meinung möglich, ohne Geschmackseinbußen oder einen überlagerten Geschmack nach Schwelfel in Sud 2 zu bekommen?
Bin mir allerdings auch nicht zu 100% sicher ob es Schwelfgeruch oder nur CO Geruch ist. :Grübel

Danke
Gruß Thomas

Benutzeravatar
cyme
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2611
Registriert: Montag 16. Dezember 2013, 12:16

Re: Geteilter Sud, einer weist Schwefelgruch? auf

#2

Beitrag von cyme » Mittwoch 19. Dezember 2018, 14:10

Laut Hersteller der Hefe baut sich der Schwefel mit der Zeit ab.
Sulfur is commonly produced, but will dissipate with conditioning.
Zuletzt geändert von cyme am Mittwoch 19. Dezember 2018, 14:13, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Alt-Phex
Moderator
Moderator
Beiträge: 8010
Registriert: Mittwoch 1. Februar 2012, 01:05
Wohnort: Düsseldorf

Re: Geteilter Sud, einer weist Schwefelgruch? auf

#3

Beitrag von Alt-Phex » Mittwoch 19. Dezember 2018, 14:11

Wenn es schwefelt dann lass es noch stehen bis das verflogen ist. In der Flasche (oder im Fass) kann das logischerweise nirgendwo anders hin.
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

Benutzeravatar
DerDerDasBierBraut
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 4976
Registriert: Donnerstag 2. Juni 2016, 20:51
Wohnort: Ahrensburg

Re: Geteilter Sud, einer weist Schwefelgruch? auf

#4

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Mittwoch 19. Dezember 2018, 14:13

Schwefel riecht nach Vulkankrater oder faulen Eiern.
Kommt gefühlt eher bei zu niedrigen Anstellraten vor oder wenn die Hefe das Jungbier aus anderen Gründen schleppend durchgärt.
Das ist bei deinem Sud 2 offenbar eher nicht der Fall. Falls doch, würde ich den Schwefel vor dem Abfüllen erst ausgasen lassen und notfalls durch eine CO2 Dusche forcieren. Aus dem geschlossenen Gebinde entgast er nicht.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

Interesse an Flüssighefen ... ?

Tomalz
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 152
Registriert: Sonntag 3. Juni 2018, 22:00
Wohnort: Salzkotten

Re: Geteilter Sud, einer weist Schwefelgruch? auf

#5

Beitrag von Tomalz » Mittwoch 19. Dezember 2018, 14:54

Danke für die schnellen Antworten.
Ich hatte schon ein mal das Problem mit der WY3068. Da war auch der Rat mit dem Ausgasen gefallen.
Nur dachte ich mir, wie soll das funktionieren aus einem geschlossen Gebinde? Öffnen und Sauerstoff auf das Jungbier geben, konnte ja auch nicht die Lösung sein.
Dann gehts jetzt gleich auf zum Freund CO2 holen, hab ich leider nicht im Hause.
Was mich aber darüber hinaus etwas stutzig macht, ist der hohe scheinbare Endvergärungsgrad bei Sud2. Der liegt rechnerich bei 87%.
Die 3638 geht aber meines Wissens nur bis max. 76%.
STW 16,3°Plato, Jungbier 2,1°Plato. Mit Spindel und Tilt gemessen.
Ich rätsele noch.
Im Allgemeinen sind die Vergärungsgrate bei mir eh immer recht hoch. Kann mir Messfehler eigentlich auch nicht vorstellen, da immer mit zwei Methoden gemessen wird.
Eine Infektion schließe ich aus.
Gruß Thomas

Mailänder
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 391
Registriert: Donnerstag 19. Oktober 2017, 17:49

Re: Geteilter Sud, einer weist Schwefelgruch? auf

#6

Beitrag von Mailänder » Mittwoch 19. Dezember 2018, 15:00

Tomalz hat geschrieben:
Mittwoch 19. Dezember 2018, 14:54
.
Eine Infektion schließe ich aus.
Wie? Hast du Kulturen auf passende Medien gemacht?
Wenn Sud 1 einen Vergärungsgrad der im normalen Bereich liegt hat und Sud 2 einen viel zu hohen Vergärungsgrad aufweist und noch dazu komisch riecht dann würde ich eher eine Infektion als Verdachtsperson N.1 bezeichnen.

Tomalz
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 152
Registriert: Sonntag 3. Juni 2018, 22:00
Wohnort: Salzkotten

Re: Geteilter Sud, einer weist Schwefelgruch? auf

#7

Beitrag von Tomalz » Mittwoch 19. Dezember 2018, 15:17

Du machst mir Spaß. Kulturen anlegen, da reicht meine Zeit und Equipment nicht für aus.
Er riecht ja nicht komisch, sondern leicht nach Schwelfel und CO2.
Sud1 liegt nur knapp drunter.

Das mit den hohen Vergärungsgraten hatten wir hier schon vor kurzer Zeit mal in einem Faden, finde ich aber gerade nicht. Ging um zu geringe Restsüße in seinen Bieren. Und wie man den Vergärungsgrad niedrieger halten könnte.
Gruß Thomas

Tomalz
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 152
Registriert: Sonntag 3. Juni 2018, 22:00
Wohnort: Salzkotten

Re: Geteilter Sud, einer weist Schwefelgruch? auf

#8

Beitrag von Tomalz » Mittwoch 19. Dezember 2018, 15:33

Gruß Thomas

Mailänder
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 391
Registriert: Donnerstag 19. Oktober 2017, 17:49

Re: Geteilter Sud, einer weist Schwefelgruch? auf

#9

Beitrag von Mailänder » Mittwoch 19. Dezember 2018, 16:02

Ich wollte nur unterstreichen dass einfach zu sagen "Ich schliesse eine Infektion aus" in der Regel nicht ausreicht, um eine Infektion in der Tat auszuschliessen. :P Du tust dir und deinem Bier keinen Gefallen wenn du wenigstens die Möglichkeit einer Infektion nicht in Betracht ziehst.
Wie unterscheiden sich konkret die Werte zwischen den zwei Suden?

P.S. Spindel und TILT können beide durch anhaftende CO2 Bläschen einen zu hohen Wert anzeigen.

Tomalz
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 152
Registriert: Sonntag 3. Juni 2018, 22:00
Wohnort: Salzkotten

Re: Geteilter Sud, einer weist Schwefelgruch? auf

#10

Beitrag von Tomalz » Mittwoch 19. Dezember 2018, 17:02

Da gebe ich Dir recht. Dann sagen wir mal augenscheinlich keine Infektion.
Sud2 liegt bei ca. 2,5°Plato.
Sollte der Tilt Auftrieb bekommen haben, wäre der Endvergärungsgrad ja noch höher. :Shocked

Dann kann es sich nur noch um unliebsame Helfer handeln. Aber wie gesagt, bei mir liegt der Endvergärungsgrad immer sehr hoch.
Gruß Thomas

Mailänder
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 391
Registriert: Donnerstag 19. Oktober 2017, 17:49

Re: Geteilter Sud, einer weist Schwefelgruch? auf

#11

Beitrag von Mailänder » Mittwoch 19. Dezember 2018, 17:18

Tomalz hat geschrieben:
Mittwoch 19. Dezember 2018, 17:02

Dann kann es sich nur noch um unliebsame Helfer handeln. Aber wie gesagt, bei mir liegt der Endvergärungsgrad immer sehr hoch.
Hast du irgendwann mit einer Saison Hefe vergoren? Ich kenne schon mehrere Brauer (Hobby und Profi) die danach ständig Probleme mit zu hohem VG bekommen haben, und zwar bis auf Flaschenbomben. :Shocked

Benutzeravatar
ggansde
Moderator
Moderator
Beiträge: 5459
Registriert: Mittwoch 9. November 2005, 16:25
Wohnort: Rodgau

Re: Geteilter Sud, einer weist Schwefelgruch? auf

#12

Beitrag von ggansde » Mittwoch 19. Dezember 2018, 17:30

Moin,
ich habe schon häufig Schwefelstinker abgefüllt. Nach einiger Lager-Zeit hat man nichts mehr wahrgenommen. Das könnte ein Hinweis sein, dass es kein Ausgasungsprozess ist sondern ein Abbauprozess während der Lagerung (evtl. durch die Hefe).
M.W. sind nicht alle Saisonhefen Übervergärer. Es gibt aber doch gerade in USA ein Thema mit Übervergärern in der "normalen" Bierhefe. Hoffentlich ist das nicht so etwas.
VG, Markus
"Durst ist schlimmer als Heimweh"
Insofern dieser Beitrag nicht durch MOD MODE ON gekennzeichnet ist, enthält er lediglich die Meinung eines gewöhnlichen Benutzers

Tomalz
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 152
Registriert: Sonntag 3. Juni 2018, 22:00
Wohnort: Salzkotten

Re: Geteilter Sud, einer weist Schwefelgruch? auf

#13

Beitrag von Tomalz » Mittwoch 19. Dezember 2018, 21:56

Mailänder hat geschrieben:
Mittwoch 19. Dezember 2018, 17:18
Tomalz hat geschrieben:
Mittwoch 19. Dezember 2018, 17:02

Dann kann es sich nur noch um unliebsame Helfer handeln. Aber wie gesagt, bei mir liegt der Endvergärungsgrad immer sehr hoch.
Hast du irgendwann mit einer Saison Hefe vergoren? Ich kenne schon mehrere Brauer (Hobby und Profi) die danach ständig Probleme mit zu hohem VG bekommen haben, und zwar bis auf Flaschenbomben. :Shocked
Eine Saison habe ich bislang nicht vergoren. Die NG läuft bislang immer im gewünschten Rahmen ab. Kein Bier was nicht die gewünschten Karbonisierung hatte.
Scheidet auch aus.
Gruß Thomas

Tomalz
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 152
Registriert: Sonntag 3. Juni 2018, 22:00
Wohnort: Salzkotten

Re: Geteilter Sud, einer weist Schwefelgruch? auf

#14

Beitrag von Tomalz » Mittwoch 19. Dezember 2018, 22:09

Worauf schließt man denn die Übervergärung zurück. Sind die Hefestämme bei gleicher Sorte der Hefe verändert worden?
Gruß Thomas

Benutzeravatar
DerDerDasBierBraut
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 4976
Registriert: Donnerstag 2. Juni 2016, 20:51
Wohnort: Ahrensburg

Re: Geteilter Sud, einer weist Schwefelgruch? auf

#15

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Mittwoch 19. Dezember 2018, 23:57

Tomalz hat geschrieben:
Mittwoch 19. Dezember 2018, 22:09
Worauf schließt man denn die Übervergärung zurück. Sind die Hefestämme bei gleicher Sorte der Hefe verändert worden?
Bei WhiteLabs (und ich meine auch Wyeast) gab es letztes Jahr eine Panne, weil sich in deren Labors eine Diastaticus eingenistet hat, die hier und da noch heute für Überraschungen sorgt.
Ich habe gerade einen potentiellen Fall vom Dallmann hier. >> https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 96#p306796

Aber von so einem Fall kann man bei dir noch lange nicht ausgehen. Soband das STA Gen in einer Diastaticus aktiviert ist und Glucoamylase produziert, gärt die Hefe alles weg, das nicht niet- und nagelfest ist. Bei 87% EVG bindet die sich gerade erst das Kleckerlätzchen um, und hört nicht auf, wie bei deinem Sud 2.

Ich würde den Fehler mit den grundsätzlich zu hohen Vergärungsgraden im Sudhaus oder im Messverfahren suchen. Hast du dein Tilt mit der gleichen Spindel geeicht, mit der du parallel misst? Die kann derb daneben liegen.
Bei Sud 2 im speziellen sensorisch und mit anderen Mitteln eine Infektion ausschließen, falls der Vergärungsgrad noch weiter ansteigen sollte.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

Interesse an Flüssighefen ... ?

Benutzeravatar
cyme
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2611
Registriert: Montag 16. Dezember 2013, 12:16

Re: Geteilter Sud, einer weist Schwefelgruch? auf

#16

Beitrag von cyme » Donnerstag 20. Dezember 2018, 09:33

Was für einen Vergärgrad zeigt denn Sud1? Man sollte auch nicht übersehen, dass Sud 2 mit 50% mehr Hefe angestellt wurde und 16°P nicht ohne sind - möglicherweise ist nicht Sud 2 das Problem, sondern Sud 1 eine stockende Gärung.

Probe von Sud 1 ziehen, mit frischer Hefe anstellen, belüften, warm und falls vorhanden auf einen Magnetrührer stellen. Nach drei Tagen überprüfen ob noch was vergärt.

Tomalz
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 152
Registriert: Sonntag 3. Juni 2018, 22:00
Wohnort: Salzkotten

Re: Geteilter Sud, einer weist Schwefelgruch? auf

#17

Beitrag von Tomalz » Dienstag 8. Januar 2019, 17:08

Moin, erst mal sorry das ich so spät antworte. War fein über Weihnachten krank und danach Urlaub.

Hat sich alles im Rahmen gehalten. Restextrakt lag bei beiden um die 2,5°Plato.
Wurde dann abgefüllt und das Ergebnis ist zufriedenstellend.
Karbonisierung bei beiden Suden Top. 3,5bar bei ca. 22°für 7g/l.
Bin bei meinen eigenen Bieren durchaus kritisch.
Das eichen wird beim nächsten Sud am Samstag auf jeden Fall durchgeführt.
Gruß Thomas

Antworten