Filtern vor Flaschenfüllung für Nachgärung?

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Manuel_PI
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Filtern vor Flaschenfüllung für Nachgärung?

#1

Beitrag von Manuel_PI » Sonntag 6. Januar 2019, 11:02

Liebe Community!

Ich hab mal wieder eine Frage: Bei meinem mittlerweile 3. Sud habe ich erstmals - 5 min vor Hopfenkochende ein Protafloc - dazugeschmissen. Bei der 1. Messung mit Spindel (während der Hauptgärung) kam die Würze anfangs sehr unrein runter (scheinbar Eiweißbruch?), danach war es jedoch weit klarer als bei meinen vorangegangenen Suden ohne Protafloc. :Bigsmile
Jetzt allerdings steht die Nachgärung in der Flasche an (mit Haushaltszucker in der Flasche vorgelegt) und ich mich würde interessieren, ob es sinnvoll ist, vor der Flaschenfüllung die Würze irgendwie zu filtern, um den (vermeintlichen) Eiweißbruch abzufangen?

Vielen Dank für Euer Input & allzeit gut Sud,
Manuel :Drink

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Bierjunge
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Re: Umschlauchen/Filtern vor Flaschenfüllung?

#2

Beitrag von Bierjunge » Sonntag 6. Januar 2019, 11:13

Zunächst einmal: Dass das Jungbier während der Hauptgärung sehr trüb ist, ist ganz normal, schließlich schwimmt da (gewollt) auch noch jede Menge Hefe herum.
Bevor die Hefe am Ende der Hauptgärung vollständig abgesunken ist, braucht man sich eh noch keine Gedanken um Abfüllung zu machen.
Und wenn die Hefe abgesunken ist, werden es eventuell noch vorhandene Trubreste(?) erst recht sein.

Ungeachtet dessen halte ich ein Umschlauchen vor der Abfüllung für generell sehr sinnvoll: Man holt das Bier von der Hefe, kann es im Abfüllbottich mit der Speise vermischen, und alle Flaschen erhalten ungefähr die gleiche (geringe) Hefemenge. Andernfalls hat man gerne, wenn man direkt aus dem Gärbottich abfüllt, gerade in den letzten paar Flasche viel zu viel Hefe. Und eine gleichmäßige Speisedosage müsste man auch anderweitig lösen.

Moritz

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Manuel_PI
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Re: Umschlauchen/Filtern vor Flaschenfüllung?

#3

Beitrag von Manuel_PI » Sonntag 6. Januar 2019, 13:05

Bierjunge hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 11:13
Zunächst einmal: Dass das Jungbier während der Hauptgärung sehr trüb ist, ist ganz normal, schließlich schwimmt da (gewollt) auch noch jede Menge Hefe herum.
Bevor die Hefe am Ende der Hauptgärung vollständig abgesunken ist, braucht man sich eh noch keine Gedanken um Abfüllung zu machen.
Und wenn die Hefe abgesunken ist, werden es eventuell noch vorhandene Trubreste(?) erst recht sein.

Ungeachtet dessen halte ich ein Umschlauchen vor der Abfüllung für generell sehr sinnvoll: Man holt das Bier von der Hefe, kann es im Abfüllbottich mit der Speise vermischen, und alle Flaschen erhalten ungefähr die gleiche (geringe) Hefemenge. Andernfalls hat man gerne, wenn man direkt aus dem Gärbottich abfüllt, gerade in den letzten paar Flasche viel zu viel Hefe. Und eine gleichmäßige Speisedosage müsste man auch anderweitig lösen.

Moritz
Vielen Dank erstmal... aber bedeutet das, dass wenn die Hauptgärung endgültig durch ist, sich der Eiweißbruch gemeinsam mit der Hefe absetzt?

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Re: Filtern vor Flaschenfüllung für Nachgärung?

#4

Beitrag von Bierjunge » Sonntag 6. Januar 2019, 13:23

Eigentlich sollte man überhaupt keinen Eiweißbruch in die Hauptgärung verschleppt haben. Wenn man den Whirlpool nach dem Kochen richtig ausführt und/oder die Würze beim Umschlauchen in den Gärbottich durch einen Filterbeutel leitet, kann man das aber weitestgehend ausschließen.
Und ja, falls trotz dieses Vorgehens sich noch das eine oder andere Heißtrub-Flöckchen in die Hauptgärung verirrt haben sollte, dann gehe ich davon aus, dass es sich sehr bald im Gärbottich abgesetzt haben dürfte. Heißtrub ist dichter als Würze.

Eine ganz andere Baustelle wäre hingegen eine Einweißtrübung. Die bekommst Du durch noch so feines Filtern nicht heraus.

Woraus schließt Du denn überhaupt, dass Du Eiweißbruch in der Hauptgärung hast?

Moritz

Edit: Habe gerade nachgeschlagen, was Protafloc ist. OK, dann könnte es sich bei Deinem Problem freilich auch um durch eine Überdosierung von Irish Moss verklebte Hefe handeln.

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Re: Filtern vor Flaschenfüllung für Nachgärung?

#5

Beitrag von Manuel_PI » Sonntag 6. Januar 2019, 13:44

Naja, aufgrund der Verwendung des Protafloc und der Optik beim Runterlassen in die Spindel (eben sehr flockig zu Beginn)... ich hab zwar wie immer beim Abläutern einen Filter verwendet und der Whirlpool hat auch nicht schlecht ausgesehen, aber ich dachte, dass sich aufgrund des Protaflocs auch noch danach, also auch noch bei der Hauptgärung, die Trübstoffe (u.A. Eiweiß?) binden und abflocken? Irgendwas muss ja noch passieren, sonst würde das Bier ja nicht aufklaren (was aber offensichtlich super gelungen ist)...!?

Ich hab aber auch keine Erfahrung oder einen Vergleich, da ich generell noch Anfänger bin und dies mein erster Versuch mit einem Protafloc war! :Waa

Ich wollte lediglich dieses Rezept - https://www.brewersfriend.com/homebrew/ ... tier-clone - nachbrauen und da war das Whirlfloc (= Protafloc) eben Bestandteil davon.....
Zuletzt geändert von Manuel_PI am Sonntag 6. Januar 2019, 15:00, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Filtern vor Flaschenfüllung für Nachgärung?

#6

Beitrag von Bierjunge » Sonntag 6. Januar 2019, 14:17

Manuel_PI hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 13:44
Naja, aufgrund der Verwendung des Protafloc und der Optik beim Runterlassen in die Spindel (eben sehr flockig zu Beginn)... ich hab zwar wie immer beim Abläutern einen Filter verwendet und der Whirlpool hat auch nicht schlecht ausgesehen
Zwar verstehe ich weder, was Du unter " Runterlassen in die Spindel" verstehst (woher, zu welchem Zeitpunkt?), noch wie Du mit Filter abläuterst, aber lassen wir das beiseite:

Such doch mal bitte hier im Forum nach Kombinationen der Worte "Irish Moss Hefe verklumpt": Schaut es bei Dir u.U. so aus wie auf den dort verlinkten Bildern? Ist das Dein Problem?

Moritz

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Re: Filtern vor Flaschenfüllung für Nachgärung?

#7

Beitrag von Manuel_PI » Sonntag 6. Januar 2019, 14:59

Bierjunge hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 14:17
Manuel_PI hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 13:44
Naja, aufgrund der Verwendung des Protafloc und der Optik beim Runterlassen in die Spindel (eben sehr flockig zu Beginn)... ich hab zwar wie immer beim Abläutern einen Filter verwendet und der Whirlpool hat auch nicht schlecht ausgesehen
Zwar verstehe ich weder, was Du unter " Runterlassen in die Spindel" verstehst (woher, zu welchem Zeitpunkt?), noch wie Du mit Filter abläuterst, aber lassen wir das beiseite:

Such doch mal bitte hier im Forum nach Kombinationen der Worte "Irish Moss Hefe verklumpt": Schaut es bei Dir u.U. so aus wie auf den dort verlinkten Bildern? Ist das Dein Problem?

Moritz
"Runterlassen in die Spindel": Probe aus dem Gäreimer mit anschließender Messung, ob HG bereits beendet ist
"Mit Filter abläutern": Das Überführen aus dem Maischekessel in den Gärbottich durch einen Filtersack... sorry, "Abläutern" ist da natürlich totaler Unsinn! :Mad2

Aber wieder zurück zur Sache - nein, so sieht das nicht aus! Ich hab leider kein Foto gemacht, aber es sind kleine dunkle Flocken im ansonsten sehr klaren Bier. Ich denke aber, dass das Jungbier nach wenigen Sekunden klar laufen wird! Laut heutiger Messung ist es aber für die Flaschenfüllung eh noch zu früh und so kann sich der Schmodder noch ein wenig absetzen!

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Re: Filtern vor Flaschenfüllung für Nachgärung?

#8

Beitrag von Bierjunge » Sonntag 6. Januar 2019, 16:37

Kaum fragt man dreimal nach, kommt Licht in die Sache :P
Manuel_PI hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 14:59
"Runterlassen in die Spindel": Probe aus dem Gäreimer mit anschließender Messung, ob HG bereits beendet ist
Aus dem Hahn, nehme ich an? Davon ist eh dringend abzuraten, weil es dann bis zum eigentlichen Abfüllen wunderbar im Hahn gammeln kann. Lieber mit einer desinfizierten Kelle von oben schöpfen. Oder die desinfizierte Spindel gleich im Bottich schwimmen lassen. Oder für ein Refraktometer nur ein Tröpfchen von oben mit der Pipette ziehen. Oder aber...
Manuel_PI hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 14:59
Aber wieder zurück zur Sache - nein, so sieht das nicht aus! Ich hab leider kein Foto gemacht, aber es sind kleine dunkle Flocken im ansonsten sehr klaren Bier.
So, wie sich die Hefe am Boden de Bottichs absetzt, sedimentiert natürlich auch welche im waagrechten Teil der Hahnbohrung. Die Du dann bei dessen Betätigung zu Beginn herausspülst. Alles ganz normal. Ich verwerfe daher beim Schlauchen immer den ersten Schluck.
Manuel_PI hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 14:59
Ich denke aber, dass das Jungbier nach wenigen Sekunden klar laufen wird! Laut heutiger Messung ist es aber für die Flaschenfüllung eh noch zu früh und so kann sich der Schmodder noch ein wenig absetzen!
Eben. Viel Aufregung und unnötiger Traffic für nichts und wieder nichts. :Drink

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Re: Filtern vor Flaschenfüllung für Nachgärung?

#9

Beitrag von Manuel_PI » Sonntag 6. Januar 2019, 17:18

Hast Recht - danke & sorry! :redhead

Ich fragte mich eben nur, ob beim Verwenden von Irish Moss, Whirlfloc, Protafloc etc. ein Filtern vor der Flaschenfüllung völlig unüblich ist oder vielleicht doch sinnvoll sein könnte... aber wie in fast allen Belangen bei diesem Hobby ist Geduld wieder mal des Rätsels Lösung!

Cheers :Drink

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Re: Filtern vor Flaschenfüllung für Nachgärung?

#10

Beitrag von cyme » Sonntag 6. Januar 2019, 23:04

Filtern vor dem Flaschenfüllen ist im Hobbybereich, denke ich, generell unüblich, Schönungsmittel oder nicht. Der Zweck von Irish Moss etc ist es ja, Trübstoffe zu möglichst großen Partikeln zu binden, damit diese nach der Gärung durch Schwerkraft, ggf. mithilfe von Kälte absinken.

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