50l Fass für 20l Bier

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gelbfuessler
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50l Fass für 20l Bier

#1

Beitrag von gelbfuessler » Samstag 26. Januar 2019, 17:13

Hallo Hobbybrauer,
ich lese immer mal wieder seit ein paar Jahren mit, habe nun 8 mal gebraut - anfangs war es so naja, mittlerweile kann ich es guten Gewissens auch meinen Freunden anbieten ;-) Vielen Dank für die vielen Posts und Erfahrungen, welche hier geteilt werden!

Meine Ausrüstung habe ich versucht so günstig wie möglich zu halten, da ich maximal 1-2 mal im Jahr braue. In der Regel fülle ich in Bügelflaschen ab, die ich zuvor im Backofen sterilisiere. Das hat immer recht gut funktioniert, ist eben etwas aufwändiger. Nun habe ich ein sehr günstiges Druckfass "Das Gesundheitsfass" bei eBay Kleinanzeigen gebraucht erstanden mit einer Kapazität von 50l. Ich bin mir nicht sicher ob das schon als Werbung gilt - es sieht auf jeden Fall so aus: https://i.ebayimg.com/images/g/Ik8AAOSw ... s-l500.jpg - normalerweise wird es für Saft benutzt. Nach der Gärung würde ich dieses Fass gerne zur Karbonisierung nutzen und direkt daraus zapfen. Ich habe bisher leider keine Erfahrung mit Druckfässern.

Nun meine Fragen:
In der Regel braue ich 20-25l (mehr geht nicht mit meinem Kochtopf). Muss ich in das Fass noch CO2 hinzufügen um auf den notwendigen Druck zu kommen, oder passt das trotzdem?
Wenn ich davon zapfe, muss CO2 nachgefüllt werden um den Druck aufrecht zu erhalten, richtig? Wie funktioniert das?

Vielen Dank!

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Braufex
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Re: 50l Fass für 20l Bier

#2

Beitrag von Braufex » Samstag 26. Januar 2019, 17:51

Hallo gelbfuessler,
hier zwei Artikel aus dem brau!magazin:
https://braumagazin.de/article/zapfanlagen/
https://braumagazin.de/article/zapftech ... is-teil-2/

Führt mit vielen Informationen in das Thema ein, für Dich ist wahrscheinlich Teil 2 interessanter.

Und hier noch Infos zu Druck und Temperatur:
https://hobbybrauer.de/forum/wiki/doku. ... ngstabelle

Noch ein Hinweis:
fülle ich in Bügelflaschen ab, die ich zuvor im Backofen sterilisiere
Vor diesem Vorgehen wird im Forum immer wieder wegen der hohen Verletzungsgefahr durch Glasbruch gewarnt.
Bitte lies Dich zu dem Thema ein, Beiträge gibts dazu unzählige.

Gruß Erwin
Was mich an diesem Forum und seinen Mitgliedern fasziniert?
Es beantwortet mir Fragen, auf die ich niemals allein gekommen wäre! :puzz
Und das, ohne sie jemals gestellt zu haben ... :thumbsup

gelbfuessler
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Re: 50l Fass für 20l Bier

#3

Beitrag von gelbfuessler » Samstag 26. Januar 2019, 18:16

Hallo Erwin,
herzlichen Dank für die Links und die umfangreichen Infos - ich werde es mir durchlesen, auf den ersten Blick scheint es die Fragen genau zu beantworten.
Das mit dem Glasbruch habe ich auch schon gelesen - auch die Themen dazu im Forum - anfangs war mir das nicht bewusst, mittlerweile bin ich da vorsichtiger - daher auch der Schwenk zum Fass ;-)
Gruß
Ulf

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Braufex
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Re: 50l Fass für 20l Bier

#4

Beitrag von Braufex » Samstag 26. Januar 2019, 18:26

Hallo Ulf,

wenn Du eh schon beim Lesen bist:
https://braumagazin.de/article/soda-kegs/

Gruß Erwin
Was mich an diesem Forum und seinen Mitgliedern fasziniert?
Es beantwortet mir Fragen, auf die ich niemals allein gekommen wäre! :puzz
Und das, ohne sie jemals gestellt zu haben ... :thumbsup

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Re: 50l Fass für 20l Bier

#5

Beitrag von Scheibelhund » Samstag 26. Januar 2019, 20:16

Ich sehe eher das Problem, daß das Faß nur halb voll wird und der Rest mit Sauerstoff kontaminiert ist. Das erzeugt einen Fehlgeschmack, hab ich selber schon einige Male erlebt, daß der letzte Rest in einem zu großen Faß gelandet ist.
Im Winter trink' ich und singe Lieder
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Re: 50l Fass für 20l Bier

#6

Beitrag von Augenfeind » Samstag 26. Januar 2019, 23:38

Also ich bin noch recht frisch bei der Sache (trinke derzeit meinen 3. Sud), aber bisher haben mir alle meine Biere so gut gefallen, dass ich sie vornehmlich selbst getrunken habe. Die Bügelflaschen-Geschichte kann ich nicht ganz nachvollziehen (auch mangels Erfahrung), da ich Kronkorken sympatischer finde und das bisher gut funktioniert hat - mit reinem Leitungswasser, ganz ohne Sterilisierung etc. Ich denke wenn das Gärprodukt in Ordnung ist, wird es auch in den Flaschen mit Zuckerzusatz gut karbonisieren. Das Kronkorken-Anbringen ist zugegebenermaßen etwas zeitaufwändig, gibt dem eigenen Bier aber auch etwas mehr Herzblut - abgesehen von dem Zeitaufwand, den die Reinigung von Bügelflaschen mit sich bringt. (OK, ein Widerspruch in sich)
Aber ich habe nach einigem Informieren das Gefühl, dass das KEGgen doch viel mehr Aufwand im Verhltnis zum Genuss mit sich bringt. Da mag ich falsch liegen, denn vermutlich gibt es einen Grund dafür, dass Hobbybrauer sich für Fässer entscheiden, aber ich denke bisher, dass es den Aufwand nicht wert ist.
Eventuell stehe ich allerdings nach Anschaffung eines Grainfather noch ziemlich am Anfang des Geld, Zeit und Aufwands Aufbringens...

Gruß in die Runde, Roman.

P.S.: Ich rede hier natürlich noch von der 20-Liter-Klasse.
"Ein ernst zu nehmender Staat benötigt eine eigene Fluggesellschaft und ein eigenes Bier. Eine Fußballmannschaft oder Nuklearwaffen helfen, aber ein Bier ist Minimalvoraussetzung." (Frank Zappa)

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Re: 50l Fass für 20l Bier

#7

Beitrag von Bierjunge » Sonntag 27. Januar 2019, 10:27

Augenfeind hat geschrieben:
Samstag 26. Januar 2019, 23:38
Aber ich habe nach einigem Informieren das Gefühl, dass das KEGgen doch viel mehr Aufwand im Verhltnis zum Genuss mit sich bringt. Da mag ich falsch liegen, denn vermutlich gibt es einen Grund dafür, dass Hobbybrauer sich für Fässer entscheiden, aber ich denke bisher, dass es den Aufwand nicht wert ist.
Mit dieser Ansicht bist Du nicht ganz allein. :Drink Zwar sind darüber die Ansichten tief gespalten, und wir laufen jetzt Gefahr, wieder eine Endlos-Diskussion auszulösen, in der der jeder nur seinen eigenen Standpunkt darlegt, aber egal:
Ich fülle je nach Laune und Bierstil mal in Flaschen, mal in CC-Kegs ab. Und bemerke, dass ich die Kegs immer seltener benutze. Und wenn ich mich für die Kegs entscheide, dann hat das eher mit der Klärung im "Lagertank" zu tun, aber nie mit Aufwandsminimierung, ganz im Gegenteil. Für das kleine einfache Bier nebenher sind mir die Flaschen zehnmal lieber.

Hier auch noch, ganz gut passend, aus einem älteren Thread:
Bierjunge hat geschrieben:
Freitag 26. Oktober 2018, 10:41
Sura hat geschrieben:
Freitag 26. Oktober 2018, 09:30
Ich hatte Fässer (Flachkopf), und bin wieder zurück auf Flaschen.

Ich fand das Zangskarbonisieren ganz und garnicht bequem. Warum auch immer, klappte das nie so wie ich mir das vorgestellt hatte. Gut, das hätte ich mir Zuckernachgärung einfacher haben können.
Dazu kam dann aber die Erkenntnis, das regelmässiges reinigen des Zapfhahnes nur dann minimiert wird, wenn man auch jeden Tag ein Bier trinkt. Da ich auch mal 3-4 Tage keines trinke, widerstrebte es mir den Zapfkopf nur kurz gespült am Fass zu lassen.
Und Flaschen per Gegendruckabfüller zu befüllen, ist halt aufwendiger als sie direkt zur Nachgärung fertig zu machen. Sooo schwierig ist das aber auch nicht, sofern man sich vorher schlau macht.

Das was grundsätzlich für KEGs spricht, ist die schnelle Verfügbarkeit von größeren Mengen, und die bessere Transportierbarkeit davon. Wenn du nicht jeden Tag mindestens ein-zwei Bier trinkst, dann hast du mehr Arbeit als mit dem täglichen schnellen durchspülen als mit Flaschen.
:goodpost: Du sprichst mir aus dem Herzen, mir erging es ganz genauso.

Ich will jetzt nicht Spielverderber beim Umstieg auf Kegs spielen, man braucht diesen aber auch nicht unnötig zu glorifizieren und denken, dass dann alles höchstkomfortabel und easy sei. Auch ich bin weitestgehend wieder weg vom Thema Kegs (außer wenn es um größere Parties geht) und wieder zurück zu den guten alten Flaschen:

Ein paar Flaschen spüle ich ohne groß darüber nachzudenken im Vorübergehen. Und so richtig gestört hatte mich das ehrlich gesagt eh noch nie.
Das ganze Fassgerödel aber zu säubern (ein paar leere angeranzte Kegs, die ganzen Schläuche, Fittings, Bier- und Gasanschlüsse, Kühler, Kompensatorhähne), mit Schlauchgewurschtel und endlosem Hin- und Hergedrücke von Lauge und Säure, das ist jedesmal eine mir zutiefst verhasste, tagesfüllende Staatsaktion, die ich so lange hinauszuschieben und mich davor zu drücken pflege wie es gerade geht.

Und es hängt, wie Du schreibst, extrem mit den Konsumgewohnheiten zusammen:
Für manche mag es ein Komfortmerkmal sein, jeden Tag direkt zum Zapfhahn gehen zu können. :Drink
Für mich hingegen ist es ein Komfortmerkmal, mir am Kühlschrank, wenn mir gerade danach ist, spontan eine Flasche aus verschiedenen Sorten aussuchen zu können, ohne vorher bedenken zu müssen, welches Fass gerade angestochen ist, ob der Zapfhahn noch sauber ist, was mit diesem passiert, wenn ich die nächsten drei Tage nicht zu Hause bin, und was überhaupt mit den bierbenetzten Fittings wieder abgestöpselter Fässer geschieht. Und wie ich das ganze Gelump wieder sauber bekommen soll. :Mad

Aber jeder wie er es mag, das ist ja das schöne am Hobby!
Moritz

PS: Dass bei Kronkorken dieses endgültige "Versiegeln" der Flachen mit Stolz und Befriedigung empfungen wird, kenne ich ebenfalls :Bigsmile

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Re: 50l Fass für 20l Bier

#8

Beitrag von Bierjunge » Sonntag 27. Januar 2019, 11:47

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gelbfuessler hat geschrieben:
Samstag 26. Januar 2019, 17:13
Nun meine Fragen:
In der Regel braue ich 20-25l (mehr geht nicht mit meinem Kochtopf). Muss ich in das Fass noch CO2 hinzufügen um auf den notwendigen Druck zu kommen, oder passt das trotzdem?
Nicht nur "hinzugefügt": Bei einem derart ungünstigen Verhältnis von Kopfraum zu Bier ist es geradezu verpflichtend, vor dem Befüllen jegliche Luft aus dem Fass zu entfernen (sonst passiert Dir das wie dem Scheibelhund, dass das Bier durchoxidiert :Ahh ). Das Fass also mit Wasser komplett zu fluten, das Wasser mit CO2 wieder auszuschieben, und dann das Jungbier hineinzuschlauchen, während das CO2 wieder abgelassen wird. Um eine CO2-Ausrüstung (dreistelliger Invest) wirst Du also so oder so nicht umhinkommen, allein schon zum anschließenden Zapfen. Links dazu hast Du ja bereits erhalten.

Moritz

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