Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

Antworten
Benutzeravatar
Shortbreaker
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 156
Registriert: Freitag 14. September 2018, 16:34

Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#1

Beitrag von Shortbreaker » Dienstag 12. Februar 2019, 10:02

Hallo Kollegen,

ich vergäre gerade das zweite Mal untergärig. Nachdem ich beim ersten Mal doch noch einige Fehler gemacht habe, bin ich diesmal mit der Erntehefe des letzten Versuches genau nach den Erläuterungen in Jan Brücklmeiers Buch vorgegangen.
Da die Zymoferm Bavarian Lager wohl sehr träge zu sein scheint, hat es wieder über 30 Stunden gedauert, aber dann kam die Gärung auch an (siehe Anhang). Beim ersten Versuch mit der Trockenhefe hat sich 3 Tage nichts getan, bevor ich dann mein letztes Päckchen zugab. Damals habe ich bei 10°C angestellt und bei Zugabe des besagten Päckchens auf 12°C erhöht. Die Gärung war dann auch innerhalb einer Woche durch...
Nun zu diesem Sud:
Es wurde bei etwa 10°C angestellt und dann weitergekühlt auf ca. 8 - 8,5°C.
Der Gäreimer stand dann bei dieser Temperatur in einer Tiefkühltruhe, die mittels Infrarotstrahler und Inkbird temperaturgesteuert wird.

Allerdings lese ich immer davon, das man die Temperatur durch die Wärme, die bei der Gärung entsteht ansteigen lassen soll, es scheint aber, dass diese bei meinem kleinen Sud (ca. 26l) nicht ausreicht um den Wärmeverlust der Kühltruhe (Umgebungstemperatur ist etwas höher als Außentemperatur) auszugleichen, da der Strahler noch etwa 2x am Tag zuschalten muss um die Temperatur aufrecht zu erhalten.
Hat jemand Erfahrungen hiermit bei solch kleinen Sudgrößen?
Mache ich etwas falsch, oder geht die Literatur von eher größeren Suden bzw. höheren Umgebungstemperaturen aus?

P.S.: auch beim ersten Sud, der im Vergleich rasend schnell vergoren ist konnte ich keine "Selbsterwärmung" wahrnehmen.
Dateianhänge
Gärverlauf Dunkelbier.pdf
(706.32 KiB) 42-mal heruntergeladen

Benutzeravatar
danieldee
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 991
Registriert: Montag 25. Juli 2016, 12:34
Wohnort: Bamberg
Kontaktdaten:

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#2

Beitrag von danieldee » Dienstag 12. Februar 2019, 10:15

Ich würde vorschlagen dass du deine Temepratursteuerung einfach auf 12° stellst sobald du denkst die Hefe sei angekommen
"Bier ist der überzeugende Beweis dafür,
dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will"
Benjamin Franklin

Benutzeravatar
Shortbreaker
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 156
Registriert: Freitag 14. September 2018, 16:34

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#3

Beitrag von Shortbreaker » Dienstag 12. Februar 2019, 10:36

Du würdest also auch vorschlagen technisch etwas nachzuhelfen?
Mein Plan ist derzeit zu warten, bis etwa 50% des zur erwartenden sEVGs erreicht sind und dann langsam (also über 1 - 2 Tage) auf 14°C zur Diacetylrast zu regeln.
Da ich mit Refraktometer messe und das trotz Refraktometerrechner immer mehr Restextrakt errechnet, als was mit der Spindel zu messen ist, würde ich sogar eher auf 60% erhöhen.

Benutzeravatar
monsti88
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 471
Registriert: Mittwoch 12. Oktober 2016, 21:42
Wohnort: Gauting

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#4

Beitrag von monsti88 » Dienstag 12. Februar 2019, 10:54

Wenn es gärt, steigt die Temperatur doch von alleine. Ich habe den Inkbird nur mit dem Kühlschrank verbunden, der Temperaturfühler hängt per Tauchhülse im Jungbier. Eingestellt sind 11°C Solltemperatur. Bei 11,5°C springt der Inkbird an und kühlt wieder auf 11°C runter. Dabei überschwingt („unterschwingt“) der etwas. Im Protokoll der iSpindel kann ich sehen, dass der Kühlschrank etwa alle 3-4 Stunden anspringt. Die Temperaturerhöhung in der Zwischenzeit muss von der Gäraktivität kommen.

Wenn ich dann am Ende noch auf 16°C gehe, stelle ich einfach den Inkbird auf diese Temperatur ein und warte ab.
20l Bottichmaischer mit 25l Thermobehälter und 34l Pfanne :Smile

Benutzeravatar
Shortbreaker
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 156
Registriert: Freitag 14. September 2018, 16:34

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#5

Beitrag von Shortbreaker » Dienstag 12. Februar 2019, 11:00

monsti88 hat geschrieben:
Dienstag 12. Februar 2019, 10:54
Wenn es gärt, steigt die Temperatur doch von alleine....
Das ist ja genau mein Problem!
Bei mir steigt die Temperatur des Bieres eben nicht messbar an. Da sich der Gäreimer in einer Kühltruhe im unbeheizten Schuppen befindet, kann ich mir lediglich vorstellen, dass der Temperaturanstieg nicht zum Ausgleich des Wärmeverlustes der Kühltruhe ausreicht.
Steht dein Kühlschrank in einem beheizten Raum? Falls ja, könnte man umgekehrt deinen Temperaturanstieg ebenfalls darauf zurückführen. Die Kühlung würde also auch anspringen um den Wärmeübergang in den Kühlschrank auszugleichen...

Benutzeravatar
DerDerDasBierBraut
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 4885
Registriert: Donnerstag 2. Juni 2016, 20:51
Wohnort: Ahrensburg

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#6

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Dienstag 12. Februar 2019, 11:12

Das Herunterkühlen auf 8°C nach dem Pitchen bei 10°C würde ich beim nächsten Versuch nicht empfehlen. Einige Hefestämme legen sich bei fallenden Temperaturen gerne schlafen und wachen nur zäh wieder auf. Besonders bei Hefen mit stärkerer Bruchbildung, weil diese im Ruhezustand auch noch stark verkleben.
Etwas kälter Anstellen und auf Gärtemperatur kommen lassen funktioniert in der Regel besser. Die Hefe bekommt durch die Erwärmung einen "Impuls" aufzuwachen.

Verstehe ich das richtig, dass dein Sud sich nicht durch Raumtemperatur und Wärme von der einsetzenden Gärung von selbst von 8°C auf 10°C erwärmt? Auch nicht mit offenem Kühlschrank? Dann musst du helfen und leicht gegenheizen. Schonend und nicht mit einem 100W Heizstrahler oder so. Peil 1°C Fremderwärmung pro 24 Stunden an.

Die Gärtemperatur der Hefe ist 10°C? Dann pitche sie beim nächsten mal bei 9 - 9,5°C. Dann auf 10°C kommen lassen.

Anhand deiner Bilder kann man leider nichts über den Extraktabbau sagen. Eckdaten zum Sud fehlen auch.

Daher ganz allgemein:
- fallende Temperaturen vermeiden
- Belüften und Anstellen etwa 0,5-1°C unter Gärtemperatur
- auf Gärtemperatur halten bis etwa 50% SVG (bei schleppender Gärung langsam um max. 1°C über Gärtemp. erhöhen, Extraktabbau messen und aufpassen, dass die Gärung nicht zu stark losgeht)
- ab 50% SVG um 2°C erhöhen (langsam, besser 2 Schritte a 1°C oder vier a 0,5°C)
- wenn die Gärkurve am Ende flacher wird (einknickt) noch auf Diacetylrasttemperatur (langsam)
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

Interesse an Flüssighefen ... ?

Benutzeravatar
Shortbreaker
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 156
Registriert: Freitag 14. September 2018, 16:34

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#7

Beitrag von Shortbreaker » Dienstag 12. Februar 2019, 11:46

Hallo DerDerDasBierBraut,

ja, mein Problem ist lediglich, dass sich mein Sud nicht von alleine erwärmt. Allerdings steht meine Kühltruhe im unbeheizten Schuppen, so dass das öffnen der Türe/des Deckels zur Abkühlung des Sudes führen würde, da die Temperatur im Aufstellraum etwa 4°C beträgt.
Den Extraktabbau sowie das Rezept liefere ich gerne nach:
Ich habe soeben 12° Brix gemessen, was je nach verwendetem Rechner einen sEVG von 11-35% ergibt.
Die Stammwürze war 13.0°Plato (mit Spindel gemessen) bzw. 13.2° (Refraktometer). Nach der Hefezugabe zeigte das Refraktometer 13,0° an (Erntehefe wurde mit ca. 1,5l Vorderwürze -verdünnt auf 10°Plato- angestellt).
Beim Rezept handelt es sich um dieses: https://www.maischemalzundmehr.de/index ... es%20Lager
Lediglich mit anderer Hefe...

Der Extraktabbau ist bisher sehr langsam, aber da es ein untergäriges werden soll, denke ich, dass es schon so passen wird, oder? Die Aktivität am Gärspund hat sich mittlerweile von einem Blupp pro 30Sekunden am Sonntag auf alle 6 Sekunden erhöht, was mich positiv stimmt.
Ich will jetzt auch auf keinen Fall zu früh erwärmen, deswegen bin ich da erstmal vorsichtig...

Bezüglich des EVG gehe ich von ca. 70% aus. Beim letzten Sud waren es nur 66%, aber da lief auch wesentlich mehr schief und ich hoffe, dass die Erntehefe etwas besser kommt. Errechne ich den sEVG über das Refraktometer, ist der übrigens immer weitaus höher als mit der Spindel (ca. 70-72% beim letzten Sud).

Benutzeravatar
DerDerDasBierBraut
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 4885
Registriert: Donnerstag 2. Juni 2016, 20:51
Wohnort: Ahrensburg

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#8

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Dienstag 12. Februar 2019, 12:07

Die Temperatur erhöhen würde ich jetzt auch noch nicht. Die Gärung scheint ja in Fahrt gekommen zu sein und der SVG (11-35%) ist noch zu niedrig. Wenn du nach Standard- oder Kleier Formel bei 50-55% SVG angekommen bist lass die Temperatur erst auf 11, dann auf 12°C kommen. Bis dahin kannst du dir schon mal überlegen, die du die Temperatur bei abflachender Gärung und während der Diacetylrast bei 4°C Umgebungstemperatur konstant oben halten willst.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

Interesse an Flüssighefen ... ?

Benutzeravatar
Vaninger
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 52
Registriert: Sonntag 19. Oktober 2014, 15:34
Kontaktdaten:

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#9

Beitrag von Vaninger » Dienstag 12. Februar 2019, 12:17

Hallo,

anhand deiner Bilder würde ich sagen, dass dein Bier tatsächlich zu kalt angestellt wurde oder einfach zu wenig Hefe gegeben bzw. belüftet wurde. Normalerweise sollte dein Jungbier nach 12-24 Stunden so ausschauen, wie es bei dir nach 62 Stunden ausschaut.
Am Anfang wird wohl auf Grund der sehr langsamen Gärung eher wenig Gärwärme entstehen und dadurch die Temperatur eher sinken, wenn die Umgebungstemperaturen auch nicht sehr hoch sind...

Bei mir dauert eine Gärung mit untergäriger Hefe immer so 6...8 Tage (ca. 1,5...2% Extraktabbau pro Tag) bei 9...10°C, je nach Extraktabbau. Ungefähr 1,5 % über Endvergärung schlauche ich dann grün in ein Edelstahlfass.

Hier solltest du das nächste Mal wohl etwas zu heizen...

Schöne Grüße
Daniel
Meine Anlage: www.sudbrau.de

Benutzeravatar
Shortbreaker
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 156
Registriert: Freitag 14. September 2018, 16:34

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#10

Beitrag von Shortbreaker » Dienstag 12. Februar 2019, 12:30

Vielen Dank schon einmal an alle die sich zu Wort gemeldet haben.
Derzeit steht die Temperatur übrigens auf 8,5°C Sollwert und das Nachheizen ist auch kein Problem. Erwa 2x am Tag geht die Lampe kurz an und beheizt die Truhe (jeweils so 10min).

Mir geht es nicht um Zeitersparnis. Ich will lediglich nach dem Schema (Kalte Gärung - warme Reifung; Seite 226 im Brücklmeier) vorgehen um ein möglichst gutes Bier zu erhalten. Deswegen ist auch die Temperatur so niedrig gewählt. Aber Zeit habe ich genug.

Was mich immer verwirrt ist die große Differenz der Gärzeiten bei untergärigen Bieren hier im Forum. Hier wurden bereits eine Woche genannt, aber bei Recherchen hier und im alten Forum bin ich auch sehr häufig auf Zeiten von einem Monat oder mehr gestossen.
Derzeit richtige ich mich grob nach den Zeiten in den Diagrammen im Brücklmeier, da diese auch irgendwie zwischendrin liegen. Beim ersten Untergärigen, dass ich nach „Warme Gärung - Warme Reifung“ vergoren habe, hat sich das recht gut bewahrheitet...

Benutzeravatar
DerDerDasBierBraut
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 4885
Registriert: Donnerstag 2. Juni 2016, 20:51
Wohnort: Ahrensburg

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#11

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Dienstag 12. Februar 2019, 12:43

Kalt vergären ist kein Problem, nur je kälter du anstellst desto mehr Hefe musst du pitchen.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

Interesse an Flüssighefen ... ?

Sebasstian
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 116
Registriert: Freitag 26. August 2016, 11:54
Kontaktdaten:

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#12

Beitrag von Sebasstian » Dienstag 12. Februar 2019, 20:39

Shortbreaker hat geschrieben:
Dienstag 12. Februar 2019, 10:02
Der Gäreimer stand dann bei dieser Temperatur in einer Tiefkühltruhe, die mittels Infrarotstrahler und Inkbird temperaturgesteuert wird.

Allerdings lese ich immer davon, das man die Temperatur durch die Wärme, die bei der Gärung entsteht ansteigen lassen soll, es scheint aber, dass diese bei meinem kleinen Sud (ca. 26l) nicht ausreicht...
Hallo,
ich verstehe nicht so ganz was du hier meinst. Wenn die Truhe per Inkbird gesteuert ist, ist doch logisch dass die Temperatur nicht ansteigt. Du kühlst den eventuellen Anstieg durch Gärung mit der Truhe ja gleich wieder runter. Oder verstehe ich da was falsch? :Grübel

Grüße,
Seb.

Benutzeravatar
Shortbreaker
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 156
Registriert: Freitag 14. September 2018, 16:34

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#13

Beitrag von Shortbreaker » Dienstag 12. Februar 2019, 20:45

Hi Seb.,

das hätte ich vlt. erwähnen sollen:
Die Kühltruhe ist derzeit gar nicht eingesteckt, da dies bei den derzeitigen Außentemperatur nicht nötig ist.

Beste Grüße
Tobias

Benutzeravatar
Pivnice
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 142
Registriert: Montag 26. März 2018, 10:39
Wohnort: Dorfen

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#14

Beitrag von Pivnice » Dienstag 12. Februar 2019, 21:11

Shortbreaker hat geschrieben:
Dienstag 12. Februar 2019, 10:02
Zymoferm Bavarian Lager
Servus Kurzurlauber
Braupartner beschreibt die preislich relativ günstige Hefe mit Ursprungsland Australien
Ich habe die begründete Vermutung, daß diese "Bavaria Lager" eine in Kleinpackungen umgepackte AB Mauri Y497 Hefe ist.
Hast Du jetzt mit der Erntehefe von "Bavaria Lager"-Hefe angestellt ?

Erntehefe des letzten Versuches Es wurde bei etwa 10°C angestellt und dann weitergekühlt auf ca. 8 - 8,5°C.

Wenn ja, dann ist es halt a bisserl kalt für diese Aussie-Hefe - die mags laut Hersteller wärmer ..

https://aussiehomebrewer.com/attachment ... pdf.111290
Fermentation temperature: 12-20°C (53-68°F)
Lager characteristics when fermented at 12°C/53°F.

ciao Hubert

Benutzeravatar
Shortbreaker
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 156
Registriert: Freitag 14. September 2018, 16:34

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#15

Beitrag von Shortbreaker » Dienstag 12. Februar 2019, 23:04

Ja, genau damit habe ich jetzt zum 2. Mal angestellt.
Trotz der niedrigeren Temperaturen bin ich wesentlich zufriedener als beim ersten Sud, der wärmer vergärt wurde.
Laut Braupartner ist der Temperaturbereich mit 10-15°C angegeben. Die Mauri haben die auch, die dann aber richtig mit 12-16° beschrieben ist.
Aufgrund der Namensgebung hatte ich eigentlich zunächst an eine Verwandschaft zur Mangeoves Jack M76 gedacht, die ebenfalls dort erhältlich ist und etwa den gleichen Temperaturbereich hat (10-16°C). Wo die allerdings her kommt weiß ich nicht.

Benutzeravatar
DerDerDasBierBraut
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 4885
Registriert: Donnerstag 2. Juni 2016, 20:51
Wohnort: Ahrensburg

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#16

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Dienstag 12. Februar 2019, 23:11

Bei meinem letzten Telefonat mit Uli erzählte er neben bei, dass man theoretisch "jede UG" Hefe mit ein paar Führungen an "jede Temperatur" gewöhnen kann. Nur mal in den Raum geworfen .... :Wink
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

Interesse an Flüssighefen ... ?

Benutzeravatar
Pivnice
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 142
Registriert: Montag 26. März 2018, 10:39
Wohnort: Dorfen

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#17

Beitrag von Pivnice » Mittwoch 13. Februar 2019, 00:02

Hefe darf ein Hersteller oder Wiederverkäufer nennen wie er lustig ist
Nimm das nächse Mal eine klar als Saccharomyces pastorianus dokumentierte Hefe.
off topic: theoretisch "jede UG" Hefe mit ein paar Führungen an "jede Temperatur" gewöhnen
Mega theoretisch - gibts dafür Belege ?
Es gibt kein Gewöhnen a la Lyssenko ...
https://derstandard.at/2000046796001/Di ... m-Lyssenko
gute Nacht Hubert

Benutzeravatar
DerDerDasBierBraut
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 4885
Registriert: Donnerstag 2. Juni 2016, 20:51
Wohnort: Ahrensburg

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#18

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Mittwoch 13. Februar 2019, 02:35

Pivnice hat geschrieben:
Mittwoch 13. Februar 2019, 00:02
off topic: theoretisch "jede UG" Hefe mit ein paar Führungen an "jede Temperatur" gewöhnen
Mega theoretisch - gibts dafür Belege ?
Es gibt kein Gewöhnen a la Lyssenko ...
https://derstandard.at/2000046796001/Di ... m-Lyssenko
gute Nacht Hubert
Frag Uli Peise. Der Mann ist sein eigener Beleg :-)
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

Interesse an Flüssighefen ... ?

Benutzeravatar
Shortbreaker
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 156
Registriert: Freitag 14. September 2018, 16:34

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#19

Beitrag von Shortbreaker » Mittwoch 13. Februar 2019, 08:41

Ich freue mich wirklich über jede Rückmeldung hier, aber ich habe derzeit eigentlich kein Problem mit der Hefe.
Es gibt hier einen Thread zum Thema Mangrove's Jack und bis dato verhält sie sich analog zu den dort beschriebenen Symtomen. Es dauert halt sehr lange, bis die Hefe ankommt.
Aber sie verrichtet derzeit stetig ihre Arbeit und auch das blubbern im Gärspund ist mittlerweile auf 1-2 Sekunden angestiegen. Natürlich ist es nicht so kräftig wie bei obergärigen, aber ich will auch 3 Tage nach dem Ankommen schon wieder durch sein. So ein Bier habe ich schon da und das ist zwar gut trinkbar, aber halt nicht das gelbe vom Ei (in einem anderen Faden habe ich es mal als Kölschgeschmack beschrieben). Mit zunehmender Lagerung wird es besser und wenn es kalt ist schmeckt man es eh nicht, aber wenn das Glas offen herum steht schmeckt es schnell etwas fahl.
Deswegen wollte ich ein klassischeres Gärverfahren wählen, wie eben das oben erwähnte "Kalte Gärung - Warme Reifung" aus Herrn Brücklmeiers Buch (S. 226). Irgendwann will ich mir auch Hefe von einer Brauerei holen, aber ich dachte ich gebe der Zymoferm noch eine Chance und bisher macht sie das ja auch recht gut, egal auf welchem Stamm die basiert und mit welcher anderen Hefe sie ident ist.
Zur Mauri habe ich nichts gefunden, deswegen kann ich das nicht vergleichen.
Weiterhin ist mir aufgefallen, dass die meisten Trockenhefen nicht unter 10°C vergoren werden sollen (laut Beipackzettel) und es doch viele zu tun scheinen. Man müsse dann halt die Menge erhöhen. Das habe ich mit meiner Erntehefe probiert und bis jetzt bin ich voll im Zeitrahmen.
Wir werden sehen wie es weiter geht und ich lasse mich sehr gerne zum weiteren Verlauf hier aus.


Beste Grüße
Tobias

Benutzeravatar
DerDerDasBierBraut
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 4885
Registriert: Donnerstag 2. Juni 2016, 20:51
Wohnort: Ahrensburg

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#20

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Mittwoch 13. Februar 2019, 09:08

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Mittwoch 13. Februar 2019, 02:35
Pivnice hat geschrieben:
Mittwoch 13. Februar 2019, 00:02
off topic: theoretisch "jede UG" Hefe mit ein paar Führungen an "jede Temperatur" gewöhnen
Mega theoretisch - gibts dafür Belege ?
Es gibt kein Gewöhnen a la Lyssenko ...
https://derstandard.at/2000046796001/Di ... m-Lyssenko
gute Nacht Hubert
Frag Uli Peise. Der Mann ist sein eigener Beleg :-)
Ähm... War aus dem Kontext gerissen. Nur zur Klarstellung. Das bezog sich auf kälter. Nicht wärmer!
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

Interesse an Flüssighefen ... ?

Benutzeravatar
Pivnice
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 142
Registriert: Montag 26. März 2018, 10:39
Wohnort: Dorfen

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#21

Beitrag von Pivnice » Mittwoch 13. Februar 2019, 10:57

Hallo Jens
nur kurz sehr off topic: Das wäre ein neuesThema
"Genexpression" von Lagerhefen ...
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24060829
Grüße Hubert

Benutzeravatar
Shortbreaker
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 156
Registriert: Freitag 14. September 2018, 16:34

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#22

Beitrag von Shortbreaker » Mittwoch 13. Februar 2019, 11:08

Ok, ich muss wohl meine Aussagen von heute morgen doch noch einmal revidieren.
Zwar ist mittlerweile mehr Gärspundaktivität vorhanden, aber das Refraktometer zeigt noch immer keinen nennenswerten Extraktabbau.
Ich stelle jetzt behutsam wärmer, von 8,5°C Sollwert auf 10°C über die nächsten Stunden und hoffe, dass sich dann morgen mehr getan hat.

Benutzeravatar
Shortbreaker
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 156
Registriert: Freitag 14. September 2018, 16:34

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#23

Beitrag von Shortbreaker » Donnerstag 14. Februar 2019, 12:23

Hallo,

ich bräuchte mal wieder eure Hilfe bzw. euren Rat.
Nachdem ich gestern den Sollwert auf 10°C erhöht habe, habe ich eben mal wieder eine Probe entnommen und mit dem Refraktometer gemessen.
Trotz Gärspundaktivit und dem typischen Gärgeruch, der mittlerweile in der Truhe vorherrscht, wieder der gleiche Brix-Wert (12°).
Also habe ich einen Pfannenwender (weil längstes löffelartiges Küchenwerkzeug, das nicht aus Holz ist) abgekocht und die Brühemal aufgerührt. Unmittelbar danach habe ich eine erneute Probe gemessen, die jetzt 11.4° Brix anzeigt.
Ist es normal, dass sich in der Würze so unterschiedliche Konzentrationen einstellen?
Mache ich alles richtig, wenn ich jetzt auf 12°C erhöhe, oder komm ich dann schon zu sehr in Richtung Fehlgeschmack?

Danke
Tobias

Benutzeravatar
Pivnice
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 142
Registriert: Montag 26. März 2018, 10:39
Wohnort: Dorfen

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#24

Beitrag von Pivnice » Donnerstag 14. Februar 2019, 15:56

Hallo Tobias
- eigentlich hast du eine Würze und keine Brühe
- wenn du noch lange herumfummelst kann die Würze aber zur Brühe mit Fehlgeschmack werden
- das Aufrühren war richtig
- jetzt aber zügig auf 12°C erhöhen und dann Deckel zu und Finger weg.
- ich behaupte immer noch, daß du eine Mauribrew LAGER 497 Hefe hast, die sich erst bei 12°C wohlfühlt.

ciao Hubert

Benutzeravatar
Shortbreaker
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 156
Registriert: Freitag 14. September 2018, 16:34

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#25

Beitrag von Shortbreaker » Donnerstag 14. Februar 2019, 16:04

Genau so mache ich es.
"Brühe" habe ich gewählt, weil ich nicht sicher war, ob es noch Würze oder schon Jungbier ist. Außerdem ist das Wort Brühe bei uns zu Hause nicht negativ besetzt. Ist in etwa so neutral wie Suppe und wird für jede, nicht klare Flüssigkeit verwendet.
Ich bin schon am erwärmen. Derzeit steht es auf 11°C und ich werde es sukzessive im Tagesverlauf auf 12° erhöhen.
Die Gärtätigkeit ist jetzt aber schon leicht gestiegen, aber das ist ja - wie im Selbsttest ich gelernt habe - auch kein sehr guter Indikator für irgendwas, besonders wenn man, wie ich, keine Referenzen zu einem anderen Untergärigen hat.
Besten Dank

Tobias

Benutzeravatar
Shortbreaker
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 156
Registriert: Freitag 14. September 2018, 16:34

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#26

Beitrag von Shortbreaker » Samstag 16. Februar 2019, 17:23

Seit der Temperaturanhebung am Donnerstag läuft die Gärung sauber durch und auch der Extraktabbau geht zügig vonstatten.
Heute morgen habe ich noch 9,2°Brix gemessen, gerade waren es dann schon 8,5° und damit liegt der SEVG rechnerisch um die 55%.
Also wird es Zeit für die Diacetylrast.
Was wäre aber nun, wenn ich erst morgen gemessen hätte und die Gärung dann schon durch gewessen wäre? Wäre dann überhaupt noch Diacetyl abgebaut worden, oder geht das immer nur so lange auch noch Extrakt erstoffwechselt wird?
Was ist eigentlich mit der Flaschengärung? Wird es da noch abgebaut bzw. umgewandelt, oder muss das nach außen abgeführt werden?

Danke
Tobias

Benutzeravatar
Pivnice
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 142
Registriert: Montag 26. März 2018, 10:39
Wohnort: Dorfen

Re: Temperaturanstieg während der Gärung (UG)

#27

Beitrag von Pivnice » Samstag 16. Februar 2019, 18:44


Antworten