Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

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Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

#1

Beitrag von branch » Mittwoch 20. Februar 2019, 20:57

Hallo zusammen

Einmal musste es mich ja auch treffen: ich hab' ne Gärstockung ... also mein Imperial Russian Stout, um genau zu sein. Ich wollte mal fragen, was ihr hier empfehlen würdet. Hier die Angaben zu Sud:

- Datum der Hefegabe: 9. Februar
- Ausschlag (Liter Kaltwürze): 44 Liter
- Stammwürze: 23.8 °P
- Verwendeter Hefestamm: Wyeast 1084 Irish Ale
-- Produktionsdatum (Wyeast) angeben: Ende Januar 2019
-- Starter 2 Liter mit 24°P (480g Extrakt). Starter war sehr aktiv und Hefe kam innert 12h im Bier an. Rasche Vergärung von 23.8 auf 13.6°P innert 2 Tagen, dann die Stockung.
-- Wurde die Würze kräftig belüftet? Ja, einige Minuten kräftiges Rühren mit dm Paddel (ziemliche Schaumentwicklung)
- Verwendete Hefemenge: 2 Smackpacks
- Anstelltemperatur: Würze und Starter beide bei knapp 23°C, anschliessend absenken auf Gärtemperatur von 18°C
- Gärtemperatur bei 18°C bis 19.2., abends programmiert auf 20°C, was am 20.2. morgens erreicht wurde.
- Aktueller Restextrakt: Spindel 10.7°P, Refraktometer 16-16.2 °B
- Verwendete Schüttung: auf https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?f=17&t=20249 angegeben
- Rastenführung beim Maischen: Doppel-Maisch-Verfahren, pro Schüttung 1 Stunde Kombirast bei 68°C, danach abmaischen bei 76 °C

Habe den Tank seit dem 17.2. immer mal wieder geschüttelt und eben seit gestern auf 20°C angehoben. Die Hefe scheint zumindest nicht ganz tot, da sie vom 17.2. auf heute von 11.2 auf 10.7°P vergärt hat.
Ach ja, ich habe noch einen Kaffeelöffel Hefenahrung für 10 Minuten mitgekocht.

Das Bier scheint geschmacklich in Ordnung, wenn auch halt noch sehr süss.

Ideen?

Danke im Voraus.

Gruss, Bruno

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Re: Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

#2

Beitrag von Bilbobreu » Mittwoch 20. Februar 2019, 21:01

Moin,
solche Biere brauchen halt Zeit. Einfach noch einige Tage in Ruhe lassen, das wird schon.
Gruß
Stefan

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Re: Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

#3

Beitrag von branch » Mittwoch 20. Februar 2019, 21:15

Hoi Stefan

Ja, das ist bei mir eigentlich auch immer die Devise. Daher auch das Fragezeichen im Titel. Ab wann soll ich mir dann frühestens Sorgen machen? :Smile

Gruss, Bruno

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Re: Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

#4

Beitrag von Bilbobreu » Mittwoch 20. Februar 2019, 22:37

Na ja, ich würde mir zunächst mal eine Woche keine Sorgen machen. Dann erneut messen und wenn das Ergebnis noch nicht dem zu erwartenden Vergärungsgrad entspricht, würde ich mir noch mal einen Woche keine Sorgen machen... :Wink
Gruß
Stefan

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Re: Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

#5

Beitrag von xjoex » Samstag 23. Februar 2019, 08:05

Ich habe aktuell auch ein Imperial Stout in der Gärung mit der Irish Ale und ein sehr ähnliches Problem. Ich bin bei ca. 6,5°P von initial 20°P. Aktuell versuche ich mit einem großen Starter US-05 nachzuhelfen.

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Re: Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

#6

Beitrag von branch » Donnerstag 28. Februar 2019, 22:00

Viel tiefer als 6.5°P wird's nicht mehr gehen. Ich hätte bei meinem etwa 7°P erwartet. Aktuell bin ich bei 10.0°P und da hilft alles Schütteln nichts mehr. Ich überlege mir ebenfalls, mit US-05 etwas nachzuhelfen.

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Re: Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

#7

Beitrag von xjoex » Montag 4. März 2019, 10:59

Mit dem großen Starter bin ich auf 5,7°P runter gekommen. Entspricht einem sEVG von 71%.

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Re: Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

#8

Beitrag von tbln » Montag 4. März 2019, 11:58

Schau dir die Starter Basics noch einmal an. Ein 24°P Starter macht vermutlich wenig Sinn und 2 Liter sind viel zu klein kalkuliert.
Falls ich mir über die Vitalität meiner Hefe im unklaren bin, mache ich i.d.R. einen Starter mit 10% des Volumens der Anstellwürze und 10°P. Bei 24°P macht es möglicherweise Sinn, ein anderes Bier vorab zu brauen und die Erntehefe zu verwenden. Mr.Malty kalkuliert 200-300ml reine Hefe für deinen Fall.

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Re: Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

#9

Beitrag von xjoex » Montag 4. März 2019, 15:02

Bin hier nicht genau genug ins Detail gegangen, ich habe einen 3-stufigen Starter gemacht und bei den Zwischenschritten den klaren Überstand abdekantiert. :)
Erste Stufe bei ~6°P, zweite bei ~12°P und dann, um das Bier nicht zu verwässern, die letzte Stufe mit ~20°P und habe hier den Starter auch nicht ganz ausgären lassen, um die Hefe gleich auf hochtouren ins Bier zu bringen. 200-300ml Hefe kommt gut hin, hatte ich vor der letzten Stufe im Kolben.
Hat auch grundsätzlich funktioniert, gab Gäraktivität und der Restextrakt ist um ~1°P gefallen.

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Re: Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

#10

Beitrag von Cobo » Mittwoch 6. März 2019, 19:00

Mein Barelywine mit 22.1° Plato steht im Moment auch bei ca. 10.3° Plato. Allerdings verwende ich eine Wyeast 1056 und die hat angeblich 73 - 77% Vergärgrad...

ERGEBNISSE MIT TERRILL-FORMEL

Scheinbarer Restextrakt:
4.2°Plato

Tatsächlicher Restextrakt:
7.3%

Scheinbarer Endvergärungs­grad:
80%

Alkoholgehalt:
7.7 Gew.% bzw. 9.7 Vol.%

Die Terrill-Formel kommt da auch auf schräge Werte :Grübel
Wird demnächst gebraut: Englischer Barley Wine, verbessertes Red Ale, Epic Imp. Stout
Derzeit in Gärung: Amerikanischer Barleywine
In Reifung: Blanc SMASH, Cacao Milk Stout, Kilt Lifter Scotch Ale
Trinkreif: Hop Chop Red Ale, Imp. Stout mit Cacao-Nibs

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Re: Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

#11

Beitrag von branch » Dienstag 19. März 2019, 21:39

Mein IRS kommt nicht mehr weiter runter. Habe es zunächst mit einem Starter mit US-05 (knapp 12°P, 1.5 Liter) versucht. Absolut kein Effekt.

Vor drei Tagen habe ich nun die von einem neuen Sud geerntete Hefe (fast 5dl, ebenfalls US-05) langsam an das IRS angewöhnt und reingekippt. Ebenfalls kein Effekt.

Ich merke zwar, dass die Hefe noch ein klein wenig aktiv ist, weil sich immer ein wenig Druck im Tank aufbaut. Messbar mit der Spindel ist das allerdings nicht. Das Bier dümpelt bei 10.0°P rum.

Any ideas?

Gruss, Bruno

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Re: Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

#12

Beitrag von xjoex » Mittwoch 20. März 2019, 09:37

58% sEVG sind in der Tat wenig. Besteht die Möglichkeit, dass du beim Maischen höhere Temperatuern hattest und somit weniger vergärbaren Zucker produziert hast?
Ich hab bei meinem nachträglichen Starter noch kräftig belüftet als ich ihn rein gekippt habe, vielleicht hat das der US-05 geholfen noch 1°P zu verstoffwechseln.

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Re: Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

#13

Beitrag von Augenfeind » Mittwoch 20. März 2019, 12:41

Von Stout habe ich keine Ahnung, aber nachdem ich gerade das (sehr empfehlenswerte) Buch "Yeast: The Practical Guide to Beer Fermentation" durchgelesen habe, stellt sich mir als erstes die Frage nach der Temperatur. Mein erster Schritt wäre in einem solchen Fall, die Temperatur auf 20°C-24°C zu erhöhen. Nach 3 Tagen Gärung hat die Hefe in der Regel alle geschmackliche Vorarbeit geleistet - Diacetyl-Abbau und weitere Alkoholproduktion kommt bei höheren Temperaturen meistens besser in Schwung. Auch kann man nach einem solchen Erlebnis mit Hefenahrung (für das nächste Mal) experimentieren. Insbesondere Zink kann hier helfen, die Hefe stressresistenter zu machen.
"Ein ernst zu nehmender Staat benötigt eine eigene Fluggesellschaft und ein eigenes Bier. Eine Fußballmannschaft oder Nuklearwaffen helfen, aber ein Bier ist Minimalvoraussetzung." (Frank Zappa)

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Re: Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

#14

Beitrag von branch » Mittwoch 20. März 2019, 20:53

Die Temperaturen sind im Bereich von maximal +- 1°C. Das wird das Problem nicht erklären können.

Hefenahrung habe ich zugegeben und die Temperatur bereits auf 22°C. Letzteres hat aber überhaupt keine Wirkung gezeigt. Ich bezweifle, dass 24°C irgendwas verändern würden. Aber ich kann's ja mal ausprobieren.

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Re: Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

#15

Beitrag von Pivnice » Mittwoch 20. März 2019, 22:25

branch hat geschrieben:
Mittwoch 20. März 2019, 20:53
Hefenahrung habe ich zugegeben und die Temperatur bereits auf 22°C.
- Hefenahrung nachträglich drauf ? Diammoniumphosphat hoffentlich nicht
Analog zur letzten Stufe der Intervention bei steckengebliebenen Gärungen im Weinkeller:
- Belüftendes Abziehen vom Geläger der alten Hefe; Erneute Beimpfung mit einer anderen, vorher adaptierten Hefe.
- z. B. Nottingham
- Wärme
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Re: Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

#16

Beitrag von branch » Mittwoch 20. März 2019, 22:53

Habe White Labs WLN 1000 verwendet. Das enthält m.E. DAP. Warum sagst du "hoffentlich nicht"? Nein, die habe ich beim Hopfenkochen (10 min vor Schluss) beigegeben. Warum?
Deinen zweiten Schritt habe ich, wie erwähnt, mit einer geernteten US-05 gemacht. Allzu stark belüftet habe ich dabei nicht.

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Re: Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

#17

Beitrag von Pivnice » Mittwoch 20. März 2019, 23:24

WLN 1000 enthält DAP
Der Zusatz muss erfolgen, solange sich die Hefe vermehrt, parallel zur Hefegabe oder während
der ersten 1-3 Tage nach dem Hefezusatz. Zur Hälfte der Gärung kann es bereits zu spät sein, wird nicht mehr aufgenommen.
edit:
Erneute Beimpfung mit einer anderen, vorher adaptierten hochvergärenden Hefe wie Nottingham oder gleich Killerhefe (Competitive factor) nach Abziehen vom Geläger
Kann angeblich auch die bei dir jetzt noch verbliebenen Zuckerarten vergären: Weinhefe Lalvin ICV K1-V1116 - gibts im 5 Gramm Beutel - https://www.lallemandbrewing.com/en/glo ... -k1-v1116/
Wein: 40 g/hl
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Re: Gärstockung beim Imperial Russian Stout?

#18

Beitrag von Pivnice » Donnerstag 21. März 2019, 13:23

siehe auch: Big Stout stuck at 1.04 or is it?
https://www.reddit.com/r/Homebrewing/co ... _or_is_it/
Da wird auch diskutiert über wer weiss was über "maltotriose utilization of k1-v1116"
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