Hefegeschmack im Bier

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Hefegeschmack im Bier

#1

Beitrag von Masta » Montag 25. Februar 2019, 09:25

Hallo,

Ich habe im letzten Somer angefangen mit Bierbrauen. Die ersten Brauversuche waren super, aber mittlerweile habe ich immer mehr Hefegeschmack in meinen Bieren.
Ich habe immer verschiedene Rezepte gekocht und auch immer andere Hefen verwendet. Das aktuelle Bier habe ich mit SafaleUS-05 Hefe gebraut.
Mit dieser Hefe hatte ich letzten Sommer auf jedenfall schon ein Bier, was keinen Hefegeschmack hatte.
Ich fülle das Bier in 0,5 L Bügelflaschen. Die aktuelle Bierflaschen standen jetzt mindestens 2 Monate aufrecht im Kühlschrenk und mir kahm schon beim öffnen ein leichter Hefegeruch entgegen.

Ich habe mir jetzt erstmal einen edelstahlgärbottich bestellt. Bisher habe ich einen Plastik Gähreimer benutzt, dem ich nicht so richtig traue.

Ich werde vor dem nächsten brauen alle Plastik Teile die ich nutze erneuern und alle Metallteile mit Alkohol schrubben.
Gibt es sonst noch etwas, was ich tun könnte?

Gruß Jan

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Johnny H
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Re: Hefegeschmack im Bier

#2

Beitrag von Johnny H » Montag 25. Februar 2019, 09:46

Hallo Jan,

der Hefegeruch (wenn es denn ein solcher ist, kann m.E. auch was anderes sein) hat meines Erachtens nichts mit den verwendeten Gefäßen zu tun, eher mit entweder von vornherein zu viel Hefe im Bier, zu viel Hefe in der Flasche aufgrund z.B. direktem Abfüllen aus dem Gäreimer oder nicht ausreichender Reifedauer.

Beschreibe doch mal bitte Deine Braupraxis. Spontan hätte ich die folgenden Fragen:

Wie viel Anstellwürze wurde mit wie viel Hefe angestellt?
Was war die Dauer der Hauptgärung?
Wurde hopfengestopft? Wenn ja, wie?
Beschreibung der Abfüllpraxis, insb.: Wie kam das Bier in die Flaschen? Wurde ein Cold Crash gemacht? Wurde vor dem Abfüllen umgeschlaucht? Wie wurde aufkarbonisiert (Zucker, Speise, Grünschlauchen)?
Wie lange war die Nachgärung?
Wie lange war die Reifung?

So kommen wir vielleicht weiter.

Ich hatte bei der Verwendung von Erntehefen auch schon Hefegeruch, wahrscheinlich als Folge von zu viel Hefe. Hat sich aber irgendwann immer ausgelagert.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
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Re: Hefegeschmack im Bier

#3

Beitrag von Masta » Montag 25. Februar 2019, 10:01

Hallo Johnny,

Ich versuche mal alles so gut es geht zu beschreiben.
Ich habe mein bisheriges vorgehen von einem Bekannten, Der letztes Jahr etwas vor mir angefangen hat mit brauen.
Ich denke ich werde mich vor dem nächsten brauen noch einmal ordentlich belesen.
Wie viel Anstellwürze wurde mit wie viel Hefe angestellt?
Ich denke ich hatte 20 bis 25 L und habe ein Päckchen Hefe, ich denke die SafalUS 05 benutzt.
Was war die Dauer der Hauptgärung?
14 Tage
Wurde hopfengestopft? Wenn ja, wie?
Nein
Beschreibung der Abfüllpraxis, insb.: Wie kam das Bier in die Flaschen? Wurde ein Cold Crash gemacht? Wurde vor dem Abfüllen umgeschlaucht? Wie wurde aufkarbonisiert (Zucker, Speise, Grünschlauchen)?
Das Bier habe ich runtergekühlt, indem ich zum kochen weniger Wasser genommen habe als benötigt und am Ende mit stillem Mineralwasser aus dem Tiefkühlfach auf die richtige Menge aufgefüllt habe.
Ich habe das Bier nicht umgeschlaucht. Ich habe es über den Hahn mit einem abfüllröhrchen in die Flaschen gefüllt.
In die Flaschen habe ich 4g Zucker gefüllt.

Nachgärung 4 Wochen, Reifung denke ich locker 2 Monate.

Gruß Jan

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Re: Hefegeschmack im Bier

#4

Beitrag von DerDallmann » Montag 25. Februar 2019, 10:04

Was ist denn für dich genau "Hefegeschmack"?
Phenolisch/würzig/medizinal? Was in die Richtung, oder "hefig" wie der Bodensatz eines Weizens?
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Hefegeschmack im Bier

#5

Beitrag von Bierjunge » Montag 25. Februar 2019, 10:09

Ich habe das Bier nicht umgeschlaucht. Ich habe es über den Hahn mit einem abfüllröhrchen in die Flaschen gefüllt.
In die Flaschen habe ich 4g Zucker gefüllt.
Wieviel mm Hefe-Bodensatz hast Du jetzt ungefähr in den Flaschen?

Moritz

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Re: Hefegeschmack im Bier

#6

Beitrag von Johnny H » Montag 25. Februar 2019, 10:12

Hefemenge, Gärdauer etc. klingen schon mal unauffällig.

Allerdings bringst Du mit Deiner Abfüllpraxis (direkt aus dem Gäreimer ohne Umschlauchen) sehr viel Hefe in die Flasche. Ich habe das zu Beginn meiner "Laufbahn" auch gemacht, habe aber dann irgendwann begonnen, vor dem Abfüllen in einen zweiten Eimer umzuschlauchen, um den Bodensatz in den Flaschen zu reduzieren. Dazu würde ich Dir also auf jeden Fall raten, zumal die US-05 auch dafür bekannt ist, sich nicht so gut abzusetzen.

Nachgärung und Reifedauer klingen für mich auch unauffällig. Normalerweise müsste sich der Hefegeschmack nach so langer Zeit legen, auch wenn viel Hefe mitgekommen ist beim Abfüllen. Aufrecht lagern tust du auch.

Kannst du mal bei Gelegenheit ein Foto von Deinem Bier machen, sowohl in der Flasche (mit Bodensatz!) als auch im Glas (wie trüb ist es?)? Dann kann man das vielleicht noch besser einschätzen.
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Re: Hefegeschmack im Bier

#7

Beitrag von Masta » Montag 25. Februar 2019, 10:13

Der Geschmack und Geruch ist wie die Frischhefe zum Backen aus dem Kühlregal.

Wegen dem Bodensatz werde ich nachher mal ein Foto machen, Wenn ich zuhause bin.

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Re: Hefegeschmack im Bier

#8

Beitrag von Masta » Montag 25. Februar 2019, 10:16

Okay, Dann werde ich mir vor dem nächsten brauen mal das umschlauchen anschauen und es so machen.

Wundert mich das bei mir bei jedem brauen dieser Hefegeschmack immer stärker ansteigt.
Bei den letzten ging er nach längerem kühl lagern auch weg.

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Re: Hefegeschmack im Bier

#9

Beitrag von bwanapombe » Montag 25. Februar 2019, 10:29

Hallo Jan,

Die US05 sedimentiert schlecht. Deshalb muß sie aber keinen auffälligen Hefegeschmack entwickeln.

Ich könnte mir vorstellen, daß man auch eine Empfindlichkeit entwickelt und der Geschmack mit der Zeit subjektiv stärker/unangenehmer wird.

Alles andere wurde schon erwähnt, vor dem Abfüllen umschlauchen, damit sowenig Hefe wie möglich eingetragen wird. Die Hefe in der Schwebe genügt und ist sogar die bessere Wahl, als durch Abfüllen aufgewirbelter Bodensatz.

Dirk

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Re: Hefegeschmack im Bier

#10

Beitrag von DerDallmann » Montag 25. Februar 2019, 10:34

Ein Cold Crash ist da auch hilfreich, Irish Moss ebenso.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Hefegeschmack im Bier

#11

Beitrag von Masta » Montag 25. Februar 2019, 10:46

Cold Crush werde ich mal probieren, kann es aber nur über Nacht machen, Da ich keine Möglichkeit habe den Gähreimer in den Kühlschrank zu bekommen.

Und auf jedenfall umschlauchen.

Was mir gerade noch einfällt, ich habe bei den letztenMalen Irish Moos zum klären benutzt.
Hat das vielleicht einen nebengeschmack? Hatte gelesen das es Geschmacksneutral sein soll.

Gruß Jan

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Re: Hefegeschmack im Bier

#12

Beitrag von DerDallmann » Montag 25. Februar 2019, 10:49

Das hat bei normaler Dosierung keinen Nebengeschmack / ist geschmacksneutral.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Hefegeschmack im Bier

#13

Beitrag von coyote77 » Montag 25. Februar 2019, 11:06

Bei welchen Temperaturen hast du vergoren? Temperatursteuerung oder nicht? Misst du die Gär-Temperatur in der Würze oder die Umgebungstemperatur?
Grüße, Andreas :Drink

Zum Biere drängt, am Biere hängt doch alles.
(Frei nach J. W. von Goethe)

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Re: Hefegeschmack im Bier

#14

Beitrag von Masta » Montag 25. Februar 2019, 11:16

Ich habe zwischen 22 und 24 Grad Raumtemperatur verloren. Ich habe keine Temperatursteuerung.

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Re: Hefegeschmack im Bier

#15

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Montag 25. Februar 2019, 11:59

Hallo, das erscheint etwas hoch. Im Datenblatt der Hefe heisst es 15.....22°. Beim Gärvorgang ist es im Bottich dann nochmal etwas wärmer.
War die Temperatur bei deinen früheren Suden evtl. niedriger?

Gruß Dieter
Brau, schau wem.

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Re: Hefegeschmack im Bier

#16

Beitrag von dadr » Montag 25. Februar 2019, 12:22

Das hatte ich bei meinem ersten Sud auch.
Die US05 sollte nicht bei so hohen Temperaturen vergären.
Ich hatte damals auch deutlich zu warm angestellt.
Den Fehler mache ich nie wieder.
Das Bier hat übel nach Backhefe gerochen und geschmeckt. Hätte fast das Brauen danach wieder bleiben gelassen.
Stelle am Besten bei 18 Grad an und schau, dass die Raumtemperatur nicht höher als 20 Grad wird.

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Re: Hefegeschmack im Bier

#17

Beitrag von Johnny H » Montag 25. Februar 2019, 12:31

Ja, die Gärtemperatur dürfte bei 22-24°C zu hoch gewesen sein! Da fühlt sich zwar die Hefe sehr wohl und vermehrt sich stark, aber für uns als (Hobby)Brauer ist das nicht unbedingt gut. Das ist auch eine mögliche Ursache für den Hefegeschmack.
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Re: Hefegeschmack im Bier

#18

Beitrag von Damasus » Montag 25. Februar 2019, 13:03

Wie bereits erwähnt wurde, erhöht die Hefe die Temperatur enorm. Auf dem Bild ist ein Gärverlauf ohne aktive Kühlung zu sehen. Die Umgebungstemperatur konnte ich konstant bei 20°C halten. Erreicht wurden über 24°C im Sud selbst. [Eckdaten: 20 Liter Sud; 12° Plato; Ale Hefe]
Ausschnitt Gärverlauf.PNG
Temperaturanstieg im Gärverlauf
Ausschnitt Gärverlauf.PNG (9.28 KiB) 870 mal betrachtet
Bier kalt stellen ist auch irgendwie kochen.

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Re: Hefegeschmack im Bier

#19

Beitrag von Johnny H » Montag 25. Februar 2019, 13:15

Damasus hat geschrieben:
Montag 25. Februar 2019, 13:03
Wie bereits erwähnt wurde, erhöht die Hefe die Temperatur enorm. Auf dem Bild ist ein Gärverlauf ohne aktive Kühlung zu sehen. Die Umgebungstemperatur konnte ich konstant bei 20°C halten. Erreicht wurden über 24°C im Sud selbst. [Eckdaten: 20 Liter Sud; 12° Plato; Ale Hefe]
...und: je höher die Außentemperatur, desto potenziell stärker dieser Effekt, da die Hefe bei höheren Temperaturen schneller arbeitet.
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Re: Hefegeschmack im Bier

#20

Beitrag von Masta » Montag 25. Februar 2019, 13:20

Okay, probiere ich es etwas kälter oder eine andere Hefe.
Im Sommer wird es schwierig, weil die Temperaturen in den Räumen um die 25 Grad sein werden.
Aber letztes Sommer ist es ja auch gut geworden.

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Re: Hefegeschmack im Bier

#21

Beitrag von Johnny H » Montag 25. Februar 2019, 14:00

Es erfordert natürlich etwas Platz und etwas Geld, aber ein gebrauchter Kühlschrank, in den ein Gäreimer passt, und ein Thermoelement (z.B. UT-200 oder Inkbird ITC-310) zur Temperatursteuerung ist diesbezüglich eine wirklich sinnvolle Investition.

Ich betrachte die 50€ für meinen gebrauchten Gärkühlschrank und etwa das Gleiche für den Inkbird als meine bisher kosteneffizienteste Investition, meine Biere zu verbessern! Wobei ich letzten Sommer gar nicht gebraut habe und der Kühlschrank voll war mit Flaschen.

Es ist im Grunde genommen immer wieder das Gleiche: viele Hobbybrauer legen extremen Wert auf Rasten, Rezepturen und Maischesteuerung, kaufen dann womöglich teure Behälter aus Edelstahl mit Kugelhähnen oder computergesteuerte Rührwerke etc., und vernachlässigen dann den wichtigsten Teil der Bierherstellung: die Gärung!

Edit: Rechtschreibung!
Zuletzt geändert von Johnny H am Montag 25. Februar 2019, 14:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hefegeschmack im Bier

#22

Beitrag von Bierjunge » Montag 25. Februar 2019, 14:17

Johnny H hat geschrieben:
Montag 25. Februar 2019, 14:00
Es ist im Grunde genommen immer wieder das Gleiche: viele Hobbybrauer legen extremen Wert auf Rasten, Rezepturen und Maischesteuerung, kaufen dann womöglich teure Behälter aus Edelstahl mit Kugelhähnen oder computergesteuerte Rührwerke etc., und vernachlässigen dann den wichtigsten Teil der Bierherstellung: die Gärung!
:goodpost:
Zitat aus https://braumagazin.de/article/klassengesellschaft/, zur vollen Bekräftigung des von Dir gesagten:
So teu­er sind gebrauch­te Kühl­schrän­ke und -tru­hen nun auch wie­der nicht, dass man sich die­sen Luxus nicht leis­ten soll­te. Und wenn ich über­le­ge, wie viel Auf­wand, Kos­ten und Zeit man­che Hob­by­brau­er in ihr Sud­werk und in die Her­stel­lung der Wür­ze ste­cken, um die­se dann bei Raum­tem­pe­ra­tur völ­lig unkon­trol­liert ver­gä­ren zu las­sen, dann ist das Geld für eine Gär­bot­tich­tem­pe­rie­rung sicher­lich viel bes­ser ange­legt als für die nächs­te Sud­haus­er­wei­te­rung!
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Re: Hefegeschmack im Bier

#23

Beitrag von Bahnbrauer » Montag 25. Februar 2019, 14:26

Johnny H hat geschrieben:
Montag 25. Februar 2019, 14:00
Es erfordert natürlich etwas Platz und etwas Geld, aber ein gebrauchter Kühlschrank, in den ein Gäreimer passt, und ein Thermoelement (z.B. UT-200 oder Inkbird ITC-310) zur Temperatursteuerung ist diesbezüglich eine wirklich sinnvolle Investition.
Entweder das oder - vielleicht etwas flexibler einsetzbar - so etwas: https://www.hobbybrauerversand.de/Cool- ... uehltasche. Seit ich die verwende, hat sich die Qualität meines Bieres merkbar verbessert. Gekühlt wird mit (immer wieder verwendbaren) tiefgekühlten Plastikflaschen, die regelmäßig rotiert werden. Womit wir dann schon bei den Nachteilen wären: Platz im Tiefkühler und zumindest einmal am Tag (ich mach das immer vor dem Schlafengehen) Auswechseln der Flaschen vor allem in der intensiven Gärungsphase. Gegen Ende der Gärung bin ich dann etwas lascher mit dem Wechseln.

Ich schätze, dass Du bei 25 Grad Raumtemperatur mit ein paar 1,5-Liter-Flaschen im Sommer obergärig bei vernünftigen Temperaturen in der Tasche gären lassen kannst. Die Tasche isoliert sehr gut und hält die Temperatur sehr stabil. Vielleicht also eine Überlegung wert für Dich.

Grüße
Markus

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Re: Hefegeschmack im Bier

#24

Beitrag von Johnny H » Montag 25. Februar 2019, 14:46

Man kann sich auch sehr preisgünstig Boxen bauen aus Polystyrol-Isolierschaum und dann mit besagten PET-Eisflaschen kühlen.

In jedem Fall sind all diese Überlegungen weitaus zielführender in Richtung kontrollierte Gärführung und damit qualitativ verbesserte Biere als jeder Gedanke in Richtung Edelstahltöpfe und trotzdem unkontrollierte Gärung bei 25°C.
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Re: Hefegeschmack im Bier

#25

Beitrag von Masta » Montag 25. Februar 2019, 17:28

Das Geld zu investieren ist nicht das Problem, sondern der Platz ist sehr begrenzt.
Aber so eine Kühltasche wäre echt eine Überlegung.

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Re: Hefegeschmack im Bier

#26

Beitrag von Masta » Montag 25. Februar 2019, 18:33

Hier mal die Fotos. Der Bodensatz ist leider nicht gut zu sehen.
Dateianhänge
IMAG1743.jpg
IMAG1742.jpg

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Re: Hefegeschmack im Bier

#27

Beitrag von Johnny H » Montag 25. Februar 2019, 18:44

Sieht eigentlich nicht so schlimm aus. Etwas trüb, aber da habe ich definitiv schon dickere Bodensätze gesehen. Ist das (einer) der Sud(e), der mit Irish Moss geklärt wurde?

Dann war es vielleicht doch die zu hohe Gärtemperatur.
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Re: Hefegeschmack im Bier

#28

Beitrag von Masta » Montag 25. Februar 2019, 19:00

Ja, müsste mit Irish Moos sein.

Muss ich mir mal Gedanken über vernünftige Gärtemperaturen machen.

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Re: Hefegeschmack im Bier

#29

Beitrag von Augenfeind » Montag 25. Februar 2019, 21:00

Damasus hat geschrieben:
Montag 25. Februar 2019, 13:03
Wie bereits erwähnt wurde, erhöht die Hefe die Temperatur enorm. Auf dem Bild ist ein Gärverlauf ohne aktive Kühlung zu sehen. Die Umgebungstemperatur konnte ich konstant bei 20°C halten. Erreicht wurden über 24°C im Sud selbst. [Eckdaten: 20 Liter Sud; 12° Plato; Ale Hefe]

Ausschnitt Gärverlauf.PNG
:thumbsup Sehr lehrreich, das einmal so deutlich zu sehen. Danke!

Gruß, Roman
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Re: Hefegeschmack im Bier

#30

Beitrag von Eowyn » Montag 25. Februar 2019, 22:59

Masta hat geschrieben:
Montag 25. Februar 2019, 13:20
Okay, probiere ich es etwas kälter oder eine andere Hefe.
Im Sommer wird es schwierig, weil die Temperaturen in den Räumen um die 25 Grad sein werden.
Aber letztes Sommer ist es ja auch gut geworden.

Wir machen das hier, wenn wir keinen Platz für nen Kühlschrank/Truhe haben mit "swamp cooler".

Gärbottich in feuchte Handtücher einwickeln und in eine "Wanne" mit Wasser stellen. Standventialator daneben und schauen, dass die Handtücher feucht bleiben und das Wasser immer so kalt wie möglich ist.

Viel Erfolg.
Women have been brewing beer since the days of ancient Egypt, and it was only after the Black Plague that it fell into the hands of men

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