Anfängerfragen

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Keilof
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Anfängerfragen

#1

Beitrag von Keilof » Freitag 16. August 2019, 21:57

Moin, ich habe mir mein erstes kleines Brauequipment für die 20 Literklasse zusammengestellt und habe nun noch letzte Fragen, bevor es los gehen kann:

1. Ich habe einen 30 Liter Läuter- bzw. Gäreimer. Ist ein zu großer Läuter- bzw. Gäreimer problematisch? Bezogen auf 20 Liter, die ich brauen möchte?

2. Ich möchte folgendes Rezept brauen:

https://www.maischemalzundmehr.de/index ... g%C3%A4rig

Wie lange sollte hier die Gärung/ Nachgärung und Reifung mindestens dauern und bei jeweils welchen Temperaturen?

Gruß und Dank

Keilof

floflue
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Re: Anfängerfragen

#2

Beitrag von floflue » Freitag 16. August 2019, 22:15

Hi Du,

zu 1. der 30 Liter Eimer ist in Ordnung, besonders während der Gärung sollte 1/3 Steigvolumen vorhanden sein.

Zu 2. dies kann man nicht pauschal beantworten. Die Hefe braucht so viel Zeit wie sie braucht. Gärung kann 3 Tage dauern oder auch 3 Wochen. Mit der Nachgärung ist es ähnlich. Mal geht sie schneller mal langsamer.

Gärtemperatur würde ich so 18 Grad nehmen.

Gruß
Florian
Bierbrauen ist ein perfektes Hobby um etwas wichtiges zu lernen: Geduld!

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karlm
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Re: Anfängerfragen

#3

Beitrag von karlm » Freitag 16. August 2019, 22:19

1) sollte ok sein. Viel zu groß ist schlecht wegen der Treberhöhe im Läutereimer.

2) Gärung bis sich 3 Tage am Restextrakt nichts mehr ändert.
Nachgärung: bis sich drei Tage am Flaschenmanometer nichts mehr ändert. Reifung: 4 Wochen? Da steht 17-18 Grad. Also HG und NG bei 17-18 Grad, Reifung möglichst kalt. Kühlschrank.
Gruß, Philipp
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hyper472
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Re: Anfängerfragen

#4

Beitrag von hyper472 » Freitag 16. August 2019, 22:26

Oh, cool, es braut mal jemand eins meiner Rezepte!

Ein 30l-Gäreimer ist absolut ok, die Hefe braucht manchmal viel Platz nach oben.
Wenn Du die Notti nimmst, hast Du eine recht anspruchslose Hefe - die vergärt von 15 bis 25 Grad zuverlässig. Ich würde unter 20° bleiben, dann bildet sie weniger Ester-Noten; manche sagen, dass sie dann Erdbeer-Geschmack produziert.

Gut ist es, wenn die Hefe beim Zugeben in etwa die gleiche Temperatur hat wie die Würze. Trockenhefe aufstreuen ist nicht ideal, klappt aber bei der Notti. Besser ist es, Du rehydrierst sie wie bei stixbraeu.de beschrieben.

Wenn man hier im Forum feste Zeiträume für die Gärung gibt, wird man in der Regel gesteinigt. Sei´s drum:
Ich lasse obergärig den Bottich 10 Tage stehen, messe dann und stelle den Bottich dann etwas wärmer. Ein Höhenmeter im Keller kann schon 2-3°C ausmachen, miss mal nach! Nach weiteren 4 Tagen messe ich nochmal. Ist der Spindelwert gleich geblieben, kannst Du abfüllen. Ist er gesunken, lass den Topp nochmal drei Tage in Frieden und miss dann nochmal. Das wiederholst Du so lange, bis der Spindelwert identisch ist. Miss nicht öfter! Sauberkeit, Geduld und Disziplin führen zum unverdorbenen Bier, nicht stündliches Messen!

Meine Tipps zum Messen:
Kein Refraktometer verwenden.
Die Würzeprobe mit einer großen (60ml) Spritze entnehmen, die Du vorher mit 70%igem Iso-Prp einsprühst (Wassersprüher für Zimmerpflanzen vom 1€-Shop).
Dann etwas Luft in die Spritze ziehen, oben mit dem Daumen zuhalten, festhalten und kräftig schütteln (wenn Du nicht festhältst beim Schütteln, wird die entbundene Kohlensäure die Spritze auseinanderziehen, bis sie offen ist -> Sauerei). Druck ablassen, indem Du den Daumen von der Spritze nimmst. Wieder schütteln etc. Nach ca. 10 mal ist die Kohlensäure entbunden, was Du daran erkennst, dass sich kein neuer Druck mehr in der Spritze aufbaut. Dann kannst Du messen, anderenfalls kann es passieren, dass die Kohlensäure im Jungbier die Spindel hochhebt und den Messwert verfälscht.

Viel Erfolg!
"Das Bier aber macht das Fleisch des Menschen fett und gibt seinem Antlitz eine schöne Farbe durch die Kraft und den guten Saft des Getreides."
Hildegard von Bingen (1098-1179)

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