Bierfehler? Bier schmeckt (zu) hefig

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ProfNuke
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Bierfehler? Bier schmeckt (zu) hefig

#1

Beitrag von ProfNuke » Samstag 5. Oktober 2019, 14:35

Hallo Zusammen,
ich habe ein Problem, nämlich, dass mein Bier teilweise zu hefig schmeckt.

Brauerfahrung: 20 Sude

Problem: Schätze ca. jeder zweite Sud hat einen leichten (also noch angenehmen, aber wahrnehmbaren) bis hin zu starkem Hefegeschmack. Das fällt teilweise dann auch Freunden auf, bei der Kostprobe.

Vorgehen:
Normalerweise lass ich den Sud ausgären und speise anschließend auf, fülle die Flaschen ab, lasse sie bei Gärtemperatur per Inkbird Kühlschranksteuerung 2 Wochen ausgären (Druck entstehen), dann nochmal 2 Tage @18 Grad Diacetylrast, dann zurück in den Kühlschrank und langsam peu a peu runter auf 2 Grad. Nach weiteren 8-10 Wochen Reifung dann der Biertest.

Alternativ (eher selten verwendet): Grünschlauchen ca. 0,5 Grad Plato vorher. Dann 2 Wochen @ Gärtemp, 2 Tage Diacetylrast, Reifung auf 2 Grad (manchmal bei 5-6 Grad, wenn der 2 Grad Kühlschrank belegt ist).

Hefesorten: Trockenhefe Saflager, diverse Sorten, meist untergärig

Ich konnte bislang nicht rausfinden, wodurch der teilweise zu stark hefig schmeckende Biergeschmack hervortritt.
Habt ihr irgendwelche Ideen, wo ich mit der "Suche" anfangen soll?

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Kurt
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Re: Bierfehler? Bier schmeckt (zu) hefig

#2

Beitrag von Kurt » Samstag 5. Oktober 2019, 14:42

Was machst Du mit dem Hefesediment in der Flasche? Das Bier vorsichtig in ein Glas ausgießen und ohne Hefe genießen ist klar oder?

Shoegazer
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Re: Bierfehler? Bier schmeckt (zu) hefig

#3

Beitrag von Shoegazer » Samstag 5. Oktober 2019, 14:43

Untergärig?
Wie lässt Du die Hefe ankommen? Rein in die warme Würze und dann herunterkühlen? Oder größerer Starter und Würze und Starter auf Gärtemperatur?

Grüße, Henning

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schwarzwaldbrauer
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Re: Bierfehler? Bier schmeckt (zu) hefig

#4

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Samstag 5. Oktober 2019, 22:31

Kannst du einen Zusammenhang erkennen zwischen Sedimentierung und Hefegeschmack?

Grüßle
Dieter
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Augenfeind
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Re: Bierfehler? Bier schmeckt (zu) hefig

#5

Beitrag von Augenfeind » Samstag 5. Oktober 2019, 23:07

Also ich habe höchstens die halbe Menge an Suden hinter mir und (noch) keine gesteuerte Gärführung, aber (oder gerade deshalb) mein Thema ist ebenfalls das Hefe-Aroma. Ich sage inzwischen allen Testern, dass sie bitte großzügig mit dem in der Flasche verbleibenden Rest sein sollen und in jedem Fall die Flasche stehend kühlen sollen und ich kann definitiv sagen, dass das hilft.
Dennoch - und so beschreibe ich die Thematik - schmeckt man sofort, dass es sich bei meinen Bieren um Hobbybrauer-Bier handelt. Es liegt (für meine beschränkten Aroma-Kenntnisse und -Fähigkeiten) am Hefe-Aroma. In ein paar Tagen bekomme ich einen Grainfather Conical - derzeit vergäre ich noch in einem Fermentosaurus - und ich hoffe, dass ich dann weniger Hefe im Bier haben werde. Aber natürlich soll ja Hefe im Bier sein so lange ich in den Flaschen vergäre.
Fässer und CO2 kommen für mich zu Hause vorerst nicht in Frage. Dazu passen Aufwand (finanziell und logistisch) und derzeites Geschmackserlebnis ohne Fässer für mich nicht gut genug zusammen.
Nach allem, was ich bisher aus dem Forum herauslesen konnte, hat auch Irish Moss keinen Einfluss darauf (wirkt wohl nur auf Eiweiße) und momentan denke ich, dass ich damit leben kann, dass ich bei den stets positiven Urteilen meiner Verkoster immer eine kleine Übertreibung sehen mag. Ich kann damit leben, aber verdammt, ich würde gerne mal ein Bier auf die Beine bringen, dass diesen Geschmack nicht mehr in sich trägt.
Aber es hat definitiv mit der Menge an Hefe im Bier zu tun und vom Grainfather Conical erhoffe ich mir da eine geringfügige Verbesserung, zumal ich den Hefesatz ein paar Tage vor dem Abfüllen einmal kurz ablassen möchte.
In jedem Fall interessiert mich das Thema enorm. Ob ich vordefinierte Bierstile treffe, juckt mich bisher nicht, so lange es mir schmeckt, aber auch wenn es mir schmeckt, würde ich verdammt gerne das Hefearoma abschwächen.
"Ein ernst zu nehmender Staat benötigt eine eigene Fluggesellschaft und ein eigenes Bier. Eine Fußballmannschaft oder Nuklearwaffen helfen, aber ein Bier ist Minimalvoraussetzung." (Frank Zappa)

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Re: Bierfehler? Bier schmeckt (zu) hefig

#6

Beitrag von afri » Sonntag 6. Oktober 2019, 00:05

Es hilft, wenn man wirklich beim Einschenken sehen kann, ab wann der Bodensatz mitkommt, dann sofort mit dem Gießen aufhören. Das geht natürlich nur bei gutem Licht, aber ruhig auch mal zwei cm Bier in der Flasche lassen. Bei vielen Hefen bildet der Satz auch ein betonhartes Fundament aus, dann kann man natürlich alles aus der Flasche holen, aber bei kürzerer Verweilzeit in der Flasche wirbelt doch einiges hoch beim Ausgießen. Mir hilft diese Vorgehensweise.
Achim
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Re: Bierfehler? Bier schmeckt (zu) hefig

#7

Beitrag von Alt-Phex » Sonntag 6. Oktober 2019, 02:13

Nicht zu früh abfüllen und eine gut sedimentierende Hefe wählen. Das wirkt schon Wunder.
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

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Re: Bierfehler? Bier schmeckt (zu) hefig

#8

Beitrag von ProfNuke » Sonntag 6. Oktober 2019, 11:15

Kurt hat geschrieben:
Samstag 5. Oktober 2019, 14:42
Was machst Du mit dem Hefesediment in der Flasche? Das Bier vorsichtig in ein Glas ausgießen und ohne Hefe genießen ist klar oder?
Logisch, vorsichtig eingießen, ohne Hefesediment.
Shoegazer hat geschrieben:
Samstag 5. Oktober 2019, 14:43
Untergärig?
Wie lässt Du die Hefe ankommen? Rein in die warme Würze und dann herunterkühlen? Oder größerer Starter und Würze und Starter auf Gärtemperatur?

Grüße, Henning
Hefestarter (ausreichend), auf Würzetemperatur und mit ausreichend Luft in Würze geben. Keine Probleme mit dem schnellen Ankommen der Hefe.
schwarzwaldbrauer hat geschrieben:
Samstag 5. Oktober 2019, 22:31
Kannst du einen Zusammenhang erkennen zwischen Sedimentierung und Hefegeschmack?

Grüßle
Dieter
Nicht mit Sicherheit. Manchmal habe ich mehr, manchmal weniger Sediment in der Flasche, obwohl ich stets ähnlichen Druck habe. Wird aber vermutlich an der Sedimenteigenschaft der verschiedenen Hefen liegen.
Alt-Phex hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 02:13
Nicht zu früh abfüllen und eine gut sedimentierende Hefe wählen. Das wirkt schon Wunder.
Deshalb lasse ich es richtig ausreichend ausgären (meist eher sogar 3 Wochen... und gebe dann bei gleicher Temperatur die Speise hinzu.
afri hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 00:05
Es hilft, wenn man wirklich beim Einschenken sehen kann, ab wann der Bodensatz mitkommt, dann sofort mit dem Gießen aufhören. Das geht natürlich nur bei gutem Licht, aber ruhig auch mal zwei cm Bier in der Flasche lassen. Bei vielen Hefen bildet der Satz auch ein betonhartes Fundament aus, dann kann man natürlich alles aus der Flasche holen, aber bei kürzerer Verweilzeit in der Flasche wirbelt doch einiges hoch beim Ausgießen. Mir hilft diese Vorgehensweise.
Achim
Bodensatz kommt niccht mit. Ich gieße sehr vorsichtig ein. Außerdem lasse ich mind. 1-2 cm Bier in der Flasche zurück.



...Überlege mir echt, ob ich deshalb mal auf eine Gegendruckabfüllanlage umsteigen soll ^^

irrwisch
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Re: Bierfehler? Bier schmeckt (zu) hefig

#9

Beitrag von irrwisch » Sonntag 6. Oktober 2019, 11:47

...Überlege mir echt, ob ich deshalb mal auf eine Gegendruckabfüllanlage umsteigen soll ^^
Dann lieber direkt aus dem Keg Zapfen.
Das Gegendruckabfüllen ist auch nicht ganz unproblematisch (Arbeitsaufwand, Oxidation).

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