UG mit zu wenig Hefe - was tun

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Eikonal
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UG mit zu wenig Hefe - was tun

#1

Beitrag von Eikonal » Dienstag 17. März 2020, 19:37

Hallo zusammen,

Ich möchte am Wochenende ein Münchner Dunkel brauen. Aufgrund der aktuellen Situation bekomme ich leider nicht wie geplant frische Brauereihefe, sondern muss auf meine backup Hefe zurückgreifen (1 Päckchen 34/70).
Gebraut werden sollen 25l mit 12,5 Grad Plato.

Meine Idee wäre gewesen, das eine Päckchen auf vom Sud abgezweigte 4l zu lassen und dann 24h später auf Anstelltemperatur zu bringen um es mit dem bereits abgekühlten Rest zu mischen. Was haltet ihr davon?

Für die weitere Gärführung habe ich gedacht bei 9 Grad anzustellen und auf 12 Grad kommen zu lassen, dann am Ende der Gärung nochmal für 2 Tage auf 15 Grad für Diacetylrast. Passt das so? Ist nämlich das erste mal, dass ich UG brauen werde.

Gruß
Tim

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Re: Dunkles mit zu wenig Hefe

#2

Beitrag von Alt-Phex » Dienstag 17. März 2020, 19:42

Du brauchst schon mindestens 2 Päckchen von der Hefe, eher drei. Das wirst du nicht in 24h so vermehrt bekommen. Ausserdem steht die restliche Würze dann die ganze Zeit ohne Hefe rum. Alles sehr suboptimal. Gerade für den ersten untergärigen Sud. Vieleicht hat ja noch ein Braukollege in deiner Nähe Hefe übrig. Ansosnten mach halt ncohmal was obergäriges.

Dieses "ich weiss, ist eigentlich nicht richtig so, aber hoffentlich sagt mir einer das es doch irgendwie geht" führt i.d.R. zu nichts.
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Re: UG mit zu wenig Hefe - was tun

#3

Beitrag von ggansde » Dienstag 17. März 2020, 19:56

Moin,
Brautag absagen, Hefe besorgen, anschließend richtig starten.
VG, Markus
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Re: UG mit zu wenig Hefe - was tun

#4

Beitrag von OS-Schlingel » Dienstag 17. März 2020, 20:09

Hallo zusammen,
warum keine Starter-Würze aus MMuM von Alt-Phex sofort kochen? Aufwand etwa 90 Minuten.
Hefe rehydrieren in 150 ml Würze aufschwenken....nächsten Tag weiter auffüllen....

....Brautag gerettet!

Gruß Stephen
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Re: UG mit zu wenig Hefe - was tun

#5

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Dienstag 17. März 2020, 20:22

Brau nur 10 Liter und in 2 Wochen nochmal 25 hinterher - mit eigener Erntehefe.
"Da braut sich was zusammen ... "
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Jens

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Re: UG mit zu wenig Hefe - was tun

#6

Beitrag von ggansde » Dienstag 17. März 2020, 20:31

Aufgrund der Frage bin ich nicht davon ausgegangen, dass das notwendige Knowhow im Kontext Starter vorhanden ist. Falls doch, Leg los.
VG, Markus
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Re: UG mit zu wenig Hefe - was tun

#7

Beitrag von OS-Schlingel » Dienstag 17. März 2020, 21:11

...auch nicht schlecht @Jens!
Oder zweiten Sud einfach draufschlauchen....Kreativität siegt!

Schönen Abend
Stephen
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Re: UG mit zu wenig Hefe - was tun

#8

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Dienstag 17. März 2020, 21:17

Oder jetzt einen Starter anfangen und diesen in den verbleibenden 4 Tagen auf 2l hochziehen. Solltest allerdings einen geeigneten Glaskolben (Erlenmeyer) oder ähnliches haben und dich sofort in die Materie einlesen.

Grüßle Dieter
Brau, schau wem.

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Re: UG mit zu wenig Hefe - was tun

#9

Beitrag von Eikonal » Dienstag 17. März 2020, 21:21

ggansde hat geschrieben:
Dienstag 17. März 2020, 20:31
Aufgrund der Frage bin ich nicht davon ausgegangen, dass das notwendige Knowhow im Kontext Starter vorhanden ist. Falls doch, Leg los.
VG, Markus
Doch, das Wissen ist schon da, aber das Thema Starter hatte ich hier bewusst weggelassen. Zum einen war mein Wissen, dass Starter bei Trockenhefen eher kontraproduktiv sind und weiterhin nahm ich an, dass ich als letzten Propagationsschritt eh bei ca. 3l rauskommen würde.

Gruß Tim

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Re: UG mit zu wenig Hefe - was tun

#10

Beitrag von hkpdererste » Dienstag 17. März 2020, 22:49

War nicht eigentlich irgendwann mal Konsens, dass Starter in der Größenordnung von 2 Liter oder wie hier geschrieben gar 150ml bei Trockenhefe eher sogar kontraproduktiv sind?

Ich würde dir die Variante von Jens nahelegen. Mach n 10 Liter Sud, evtl irgend was experimentelles, wie du willst und setz dann mit der Erntehefe dein eigentliches Rezept um.

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Re: UG mit zu wenig Hefe - was tun

#11

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Dienstag 17. März 2020, 23:25

Ja, Starter mit absteigenden Vermehrungsschritten oder massivem Overpitching sind Mist.
Kurz mal, zum Anfixen einer schlafender Erntehefe, ist das OK. Von mir aus auch für ein paar Stunden zum Anfüttern nach dem Rehydrieren.
Für mehr taugt das leider nicht. Ein Pack Trockenhefe auf 150ml Würze führt nach 24 definitiv zu weniger lebenden Zellen, als würde man die Trockenhefe ohne Starter direkt pitchen.
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Re: UG mit zu wenig Hefe - was tun

#12

Beitrag von Eikonal » Mittwoch 18. März 2020, 09:29

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Dienstag 17. März 2020, 23:25
Ja, Starter mit absteigenden Vermehrungsschritten oder massivem Overpitching sind Mist.
Kurz mal, zum Anfixen einer schlafender Erntehefe, ist das OK. Von mir aus auch für ein paar Stunden zum Anfüttern nach dem Rehydrieren.
Für mehr taugt das leider nicht. Ein Pack Trockenhefe auf 150ml Würze führt nach 24 definitiv zu weniger lebenden Zellen, als würde man die Trockenhefe ohne Starter direkt pitchen.
So hatte ich das auch verstanden.
Danke für eure Antworten, ich schau mal ob ich nicht doch noch irgendwo Brauereihefe her bekomme.

Gruß
Tim

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Re: UG mit zu wenig Hefe - was tun

#13

Beitrag von tinoquell » Mittwoch 18. März 2020, 09:57

Hallo,

darf ich mich hier gleich mal ranhängen? Ich habe am Wochenende (Sonntag) gebraut und mit der WLP800 Pilsner Lager angestellt.
Ich meine, dabei fast genau nach der Packungsinformation vorgegangen zu sein:
- 18l Würze mit 12,5°
- 12°C Anstelltemperatur
- 1 Packung dieser Hefe (40ml?)
Ich hatte schon so meine Zweifel bei der kleinen Menge, da ich bisher UG ausschließlich mit reichlich schön dickbreiiger Brauereihefe vergoren hatte. Und in der Tat ist diese Hefe nicht angekommen, nach 2 Tagen zeigte die warm gestellte Schnellgärprobe erste Aktivität. Der Sud, inzwischen bei fast 14°C, war tot im Fass.

Am Mittwoch habe ich mir dann doch Brauereihefe besorgt, um zu retten was zu retten ist.

Ich frage mich: habe ich die Anleitung falsch gelesen oder verstanden?
Hat jemand damit tatsächlich schon positive Erfahrungen machen können?
Macht das 0,5° Plato (ab 12,5° soll man 2 Pack nehmen, bis 12° Plato wäre 1 ausreichend) so viel aus?
Oder macht man einfach immer einen Starter beim UG Brauen?

Die Hefe hatte ein Haltbarkeitsdatum bis 07'2020.

vg
Tino

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Re: UG mit zu wenig Hefe - was tun

#14

Beitrag von Eikonal » Donnerstag 19. März 2020, 19:30

Also mein Brautag am Samstag ist gerettet, hab heute noch gut einen halben Liter dickbreiige Hefe von einer Brauerei bekommen 👍

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Re: UG mit zu wenig Hefe - was tun

#15

Beitrag von Tozzi » Freitag 20. März 2020, 00:23

Umso besser. Dein ursprünglicher Plan hätte aber wahrscheinlich auch funktioniert.
(Stichwort "Drauflassen").
Aber so ist's besser (bzw. gelingsicherer). :Drink
Viele Grüße aus Selva di Fasano
Stephan

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