Kühlschrank für Reifung eines obergärigen Bieres notwendig?

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Timm Reichert
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Kühlschrank für Reifung eines obergärigen Bieres notwendig?

#1

Beitrag von Timm Reichert » Sonntag 19. April 2020, 18:34

Liebes Forum,

hab jetzt des Öfteren gelesen, dass zur Reifung eines obergärigen Bieres eine mehrwöchige Reifung bei 10 Grad vorgeschlagen wird. Das wird bei den meisten ohne kühlen Keller vermutlich nur mit Kühlschrank zu erreichen sein. Da ich kein Platz für 40 Bierflaschen in meinem Kühlschrank habe, ziehe ich die Anschaffung eines alten Kühlschranks für die Lagerung in Erwägung.

Aber jetzt erstmal die Frage. Haltet ihr grundsätzlich eine derart niedrige Temperatur für die Reifung für notwendig? Habt ihr bereits Erfahrung gemacht, wenn ihr das Bier bei Zimmertemperatur habt reifen lassen?

Vielen Dank!

LG Timm

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tinoquell
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Re: Kühlschrank für Reifung eines obergärigen Bieres notwendig?

#2

Beitrag von tinoquell » Sonntag 19. April 2020, 18:55

Hallo Timm,

ich lasse meine Biere - egal ob ober- oder untergärig - immer mindestens 14 Tage bei Temperaturen um die 0-2 °C reifen.
Das Bier klärt sich und es wird vor allem wesentlich harmonischer. Insbesondere bindet sich die Hopfenbittere besser ein und verliert eine anfängliche Kratzigkeit. Schließlich löst sich die Kohlensäure sehr gut und du erhälst ein feinperliges, prickelndes Bier mit positiven Schaumeigenschaften.

In meiner Anfangszeit musste aber auch der Keller herhalten, der je nach Jahreszeit bis zu 16°C hat. Das Bier war trotzdem lecker, klar, war ja selbstgemacht. Aber man schmeckt sofort, dass es Heimbräu ist. Das muss ja nun auch nicht schlecht sein, aber ich wollte dann irgendwann mehr.

Ich weiß nicht, wie viel Bier du schon gebraut hast. Zum Reinschnuppern in die Brauerei würde ich erstmal auf die Kühlschrankinvestition verzichten. Ein paar Vergleichsflaschen passen sicher in den vorhandenen Kühlschrank. Da kannst du dir dann ja ein Bild damit machen.
Wenn du bereits größere Ambitionen hast, dann würde ich mich nach etwas umschauen, wo auch mal dein Gärfass reinpasst. Denn dann ist der untergärige Sud nicht weit, und da sollte man aktiv kühlen.

Wie auch immer - viel Erfolg!
Tino

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Re: Kühlschrank für Reifung eines obergärigen Bieres notwendig?

#3

Beitrag von Alt-Phex » Sonntag 19. April 2020, 19:33

Bier braucht Kälte. An einer Kaltereifung führt kein Weg vorbei. Zumindest nicht wenn man gewisse Ansprüche an sein Bier hat. Und die 10°C für obergäriges Bier sind auch die Obergrenze. Kälter ist auch hier besser.
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

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Re: Kühlschrank für Reifung eines obergärigen Bieres notwendig?

#4

Beitrag von graf_drakeli » Sonntag 19. April 2020, 20:34

Sehe auch auch so, alleine schon deshalb, damit sich die Kohlensäure gescheit einbindet.

Timm Reichert
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Re: Kühlschrank für Reifung eines obergärigen Bieres notwendig?

#5

Beitrag von Timm Reichert » Dienstag 21. April 2020, 09:08

Danke für eure Antworten 😊👌

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Re: Kühlschrank für Reifung eines obergärigen Bieres notwendig?

#6

Beitrag von gulp » Dienstag 21. April 2020, 10:26

Bei unter ~ 5°reift doch nichts mehr, auch untergärig nicht. Das ist dann Lagerung. Dunkle Starkbiere jenseits der 8 % Alk. "reifen" am Besten bei 13° und das Jahre lang. Siehe auch hier: https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... er#p149594
insbesondere Antwort 6.

Gruß
Peter
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

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Re: Kühlschrank für Reifung eines obergärigen Bieres notwendig?

#7

Beitrag von ggansde » Dienstag 21. April 2020, 10:31

...auch die Geschichte von der "Einbindung der Kohlensäure" taucht in regelmäßigen Abständen immer wieder auf. :Mad2
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Re: Kühlschrank für Reifung eines obergärigen Bieres notwendig?

#8

Beitrag von Braufuzi » Dienstag 21. April 2020, 11:41

Kaltreifung bei 2-4°C habe die besten Erfahrungen damit gemacht.
Der kluge Mensch,so glaube mir,
der braut und trinkt
sein eigenes Bier!
:Drink

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