Wann die Stammwürze messen?

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Bafra
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Wann die Stammwürze messen?

#1

Beitrag von Bafra » Montag 20. April 2020, 17:13

Hallo liebes Forum,

Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass die Stammwürze in abhängigkeit des Messezeitpunktes ein bisschen variiert. Ich messe die Stammwürze mit dem Easydens und in der Regel immer bei 20 °C +-2 °C. Gemessen wird vor dem Läutern, danach, vor und nach dem Kochen, sowie vor dem Anstellen.
Der Einfluss der Temperatur ist mir bewusst aber die anderen Einflüsse sind mir nicht ganz klar.
Damit meine ich, wo entnehme ich die Probe? Per Spritze von oben oder von unten am Hahn?
Mir ist quasi nicht ganz klar, ob es bei 20 l wahrnehmbare Unterschiede in der Dichte geben kann.
Achso die Stammwürze variiert etwa um 1,3 ° Plato bei 20 ° C.

Schon Mal Danke
Steffen

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§11
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Re: Wann die Stammwürze messen?

#2

Beitrag von §11 » Montag 20. April 2020, 17:56

Stammwürze kann man nur an einer Stelle im Prozess messen. Nach dem Kochen vor dem Anstellen
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
https://headlessbrewer.wordpress.com/

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Re: Wann die Stammwürze messen?

#3

Beitrag von Bierjunge » Montag 20. April 2020, 19:22

Bafra hat geschrieben:
Montag 20. April 2020, 17:13
Gemessen wird vor dem Läutern, danach, vor und nach dem Kochen, sowie vor dem Anstellen.
Der Einfluss der Temperatur ist mir bewusst aber die anderen Einflüsse sind mir nicht ganz klar.
Echt jetzt? :puzz
Wenn Du nach dem Läutern nicht eine nur noch gut halb so hohe Dichte misst wie vor dem Läutern, hast Du nicht angeschwänzt. Und wenn Du nach dem Kochen nicht eine erkennbar höhere Dichte misst als vorher, hast Du nicht richtig gekocht. Dabei nur von "ein bisschen variieren" zu reden, ist arg euphemistisch!
Jan hat schon den einzig richtigen Zeitpunkt zur Ermittlung der "Stammwürze" genannt. Alle anderen Messungen liefern bloß Massenprozente. Und dass die sich über den Prozess hinweg gewaltig ändern, gehört so!

Moritz

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Re: Wann die Stammwürze messen?

#4

Beitrag von Bafra » Montag 20. April 2020, 20:39

Hallo zusammen,

Ich hab meine Frage ein wenig verwirrend formuliert.
Mir geht es eben um die Maischeprozess Überprüfung und daher messe ich nach verschiedenen Prozessschritten weil die Stammwürze nach dem Kochen zu hoch war als davor berechnet.
Und mir ging es um die Messungenauigkeit zwischen den zu erwartenden und den gemessenen Werten. Daher wollte ich fragen, ob jemand etwas auffällt was ich falsch mache oder ne Erklärung für die Messschwankungen hat.
Vielleicht hätte noch sagen sollen, dass ich mit einem Braumeister 20 Braue.
Hoffe jetzt macht meine Frage mehr Sinn.

Viele Grüße Steffen

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Re: Wann die Stammwürze messen?

#5

Beitrag von bwanapombe » Montag 20. April 2020, 22:04

So richtig verständlich ist mir das Problem noch nicht. Du mißt den Extraktgehalt der Würze an verschiedenen Zeitpunkten und die Werte weichen von den erwarteten oder errechneten Werten ab. Am Ende des Hopfenkochens ist der Extraktgehalt dann "zu hoch".

Du müßtest uns mal sagen, wann Du welche Werte gemessen und welche Werte Du erwartet hast.

Wenn der Stammwürze einen zu hohen Extraktgehalt hat, kann man das später durch Verdünnen einstellen.

Dirk
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Re: Wann die Stammwürze messen?

#6

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Montag 20. April 2020, 23:18

Steffens Frage ist berechtigt. Bevor man seine Anlage kennt ist das schon verwirrend.
Am Ende des Abläuterns messen bringt die grobe Info, ob der Extrakt wie gewünscht erreicht wurde. Liegt der Wert hier 1...2 Gr.P. niedriger als geplant ist das ok, denn durch das Kochen steigt dieser natürlich wieder.
Am Ende des Kochens messen bringt die Info, was tatsächlich herausgekommen ist. Ist dann die Stw. wieder höher als gewünscht kann man sich freuen und vor dem Anstellen der Hefe auf Ziel-Stw. verdünnen.
Und die Erkenntnisse werden in den nächsten Sud eingebracht. Nach einigen Suden kennt man die eigene Anlage und misst nur noch am Ende des Kochens.

Grüßle Dieter
Brau, schau wem.

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Re: Wann die Stammwürze messen?

#7

Beitrag von Bafra » Dienstag 21. April 2020, 13:24

Hallo nochmal,

ich versuche mein Anliegen nochmals etwas genauer zu fromulieren und anhand meiner Daten zu erklären.
In der nachfolgenden Tabelle sind meine Dichtemessungen bei dem dazugehörigen Prozessschritt dargestellt:

Nr Datum/Zeit Wert [%w/w] Temperatur [°C] Alkohol [v/v%] scheinbarer Endvergärungsgrad [%] Prozessschritt
1 11.04.2020 16:02 12,6 22,5 0,2 2 Vor dem Läutern
2 11.04.2020 16:03 11,5 23,7 0,8 11 Nach dem Läutern
3 11.04.2020 17:33 12,9 Stw. 18,4 0 0 Nach dem Kochen 1
4 11.04.2020 17:35 13,2 21,7 -0,2 -2 Nach dem Kochen 2
5 12.04.2020 10:05 12,3 21,6 0,3 5 Vor dem Anstellen
6 20.04.2020 16:46 1,2 22,2 6,3 91 Nach 8 Tagen HG

Generell entsprechen meine Messwerte schon meinen Erwartungen und ich bin mir auch über die Veränderungen durch den jeweiligen Prozess bewusst. Was mich aber verwirrt hat sind die Unterschiede zwischen der dritten/vierten Messung und der fünften Messung. Jede dieser Messung könnte ich als Stammwürze verwenden. Messung 3 und 4 habe ich kurz nach dem Kochen gemessen und die fünfte Messung am nächsten Morgen beim Anstellen.
Über die Nacht hat sich die Würze abgekühlt und am nächsten Tag habe ich 1 °Plato weniger gemessen (gleiche Temperatur). Diese Probe habe ich von oben mit einer Spritze abgezogen und die anderen von unten über den Hahn.
Daher habe ich mich gefragt, ob dies eine Rolle spielen könnte oder ob jemand eine andere Idee hat woran dies liegen kann. Die Messungenauigkeit vom Easy Dens ist ebenfalls wesentlich geringer und befindet sich meiner Erfahrung nach im 0,3 ° P Bereich.

Ich hoffe nun ist meine Frage verständlich. Diesmal habe ich es auch am Rechner und nicht mit dem Handy formuliert.

Ziel ist es natürlich meine Messungen den berechneten Werten anzugleichen und somit meine Sude besser planen können.

Danke und viele Grüsse
Steffen

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Re: Wann die Stammwürze messen?

#8

Beitrag von bwanapombe » Dienstag 21. April 2020, 16:40

Zwischen den Messungen Nr. 3 und 4 ist eine Differenz von 0,3 Punkten. Das könnte unter Toleranz fallen.
Zwischen Nr. 5 und 3 bzw. 4 sehe ich eine Differenz von 0,6-0,9 Punkten. Das würde ich tatsächlich auf den Hahn schieben, wenn sich da irgendwo eingetrockneter Extrakt eingenistet hat, könnte das bei kleinen Proben schon den Unterschied erklären, ohne dass ich es jetzt nachgerechnet hätte, wieviel Extrakt da den Unterschied macht. Also Proben nicht aus dem Hahn nehmen oder zumindest eine Menge vorher durchlaufen lassen, bevor die Probemenge entnommen wird.

Und wenn man schon drei Werte gemessen hat, kann man die ja immer noch mitteln, bevor man sich für einen Extremwert entscheidet, der dann in die Berechnungen eingehen soll.

Dirk
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Re: Wann die Stammwürze messen?

#9

Beitrag von Bafra » Dienstag 21. April 2020, 21:57

Hi Dirk,

danke für deine Antwort. Ich werde in Zukunft alle Messproben von oben entnehmen und erhoffe mir dadurch auf präzisiere Ergebnisse.

Viele Grüsse
Steffen

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Re: Wann die Stammwürze messen?

#10

Beitrag von VolT Bräu » Dienstag 21. April 2020, 22:31

Der Umgang mit heissen Proben kann das Ergebnis auch verfälschen. Wenn man nach dem Kochen eine kleine Menge "ausdampfen" lässt, kann das auch die Konzentration messbar erhöhen. Dagegen sollte ggf. helfen die Probe nicht zu klein zu machen und aktiv kühlen (kleines Glas in kaltes Wasser stellen oder etwas in der Art)
Jetzt mal Bier bei die Fische!

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