Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

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Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

#1

Beitrag von Roseggerbrauer » Donnerstag 23. April 2020, 20:07

Hallo liebe Braugemeinde,

ich habe mal wieder eine Frage an die Brau Community.

Ich habe nun mein erstes untergäriges Pils gebraut.

Ich bin mit 42 Liter und 11,5 Plato wie gewünscht rausgekommen. Nachdem das Bier und die Hefe eine Temperatur von 12 Grad erreicht hatten habe ich drei Pack Bohemian Lager M84 - Mangrove Jack's Craft Series Trockenhefe dazugegeben. Jetzt sind ca. 35h vergangen und ich habe nicht das Gefühl das die Gärung begonnen hat.

All meine obergärigen Biere haben immer stark durch den Gärspund geblubbert.

Ist das bei untergäriges Bieren vielleicht anders? Habt ihr eine Idee??

Vielen Dank im Voraus und sonnige Grüße

Bafra
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Re: Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

#2

Beitrag von Bafra » Donnerstag 23. April 2020, 20:13

Servus Rossegerbrauer,
untergärige Biere haben bei weitem nicht die Gäraktivität von OG Bieren. Hab Geduld bei deinem Pils. Nach drei Tagen fingen meine UG Biere nach Hefe zu riechen und geblubbert hat es erst nach einer Woche.
Viele Grüße Steffen

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Re: Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

#3

Beitrag von Roseggerbrauer » Donnerstag 23. April 2020, 20:18

Hallo Steffen,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Das beruhigt mich jetzt erstmal 😊

Dann warte ich ab....

Viele Grüße
David

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ZeroDome
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Re: Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

#4

Beitrag von ZeroDome » Donnerstag 23. April 2020, 21:10

Zu wenig Hefe für untergärig. Außerdem sind die Mangrove Jacks Hefen Schnarchnasen..

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Re: Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

#5

Beitrag von olibaer » Donnerstag 23. April 2020, 21:25

Hi Steffen,
Bafra hat geschrieben:
Donnerstag 23. April 2020, 20:13
... und geblubbert hat es erst nach einer Woche.
Das ist, egal ob OG oder UG, nie gut.
Wenn einem schon zur Angärphase der Prozess entgleitet, verkommt der Rest der Herstellung zum blosen troubleshooting.

Mittlerweile ist etabliert, dass die ersten 0-48 h nach dem Anstellen für den Hobby-Brauer ganz entscheidend sind, hat er doch zumeist im weiteren Gärverlauf viel weniger Kontrolle, als zum Zeitpunkt des Anstellens. Demzufolge kommt der Anstelltechnik und der Angärphase eine ganz besondere Bedeutung zu.

Wenn es erst nach einer Woche das erste mal blubbert(Gärung setzt ein), bedeutet das nichts Gutes und müsste heutzutage auch nicht mehr wirklich sein.
Gruss
Oli
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Re: Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

#6

Beitrag von Roseggerbrauer » Donnerstag 23. April 2020, 21:35

Hey Dominic,

wie viel Hefe sollte ich denn zugeben?

Laut Verpackung reicht ein Päckchen für maximal 23 Liter. Bei drei Päckchen dachte ich es reicht. Ist es möglich heute noch eins zuzugeben und nochmal den Sud aufzuziehen?

Besten Dank und Gruß
David

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Re: Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

#7

Beitrag von diapolo » Donnerstag 23. April 2020, 23:24

Hi david,
UG rechnet man mit 200g/hl TrockenHefe.
Heißt es war zu wenig ich verwende für meine UG Biere die Z001 Flüssighefe vom Braupartner bei mir setzt die Gärung nach ca. 4-6h nach Hefegabe ein

Mit freundlichen Grüßen

Bernd
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Re: Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

#8

Beitrag von Roseggerbrauer » Freitag 24. April 2020, 07:49

Moin zusammen, so ich habe gestern nochmal ein Pack dazugegeben und nochmal ordentlich aufgezogen. Ich habe nun insgesamt 40g Hefe dran. Hoffentlich gehts jetzt los. Mehr Hefe habe ich jetzt leider gar nicht mehr im Haus :-/

Was kann ich machen wenn es immer noch nicht los geht?

Sonnige Grüße aus Leipzig
David

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Re: Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

#9

Beitrag von bwanapombe » Freitag 24. April 2020, 11:03

Hallo David,

wenn bei 12°C da bis jetzt nichts losgegangen ist, ist auch kaum noch was zu erwarten.

Ich bin dazu übergegangen, bei unbekannten Hefen, immer eine Alternative notfalls obergärig in Reserve zu haben. Das hat mir schon einen Sud gerettet. Das Bier wurde gestopft und wurde als gut befunden.

Wichtig für gute Ergebnisse mit untergäriger Hefe sind eine ausreichende Menge vitaler Hefe und die richtige Anstelltemperatur von 8-9°C. Es gibt auch "temperaturtolerantere" Hefen, die muß man aber kennen und zur Verfügung haben.

Das Problem in Deiner Gärung ist, dass die Hefe entweder ungeeignet war oder Du nicht erkannt hast, dass die Gärung begonnen hat.

Ganz praktisch: Wenn Du noch eine OG Hefe hast, bereite sie vor und mach den Deckel auf. Siehst Du Anzeichen von Gärung (Geruch, Schaum, Brandhefe) mach den Deckel wieder zu. Sieht die Würze unberührt aus, setz die OG Hefe zu und stelle den Behälter auf OG-Temperatur.

Dass das Risiko einer spürbaren Infektion ist mittlerweile sehr hoch ist, wurde glaube ich schon gesagt.

Dirk
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Re: Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

#10

Beitrag von Roseggerbrauer » Freitag 24. April 2020, 14:09

So nach meiner gestrigen weiteren Zugabe und das erneute Aufziehen der Würze scheint die Hefe nun angekommen zu sein. Zumindest kann ich nun im Gärröhrchen Aktivitäten feststellen 😊

Ich hoffe das nun auch alles komplett vergärt und die vier Pack Hefe ausreichen.

Gibt es ansonsten noch weitere Tipps dazu?

Sonnige Grüße aus Leipzig
David

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Re: Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

#11

Beitrag von bwanapombe » Freitag 24. April 2020, 14:59

Abwarten.

Dirk
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Re: Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

#12

Beitrag von Roseggerbrauer » Freitag 24. April 2020, 18:17

So wird’s gemacht!

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Re: Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

#13

Beitrag von Roseggerbrauer » Sonntag 26. April 2020, 20:54

Hallo in die Runde, hier nur ein kurzer Zwischenbericht.

Die Gärung ist inzwischen in vollem Gange und die heutige Messung hat einen Wert von 7,5 Plato ergeben.

Es scheint also alles gut zu gehen.

Beste Grüße
David

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Re: Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

#14

Beitrag von Roseggerbrauer » Sonntag 3. Mai 2020, 20:22

Ein neuer Zwischenbericht!

Ich bin nun bei 5,2 Plato angekommen. Dieser Wert hat sich auch nach ca. 3 Tagen nicht verändert. Die Hefe habe ich am 22.04. bei einem Restextrakt von 11,7 Plato dazugegeben. Ist es möglich das die Gärung bei einem Untergärigem Bier nach 1 1/2 Woche fertig ist? Der Alkohol Gehalt sollte nun bei 4,1% liegen. Was sagt ihr? Abfüllen?

Besten Dank und Grüße
David

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Re: Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

#15

Beitrag von heizungsrohr » Sonntag 3. Mai 2020, 21:55

Miss nicht ständig nach, jedes Probenziehen ist eine Infektionsgefahr.
5,2% Restextrakt sind zu viel, die Gärung ist sicherlich noch nicht durch. Stell es etwas wärmer und warte ein paar Tage
Gruß
Magnus

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Re: Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

#16

Beitrag von Roseggerbrauer » Donnerstag 7. Mai 2020, 08:43

Hallo in die Runde, leider tut sich nichts mehr im Gärfass. Die Gärung ist bei 5,2 Plato eingeschlafen. Ist auch kein Schaum etc. mehr zu sehen. Leider bekomme ich den Kühlschrank bei den aktuellen Außentemperaturen nicht über 12 Grad. Ich habe noch keine Heizmatte oder ähnliches im Kühlschrank installiert. Was macht nun am meisten Sinn, Abfüllen, neu aufziehen oder meine S23 Hefe draufschütten die ich noch da habe? Vielen Dank und Grüße, David

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Re: Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

#17

Beitrag von Johnny H » Donnerstag 7. Mai 2020, 09:50

Sind die 11,5/11,7°P und 5,2°P tatsächlich Spindelwerte, oder wurden die mit einem Refraktometer ermittelt?

Ansonsten "riecht" alles nach eindeutigem Underpitching (zu wenig vitale und viable Hefe): das verzögerte Ankommen und nun das Einschlafen bei etwa 55% Vergärgrad (das ist ein typischer Wert für eine eingeschlafene Gärung)!

Unter Vorbehalt bei der Ermittlung der Messwerte (siehe erste Frage) würde ich jetzt vermutlich vorsichtig aufrühren oder den Eimer schwenken, um die Hefe aufzurütteln und gleichzeitig wärmer stellen. Wenn es nicht kontrolliert wärmer geht als 12°C, würde ich in Erwägung ziehen, bei Raumtemperatur fertig zu gären (das ist zwar nicht optimal, aber nun nicht mehr so tragisch wie zu Beginn der Gärung). Wenn dann die Gärung nicht wieder anspringt, kannst du immer noch OG-Hefe dazu geben.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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Re: Gärung Untergäriges Pils lässt auf sich warten.

#18

Beitrag von Roseggerbrauer » Donnerstag 7. Mai 2020, 12:50

Super, vielen Dank für das Feedback. Die Messung habe ich mit einem Refraktometer vorgenommen und mit der App Refrakto umgerechnet. Das Refraktometer funktioniert Temperaturunabhänging und ist mit destillierten Wasser eingestellt. Die Werte sollten eigentlich passen. Bei meinem letzten obergärigen Bieren gab es auch noch nie Probleme und ich hatte immer das Gefühl das die Angaben passten. Also versuche ich die Hefe vorsichtig aufzurütteln und stelle es etwas Wärmer. Beste Grüße

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