Kölsch mit Zymoferm 7

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train1811
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Kölsch mit Zymoferm 7

#1

Beitrag von train1811 » Donnerstag 21. Mai 2020, 07:59

Hallo Liebes Forum!

Ich hatte meinen letzten Sud Anfang 2016.
Nun gärt in meinem umgebauten Kühlschrank 40L Kölsch, angestellt mit der Zymoferm 7 (Alt-Kölsch-Ale).

Auf die Menge habe ich 2 Päckchen nach Angabe direkt eingestreut.

Stammwürze beim Anstellen letzten Samstag: 12,3°P
Heute gemessen: 7,5°P
Temperatur konstant: 24°C

Geruchsbildung bisher normal.
Ist die Hefe einfach langsam oder sollte ich meine Temperatur etwas anpassen?
Hat hier jemand Erfahrung mit der Braupartner Eigenmarke?

Soweit ich mich an die letzten Sude erinnere, waren die meistens nach 5 Tagen durch - Ohne Gärschrank....


Bedankt!
Matthias

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Shortbreaker
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Re: Kölsch mit Zymoferm 7

#2

Beitrag von Shortbreaker » Donnerstag 21. Mai 2020, 08:46

Hallo Matthias,

dass das Aufstreuen der Hefe nicht besonders zuträglich ist, weißt du sicher schon, falls nicht schau mal in der Suche unter dem Stichwort Rehydrierung nach.
Falls die 7.5°P korrekt sind, also nicht einfach nur der Wert, der am Refraktometer abgelesen wurde und den man erst umrechnen muss, dann würde ich nicht davon ausgehen, dass die Gärzeit noch als normal zu erachten ist.
Bei dieser (für mich schon zu hohen) Temperatur sollte die Gärung eigentlich zügig starten und in der gegebenen Zeit bereits weitestgehend durch sein.
Wie lange hatte es den gedauert, bis die Hefe ankam? Bei OG sollte sich am nächsten morgen bereits Gärspundaktivität eingestellt haben, sofern der Gärbehälter dich ist.
Weiterhin scheint mir auch die Hefemenge zu niedrig zu sein, da diese Päckchen ja nur 7g enthalten.

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Re: Kölsch mit Zymoferm 7

#3

Beitrag von chaos-black » Donnerstag 21. Mai 2020, 09:06

Ohne die Zymoferm 7 verwendet zu haben: Warum zielst du denn auf so eine warme Gärung ab? 24°C ist ca 10°C wärmer als ich ein Kölsch anstellen würde.

Zu deinereigentlichen Frage habe ich nichts beizutragen, was Shortbreaker nicht bereits erwähnt hat: Du hast zu wenig Hefe verwendet, Aufstreuen hat sie potenziell weiter dezimiert, eigentlich unterstützt die hohe Gärtemperatur schnelle Gärung.

Beste Grüße,
Alex
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Re: Kölsch mit Zymoferm 7

#4

Beitrag von train1811 » Donnerstag 21. Mai 2020, 12:26

Laut Verpackung ist die Temperatur zwischen 22 und 26°C Ideal..

Ein Päckchen habe ich noch. Vll sollte ich daraus noch einen Starter bauen?

Die Hefe hatte ich letzten Samstag eingerührt. Bereits Sonntag war die dann auch komplett da.
Gemessen habe ich mit einem Refraktometer - ich gebe jetzt aber nochmal die Spindel in den Topf...

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Re: Kölsch mit Zymoferm 7

#5

Beitrag von train1811 » Donnerstag 21. Mai 2020, 12:54

Das Refraktometer habe ich mit Wasser genullt. Dann gemessen: 7 Brix
Die Spindel zeigt mir 4°P an..

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Re: Kölsch mit Zymoferm 7

#6

Beitrag von Alt-Phex » Donnerstag 21. Mai 2020, 12:58

Der Klassiker. Du hast beim Refraktometer den Alkoholfehler nicht rausgerechnet.
https://www.maischemalzundmehr.de/index ... ktorechner
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

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Re: Kölsch mit Zymoferm 7

#7

Beitrag von jemo » Donnerstag 21. Mai 2020, 13:07

Bei 24 Grad wird das mit viel Glück ein Pale Ale, aber ganz sicher kein Kölsch.
Viele Grüße,
Jens

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Re: Kölsch mit Zymoferm 7

#8

Beitrag von train1811 » Donnerstag 21. Mai 2020, 14:05

Alt-Phex hat geschrieben:
Donnerstag 21. Mai 2020, 12:58
Der Klassiker. Du hast beim Refraktometer den Alkoholfehler nicht rausgerechnet.
https://www.maischemalzundmehr.de/index ... ktorechner
Vielen Dank!
War mir neu, ist aber logisch!

Ich habe jetzt die desinfizierte Spindel in den Gäreimer gegeben.
Sollte sich in den nächsten 3 Tagen nichts mehr ändern an den 4°P wird abgefüllt.

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Re: Kölsch mit Zymoferm 7

#9

Beitrag von train1811 » Samstag 23. Mai 2020, 08:37

jemo hat geschrieben:
Donnerstag 21. Mai 2020, 13:07
Bei 24 Grad wird das mit viel Glück ein Pale Ale, aber ganz sicher kein Kölsch.
Hallo Jens,

ich habe ein paar Tage über Deine Aussage gegrübelt - wieso wird das bei der Temperatur nur mit Glück ein PaleAle, aber kein Kölsch?
Ich habe die Mitte der Temperaturangabe der Hefe gehalten.

Würde diesbezüglich gerne was lernen.

Matthias

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Re: Kölsch mit Zymoferm 7

#10

Beitrag von ggansde » Samstag 23. Mai 2020, 09:49

Moin,
die Hefehersteller gehen unter der Berücksichtigung der Fehler, die einem Neuling beim Bierbrauen passieren können mit ihren Hinweisen auf Nummer sicher:
- Gefahr der Kontamination: Statt sich eine Infektion bei der Herstellung eines Starters einzufangen lieber aufstreuen. Dabei gehen natürlich massenweise Zellen drauf
- Hohe Gärtemperaturen: Geringe Anstellmengen oder Fehler bei der Würzeherstellung oder Gärführung vermeiden. Jede Hefe fühlt sich bei den angegeben Temperaturen pudelwohl und zieht die Gärung zügig durch. Dabei werden aber so viele Fehlaromen produziert, dass der Bierstil verfehlt ist
Daher der Tip: lies dich in einschlägige Literatur ein und schaue auch in unser WiKi https://hobbybrauer.de/forum/wiki/doku. ... redirect=1
Übrigens, die Zymoferm Z007 ist keine obergärige Hefe für ein Kölsch sondern untergärig für Festbier, Märzen oder Wiener Lager, vergleichbar mit der White Labs WLP820 Octoberfest/Märzen Lager oder WYEAST 2206 Bavarian Lager. Die mag es gerne kalt.
VG, Markus
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Re: Kölsch mit Zymoferm 7

#11

Beitrag von Shortbreaker » Samstag 23. Mai 2020, 13:12

ggansde hat geschrieben:
Samstag 23. Mai 2020, 09:49
Übrigens, die Zymoferm Z007 ist keine obergärige Hefe für ein Kölsch sondern untergärig für Festbier, Märzen oder Wiener Lager, vergleichbar mit der White Labs WLP820 Octoberfest/Märzen Lager oder WYEAST 2206 Bavarian Lager. Die mag es gerne kalt.
VG, Markus
Scheinbar nummeriert Braupartner seine Trockenhefen anders durch. Bei den flüssigen ist es eben Z001 - Z..., aber bei den trockenen geht es scheinbar von 1 - X. Hier ist die Nr. 7 tatsächlich eine Kölsch/Alt-Hefe:
https://www.braupartner.de/Zymoferm-ALT ... kenhefe-og

Beste Grüße
Tobias

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Re: Kölsch mit Zymoferm 7

#12

Beitrag von jemo » Samstag 23. Mai 2020, 13:19

train1811 hat geschrieben:
Samstag 23. Mai 2020, 08:37

Hallo Jens,

ich habe ein paar Tage über Deine Aussage gegrübelt - wieso wird das bei der Temperatur nur mit Glück ein PaleAle, aber kein Kölsch?
Weil die Hefe bei 24 Grad zu viele Fehlaromen produziert. Ein Kölsch wird ja deshalb relativ kühl vergoren, damit wenig Fehlaromen entstehen.
Viele Grüße,
Jens

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Re: Kölsch mit Zymoferm 7

#13

Beitrag von ggansde » Samstag 23. Mai 2020, 13:29

Shortbreaker hat geschrieben:
Samstag 23. Mai 2020, 13:12
ggansde hat geschrieben:
Samstag 23. Mai 2020, 09:49
Übrigens, die Zymoferm Z007 ist keine obergärige Hefe für ein Kölsch sondern untergärig für Festbier, Märzen oder Wiener Lager, vergleichbar mit der White Labs WLP820 Octoberfest/Märzen Lager oder WYEAST 2206 Bavarian Lager. Die mag es gerne kalt.
VG, Markus
Scheinbar nummeriert Braupartner seine Trockenhefen anders durch. Bei den flüssigen ist es eben Z001 - Z..., aber bei den trockenen geht es scheinbar von 1 - X. Hier ist die Nr. 7 tatsächlich eine Kölsch/Alt-Hefe:
https://www.braupartner.de/Zymoferm-ALT ... kenhefe-og

Beste Grüße
Tobias
:Ahh Trockenhefe, na klar. Hat mich etwas verwirrt.
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Re: Kölsch mit Zymoferm 7

#14

Beitrag von train1811 » Sonntag 24. Mai 2020, 12:15

Hallo!

Ja - es ist in der Tat eine Trockenhefe - vergaß dies oben zu erwähnen.
https://brauerei.mueggelland.de/hefe-de ... s/373.html

Da hätte ich vielleicht vorher mal Suchen sollen.

Ich stempel diesen Versuch nach 4 Jahren dann mal als Lehrstunde ab:
- Informationen zur Hefe einholen
- Trockenhefe rehydrieren, ggf einen Starter bauen
- in meinem Fall so niedrig wie möglich vergären
- das Refraktometer beim Brauvorgang benutzen - beim Gären die Spindel

Wir haben gestern Abend das Jungbier abgefüllt und dabei auch verkostet - ich denke es wird Bier herauskommen, das auch trinkbar sein wird.
Die Hefe haben wir diesmal geerntet - ich werde beim nächsten Versuch damit 2 Tage Vorher einen Starter bauen und das Kölsch bei 18°C gem der Infos bei Mueggeland anstellen.

Jedenfalls geht hiermit die Lernkurve wieder steil nach oben ;)

Vielen Dank!

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Re: Kölsch mit Zymoferm 7

#15

Beitrag von gulp » Sonntag 24. Mai 2020, 12:47

train1811 hat geschrieben:
Sonntag 24. Mai 2020, 12:15
Hallo!

Ja - es ist in der Tat eine Trockenhefe - vergaß dies oben zu erwähnen.
https://brauerei.mueggelland.de/hefe-de ... s/373.html

Da hätte ich vielleicht vorher mal Suchen sollen.

Ich stempel diesen Versuch nach 4 Jahren dann mal als Lehrstunde ab:
- Informationen zur Hefe einholen
- Trockenhefe rehydrieren, ggf einen Starter bauen
- in meinem Fall so niedrig wie möglich vergären
- das Refraktometer beim Brauvorgang benutzen - beim Gären die Spindel

Wir haben gestern Abend das Jungbier abgefüllt und dabei auch verkostet - ich denke es wird Bier herauskommen, das auch trinkbar sein wird.
Die Hefe haben wir diesmal geerntet - ich werde beim nächsten Versuch damit 2 Tage Vorher einen Starter bauen und das Kölsch bei 18°C gem der Infos bei Mueggeland anstellen.

Jedenfalls geht hiermit die Lernkurve wieder steil nach oben ;)

Vielen Dank!
Bei Trockenhefe braucht man keinen Starter. Deine 2 Päckchen reichen für 40l und redydrierst du so: https://stixbraeu.de/tipps-und-tricks/h ... ratisieren.

Gruß
Peter

und fertig.
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

https://biergrantler.de
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