Hefe mit abgefüllt?

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Luzu
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Hefe mit abgefüllt?

#1

Beitrag von Luzu » Donnerstag 16. Juli 2020, 21:37

Hallo an alle :Greets

Ich habe heute mein allererstes Jungbier abgefüllt, habe also noch nicht so viel Erfahrung.

Dabei fiel mir auf, dass das Bier beim Abfüllen relativ trüb ist (ich würde sagen naturtrüb... wie das linke Bier auf dem Bild hier https://www.besserbrauer.de/wp-content/ ... blog-9.jpg), was hoffentlich nicht so schlimm ist. Ich bilde mir aber ein, dass es im Gärbehälter klarer aussah.
Geschmacklich finde ich das Jungbier für meinen unerfahrenen Gaumen unauffällig, auch nicht hefig oder so.

Was mir eher Sorgen bereitet ist, dass ich beim Abfüllen wohl etwas gierig war und in die letzten Flaschen vermutlich etwas von der am Boden des Gärbehälters abgesetzten Hefe mit abgefüllt habe. Aufgefallen ist mir das deshalb, weil ich die letzte Menge (die nicht mehr genug war um eine Flasche zu füllen) in ein Glas zum sofort Probieren gegeben habe. Dieses Glas ist besonders trüb, schmeckt relativ hefig und nach ein paar Stunden Ruhe setzt sich unten auch direkt eine Schicht Hefe ab. Der Inhalt einer früher abfüllten "Kontrollflasche" ist klarer, etwa so wie oben beschrieben im Bild links.
Frage: Ist das schlimm, dass in den letzten 3-4 Flaschen übermäßig Hefe mit drin ist? Kann da was passieren? Soll ich lieber nochmal ausleeren und die Hefe nochmal absetzen lassen?

Infos zum Bier:
Es ist ein Pale Ale mit Lallemand Nottingham Hefe vergoren.
Schüttung: 5kg Pilsener und 0,5kg Carahell, Hopfen ist Brewers Gold.

08.07. Brautag. 09.07. Hefe zugefügt, Gärung wie erwartet verlaufen, ab 13. bis 15.07. dreimal derselbe Wert im Refraktometer. Also HG offensichtlich rum und heute (16.07.) stolz wie Bolle abgefüllt. :Smile Aufkarbonisiert habe ich mit normalem Haushaltszucker und einer Dosierhilfe.

21l Ausschlagvolumen, 14,7°Brix Stammwürze -> Jungbier hat noch 7°Brix (alles Werte aus dem Refraktometer, laut MMUM mit Korrektur des Alkoholfehlers tatsächlicher Restextrakt: 4.5%, also alles okay?! Oder ist die Hefe stecken geblieben?).
Ich komme außerdem auf 6,5 Vol.% Alkohol und eine SHA von 55%.
Grüße,
Jens

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Re: Hefe mit abgefüllt?

#2

Beitrag von VolT Bräu » Donnerstag 16. Juli 2020, 22:33

Alles gut. Klingt soweit alles richtig.
Um die Trübung zu reduzieren einfach nächstes Mal länger warten und vor der Abfüllung kühlen. Dicker Bodensatz ist unschön, aber kein Problem.
Jetzt mal Bier bei die Fische!

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Re: Hefe mit abgefüllt?

#3

Beitrag von Luzu » Donnerstag 16. Juli 2020, 23:20

Da bin ich ja beruhigt. :Smile
Danke für die freundliche Antwort und die Tipps!

Also kommt der Gäreimer wohl das nächste Mal vor dem Abfüllen in den Keller. Ansonsten wüsste ich jedenfalls nicht, wie ich das dicke Ding kühlen sollte... :Bigsmile
Grüße,
Jens

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Re: Hefe mit abgefüllt?

#4

Beitrag von afri » Donnerstag 16. Juli 2020, 23:37

Luzu hat geschrieben:
Donnerstag 16. Juli 2020, 21:37
Ist das schlimm, dass in den letzten 3-4 Flaschen übermäßig Hefe mit drin ist? Kann da was passieren? Soll ich lieber nochmal ausleeren und die Hefe nochmal absetzen lassen?
Alles gut, kennzeichne sie einfach (falls du das nicht am besonders dicken Bodensatz sehen kannst) und dann etwas vorsichtiger einschänken, ich höre immer auf, sobald ich Schlotz im Flaschenhals sehe. Allerdings sollte gerade die Notti einen betonharten Bodensatz ergeben, nach drei Monaten wirst du das fast glanzfein aus den Flaschen holen können.
Achim
Bier ist ein Stück Lebenskraft!

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Re: Hefe mit abgefüllt?

#5

Beitrag von Luzu » Freitag 17. Juli 2020, 12:49

Ok, dann beobachte ich das mal. Ich habe ja noch keine Erfahrung wie viel sich da noch potentiell absetzt... nach euren Aussagen ja noch ein gewisser Teil über die Zeit.
Glanzfein hört sich gut an. Aber eine gewisse Trübe stört mich nicht, hauptsache es schmeckt! :Smile

Ja der bisherige Notti-Bodensatz war fast schon pastenartig. Habs meiner Freundin als Schönheitsmaske angeboten aber das wurde abgelehnt. :Bigsmile
Grüße,
Jens

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Re: Hefe mit abgefüllt?

#6

Beitrag von Sauermann » Freitag 17. Juli 2020, 16:07

Luzu hat geschrieben:
Donnerstag 16. Juli 2020, 23:20
Also kommt der Gäreimer wohl das nächste Mal vor dem Abfüllen in den Keller. Ansonsten wüsste ich jedenfalls nicht, wie ich das dicke Ding kühlen sollte... :Bigsmile
Vielleicht solltest du den Eimer auch schon während der Gärung in den Keller stellen. Wie war denn deine Gärtemperatur?

Ich finde, mit der Nottingham kann man mehr falsch machen wenn sie zu warm vergärt als an ihrer unteren Grenze.

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Re: Hefe mit abgefüllt?

#7

Beitrag von Luzu » Freitag 17. Juli 2020, 18:22

Sauermann hat geschrieben:
Freitag 17. Juli 2020, 16:07
Wie war denn deine Gärtemperatur?
Hmm, wenn ich so drüber nachdenke... es war die Tage relativ warm bei uns, also so 24-25°C Raumtemperatur kann das durchaus gehabt haben.
Und dann stand der Eimer natürlich noch genau neben dem Fenster... :Grübel
Grüße,
Jens

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Re: Hefe mit abgefüllt?

#8

Beitrag von Mehrbier » Freitag 17. Juli 2020, 18:33

Die Notti erzeugt spätestens ab 20 Grad ordentlich Ester. Nach einigen Aussagen hier im Forum schon ab 18 Grad. Dann gibt es wieder mindestens zwei Lager. Die einen mögen die Ester die anderen so gar nicht (nicht wahr Jens?).

Meiner bescheidenen Meinung nach wird die Notti mit Vorliebe eingesetzt weil sie kühl geführt sehr sauber vergärt.
Gruß
Gerdi

„Kein neues Bier brauen, weil der Kühlschrank voll ist, ist aber auch keine gute Option.“

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Re: Hefe mit abgefüllt?

#9

Beitrag von Luzu » Samstag 18. Juli 2020, 14:42

Ich werde mir definitiv mehr Gedanken über die Auswirkung der Temperatur auf die Gärung in Abhängigkeit von der jeweils eingesetzten Hefe machen!

Kann man das eventuell irgendwo nachlesen, welche Hefe bei welcher Temperatur optimal vergärt (die Forensuche hat mir in dem Punkt leider nicht so wirklich weiter geholfen...)? Oder ist das Erfahrungs- bzw. Geschmackssache (bei den Estern scheinen sich ja bereits die Geister zu scheiden :Bigsmile)?
Grüße,
Jens

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Re: Hefe mit abgefüllt?

#10

Beitrag von Perlebräu » Samstag 18. Juli 2020, 16:19

Luzu hat geschrieben:
Samstag 18. Juli 2020, 14:42
Ich werde mir definitiv mehr Gedanken über die Auswirkung der Temperatur auf die Gärung in Abhängigkeit von der jeweils eingesetzten Hefe machen!

Kann man das eventuell irgendwo nachlesen, welche Hefe bei welcher Temperatur optimal vergärt (die Forensuche hat mir in dem Punkt leider nicht so wirklich weiter geholfen...)? Oder ist das Erfahrungs- bzw. Geschmackssache (bei den Estern scheinen sich ja bereits die Geister zu scheiden :Bigsmile)?
https://brauerei.mueggelland.de/hefe.html hier findest du eine gute Übersicht zu vielen Hefe

Wie du schon sagst ist das natürlich alles Geschmackssache. Am besten lernt man seine Hefe kennen, eine kontrollierte ist da natürlich Vorraussetzung.
Temperatur ist eine Stellschraube wenn es um die Produktion von Aromastoffen der Hefe wie Ester, höhere Alkohole usw. geht. Viabilität und Vitalität der Hefe, Anstellmenge, Sauerstoffversorgung und Inhaltsstoffe der Würze sind ein paar weiter Punkte die Einfluss nehmen.
Höhere Temperaturen führen zu einer erhöhten Produktion, wenn es dir speziell um Ester geht. Steht aber jede Menge hier im Forum auch zu einzelnen Hefen, die Nottingham ist mit Sicherheit dabei.

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Re: Hefe mit abgefüllt?

#11

Beitrag von Luzu » Sonntag 19. Juli 2020, 17:16

Danke für die vielen Tipps. Es ist echt gut, dass es freundliche Menschen hier und hilfreiche Seiten wie die von Müggelland gibt!
Ich hoffe, ich kann anderen auch mal so weiter helfen.

Dann hab ich ja jetzt was zum Lesen... :Smile
Grüße,
Jens

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