Optimaler Endvergärungsgrad

SpaceMarder
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Optimaler Endvergärungsgrad

#1

Beitrag von SpaceMarder » Dienstag 28. Juli 2020, 00:03

Hallo zusammen!

Ich hätte da einmal ein kleines Anliegen und hoffe auch, dass ich da mit meiner Annahme richtig liege:

Am 21.7.20 habe ich mein 2. Sud gebraut, die Rezeptur war die von MMuM und betraf das Heicardo Hell obergärig. Demnach habe ich auch tatsächlich die 13 % Stammwürze getroffen. Da die Hefe SAFALE K-97 einen EVG von 75 % hat, will ich jetzt, um ein Gushing zu vermeiden, den optimalen Zeitpunkt für eine Flaschenfüllung abpassen. Heute habe ich noch 8 Grad Plato gemessen. Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe (EVG) müßte ich bei 2,6 Grad Plato die Flaschenfüllung beginnen. Meine Annahme: 13 % Stammwürze davon 75 % vergoren, bedeuten einen Restplato von 2,6 %. Ist das richtig, oder liege ich da vollkommen daneben,

fragt SpaceMarder/Klaus :Drink

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#2

Beitrag von guenter » Dienstag 28. Juli 2020, 00:22

Vom Grünschläuchen würde ich abraten, bitte hier orientieren:
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?f=7&t=212

Flaschenbomben sind nicht ohne.
Bier trinken ist besser als Quark reden! :Drink

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#3

Beitrag von Silbereule » Dienstag 28. Juli 2020, 07:22

SpaceMarder hat geschrieben:
Dienstag 28. Juli 2020, 00:03
Meine Annahme: 13 % Stammwürze davon 75 % vergoren, bedeuten einen Restplato von 2,6 %. Ist das richtig, oder liege ich da vollkommen daneben,
Hi Klaus,
wenn 75% des Extrakts vergären bedeutet dies im Umkehrschluss, dass noch 25% Extrakt verbleiben. 25% von 13% sind nach meiner Rechnung 3,25% (und nicht 2,6%).
Für alles weitere ist der Link von Günter sehr hilfreich. Auch wenn du gar nichts vom Grünschlauchen gesagt hast :Wink

Herzliche Grüße
Steffen

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#4

Beitrag von Boludo » Dienstag 28. Juli 2020, 10:24

SpaceMarder hat geschrieben:
Dienstag 28. Juli 2020, 00:03
Da die Hefe SAFALE K-97 einen EVG von 75 % hat, will ich jetzt, um ein Gushing zu vermeiden, den optimalen Zeitpunkt für eine Flaschenfüllung abpassen..
Die 75% sind ein Durchschnittswert. Je nachdem wie viele vergärbare Zucker du beim Maischen erzeugst, kann das variieren. Das hängt von vielen Faktoren ab wie zb Schüttung, Rasten und auch pH Wert.
Man kann mit diesem Wert unmöglich Grünschlauchen berechnen. Es ist nur eine grobe Orientierung.
Und in Flaschen grün Schläuchen würde ich auch nicht machen.

Stefan

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#5

Beitrag von VolT Bräu » Dienstag 28. Juli 2020, 12:54

Es geht wohl nur um den Zeitpunkt zum Abfüllen und nicht ums Grunschlauchen. Die Erklärung von Boludo gilt natürlich trotzdem. Es ist sinnvoll den Vergärungsgrad auszurechnen und zu hinterfragen vor dem Abfüllen (passt es zu den ca. erwarteten 75%?), aber als alleiniges Kriterium ist es aus den genannten Gründen nicht geeignet. Daher sollte man am Ende der Gärung messen und feststellen, wenn sich nichts mehr ändert.
(Wenn man eine Schnellvergärprobe gemacht hat, kennt man den Endvergärgrad und kann dann auch entsprechend Abfüllen. )
Jetzt mal Bier bei die Fische!

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#6

Beitrag von SpaceMarder » Mittwoch 29. Juli 2020, 09:00

Moin zusammen!

Sorry das ich erst jetzt antworte, aber ich hatte zu viele Baustellen.

@guenter: Ich hatte mich da eher auf folgenden Link gestützt: https://www.maischemalzundmehr.de/index ... serechner#, aber Dein Link sieht mir noch interessanter aus. Werde mich mal noch darauf stürzen. Vielen Dank dafür.

@silbereule/Steffen: Ops, da hast Du vollkommen Recht. War schon recht spät, als ich diesen Thread erstellt habe. 75 % EVG sind 3,25 % Plato, keine Frage. :Ahh

An das Grünschlauchen traue ich mich ohnehin nicht ran und versuche es möglichst zu vermeiden. Gestern habe ich noch etwas über 7 Grad Plato gemessen. Also, es geht weiter abwärts. Naja, der Geruch der mir entgegen kommt, ist auch okay. Scheint was zu werden. Seit Tagen befindet sich in meinem Gäreimer eine dicke Schaumkrone, was mich etwas nervös macht. Ich muss mal hier im Forum, oder in meinem neu erworbenen Buch von §11 stöbern, was das zu bedeuten hat.

Euch noch einen super, schönen Tag.

Gruss Klaus :Greets

P.S.: Habe mir eben noch Deinen Link von Boludo durchgelesen. Wirklich, echt hilfreich. Diesen Link empfehle ich wirklich jeden Anfänger, so wie ich einer bin!!!!

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#7

Beitrag von Alt-Phex » Mittwoch 29. Juli 2020, 12:48

SpaceMarder hat geschrieben:
Mittwoch 29. Juli 2020, 09:00
Seit Tagen befindet sich in meinem Gäreimer eine dicke Schaumkrone, was mich etwas nervös macht. Ich muss mal hier im Forum, oder in meinem neu erworbenen Buch von §11 stöbern, was das zu bedeuten hat.
Das nennt man Kräusen und das völlig normal. Und solange noch Kräusen auf dem Bier sind brauchst du auch gar nicht messen. Frühestens drei Tage nachdem die zusammen gefallen sind lohnt sich das erst. Geduld ist das wichtigste bei Bierbrauen. Wenn du da täglich dran rumfummelst erhöhst du nur das Risiko einer Infektion.

Wenn es eher eine schlammigbraune Decke ist, dann sind es Sprossverbände der Hefe.
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#8

Beitrag von SpaceMarder » Mittwoch 29. Juli 2020, 12:55

@Alt-Phex: Danke für Deinen Ratschlag. Das gibt mir doch ein beruhigendes Gefühl. Das sagt mir auch, dass ich noch in Line bin. Dennoch, Deinen Tipp werde ich beherzigen. Vielen, vielen Dank noch einmal!

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#9

Beitrag von olibaer » Donnerstag 30. Juli 2020, 01:23

Hallo SpaceMarder/Klaus,
SpaceMarder hat geschrieben:
Dienstag 28. Juli 2020, 00:03
Da die Hefe SAFALE K-97 einen EVG von 75 % hat ...
Wo hast du denn diese Angaben her ?

Die K-97 findet sich eher in der Klasse Attenuation high. Das Datenblatt von Fermentis zur K-97 gibt Aufschluss, wenn auch inkonsistent in den Aussagen. Einerseits wird im 1. Absatz der Produktbeschreibung von "Der niedrigere Endvergärungsgrad verleiht dem Bier ..." gesprochen, andererseits wird in der Grafik darunter(RESTEXTRAKT) ein "scheinbarer Vergärungsgrad von 81%" erwähnt.

Leider ist ein scheinbarer Vergärungsgrad kein Endvergärungsgrad und leider ist ein scheinbarer Vergärungsgrad von 81% kein niederer Vergärungsgrad, sondern eher als Attenuation high einzustufen.

Sich alleine auf die Herstellerangaben bzgl. Vergärungsgrad zu verlassen ist insgesamt keine gute Idee. Die inkonsistenten Angaben im Datenblatt von oben und diese Diskussion zur K-97 sollen als Beispiel dienen.

Ergo:
Vergiss die 75% Vergärungsgrad als Endvergärung für deine aktuelle Charge und als Basis für eine Speiseberechnung anzunehmen. Du bist im IST, nicht im PLAN !

SpaceMarder hat geschrieben:
Dienstag 28. Juli 2020, 00:03
Meine Annahme: 13 % Stammwürze davon 75 % vergoren, bedeuten einen Restplato von 2,6 %. Ist das richtig, oder liege ich da vollkommen daneben
Dass deine Annahme an dieser Stelle nicht richtig ist, darauf wurde ja schon hingewiesen. Verwende an dieser Stelle besser die allgemeine Formel zur Berechnung von Vergärungsgraden:

Code: Alles auswählen

        Vor der Vergärung[mas%] - Nach der Vergärung[mas%]
Vs[%] = --------------------------------------------------- x 100 
                   Vor der Vergärung[mas%]
Oder in Brauersprache:

Code: Alles auswählen

        Stammwürze[°P] - Es[mas%](Spindelwert)
Vs[%] = -------------------------------------- x 100 
                   Stammwürze[°P]
Mir allerdings gefällt diese Ableitung zur Berechnung eines Vergärungsgrades am besten:

Formel 01 - Vs:
Vs[%] = (1 - Es/°P) x 100

Natürlich lässt sich dieser Einheiten-Dreiklang Vs, Es und °P über dieses Formelwerk ineinander umrechnen:

Formel 02 - Es:
Es[mas%] = (1 - Vs/100) x °P

Formel 03 - °P:
°P[mas%] = Es/(1 - Vs/100)

Für dein Beispiel mit °P=13 und Vs[%]=75 ließe sich der gesuchte Es[mas%] nach Formel 02 berechnen:

Es[mas%] = (1-75/100) x 13 = 3,25

SpaceMarder hat geschrieben:
Dienstag 28. Juli 2020, 00:03
Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe (EVG) müßte ich bei 2,6 Grad Plato die Flaschenfüllung beginnen.
Wenn alles richtig verstanden wurde kann eine Zucker-/Speisemenge erst dann für eine Herstellmenge und einen Ziel-CO2-Gehalt berechnen werden, wenn die Jungbiercharge endvergoren ist und/oder ein Endvergärungsgrad für die Charge festgestellt wurde(Laborwert).

Das Forum ist angefüllt mit Themensträngen rund um dieses Thema und doch geht es immer nur um die eine Frage:
Woher weiß ich wann mein Bier endvergoren ist und damit verbunden: wann kann ich abfüllen ?

Es finden sich drei grundsätzliche Ansätze, wie die Frage beantwortet werden kann:
  • abwarten & Erfahrung
  • den noch vergärbaren Restextrakt bei der Speisegabe berücksichtigen
  • Endvergärungsgrad bestimmen(SVG-> Schnellvergärprobe)
Letzteres ist der beste Weg, er ist aber mit zusätzlichen Aufwand verbunden. Ersteres wird gerne gemacht, hat aber so seine Tücken. Ich würde mal vermuten, dass genau diese "Tücke" rund 30% aller Forenbeiträge ausmacht. Der Listeneintrag in der Mitte wird auch ungern genommen. Der Rechengang ist etwas komplizierter, zusätzliche Eckdaten werden benötigt und in der Wahrnehmung hat man damit noch ein Problem mehr an der Backe.

Seis drum. Fakt ist, dass die konkrete Situation nichts mehr mit dem zu tun hat was ursprünglich auf einer Hefetüte zu lesen stand oder aber in der Plaungsphase für einen beliebigen Wert angenommen wurde. Für die Speiseberechnung zählen nur noch Ist-Werte !

Ein Beispiel:
Menge: 20 [L]
Stw.°P: 13 [mas%]
Tüten-Endvergärungsgrad: 75 [%] (Wert: angelesen und/oder vom Hefe-Hersteller)
Zugehöriger Spindelwert Es[%] zum Tüten-Endvergärungsgrad: 3,25 [mas%]
Ist-Endvergärungsgrad: Blackbox [%]
Ist-CO2-Gehalt [g/l]: 1,7
Ziel-CO2-Gehalt [g/l]: 5,7
CO2-Gehalt Diff.[g/l]: 4,0
Haushaltszuckerbedarf [g/l]: 8,1


Angelehnt an die oben verlinkte Diskussion zur K-97 nehmen wir einmal an, dass der EVG der Charge nicht bei 75%(Plan), sondern unentdeckt bei 81%(Ist) liegt. Der zugehörige Spindelwert zum EVG 81% lässt sich nach Formel 02 berechnen:

Es[mas%] = (1-81/100) x 13 = 2,47

Im IST ist das Bier bei einer Spindelanzeige von 2,47% endvergoren und nicht wie angenommen bei 3,25%. Diese Abweichung errechnet sich zu einer Extraktdifferenz von 0,78 [mas%]. Hochgerechnet auf eine Jungbiermenge von 20 L ergibt das ein zusätzliches Plus auf die noch vergärbare Extraktmenge von 156 Gramm(0,78x10x20), die als ignoriertes Extraktpotential im Orkus einer Speiseberechnung umherschwimmt.
Aus diesem Extraktpotential von 156 Gramm entstehen 72 g CO2( 156 x 0,4629[1]) bzw. 3,6 g/L CO2 (72/20).

Addiert man die CO2-Potentiale die hier beispielhaft in die Flasche gefüllt werden auf ergibt sich:

Bereits vorhanden: 1,7 [g/l]
Zusätzlich geplant: 4,0 [g/l]
Blackbox Ist/Plan: 3,6 [g/l]
= 9,3 [g/l]

Ganz klassisch überkarbonisiert und obendrein noch brandgefährlich. Bei 20°C lasten ungewollt knappe 5 bar Überdruck auf der Flasche.

Rund um die Speisegabe, besonders im Umfeld Flaschengärung, ist der Grat für Annahmen oder sinnvolle Annahmen sehr, sehr schmal. Grundsätzlich stellt man sich in diesem Umfeld besser auf, wenn man sich entlang von Ist-Werten orientiert.
Label-lala jedenfalls, hat in diesem Umfeld keine Heimat.


Verweise:
[1] Lt. Balling entsteht aus 2,0665 g Extrakt 0,9565 g CO2. In Entsprechung entsteht aus 1 g Extrakt 0,4629 g CO2
Gruss
Oli
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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#10

Beitrag von SpaceMarder » Donnerstag 30. Juli 2020, 12:19

Hallo Oli!

Uiiiihhh, das ist aber einmal eine Aussage. Das muss ich erst mal verdauen. Schnell einmal zu meiner Datenquelle, woher ich diese Daten bekommen habe: https://braureka.de/rohstoffe/hefe-liste/. Im Moment stehe ich etwas unter Zeitdruck. Ich werde Deinen für mich doch sehr wertvollen Beitrag heute Abend in aller Ruhe zu Gemühte führen. Einstweilen erst einmal herzlichen Dank für diesen für mich sehr informativen Beitrag.

LG
Klaus

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#11

Beitrag von Juergen_Mueller » Donnerstag 30. Juli 2020, 17:09

Ich klink mich mal auf:
Worauf beziehen sich eigentlich die (wo auch immer) angegebenen Werte für den EVG? Auf eine irgendwie durchschnittliche Würze?
Ich meine, wenn ich z.B. die Kombirast mit 66° oder 69° fahre, beeinflusst das doch die enthaltenen Zuckerarten in der Maische, oder nicht?
Je wärmer die Maische, desto höher der Anteil unvergärbarer Zuckerarten, also niedrigerer sEVG. Demnach müsste doch ein (vom Hersteller) angegebener sEVG der Hefe auch die Art der Maischführung berücksichtigen. Davon steht aber nie etwas zu lesen. Liege ich falsch?
Gruß Jürgen

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#12

Beitrag von bwanapombe » Donnerstag 30. Juli 2020, 17:24

Du liegst richtig. Das Kongreßmaischverfahren wäre ein Standardmaischprozeß, der dann Vergleiche zwischen den Hefen zuließe.

Dirk
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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#13

Beitrag von hiasl » Donnerstag 30. Juli 2020, 18:05

Ohne es zu wissen würde ich schätzen, dass es sich auf eine Kongressmaische bezieht, da diese die übliche analytische Basis darstellt. Die Kongresswürze beinhaltet je nach Jahrgang und Mälzungsprozess jedoch auch unterschiedliche vergärbare Anteile. Idealerweise ist die Maische mit einem Standardisierten Malz (EBC oder iFBM) gemacht worden. Diese Malze sind aber auch wieder endlich und werden alle paar Jahre neu aufgelegt. Damit taugen die Zahlenwerte eigentlich nur für den direkten Vergleich der Hefen, aber eben nicht als absolute Aussage.
Gruß
Matthias
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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#14

Beitrag von Juergen_Mueller » Donnerstag 30. Juli 2020, 18:13

Ah Super, Vielen Dank! :thumbup
Wenn ich recht überlege, hab ich davon auch schon gehört. :Ahh
Gruß Jürgen

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#15

Beitrag von §11 » Donnerstag 30. Juli 2020, 18:50

Ich hatte, in Vorbereitung zu meinem Buch, einige Diskussionen mit Tobias Fischborn von Lallemand. Sie verwenden eine "Standardwürze" die einem internen Laborstandard entspricht.

Das ganze Thema VG ist etwas schwammig (der Meinung ist übrigen Tobias auch). Es gibt eine alte Definition was etwa "hoher VG" bedeutet. Diese ist aber heute nicht mehr anwendbar. Es scheint sich, wahrscheinlich teils technologisch bedingt, wohl aber auch durch den veränderten Konsumentengeschmack, der VG insgesamt nach oben bewegt zu haben.

So ist laut dieser Definition von Lintner aus dem Jahr 1883:
Ein tatsächlicher VG von <50 niedrig
Zwischen 50-60 mittel
und ab 60 hoch

Diese Definition verschwindet ab den etwa 1950ern langsam aus der Literatur.

Heute gibt es keine Definition mehr, aber es sieht so aus eine würde eine um 10% nach oben verschobene Lintner Tabelle heute ganz gut passen.

Gruss

Jan
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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#16

Beitrag von aegir » Donnerstag 30. Juli 2020, 19:56

Ich würde eher sagen um 20% nach oben verschoben würde heute gut passen.
Beim Großteil der Biere dürfte der VG zwischen 70 und 80% liegen, was ich dann als Mittel ansehen würde.

Gruß Hotte

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#17

Beitrag von §11 » Donnerstag 30. Juli 2020, 20:17

aegir hat geschrieben:
Donnerstag 30. Juli 2020, 19:56
Ich würde eher sagen um 20% nach oben verschoben würde heute gut passen.
Beim Großteil der Biere dürfte der VG zwischen 70 und 80% liegen, was ich dann als Mittel ansehen würde.

Gruß Hotte
Ja, aber beim scheinbaren VG
o ist laut dieser Definition von Lintner aus dem Jahr 1883:
Ein tatsächlicher VG von <50 niedrig
Zwischen 50-60 mittel
und ab 60 hoch
Lintner gibt, zum Beispiel, ein Münchner Hell mit 45% tatsächlichen VG an. Das wäre,bei angenommenen 12P StW. ein Restextrakt von 5.4 mas%, was einem scheinbaren VG von 55% entspricht. Mittel ich den Werte Bereich für den VG der BJCP und des european Beerstars für den Stil, komme ich auf durchschnittlich 66%. Das wären also heute 11% mehr als 1883.
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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#18

Beitrag von aegir » Freitag 31. Juli 2020, 07:13

Hab ich doch das "tatsächlich" überlesen. Ich gehe aus Gewohnheit immer vom Scheinbaren aus :Ahh

Gruß Hotte

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#19

Beitrag von §11 » Freitag 31. Juli 2020, 13:00

aegir hat geschrieben:
Freitag 31. Juli 2020, 07:13
Hab ich doch das "tatsächlich" überlesen. Ich gehe aus Gewohnheit immer vom Scheinbaren aus :Ahh

Gruß Hotte
Macht man ja auch Heute so. Keine Ahnung was den guten Lintner dazu bewogen den tatsächlichen heranzuziehen
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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#20

Beitrag von SpaceMarder » Dienstag 4. August 2020, 21:37

Ehrlich gesagt liebe Hobbybrauer, für mich ist das hier eine Diskussion auf höchstem Niveau. Übrigens nochmals ein herzliches Dankeschön für die vielen interessanten Beiträge der vielen Mitglieder dieses Forums.

Als blutiger Anfänger bekomme ich es ja noch auf die Reihe und weiß nun auch, das es einen scheinbaren Endvergärungsgrad gibt. Klar und logisch klingt es auch, dass ein VG auch durch die Rast, sowie durch die Mischung der Schüttung bestimmt und beeinflusst wird. Das sagt mir aber auch, meinen, ich darf mich einmal so ausdrücken, theoretischer Endvergärungsgrad von 3,25 Grad Plato, den ich aus den verschiedenen Quellen entnommen habe, kann ich wohl abhacken. Ich sollte mich also nochmals hinsetzen und alle Register ziehen und die Auswirkung der Schüttung und dergleichen mit einbeziehen. Nur, der Wille ist da, aber mir fehlt einfach die Zeit. Mein primäres Ziel des 2. Sudes ist und war es, ein Gushing bei der Flaschengärung zu vermeiden.

Heute habe ich also noch einmal mein Jungbier mit 6,75 Grad Plato bei einer Temperatur von 21,3 Grad Celsius gemessen. Der Geruch des Bieres war auch nicht auffällig, Geschmacklich, nah ja, was soll man erwarten? Fakt ist aber für mich, die Vergärung hat sich enorm verlangsamt, und ich muss was unternehmen. Ich werde also wohl oder über des Morgens einmal mit einem sterilisierten Schöpflöffel die Vergärung wieder ankurbeln müssen. Weil mir die Hardware (Magnetrührer und entsprechendes Gefäß) noch fehlt, kann ich bedauerlicher Weise keine Schnellvergärprobe machen. Hierzu mußte ich erst einmal in Jans Buch nachschauen, was eine Schnellvergärungsprobe überhaupt ist!!! Beim Durchlesen stößt man dann auch unmittelbar auf MEBAK! Zum Teufel wer ist denn der MEBAK? OOPPPSSS, nur ein Scherz, klar dass das irgendeine Vorschrift ist. Da ich im Moment nur einen lächerlichen Gäreimer besitze, kann ich noch nicht einmal das Jungbier umfüllen. Am morgigen Tag erwarten mich also überhaupt noch so manche üblen Überraschungen, wie zum Beispiel, ob ich die Kräusen mit den Hopfenharzen noch abfischen kann? Ein echtes Unwohlsein überfällt mich da.....

Tja, so ist das mit den Anfängern...dennoch, Euch allen noch einen schönen Abend

Cheers, Klaus :Drink

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#21

Beitrag von Alt-Phex » Mittwoch 5. August 2020, 15:22

Es ist kontraproduktiv am gärenden Bier rumzufummeln. Wenn du die Hefe vorsichtig aufrühren möchtest ist das ein gangbarer Weg, wenn du erneut belüften willst ist das absolut falsch. Sauerstoff braucht die Hefe nur zur Vermehrung und nicht zur Gärung.

Womit hast du den Restextrakt denn gemessen? Bei einem Refraktometer musst du den Alkoholfehler rausrechnen.
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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#22

Beitrag von Braufex » Mittwoch 5. August 2020, 20:32

SpaceMarder hat geschrieben:
Dienstag 4. August 2020, 21:37
Weil mir die Hardware (Magnetrührer und entsprechendes Gefäß) noch fehlt, kann ich bedauerlicher Weise keine Schnellvergärprobe machen. Hierzu mußte ich erst einmal in Jans Buch nachschauen, was eine Schnellvergärungsprobe überhaupt ist!!!
Für eine Schnellvergärprobe braucht man nur eine 10 oder 20ml Spritze.
So gehts: Bestimmung EVG/SVG schnell gemacht - ein Tipp

Gruß Erwin

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#23

Beitrag von SpaceMarder » Donnerstag 6. August 2020, 06:51

Gestern habe ich noch nichts unternommen, einfach, weil ich hier durch meinen letzten Beitrag auf Folgebeiträge hoffte, die mich auf den richtigen Weg bringen und begleiten. Super und so ist es auch, deshalb hier meine Folgefragen:

@Alt-Phex: Genauso hatte ich es in einem vorherigen Kommentar noch in Erinnerung gehabt, das ich nicht u.a. in den Gäreimer schauen soll, wegen der Infektionsgefahr. Ich habe mich strickt an diesen Ratschlag gehalten. Beim vorletzten Male hatte ich ja noch die Kräuse gesehen und jetzt ist sie weg?!
Lt. Jans Buch hätte ich diese abfischen müssen, um zu verhindern, dass sie Fehlaromen entwickeln. Auch sollte man die dringende Empfehlung folgen, weil die ausgeschiedenen Hopfenharze eine unangenehme Bittere ins Bier bringt. Offensichtlich habe ich den Zeitpunkt verpasst, ist aber auch nicht schlimm, weil das ohnehin nur 10 Liter sind und dies eine Testcharge ist, die zum Ziel hat, einen wesentlich besseren Endvergärungsgrad zu treffen, wegen dem Gushing.

Übrigens, den Restextrakt habe ich mit einem Refraktometer gemessen. Sorry, ich habe aber zur Zeit null Ahnung, wie man da die Alkoholfehler rausrechnen kann. Aber: Was nicht ist, kann ja noch nicht werden.

@Braufex: Was ein super Tipp und so einfach zu bewerkstelligen. Da ich "Gott sei Dank" mir Spritzen im Vorfeld besorgt hatte, kann ich nun auch diese Schnellvergärungsprobe durchführen. Überhaupt ist dieser Thread/Beitrag wirklich empfehlenswert zu lesen. Ich werde dann mal heute 3 Proben ziehen: die erste ohne Boosten und die zweite mit Boosten (5-10 Körner). Die dritte werde ich mit einem Kaffeefilter nehmen und boosten. Dennoch, wenn ich dann die Zeit finde, gehe ich noch einmal die Faktoren der Malze, Schüttung und Hefe durch, die auch rein theoretisch zum EVG führen sollten. Man, was ist das Brauen doch interessant und vielfältig!

Gruß Klaus

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#24

Beitrag von Braufex » Donnerstag 6. August 2020, 07:02

SpaceMarder hat geschrieben:
Donnerstag 6. August 2020, 06:51
Übrigens, den Restextrakt habe ich mit einem Refraktometer gemessen. Sorry, ich habe aber zur Zeit null Ahnung, wie man da die Alkoholfehler rausrechnen kann. Aber: Was nicht ist, kann ja noch nicht werden.
Guckst Du:
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Gruß Erwin

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#25

Beitrag von SpaceMarder » Donnerstag 6. August 2020, 07:13

@Braufex: Wow, was bist Du schnell und dazu noch ein Frühaufsteher!! Der Link zeigt aber ein Refraktometer mit Brix! Ich aber hab nur einen mit Plato-Anzeige. Was dort die Theorie dort anbelangt....öhhh ....nöööö, nicht sowas am frühen Morgen :-) Sorry, das scheint mir aber doch nicht so ganz easy zu sein. Ich hoffe da nur auf Dein Verständnis.

Kleiner Nachtrag: Habe Umrechnungsrechner Brix nach Plato gefunden:http://fabier.de/biercalcs.html. Vielen Dank auch.

Gruß Klaus

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#26

Beitrag von SpaceMarder » Donnerstag 6. August 2020, 08:14

@Braufex: Im Zusammenhang mit dem Link des Refratometerrechner und diesem Link: http://fabier.de/biercalcs.html?density ... nput=6%2C6 konnte ich einmal mit den zu erwartenden Ergebnissen spielen. Eine echt super Sache und erleichtert extrem die Arbeit mit den Formeln. Vorgestern hatte ich ja 6,75 Grad Plato gemessen, was 7,02 Brix entspricht. Danach habe ich schon ja einen scheinbaren EVG von 76 % nach der Standardformel erreicht. Die Stammwürze war dabei 13,4 Brix. Ich bin wirklich überrascht, wie hoch der Fehler ist, wenn man den Faktor beim ständigen Messen des Alkoholfehlers auslässt!! Ich bin wirklich froh, das man mich auf diese Ursache hingewiesen hat. Ich bin da mehr als dankbar!

Da man mit diesem tollen Hilfsmittel spielen kann, ist man auch in der Lage, den Ausstiegszeitpunkt der Gärung zu bestimmen: der würde demnach bei mir demnach bei gemessenen 6,4 Grad Plato, oder 6,6528 Brix liegen. Das Bier hätte dann einen scheinbaren Endvergärungsgrad von immerhin 80% und ein Alkoholgehalt von 5,6% Vol. Für ein Bier nach kölner Brauart ein ganz schöner Hammer, denn normaler Weise hat ein Kölsch durchschnittlich circa 4,9 % Vol. Für das Erste wäre ich dann mit meinem 2. Sud mehr als zufrieden.

VG, der sehr dankbare Klaus :Drink

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#27

Beitrag von hiasl » Donnerstag 6. August 2020, 08:36

SpaceMarder hat geschrieben:
Donnerstag 6. August 2020, 08:14
Alkoholgehalt von 5,6% Vol. Für ein Bier nach kölner Brauart ein ganz schöner Hammer, denn normaler Weise hat ein Kölsch durchschnittlich circa 4,9 % Vol.
Das ist bei 13,4 °P jetzt auch nicht verwunderlich. Für Alkoholgehalte unter 5 % Vol. Sollte die Stammwürze < 12 °P liegen. Gerade bei hochvergorenen Bieren schafft man das sonst nicht. Fausformel für den Alkoholgehalt (Stw.-2)/2. Wo du genau landest, hängt wie immer von den Rahmenbedingungen ab.
Gruß
Matthias
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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#28

Beitrag von SpaceMarder » Donnerstag 6. August 2020, 08:58

@hiasl: Danke für Dein Hinweis, aber ich sprach nicht von 13,4 Grad Plato, sondern 13,4 Grad Brix und das sind 13 Grad Plato. Du hast da vollkommen Recht, was den Alkoholgehalt anbelangt, aber diese Rezeptur hat mir diese Vorgaben gemacht. Ich muss als Anfänger erst einmal viel experimentieren, probieren und austesten und vor allem: an Erfahrung gewinnen. Für mich ist das alles ein absolutes und neues Umfeld, aber hoch interessant! Und ja, ich werde mich mal in ferner Zukunft selber einmal, wenn ich das nötige Fachwissen erworben habe, mich mal an einer eigenen Rezeptur ranmachen. Aber erst heißt es mal für mich, gucken, lernen und viele gemachte Aha-Effekte bekommen.

Gruß Klaus

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#29

Beitrag von hiasl » Donnerstag 6. August 2020, 09:40

SpaceMarder hat geschrieben:
Donnerstag 6. August 2020, 08:58
13,4 Grad Brix und das sind 13 Grad Plato.
Sagt der Rechner im Netz. Ich habe mein Brix-Refraktometer gegengemessen und komme auf identische Werte i.Vgl. zum Plato-Wert.
Kann man mit einer ordentlichen Bierspindel machen oder mit einem Biegeschwinger.
Gruß
Matthias
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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#30

Beitrag von SpaceMarder » Donnerstag 6. August 2020, 10:04

Hmmm, Du meinst doch hoffentlich nicht, das die hinterlegte Formel im Rechner einem Fehler hinterlegt, oder? Jedenfalls habe ich auch die Werte meines Refraktometers mit der Spindel anfangs abgestimmt. Wenn dann 1 Grad Plato gleich 1.0395 Grad Brix sind, dürften wir kein Problem haben.

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#31

Beitrag von gulp » Donnerstag 6. August 2020, 10:16

Vorgestern hatte ich ja 6,75 Grad Plato gemessen, was 7,02 Brix entspricht. Danach habe ich schon ja einen scheinbaren EVG von 76 % nach der Standardformel erreicht. Die Stammwürze war dabei 13,4 Brix.
Hmmm, :Grübel
Du vergisst den Alkoholfehler herauszurechnen. Von 13 P auf 6,7 P (die 2. Kommastelle kannst du dir schenken) sind das gerade mal 3,4 % Alk. Vol und ein scheinbarer Vergärgrad von 48,1 %. Lass die Suppe mal ein paar Tage in Ruhe, sonst kippt dir das evtl. noch. :Greets

Gruß
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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#32

Beitrag von hiasl » Donnerstag 6. August 2020, 12:00

Die Formel dahinter ist nur ein Faktor (nur bei Würze!). Dieser wird meistens mit 1,04 oder 1,03 angegeben. Wenn du das abgestimmt hast, da passt das schon. Dann bist du ja genau in diesem Intervall. Der Alkoholfehler ist komplexer und hat mit dem Würzefaktor im Prinzip nichts zu tun. Da muss man dem Rechner einfach vertrauen.
Ich hatte früher auch immer einfach den Faktor 1,04 angenommen. Als ich mal einen Gemeinschaftssud gemacht habe, gab es einen Unterschied zwischen der Spindel meines Kollegen und meinem "China-Refraktometer" mit Korrektur. Ich habe darauf mein Refraktometer zwischen 18 und 6 °P gegengemessen und bin immer auf die exakten °P Werte gekommen. Die Skala ist übrigens Brix. Die Differenz kommt normalerweise daher, dass beide Messprinzipien (Dichte - Lichtbrechung) auf blanker Saccharoselösung basieren. Bei dieser sind die angezeigten Werte immer identisch. Würze beinhaltet jedoch neben dem Zucker (übrigens keine Saccharose) auch noch andere Stoffe, welche sich auf die Lichtbrechung stärker auswirken als auf die Dichte. Daher kommt der Unterschied.
Anfangs schriebst du, dass dein Refraktometer eine Platoskala hat. Da würde ich beispielsweise erwarten, dass die Diskrepanz Würze - Zuckerlösung bereits eingerechnet ist. Bekommst du mit deinem Refraktometer also den gleichen Wert, wie mit der Spindel (So wie ich mit meiner Brix-Skala)?
Gruß
Matthias
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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#33

Beitrag von bierfaristo » Donnerstag 6. August 2020, 12:07

Sicher, dass auf der Skala °Plato steht und nicht nur einfach %?
Fühle mich oft unverstanden, bin vermutlich ein Genie.

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#34

Beitrag von hiasl » Donnerstag 6. August 2020, 12:09

gulp hat geschrieben:
Donnerstag 6. August 2020, 10:16
Vorgestern hatte ich ja 6,75 Grad Plato gemessen, was 7,02 Brix entspricht. Danach habe ich schon ja einen scheinbaren EVG von 76 % nach der Standardformel erreicht. Die Stammwürze war dabei 13,4 Brix.
Hmmm, :Grübel
Du vergisst den Alkoholfehler herauszurechnen. Von 13 P auf 6,7 P (die 2. Kommastelle kannst du dir schenken) sind das gerade mal 3,4 % Alk. Vol und ein scheinbarer Vergärgrad von 48,1 %. Lass die Suppe mal ein paar Tage in Ruhe, sonst kippt dir das evtl. noch. :Greets

Gruß
Peter
Naaa, Peter, des basst scho. Er hat das mit einem Refraktometer-Rechner im Netz gemacht.
Bloß die Umrechnung mit einer Platoskala im Refraktometer von Plato in Brix halte ich für überflüssig, da hier ja schon der Alkoholfehler vorliegt. Die Umrechnung Plato in Brix glit ansonsten ja nur für die blanke Würze.
Gruß
Matthias
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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#35

Beitrag von SpaceMarder » Samstag 15. August 2020, 10:35

Moin zusammen.

Habe vor einer Woche eine Schnellvergärungsprobe gemacht, was auch ein sehr brillanter Tipp war. Diese zeigte mir ein Ergebnis von 6,2 Grad Plato am 11.8. an, inkl. dem Alkohol-Effekt, den man ja auch noch rausrechnen muss. Gleichzeitig hatte ich eine Probe vom Jungbier genommen, die mir ein Ergebnis von 6,7 Grad Plato zeigte. Nach dem Buch von Jan habe ich so langsam den Eindruck bekommen, das die Gärung so langsam zum Stehen gekommen ist. Eine Möglichkeit wäre auch, das die Umgebungstemperatur zu extrem hoch war. Bedingt durch die Hitze der letzten Tage hatte ich eine Temperatur von über 29 Grad Celsius in meinem Lager gemessen. Die Probe des Jungbieres vom 11.8. zeigte auch eine Temperatur von annähernd 23,8 Grad. Kein Wunder, das da die Gärung schon fast zum Stehen gekommen ist. Der Geruch der Probe schien mir auch okay zu sein und die Trübung: nah ja, wie üblich.

Gestern am 14.8. hatte ich noch einmal eine Probe entnommen, der mir einen Wert von, soweit ich mich erinnere, unter 6,5 Grad Plato anzeigte. Da ich nur einen minimale Ausstattung besitze, stehe ich also kurz vor der Abfüllung von Flaschen. Sehe ich das richtig, oder gibt es hier etwaige Einwände?

Übrigens, nochmals herzlichen Dank für die vielen und guten Ratschläge. Euch noch ein schönes Wochenende.

Gruß Klaus

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#36

Beitrag von bierfaristo » Samstag 15. August 2020, 10:49

Mich irritieren deine Werte bzw. die Erläuterungen dazu. Mit was hast du gemessen, was hast du abgelesen bzw. gerechnet. Wenn du gespindelt hast, dann ist der Restextrakt (abhängig von der Stammwürze) sehr hoch bzw. die sEVG sehr gering. Da du von Alkoholfehler schreibst, scheinst du aber mit Refraktometer gemessen zu haben, wo kommt dann der Wert °Plato her (, der korrekterweise nur für die Stammwürze gilt)?

Ansonsten spricht gegen das jetzige Abfüllen, dass dein Bier noch nicht endvergoren ist. In 2 Tagen einfach noch mal messen.

Edit: Du hast ja dieses ominöse °Plato Refraktometer.
Fühle mich oft unverstanden, bin vermutlich ein Genie.

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#37

Beitrag von SpaceMarder » Samstag 15. August 2020, 18:35

@bierfaristo: Danke für Deine Antwort. Also um Dir kurz zu antworten, ich spindel während Gärzeit schon lange nicht mehr, weil das kostet mich mindestens immer 250 ml, weil die Spindel zu groß ist. Deshalb messe ich mit meinem Refraktometer, den ich auch anfangs mit sterilisiertem Wasser kalibriert habe. Angenehmer geht es doch gar nicht, oder? Übrigens, hier noch einmal meine Einkaufsquelle, wo ich das Gerät gekauft habe.https://brauen.de/refraktometer-0-18-0plato-mit-atc. Ich weiß, dass das Gerät auch in Brix erhältlich ist..

Dieses Wochenende werde ich zudem den Alkoholfehler noch rausrechnen müssen, um ggf. die Gärzeit etwas zu verlängern. Dir wünsche ich noch ein "schwitzfreies" und schönes Wochenende.

Gruß
Klaus

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#38

Beitrag von gulp » Samstag 15. August 2020, 21:30

Aus deinem Link:
Mit Hilfe eines Refraktometers lässt sich der Zuckergehalt der Würze (für die Bierherstellung) einfach bestimmen und das Ergebnis unmittelbar ablesen. Dies gilt allerdings nur für alkoholfreie Flüssigkeiten. Der Zuckergehalt von bereits gärenden oder vergorenem oder Bier kann mit diesem Gerät nicht bestimmt werden.
Die Brühe ist mit ziemlicher Sicherheit durch Wenn ich Werte von 6-7 irgendwas von einem Refraktometer sehe gehen bei mir die Alarmglocken los.
Wenn das Brix sind kannst du abfüllen.

Mein Tipp: Jetzt misst du mal zur Sicherheit noch mal mit deiner "zu großen Spindel". Wenn du noch weiter herumdokterst werden das mehr als 250 ml Verlust. Müssten um die 2° P sein.

Gruß
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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#39

Beitrag von olibaer » Samstag 15. August 2020, 22:31

SpaceMarder hat geschrieben:
Samstag 15. August 2020, 18:35
Deshalb messe ich mit meinem Refraktometer, den ich auch anfangs mit sterilisiertem Wasser kalibriert habe.
Der Refraktometer wird sich in Messgenauigkeiten verausgaben, hat er doch die Kalibrierung mit sterilisiertem Wasser genossen.
Gruss
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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#40

Beitrag von SpaceMarder » Samstag 15. August 2020, 23:16

@gulp/Peter: Okay, ich folge Deinen Rat und mach eine Spindelmessung. Zuerst wollte ich aber noch den Alkohol-Fehler rausrechnen. Die Flaschen habe ich schon entsprechend vorbereit, aber nicht mehr im Backofen, lach. Das einzige, was mir zu schaffen macht, ist die extreme Umgebungstemperatur. Sie bewegt sich schon lange nicht mehr im grünen Bereich. Habe das Gefühl, sie macht nicht nur die Hefe fertig, sondern mich auch....

@olibaer: Wie meinst Du das? Ist das ironisch gemeint? Du verunsicherst mich.....

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#41

Beitrag von ubu » Sonntag 16. August 2020, 03:16

Wasser sterilisieren:
Wasser wird für eine bestimmte Zeit auf über 100 Grad erhitzt
Ziel ist es Mikroorganismen abzutöten.

Wasser destiliern:
Wasser wird verdampft, der Dampf wird kondensiert und das kondensiert Wasser als destilliertes Wasser aufgefangen.
Ziel ist es Mineralien zu entfernen welche beim Verdunsten nicht in den Dampf übergehen.

Wird unter anderem für das Kalibrieren vom Refraktometer verwendet, da undestiliertes Wasser durch die Mineralstoffe mehr als 0 Brix hat.

Da beim Sterilisieren Wasser verdampft erhöht sich im verbleibenden Wasser die Mineralienkonzentration. Dementsprechend erhöht sich der Brixwert, was bei der Kalibrierung mit sterilisiertem Wasser den Messfehler erhöht.

In etwa wie beim Kochen der Würze, bei der der Brixwert ja nach dem Kochen höher ist als vor dem Kochen.
Gruß
Uwe

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#42

Beitrag von SpaceMarder » Sonntag 16. August 2020, 09:16

@Uwe/ubu: Danke für Deinen Beitrag. Eben aus Deinem oben genannten Gründen, habe ich mir vorab sterilisiertes Wasser aus der Apotheke besorgt. War zwar unverschämt teuer, aber ich wollte den sicheren Weg gehen. Dir noch einen schönen Sonntag. Muss gleich los ins Lager, um mit der Würzespindel zu messen. Stinkt mir auch gewaltig, musste aber mein neues Hobby auslagern, weil Vermieter drohte mir mit dem Kündigung des Mietverhältnisses. Damit habe ich auch ganz schön Ärger vom Zoll bekommen, wegen unerlaubten Brauen....(Das Brauen wird nur im unmittelbaren Wohnraum akzeptiert)

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#43

Beitrag von ubu » Sonntag 16. August 2020, 09:56

Ich habe allerdings keine Ahnung wie industriell steril Wasser hergestellt wird.
Eventuell wird ein Prozess verwendet durch den auch die Mineralstoffe/Ionen entfernt werden.

Die typische Haussterilliesation mit reinem Abkochen führt auf jeden Fall nicht zu destiliertes Wasser.
Gruß
Uwe

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#44

Beitrag von hyper472 » Sonntag 16. August 2020, 10:12

SpaceMarder hat geschrieben:
Sonntag 16. August 2020, 09:16
Damit habe ich auch ganz schön Ärger vom Zoll bekommen, wegen unerlaubten Brauen....(Das Brauen wird nur im unmittelbaren Wohnraum akzeptiert)
Womit der Zoll mal wieder völlig daneben liegt...
Du darfst brauen, wo du willst. Der Zoll ist es dann, der die Braustätte zu deinem Haushalt zählt, damit er die Steuer abknüpfen kann.
Steuerrechtlich gesehen machst du das Bier dann, wenn du die Hefe zugibst. Du könntest also rund um den Globus verteilt einzelne Arbeitsschritte vornehmen, alles in deine Wohnung tragen, dort Hefe zugeben, und die Gärung wieder irgendwo zwischen Nord- und Südpol vonstatten gehen lassen.
Viele Grüße, Henning
"Das Bier aber macht das Fleisch des Menschen fett und gibt seinem Antlitz eine schöne Farbe durch die Kraft und den guten Saft des Getreides."
Hildegard von Bingen (1098-1179)

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#45

Beitrag von SpaceMarder » Sonntag 16. August 2020, 12:31

@Hennging/hyper472: Wow, was für ein genialer Tipp. Ich könnte vor Freude aus dem Fenster springen. Das heißt also für mich, Schüttung, Rasten, Hopfen kochen und dergleichen, in meinem Lager machen. Dann die ganze Würze nach Hause schleppen und dann die Hefe zugeben. Ich falle von den Socken Henning, denn dann kann mir auch mein Vermieter nicht mehr quer kommen. Ein erheblich großer Vorteil. Ich bin Dir wirklich sehr dankbar. Das spart mir auch viel Zeit, denn Strecke Remscheid--->Leverkusen beträgt ca. 40 km, je nach Verkehr auch viel Zeitersparnis. Also Henning, dieser Tipp ist Gold wert! Danke, Danke, Danke

Viele Grüße, Klaus

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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#46

Beitrag von hyper472 » Sonntag 16. August 2020, 13:21

Du warst beim Thema Zoll/Steuer.
Zu diesem Thema - der fachkundige Leser erkennt das an den Worten "Steuerrechtlich gesehen..." - habe ich Dir einen Hinweis gegeben - keinen Tipp.
Wenn Du mit dem Hinweis nichts anfangen kannst, empfehle ich Dir, Dir das nicht so anmerken zu lassen...
Aber mach, wie Du willst.
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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#47

Beitrag von olibaer » Sonntag 16. August 2020, 13:38

SpaceMarder hat geschrieben:
Samstag 15. August 2020, 23:16
@olibaer: Wie meinst Du das? Ist das ironisch gemeint? Du verunsicherst mich.....
Keineswegs war das ironisch gemeint.
Ich hab nur durch die Blume angedeutet, dass du offensichtlich im Umgang mit deinen Messwerkzeugen nicht wirklich sattelfest bist und man in der Folge deinen Meßergebnissen nur wenig vertrauen schenken sollte. Mehr nicht.

Zumindest bist du hier der Erste der zur Justierung eines Dichtemessgerätes o.ä. eine sterile Kalibrierlösung einfodert oder mit der "Sterilität der Eichlösung" versucht eine gewisse Qualität der "Justierung" zu suggerieren. Deine Verunsicherung an dieser Stelle ist gerechtfertigt.
Gruss
Oli
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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#48

Beitrag von §11 » Sonntag 16. August 2020, 13:59

ubu hat geschrieben:
Sonntag 16. August 2020, 09:56
Ich habe allerdings keine Ahnung wie industriell steril Wasser hergestellt wird.
Eventuell wird ein Prozess verwendet durch den auch die Mineralstoffe/Ionen entfernt werden.

Die typische Haussterilliesation mit reinem Abkochen führt auf jeden Fall nicht zu destiliertes Wasser.
Das Abkochen führt auch mitnichten zu Sterilwasser. Das muss, unter Druck, bei min. 121°C für 20 Minuten erhitzt werden. Oder eben in jedem anderen Temperatur- Zeit Verhältnis das den selben Effekt mit sich bringt.

Zum Kalibrieren eines Refraktometers ist es auf jeden Fall ungeeignet.

Gruß

Jan
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Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#49

Beitrag von hiasl » Mittwoch 19. August 2020, 09:40

§11 hat geschrieben:
Sonntag 16. August 2020, 13:59
Zum Kalibrieren eines Refraktometers ist es auf jeden Fall ungeeignet.
Naja, Refraktometer mit dest. Wasser eingestellt, Leitungswasser gemessen: 0 Brix. Die geringe Salzbeladung (zumindest hier, nicht allgemeingültig) wirkt sich halt nur innerhalb der Fehlertoleranz aus. Daher unerheblich (ja, wenn sich viele kleine Fehler summieren... :Wink ).

Sterilwasser ist zwar ein overkill, aber mit Sicherheit gleichzeitig Reinstwasser oder sogar bi-dest. (zus. pyrogenfrei). Also schon geeignet. Wenn es denn nicht 0,9%ige NaCl-Lösung ist. Die ist auch steril, wird aber allgemein nicht als Sterilwasser bezeichnet.
Gruß
Matthias
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Re: Optimaler Endvergärungsgrad

#50

Beitrag von gulp » Freitag 21. August 2020, 17:38

SpaceMarder hat geschrieben:
Samstag 15. August 2020, 23:16
@gulp/Peter: Okay, ich folge Deinen Rat und mach eine Spindelmessung. Zuerst wollte ich aber noch den Alkohol-Fehler rausrechnen. Die Flaschen habe ich schon entsprechend vorbereit, aber nicht mehr im Backofen, lach. Das einzige, was mir zu schaffen macht, ist die extreme Umgebungstemperatur. Sie bewegt sich schon lange nicht mehr im grünen Bereich. Habe das Gefühl, sie macht nicht nur die Hefe fertig, sondern mich auch....

@olibaer: Wie meinst Du das? Ist das ironisch gemeint? Du verunsicherst mich.....
Neugierig bin ich nicht, aber wissen muss ich alles. :Bigsmile
Was kam denn raus, bei der Spindelmessung?

Gruß
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