Pale Ale "auffrischen" - in Reifephase stopfen

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simpel
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Pale Ale "auffrischen" - in Reifephase stopfen

#1

Beitrag von simpel » Dienstag 25. August 2020, 14:50

Hallo zusammen

Ich habe ein Fass Citra Pale Ale, das ich gerne an einem Anlass in 3 Wochen ausschenken würde.
Aktuell ist es knapp über den Zenit (bereits ca 5 Wochen in der Reifung / 6 Grad), was die Hopfenaromen angeht, das Ale war nicht gestopft, nur mit einer kräftigen Whirpoolgabe ansehnlich gehopft.

Hat jemand schon mal nachträglich gestopft? Meine Vorstellung ist ca 1.5/2 g/l Pellets ins Fass zu hängen (5 Tage), Umdrücken und fertig.

So hoffe ich dem Ale nochmals etwas Pepp zu geben - Erfahrungen oder Bedenken in der Runde?

Tausend Dank!

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Re: Pale Ale "auffrischen" - in Reifephase stopfen

#2

Beitrag von Ernie » Dienstag 25. August 2020, 16:10

simpel hat geschrieben:
Dienstag 25. August 2020, 14:50
Hallo zusammen

Ich habe ein Fass Citra Pale Ale, das ich gerne an einem Anlass in 3 Wochen ausschenken würde.
Aktuell ist es knapp über den Zenit (bereits ca 5 Wochen in der Reifung / 6 Grad), was die Hopfenaromen angeht, das Ale war nicht gestopft, nur mit einer kräftigen Whirpoolgabe ansehnlich gehopft.

Hat jemand schon mal nachträglich gestopft? Meine Vorstellung ist ca 1.5/2 g/l Pellets ins Fass zu hängen (5 Tage), Umdrücken und fertig.

So hoffe ich dem Ale nochmals etwas Pepp zu geben - Erfahrungen oder Bedenken in der Runde?

Tausend Dank!
:Bigsmile

Du willst also Deinen Leuten, altes und gepimptes Bier andrehen ?

:Waa

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Re: Pale Ale "auffrischen" - in Reifephase stopfen

#3

Beitrag von Silbereule » Dienstag 25. August 2020, 16:14

Ich finde die Frage sehr gut und keinesfalls verwerflich :Wink
Bin sehr auf die konstruktiven antworten gespannt.

Herzliche Grüße,
Steffen

simpel
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Re: Pale Ale "auffrischen" - in Reifephase stopfen

#4

Beitrag von simpel » Dienstag 25. August 2020, 18:13

Vielleicht eine verwerfliche Idee, aber wir leben halt im Zeitalter des Pimpens. Die Zitrone im Weizen ist glaube ich nichts anderes.

Probieren werde ich es so oder so, im schlimmsten Fall kriegen die Leute halt Kaufbier oder ein schnelles Weizen.
Ich wäre wie gesagt an Erfahrungen interessiert.
Thx & Gruss

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Re: Pale Ale "auffrischen" - in Reifephase stopfen

#5

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Dienstag 25. August 2020, 18:51

Eine interessante Frage wäre, warum dein nicht gestopftes Pale Ale nach 5 Wochen Kaltreifung schon über den Punkt ist. Da sollte es eigentlich gerade erst auf dem Zenit angekommen sein und für einige Wochen bleiben.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

Interesse an Flüssighefen ... ? Aus Zeitgründen derzeit kein Hefeversand.

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Re: Pale Ale "auffrischen" - in Reifephase stopfen

#6

Beitrag von DunklerMessias » Dienstag 25. August 2020, 19:08

Da schließe ich mich der Frage von Jens an. Meine PA stehen auch mindestens 4 Wochen kalt.
Schmerz hilft verstehen

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Re: Pale Ale "auffrischen" - in Reifephase stopfen

#7

Beitrag von gulp » Dienstag 25. August 2020, 19:18

Stopf 5 Tage vor dem Ausschank, dann ist das auf den Punkt gut. Das ist kein Pimpen sondern die beste Vorgehensweise.

Gruß
Peter
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Re: Pale Ale "auffrischen" - in Reifephase stopfen

#8

Beitrag von simpel » Dienstag 25. August 2020, 20:33

Danke für die kompetenten Antworten.
Mein PA ist nach Konsultation der Notizen auch mittlerweile 7 Wochen alt :Mad2. Die Hopfenaromen aus der Whirlpoolhopfung bauen halt ab.
Dann werde ich mal die beste Vorgehensweise wählen und probieren (und hier wieder berichten).
Danke allen :Drink

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Re: Pale Ale "auffrischen" - in Reifephase stopfen

#9

Beitrag von Silbereule » Mittwoch 26. August 2020, 11:01

Vielleicht ne Blöde Frage... ich hab gerade erst angefangen mit Kegs. Wie genau gehst du vor, um den Hopfen da nachträglich rein zu kriegen? Um das Keg zu öffnen musst du es ja vollständig entlüften. Machst du dann nach den 5 Tagen stopfen nochmal ne Zwangskarbonisierung?

LG Steffen

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Re: Pale Ale "auffrischen" - in Reifephase stopfen

#10

Beitrag von gulp » Mittwoch 26. August 2020, 11:11

Silbereule hat geschrieben:
Mittwoch 26. August 2020, 11:01
Vielleicht ne Blöde Frage... ich hab gerade erst angefangen mit Kegs. Wie genau gehst du vor, um den Hopfen da nachträglich rein zu kriegen? Um das Keg zu öffnen musst du es ja vollständig entlüften. Machst du dann nach den 5 Tagen stopfen nochmal ne Zwangskarbonisierung?

LG Steffen
Bei NCs Druck ablassen, Deckel auf Hopfen versenken (Edelstahlsieb, das muss absinken und darf den Degen nicht verstopfen) Deckel zu Druck wieder drauf, noch 2x ablassen und wieder drauf, fertig.

Ab dem Stopfen ist das natürlich wegen Oxidation kein Haltbarkeitswunder mehr und sollte in ein paar Wochen verbraucht werden. Nach 5 Tagen merkt man aber noch nichts. Obiges Pale Ale ist dann mit 10 Wochen eh schon angezählt und sollte schnell verbraucht werden.

Gruß
Peter
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Re: Pale Ale "auffrischen" - in Reifephase stopfen

#11

Beitrag von Silbereule » Donnerstag 27. August 2020, 11:08

Das ergibt für mich Sinn. Danke Peter :Smile

Herzliche Grüße,
Steffen

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Re: Pale Ale "auffrischen" - in Reifephase stopfen

#12

Beitrag von Boludo » Donnerstag 27. August 2020, 12:01

gulp hat geschrieben:
Dienstag 25. August 2020, 19:18
Stopf 5 Tage vor dem Ausschank, dann ist das auf den Punkt gut. Das ist kein Pimpen sondern die beste Vorgehensweise.

Gruß
Peter
Wie so oft perfekt von Peter auf den Punkt gebracht :thumbup
Ein weiterer Vorteil ist, dass dann die Oxidation der Polyphenole kaum eine Chance hat und das Pale Ale auch wirklich pale ist und nicht spezibraun.

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Re: Pale Ale "auffrischen" - in Reifephase stopfen

#13

Beitrag von Tomalz » Donnerstag 27. August 2020, 14:10

Rührt die Oxidation vom Sauerstoff aus den Pellets oder ist die auf das öffnen des Kegs zurückzuführen?
Das spülen des Kopfraums mittels CO2 sollte da doch schon mal helfen.
Wenn ich die Pellets in einem Hoptube in ein leeres Keg befördere und dieses mit CO2 beaufschlage, sollte doch einiges vom Sauerstoff aus den Pellets verdrängt werden, oder?

Gruß Thomas
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Re: Pale Ale "auffrischen" - in Reifephase stopfen

#14

Beitrag von simpel » Montag 14. September 2020, 18:01

Dear all
um den Thread zu schliessen:
Habe das PA also mit rd. 1 Gramm Citra/l gestopft - und viel dabei gelernt -der Reihe nach:
- Druck abgelassen, öffnen, Hopfenpellets offen dazu. Druck aufgebracht
- nach 3 Tagen versucht zu zwickeln - sh... hatte Peters Hinweis bez. Degen verstopfen nicht gelesen. :Ahh :Angel
- nach 5 Tagen Druck ablassen und unter kleiner Bierfontäne geöffnet (CO2 bindet an Hopfenpartikel und entbindet immer, wenn Druck abgelassen)
- umgeschlaucht und Druck drauf
- Zapfen lief schwierig an, wegen verbleibendem Hopfen

Resultat: trübes PA, mit guter Hopfenblume, Bittere hat gut dazu gepasst, dezenter als nach 4 Wo reifen. - Ergebnis überzeugt :thumbsup :Drink
Fazit: Stopfen immer vorzugsweise nur mit unkarboniertem Bier oder dann mit Hopfenextrakten oder Ähnlichem.

Soweit zur "besten Vorgehensweise" - :thumbup Ausdruck gefällt mir - passt immer
Danke für Eure Hinweise

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Re: Pale Ale "auffrischen" - in Reifephase stopfen

#15

Beitrag von Silbereule » Montag 14. September 2020, 18:37

simpel hat geschrieben:
Montag 14. September 2020, 18:01
...um den Thread zu schliessen...
Halt! Nicht so schnell :Bigsmile
Auch wenn die Sache mit deinem Pale Ale jetzt durch ist, sind die hier besprochenen Dinge doch sehr interessant und ich gerade erst am Anfang :Wink

Ich habe mir gerade erst um Peters "beste Vorgehensweise" umzusetzen eine Hop Tube bestellt. Sowas hier: https://www.wish.com/product/59f7ea1c97 ... =mobileweb
Damit sollte das doch recht gut gehen ohne das Steigrohr beim Zapfen/Umdrücken zu verstopfen, oder?
Und wieso soll das Bier unkarbonisiert sein beim (späten) Stopfen? Im NC Keg brauche ich ja immer bisschen Druck, damit das Keg dicht ist, also ganz unkarbonisiert dürfte es sowieso nicht gehen.

Herzliche Grüße,
Steffen

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Re: Pale Ale "auffrischen" - in Reifephase stopfen

#16

Beitrag von gulp » Montag 14. September 2020, 18:55

Silbereule hat geschrieben:
Montag 14. September 2020, 18:37
simpel hat geschrieben:
Montag 14. September 2020, 18:01
...um den Thread zu schliessen...
Halt! Nicht so schnell :Bigsmile
Auch wenn die Sache mit deinem Pale Ale jetzt durch ist, sind die hier besprochenen Dinge doch sehr interessant und ich gerade erst am Anfang :Wink

Ich habe mir gerade erst um Peters "beste Vorgehensweise" umzusetzen eine Hop Tube bestellt. Sowas hier: https://www.wish.com/product/59f7ea1c97 ... =mobileweb
Damit sollte das doch recht gut gehen ohne das Steigrohr beim Zapfen/Umdrücken zu verstopfen, oder?
Und wieso soll das Bier unkarbonisiert sein beim (späten) Stopfen? Im NC Keg brauche ich ja immer bisschen Druck, damit das Keg dicht ist, also ganz unkarbonisiert dürfte es sowieso nicht gehen.

Herzliche Grüße,
Steffen
Das Teil habe ich auch. Das Bier wird ganz normal karbonisiert und wenn es an der Zeit ist wird eben gestopft.

Ergebnis überzeugt :thumbsup :Drink

So solls sein! :Drink


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Re: Pale Ale "auffrischen" - in Reifephase stopfen

#17

Beitrag von simpel » Montag 14. September 2020, 19:52

Thx
ich meinte es wäre wohl einfacher vor dem Karboniseren zu stopfen.
Das schöne an der "besten Vorgehensweise" ist, dass man sie beliebig verlängern/ergänzen kann.
Auf jeden Fall kann man so ein Bier genau auf den Punkt bringen.

Am Ende zählt eh nur der Rülpser :Pulpfiction

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