Gärschank/Kühlschrank auf 40°

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Hein Daddel
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Gärschank/Kühlschrank auf 40°

#1

Beitrag von Hein Daddel » Donnerstag 3. September 2020, 08:34

Liebe Gemeinde,
sollte sich ein Kältetechniker im Forum befinden hätte ich eine dringende Frage:
ich möchte einen Kühlschrank (10 Euro bei Ebaykleinanzeigen) den ich normaler Weise als Fasskühlung benutze, alle paar Wochen auch als Gärschrank nutzen.
Dafür kommt ein Gäreimer mit Jungbier in den abgeschalteten Kühlschrank. Außerdem ein Temperaturfühler (Inkbird ITC-310T-B) der eine Glühlampe anschaltet wenn meine Solltemperatur von 40° unterschritten wird.
Mein Frage: nimmt der Kühlschrank (vor allem das Kältemittel/die Kältetechnik) Schaden, wenn ich 3-4 Tage lang 40°Celsius im Kühlschrank habe?

Grüße,
Immo

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hiasl
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Re: Gärschank/Kühlschrank auf 40°

#2

Beitrag von hiasl » Donnerstag 3. September 2020, 08:40

40 °C :Shocked
Was machst du denn da?
Gruß
Matthias
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Re: Gärschank/Kühlschrank auf 40°

#3

Beitrag von bierfaristo » Donnerstag 3. September 2020, 10:57

Ich bin zwar kein Kältetechniker, aber dem Kältemittel dürfte da nichts passieren. Die üblichen Kältemittel sind bei Nichtweißer Ware (KFZ, Klimageräte, Verkaufsautomaten) durchaus höheren Temperaturen ausgesetzt. Die Heißgastemperatur ist je nach Kältemittel deutlich höher.
Fühle mich oft unverstanden, bin vermutlich ein Genie.

Bum
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Re: Gärschank/Kühlschrank auf 40°

#4

Beitrag von Bum » Donnerstag 3. September 2020, 11:06

Glühbier? :Grübel

CLarsen
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Re: Gärschank/Kühlschrank auf 40°

#5

Beitrag von CLarsen » Donnerstag 3. September 2020, 11:25

Bum hat geschrieben:
Donnerstag 3. September 2020, 11:06
Glühbier? :Grübel
Kveik!

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Re: Gärschank/Kühlschrank auf 40°

#6

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 3. September 2020, 12:41

Zu warm für Kveik
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
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Re: Gärschank/Kühlschrank auf 40°

#7

Beitrag von Rumborak » Donnerstag 3. September 2020, 13:42

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Donnerstag 3. September 2020, 12:41
Zu warm für Kveik
Meinst du die Würze- oder Umgebungstemperatur?
Genießt im edlen Gerstensaft
Des Weines Geist, des Brotes Kraft.

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Re: Gärschank/Kühlschrank auf 40°

#8

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 3. September 2020, 14:44

Rumborak hat geschrieben:
Donnerstag 3. September 2020, 13:42
DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Donnerstag 3. September 2020, 12:41
Zu warm für Kveik
Meinst du die Würze- oder Umgebungstemperatur?
Beides. Durch die Gärung entsteht auch noch mal Wärme. Je höher die Anstelltemperatur, desto wilder gärt es und desto mehr Wärme entsteht zeitgleich.
In der Liste von Lars Marius sind die Anstelltemperaturen zu finden. Das bedeutet aus meiner Sicht nicht, dass man nach dem Anstellen nachheizen soll, um die Temperatur zu halten. Das machen die alten Norweger auch nicht. Die stellen zwar in der Regel größere Mengen als 20 Liter an (mehr Wärmekapazität), aber dann gärt der Sud im kalten Schuppen vor sich hin.
Für uns reicht warm anstellen, gut isolieren und aufpassen, dass die Temperatur in der wilden Gärphase nicht von selbst zu hoch wird.

Dieses zwanghafte "Herumgeheize" bei den Kveiks ist mir immer suspekt. Bei meinen unbeheizten 60 Liter Gärbottichen haben sich schon zweimal Kveiks in der wilden Gärphase selbst thermisch gekillt. Angestellt nach Temperatur in der Liste. Seither stelle ich immer etwas kälter an und kühle bei Bedarf.
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Re: Gärschank/Kühlschrank auf 40°

#9

Beitrag von Hein Daddel » Donnerstag 3. September 2020, 19:54

So, da bin ich wieder. Aus einem Kältetechnikforum habe ich ebenfalls Beruhigendes gehört:

"Nö 40°C sind kein Problem. Als Studenten haben wir auch aus alten Kühlschränken Brutschränke gebastelt. Wenn die Kühlung nicht eingeschaltet ist kann man sich an den Lagertemperaturen orientieren, die können im Überseecontainer in der Tropensonne auch schonmal 50°C erreichen, danach funktionieren die Geräte auch noch."

Richtig, es geht um Kveik. Bei meinem ersten Sud (mit einem kaputten Kühlschrank) hat das auch bestens geklappt. Habe den Fühler vom Inkbird direkt am Eimer unter ein paar Lagen Isoliermaterial platziert und mit einer 70 Watt Lampe geheizt. Von Anfang an konstant auf 39°, plus minus 0,5°. Ob die Gärung Eigenwärme über 40°geschafft hat kann ich nicht ausschließen, habe ja auch zwischendurch geschlafen, sonst aber alle zwei-drei Stunden kontrolliert. Innerhalb von drei Tagen war die Gärung durch. Reift jetzt noch, riecht gut, falls es nicht schmeckt sage ich gern Bescheid...
Andere Temperaturen werde ich sicher bald auch noch ausprobieren, die Geschwindigkeit von Kveik wird bei mir auf jeden Fall zu mehr Suden als gewohnt führen!

Hein Daddel
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Re: Gärschank/Kühlschrank auf 40°

#10

Beitrag von Hein Daddel » Donnerstag 3. September 2020, 20:43

Nachtrag: Lallemand Voss Kveik Ale Trockenhefe die ich, ehrlich gesagt, recht grob behandelt habe... Nach Anleitung auf der Verpackung in 100ml 30°warmes Wasser gegeben, 15 Minuten stehen lassen, dann zärtlich gerührt, nochmal fünf Minuten stehen lassen (dann nochmal 15 Minuten weil, naja, war noch nicht so weit...) und in die 39°warme Würze gegeben. Die Hefe hatte zu dem Zeitpunkt sicher schon gut unter 30°, hat den Schock aber bestens überstanden...

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Re: Gärschank/Kühlschrank auf 40°

#11

Beitrag von heizungsrohr » Freitag 4. September 2020, 06:25

Welche Vorteile versprichst du dir davon, eine Hefe am absoluten Maximum ihres Temperaturbereichs zu führen, außer, dass sie sich durch Eigenwärme wahrscheinlich abtötet und das Bier selbst mit Kveikhefe wahrscheinlich sehr unrund wird?
Gruß
Magnus

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Re: Gärschank/Kühlschrank auf 40°

#12

Beitrag von BrauSachse » Freitag 4. September 2020, 09:30

Hein Daddel hat geschrieben:
Donnerstag 3. September 2020, 20:43
Nachtrag: Lallemand Voss Kveik Ale Trockenhefe die ich, ehrlich gesagt, recht grob behandelt habe... Nach Anleitung auf der Verpackung in 100ml 30°warmes Wasser gegeben, 15 Minuten stehen lassen, dann zärtlich gerührt, nochmal fünf Minuten stehen lassen (dann nochmal 15 Minuten weil, naja, war noch nicht so weit...) und in die 39°warme Würze gegeben. Die Hefe hatte zu dem Zeitpunkt sicher schon gut unter 30°, hat den Schock aber bestens überstanden...
Interessant, kannst du bitte etwas zur Gärdauer und zum Endvergärungsgrad sagen? Der müsste dann der Theorie folgend hoch gewesen sein.

Bei mir hat die Hefe bei 26 Grad Außentemperatur einen sEVG von 70% erreicht. Die Gärdauer betrug drei Tage. Schüttung und Maischeführung kann ich nachreichen, falls der Wunsch besteht.

Danke und viele Grüße
Tilo

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Re: Gärschank/Kühlschrank auf 40°

#13

Beitrag von Hein Daddel » Freitag 4. September 2020, 20:37

Sinn und Zweck des Braugangs war schlicht ein Testsud für neues Equipment (Läuterkorb und das erste mal ein Gäreimer) und dann pure Neugierde wie schnell diese Hefe dann wirklich ist. Wie sich die 40°Celsius geschmacklich auswirken und ob ich mit der Hefe noch was anfangen kann werde ich dann sehen wenn ich öfter mit Kveik und mit anderen Temperaturen gebraut habe.
Stammwürze lag bei 13,5°Plato und nach ziemlich genau drei Tagen bei 2,7 was einen sEVG von 80% macht. Das ist schon ein ziemlicher Knaller wenn man Lust hat schnell mal ein neues Rezept zu probieren, wie gesagt, ob das geschmacklich funktioniert werde ich sehen.

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Re: Gärschank/Kühlschrank auf 40°

#14

Beitrag von Skaari » Donnerstag 10. September 2020, 07:12

Bei so hohen Temperaturen würde ich mir auch Gedanken um Kondensation machen. Bei mir ist im Kühlschrank Mal Schimmel entstanden als ich darin vergoren habe. Das sind nämlich auch super Temperaturen für alle anderen Organismen.
Man könnte zum Beispiel Luftentfeuchter nutzen.

Hein Daddel
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Re: Gärschank/Kühlschrank auf 40°

#15

Beitrag von Hein Daddel » Mittwoch 16. September 2020, 19:33

Auf Schimmel werde ich auf jeden Fall achten! So hohe Temperaturen werden aber sicherlich nicht die Regel werden.
Ich bin noch Infos zum Resultat schuldig! Das Bier hat bestens gemundet, absolut keine negativen geschmacklichen Auffälligkeiten. Schöne Ananasnoten, ich bilde mir ein, dass die Hefe die Fruchtnoten des Hopfen gut unterstützt. Nächstes Mal sollte ich vielleicht etwas unauffälligere Hopfen versuchen, um rauszuschmecken was Kveik geschmacklich einbringt ...
Kveik bei 39°C hat für mich super funktioniert. Ich habe im Fass zwangskarbonisiert und zum ersten mal auch spaßeshalber eine 750ml Bügelflasche mit fünf Gramm Zucker gefüllt (habe bisher null Erfahrung beim Flaschengären). Habe die Flasche ab und zu gedreht um für Bewegung im Inneren zu sorgen und nach vier Tagen bei Raumtemperatur geöffnet: Null Kohlensäure. Nada. Das spricht tatsächlich dafür, dass die Hefe nach der Gärung bei den Temperaturen das Zeitliche gesegnet hat. Werde den nächsten Kveik Sud bei 30 Grad versuchen und noch ein paar Flaschengärungen versuchen.

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Re: Gärschank/Kühlschrank auf 40°

#16

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Mittwoch 16. September 2020, 19:48

Wie hoch war der Endvergärungsgrad?

Bei der Flaschengärung lässt sich Kveik oft überdurchschnittlich viel Zeit. Lass die Flaschen zu und schüttle bloß nicht den Sauerstoff aus dem Kopfraum der Flasche ins Bier. Das oxidiert sonst schneller aus du die Flasche zurück in den Kasten stellen kannst.
Vorsichtig schwenken ist Okay. Geduld und eine nicht zu kühle Umgebung helfen aber auch.
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Re: Gärschank/Kühlschrank auf 40°

#17

Beitrag von Hein Daddel » Mittwoch 16. September 2020, 22:57

sEVG lag bei 80%

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