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Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2020, 11:56
von schwarzwaldbrauer
Die Gärung meines Altbiers geht bei 61% scheinbarerm EVG nicht mehr weiter.
Schüttung war:
Pilsner Malz 61%
Münschner Malz 26%
Wiener Malz 12%
Carafa Spezial 1%.
Eingemaischt im Einkocher bei 60 Gr.C.
1. Rast bei 64 Gr.C, 20 Min.
2. Rast bei 72 Gr.C, 40 Min.
War jodnormal und wurde bei 72 Gr.C. abgemaischt.
Stammwürze: 13,3 P
Angestellt bei 18 Gr.C., Umgebungstemperatur 19 Gr.C. Diese Umgebungstemperatur herrschte während der gesamten Gärzeit.
Nach 8 Tagen zum ersten Mal gespindelt: Restextrakt 5,2 P.
In den beiden drauffogenden Tagen änderte sich dieser Wert nicht mehr obwohl ich den Bottich aufgeschüttelt habe.

Habe mit identischen Maischeparametern schon mehrfach gebraut und mit der Nottingham immer über 70% EVG erreicht.
Nun zum ersten Mal mit der OGA 9 - 1 Päckchen auf 20 l Würze, rehydriert.
Hat jemand mehr Erfahrung mit dieser Hefe und kann das beurteilen?

Grüßle und Dank im Voraus
Dieter

edit: Hefe-und Würzemenge zugefügt

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2020, 12:02
von Alt-Phex
Geduld, die braucht nach hinten raus ein bißchen. In einer Woche nochmal messen.

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2020, 12:06
von schwarzwaldbrauer
Danke Bernd für die beruhigende Antwort!

Dieter

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2020, 12:11
von Alt-Phex
Auf den zweiten Blick allerdings...
schwarzwaldbrauer hat geschrieben:
Dienstag 6. Oktober 2020, 11:56
1. Rast bei 64 Gr.C, 20 Min.
2. Rast bei 72 Gr.C, 40 Min.

Habe mit identischen Maischeparametern schon mehrfach gebraut und mit der Nottingham immer über 70% EVG erreicht.
Das du damit viel unvergärbare Zucker erzeugst ist dir schon klar? Und die Nottingham schafft auch eher an die 80% sEVG, soweit ich das noch in Erinnerung habe. Die OGA9 liegt üblicherweise um die 75% sEVG. Könnte also schon sein das hier langsam das Ende errreicht ist. Trotzdem noch etwas Geduld, das schadet ja nicht.

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2020, 12:52
von Brandergartenbier
Alt-Phex hat geschrieben:
Dienstag 6. Oktober 2020, 12:11
Auf den zweiten Blick allerdings...
schwarzwaldbrauer hat geschrieben:
Dienstag 6. Oktober 2020, 11:56
1. Rast bei 64 Gr.C, 20 Min.
2. Rast bei 72 Gr.C, 40 Min.

Habe mit identischen Maischeparametern schon mehrfach gebraut und mit der Nottingham immer über 70% EVG erreicht.
Das du damit viel unvergärbare Zucker erzeugst ist dir schon klar? Und die Nottingham schafft auch eher an die 80% sEVG, soweit ich das noch in Erinnerung habe. Die OGA9 liegt üblicherweise um die 75% sEVG. Könnte also schon sein das hier langsam das Ende errreicht ist. Trotzdem noch etwas Geduld, das schadet ja nicht.
Mit meiner Nottingham hatte ich 84%; die sollte eigentlich ohne Probleme an die 80% rangehen.

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2020, 17:15
von flying
Ist mir mit der OGA 9 auch schon passiert. Das ist wohl eine Hefe die in erster Führung oft den Sprung auf die Maltotriose-Gärung nicht schafft. Dadurch bleibt sie bei 60 - 65% stecken..

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2020, 19:26
von SchlatzPopatz
Gleiches bei mir, da kam sie auf 65%, 4,5 Restextrakt. Hat tierisch losgelegt und war nach 4 Tagen schon fertig. In der Hoffnung, dass noch was passiert, hatte ich das Bier noch ein Woche stehenlassen, aber es passierte nichts mehr.

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2020, 19:49
von ctiedtke
Mein Altbier mit der OGA9 hat es beim ersten mal auf max. 69% sEVG geschafft. Aber ansonsten eine Hefe die leckere Bierchen macht :Drink .

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2020, 19:54
von SchlatzPopatz
ja, geschmacklich ist es OK, aber ich hätte es gerne trockner gehabt.

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2020, 20:32
von schwarzwaldbrauer
flying hat geschrieben:
Dienstag 6. Oktober 2020, 17:15
Ist mir mit der OGA 9 auch schon passiert. Das ist wohl eine Hefe die in erster Führung oft den Sprung auf die Maltotriose-Gärung nicht schafft. Dadurch bleibt sie bei 60 - 65% stecken..
Ist das Bier dann trotzdem noch ein halbwegs passables Alt geworden?

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2020, 20:37
von schwarzwaldbrauer
schwarzwaldbrauer hat geschrieben:
Dienstag 6. Oktober 2020, 20:32
flying hat geschrieben:
Dienstag 6. Oktober 2020, 17:15
Ist mir mit der OGA 9 auch schon passiert. Das ist wohl eine Hefe die in erster Führung oft den Sprung auf die Maltotriose-Gärung nicht schafft. Dadurch bleibt sie bei 60 - 65% stecken..
Ist das Bier dann trotzdem noch ein halbwegs passables Alt geworden?
Schon mit #9 beantwortet, sollte dann bei mir auf dasselbe rauslaufen.
Inkl. Nachgärung komme ich ja auf knapp unter 5% Alk.
und das wird sicher trinkbar.

Grüßle Dieter

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2020, 22:10
von flying
schwarzwaldbrauer hat geschrieben:
Dienstag 6. Oktober 2020, 20:32
flying hat geschrieben:
Dienstag 6. Oktober 2020, 17:15
Ist mir mit der OGA 9 auch schon passiert. Das ist wohl eine Hefe die in erster Führung oft den Sprung auf die Maltotriose-Gärung nicht schafft. Dadurch bleibt sie bei 60 - 65% stecken..
Ist das Bier dann trotzdem noch ein halbwegs passables Alt geworden?
Eigentlich nicht! Ich bin reiner Flaschenvergärer und war nicht bereit das Jungbier aufgezuckert abzufüllen. Das schien mir unberechenbar und Flaschenbomben kann ich nicht gebrauchen. Ich hab dann das Bier von der Hefe geschlaucht und mit einer Nottingham zu Ende vergoren, was diese auch problemlos gemacht hat. Leider hat sich durch die häufigen Probenahmen und die Umschlauchaktion ein deutlicher Hausgeschmack eingeschlichen, so dass ich das Bier letztendlich verklappt habe.

Ich habe mich auch bei Lucy Gozdawa- Grajewska beschwert und ein neues Päckchen Hefe kostenlos zugeschickt bekommen. Man versicherte mir, dass die Hefe als einwandfrei getestet wurde.
Ich verbuche das als "Trial and Error". Die Hefe ist sicher auch einwandfrei, nur nicht viabil genug für den Einsatz als Trockenhefe ohne Vorbereitungen.

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2020, 22:54
von schwarzwaldbrauer
flying hat geschrieben:
Dienstag 6. Oktober 2020, 22:10
schwarzwaldbrauer hat geschrieben:
Dienstag 6. Oktober 2020, 20:32
flying hat geschrieben:
Dienstag 6. Oktober 2020, 17:15
Ist mir mit der OGA 9 auch schon passiert. Das ist wohl eine Hefe die in erster Führung oft den Sprung auf die Maltotriose-Gärung nicht schafft. Dadurch bleibt sie bei 60 - 65% stecken..
Ist das Bier dann trotzdem noch ein halbwegs passables Alt geworden?
Eigentlich nicht! Ich bin reiner Flaschenvergärer und war nicht bereit das Jungbier aufgezuckert abzufüllen. Das schien mir unberechenbar und Flaschenbomben kann ich nicht gebrauchen. Ich hab dann das Bier von der Hefe geschlaucht und mit einer Nottingham zu Ende vergoren, was diese auch problemlos gemacht hat. Leider hat sich durch die häufigen Probenahmen und die Umschlauchaktion ein deutlicher Hausgeschmack eingeschlichen,
Meinst du es würde mir helfen, Nottingham einfach dazuzugeben ohne Umzuschlauchen?

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2020, 23:07
von flying
Könnte klappen.

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2020, 07:25
von SchlatzPopatz
Bei mir ist ein gut trinkbares Bier herausgekommen, auch wenn ich es mir anders vorgestellt hatte. Man schmeckt halt die Restsüsse.
Es gab aber schon zahlreiche Beiträge hier, die von gleichen Erfahrungen berichten.
Ich fülle im Keg ab, es gab da keine weitere Gärtätigkeit nach dem Abfüllen. Ich hatte es nach zwei Wochen abgefüllt. Es tat sich aber schon nach vier Tagen nichts mehr.

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2020, 08:35
von Silbereule
flying hat geschrieben:
Dienstag 6. Oktober 2020, 22:10
Leider hat sich durch die häufigen Probenahmen und die Umschlauchaktion ein deutlicher Hausgeschmack eingeschlichen, so dass ich das Bier letztendlich verklappt habe.
Wonach schmeckt denn "Haus"? :Grübel

LG Steffen

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2020, 09:28
von dirk02
Ich habe am 4.10. ein Altbier mit folgender Schüttung gebraut:

Pilsener ~62%
Wiener ~15%
Münchener ~15%
Cara-Münch II ~5%
Carafa-Spez. II ~1%

Eingemaischt bei 70 Grad, das gab dann eine Rasttemperatur von 66 Grad, ca. 80 Min. gehalten, abgemaischt bei 77 Grad.
Bitterung auf ~40 IBU
Auschlag etwa 22 Liter. Stw. 12,9 Gr. Plato. (mit Refraktometer gemessen, Wert korrigiert)

Abends dann bei 15 Grad mit zwei Päckchen OGA9, rehydriert und mit Vorderwürze angefüttert, angestellt. Nächsten morgen bereits ordentliche Gäraktivität. Nach weiteren 48 Stunden ist Ruhe eingekehrt. Lasse gerade langsam auf 17 Grad kommen, danach wird bei Zimmertemperatur weitergemacht.

Akutell habe ich 4,2 Gr. Plato gemessen (mit Refraktometer gemessen, korrigiert nach Terrill, Mum-Rechner) , das macht einen Scheinbaren Endvergärungs­grad von ~67%, ~4,6 % Vol Alc.

Am 18.10. wird dann wieder gemessen, schreib ich hier dann wieder rein.

Anpassungen am Rezept könnten fürs nächste mal sein:
- Kombirast bei 65 Grad, länger halten
- Bitterung erhöhen
- CaraMünch-Anteil heruntersetzen
Das kann aber erst wirklich in frühestens zwei Monaten bewertet werden, wenn das Bier fertig ist.

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Samstag 17. Oktober 2020, 12:45
von dirk02
Trotz des wärmerstellens hat sich nichts mehr getan, EVG bei 67%. Hab jetzt nach 13 Tagen abgefüllt; ist sehr trübe, obwohl die OGA9 ja gut sedimentieren soll.

Diese Hefe und ich werden wohl keine Freunde. Ich braue Altbier vielleicht alle drei Monate, da ist der Zeitraum für die Lagerung unter Jungbier im Kühlschrank wohl zu lang. An die Einlagerung der Hefe und das spätere Reaktivieren traue ich mich nicht so recht ran, die Beschreibungen und Anletungen sind doch recht unterschiedlich. Bei einigen Mitbrauern scheinen ja auch kleine Labore zu Hause zu stehen.. Die mehrfache Führung der Hefe fällt also für mich ertmal aus.

Ich werde wohl meine weiteren Versuche wieder mit der Brewferm Top machen, evtl noch mit der OGA 9 zum Vergleich vergären lassen, so ganz mag ich sie noch nicht aufgeben.

Das Maischeprogramm passe ich in jedem Fall an:
60 min. bei 64°C
20 min bei 67°C
20 min bei 72°C
Abmaischen bei 77°C

Wiener und Münchener Malz reduziere ich deutlich zugunsten von Pima. Caramünch wird ebenfalls von 5% auf 3% reduziert. Genaues weiss ich aber erst nach einer Verkostung der aktuellen Charge.

Später folgt noch die Wasseraufbereitung als letzter Schliff, ich habe recht salzarmes Wasser hier so dass ich auf jeden Fall aufsalzen muss.

Ich bin nach fünf Jahren in diesem schönen Hobby zur Erkenntnis gelangt, das Altbier kein Bier für Brauanfänger ist. Meine Reise zu meinem Alt bleibt spannend!

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Samstag 17. Oktober 2020, 13:15
von Tommi123
Hi,

Brau doch gleich ein weiteres Alt hinterher, das hält sich ja und ein wenig Reife tut dem ja gut. Dann kannste die direkt noch mal führen.

Gruß,
Thomas

Re: Altbier mit Gozdawa OGA 9, Gärung stockt bei 61% scheinbarem EVG

Verfasst: Samstag 17. Oktober 2020, 13:25
von schwarzwaldbrauer
Da ging es einigen von euch ja ähnlich.
Ich hatte zuvor mehrere sehr gute Ergebnisse mit der Nottingham und werde die beim nächsten Mal wieder verwenden.
Nach der Flaschengärung habe ich Mal eine aufgemacht:
Wie erwartet sehr süß. Mit Abstrichen evtl. auch trinkbar wenn die Hefe sich länger abgesetzt hat.
Grüßle Dieter