Bier riecht nach "altem Blumenwasser"

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Bier riecht nach "altem Blumenwasser"

#1

Beitrag von Blondes » Donnerstag 12. November 2020, 15:20

Hallo zusammen,
ich habe ein Problem und hoffe, Ihr könnt mir dabei helfen:

Meine beiden letzten Wiess (von Ricardo MMuM) rochen leider ziemlich fies nach altem Blumenwasser (ich weigere mich ein bißchen, in Zusammenhang mit Bier den Begriff "Kloake" zu verwenden). Ein Simcoe-IPA, das ich zwischenzeitlich gebraut hab, war völlig i.O., daher glaube (hoffe) ich, dass es keine Infektion ist...

Kann es vielleicht am WeizenMalz oder am Hopfen (Tradition) liegen? Es roch eigentlich schon direkt beim Start der Gärung unangenehm. Es sieht jetzt klar aus und schmeckt ansonsten eigentlich auch ok (soweit es das kann)...
Bin für Tips sehr dankbar.
Viele Grüße,

Martin

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Re: Bier riecht nach "altem Blumenwasser"

#2

Beitrag von flying » Donnerstag 12. November 2020, 15:32

Alter Hopfen riecht eher nach Käsefuß. Einen üblen Kloakengeruch erzeugt z.B. ein Bierverderber namens Megasphaera Cerevisia. Es gibt auch noch schlimmere Gesellen die echt humanpathogen sind. Bei dieser Art von Geruch stellen sich bei mir grundsätzlich alle Haare auf. Das Bier ist verdorben.
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Re: Bier riecht nach "altem Blumenwasser"

#3

Beitrag von Bierjunge » Donnerstag 12. November 2020, 16:06

Wie lange hatte es nach dem Würzekochen gedauert, bis die Gärung sichtbar ankam?

Moritz

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Re: Bier riecht nach "altem Blumenwasser"

#4

Beitrag von Blondes » Donnerstag 12. November 2020, 16:10

flying hat geschrieben:
Donnerstag 12. November 2020, 15:32
Alter Hopfen riecht eher nach Käsefuß. Einen üblen Kloakengeruch erzeugt z.B. ein Bierverderber namens Megasphaera Cerevisia. Es gibt auch noch schlimmere Gesellen die echt humanpathogen sind. Bei dieser Art von Geruch stellen sich bei mir grundsätzlich alle Haare auf. Das Bier ist verdorben.
Hi flying,
das hoffe ich nicht! Aber Megasphaera Cerevisia und Pectinatus sind "strictly anaerobic", und sollen eher nach faulen Eiern riechen, ausserdem ist mein Wiess klar ("Beer spoiled by Megasphaera and Pectinatus bacteria is characterized by massive haze and an intense odor reminiscent of rotten eggs" Zitat siehe unten). Ich hoffe, es gibt noch eine andere Erklärung!




https://www.researchgate.net/publicatio ... e/download

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Re: Bier riecht nach "altem Blumenwasser"

#5

Beitrag von Blondes » Donnerstag 12. November 2020, 16:16

Bierjunge hat geschrieben:
Donnerstag 12. November 2020, 16:06
Wie lange hatte es nach dem Würzekochen gedauert, bis die Gärung sichtbar ankam?

Moritz
Hi Moritz,
genau kann ich das nicht sagen. Ins Gärfass gegen 18:30, am nächsten Morgen war die Gärung hörbar da (in Gärkühlschrank bei 18°C,Überlaufschlauch in Wasserkrug). Nach 5 Tagen hab ich den Gäraufssatz abgenommen (da rochs aber schon ungut) und unter leichtem Druck (5psi) weitervergoren.

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Re: Bier riecht nach "altem Blumenwasser"

#6

Beitrag von marsabba » Donnerstag 12. November 2020, 22:48

Hallo,
kann es sein, das die Hefe einfach ein bisschen rumgeschwefelt hat ? Das riecht dann eher nach Faulen Eiern oder Darmgase.
In dem Fall würde ich mir keine so grosse Sorgen machen.
Manche Hefestämme schwefeln halt gerne, evtl kann es auch an deinem Wasser liegen.

Grüße
Martin

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Re: Bier riecht nach "altem Blumenwasser"

#7

Beitrag von Blondes » Donnerstag 12. November 2020, 23:33

marsabba hat geschrieben:
Donnerstag 12. November 2020, 22:48
Hallo,
kann es sein, das die Hefe einfach ein bisschen rumgeschwefelt hat ? Das riecht dann eher nach Faulen Eiern oder Darmgase.
In dem Fall würde ich mir keine so grosse Sorgen machen.
Manche Hefestämme schwefeln halt gerne, evtl kann es auch an deinem Wasser liegen.

Grüße
Martin
Hi Martin,
Schwefelwasserstoff is nich so der Geruch, eher wie Blumen oder Stauden, die zulange im Wasser gestanden haben, also, wie so pflanzliche Stoffe, die eben vermodern. Hefe war die Safale K97. Wenns nur an der Hefe läge, wär ja alles gut, ich will halt nur sowas wie oben von flying beschrieben ausschliessen. Wasser hatte ich beim letzten Mal durch je die Hälfte RO-Wasser im Haupt- und Nachguss ersetzt.

Danke und viele Grüße,
Martin

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Re: Bier riecht nach "altem Blumenwasser"

#8

Beitrag von Barney Gumble » Freitag 13. November 2020, 06:22

Geht der Geruch in Richtung Geosmin (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Geosmin), also muffig erdig?
Eigentlich eher rote-Beete-like bzw..Erde wird aber mit abgeatandenem Wasser in Verbindung gebracht (https://bnc.lt/a/key_live_eifqPbvhIRnKE ... 4280822%2F)
Edit: Link nicht so kopierbar:
Screenshot_2020-11-13-06-23-29-518_com.android.chrome.jpg
Also ist es wirklich so stark wie eine Woche altes Blumenwasser, da bin ich auch sehr sensibel, dann könnte ich es auch nicht anders als wegkippen

VG
Shlomo
Als ich von den schlimmen Folgen des Trinkens las, gab ich es sofort auf - das Lesen! (frei nach Henry Youngman)
Wenn ich nicht gleich antworte, liege ich unterm Zapfhahn :Bigsmile

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Re: Bier riecht nach "altem Blumenwasser"

#9

Beitrag von Blondes » Freitag 13. November 2020, 08:39

Barney Gumble hat geschrieben:
Freitag 13. November 2020, 06:22
Geht der Geruch in Richtung Geosmin (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Geosmin), also muffig erdig?
Eigentlich eher rote-Beete-like bzw..Erde wird aber mit abgeatandenem Wasser in Verbindung gebracht
..

Also ist es wirklich so stark wie eine Woche altes Blumenwasser, da bin ich auch sehr sensibel, dann könnte ich es auch nicht anders als wegkippen

VG
Shlomo
Servus Shlomo,

"Geosmin"- auf jeden Fall schomma wida was gelernt...

Deinen links bin ich nachgegangen -vielen Dank!- , dann wären Streptomyces eventuell Verursacher. Laut Wikipedia & Co sind das Bakterien, die Antibiotika erzeugen.Da stellt sich für mich die Frage, ob die giftig sind (!) ?

Der "große" Fehlgeruch, den ich gefunden habe, der dem bis jetzt am nächsten käme, wär "muffig":
mug mikrobrauerei.jpg
Aber wenns Schimmel wäre, dachte ich mir, müßte es ja mehr werden, wenn ich es mal länger stehen lasse. Hab ich jetzt erst mal über Nacht getan, und heut früh ist der Geruch komplett weg! Das ist ja erst mal schon mal feinst, vielleicht hilft das jemand von Euch bei der Bestimmung weiter?
Und wie bekomme ich den Mief dann aus dem Keg? Ein Tag offen stehn lassen und neu aufkarbonisieren? Lieber oxidiert als miefig? Oder drei Wochen warten?

Aber die Hauptfrage bleibt vor allem, ob das nur ein Fehler ist oder etwa gesundheitsschädlich, wo es erkommt und ob ich es nachhaltig wegbekommen kann...



Danke und viele Grüße,
Martin

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