Flaschengärung / Druck etwas zu hoch

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Kross-Kriss
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Flaschengärung / Druck etwas zu hoch

#1

Beitrag von Kross-Kriss » Samstag 13. Februar 2021, 12:57

Hallo zusammen,

ich hoffe, das Thema wurde nich genauso schonmal aufgearbeitet, aber ich frage mich gerade, was die beste Lösung ist, wenn man merkt, dass die Flaschengärung mehr CO2 bildet als man das wollte.
Ich hatte ca. 3,5 bis 4 g CO2 g/L angepeilt (hab mit Zucker gearbeitet) und das Manometer zeigt nach einer Woche Flaschengärung schon 1,2 bar.
Alles bei Raumtemperatur bei ca. 19 bis 21 Grad (schwankt ja immer etwas).

Macht es Sinn, die Flaschen jetzt schon zu kühlen / reifen?
Ist das ratsam, wenn die Nachgärung noch nicht durch ist? Bestimmt nicht wirklich, oder?
Oder einfach Druck ablassen (habe einen Bügel-Verschluss). Das hab ich schon öfter mal gemacht, als ich noch kein Manometer hatte.
Würd ich aber eigentlich ungern machen, weil ich keinen Sauerstoff ans Bier lassen will.

Was sind Eure Erfahrungen bzw. Ratschläge?

Viele Grüße aus der (Ex-)Bierstadt Dortmund,
Christoph

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murby81
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Re: Flaschengärung / Druck etwas zu hoch

#2

Beitrag von murby81 » Samstag 13. Februar 2021, 14:17

Geduld 😉

1,2 bar nach einer Woche Raumtemperatur ist normal.

Kross-Kriss
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Re: Flaschengärung / Druck etwas zu hoch

#3

Beitrag von Kross-Kriss » Samstag 13. Februar 2021, 19:20

Ja, aber es sollte nach 1,2 bar Schluss sein ;-)
Ich stell die eine Hälfte in den Kühlschrank, die andere lass ich noch draußen.
Mal sehen, was besser schmeckt.

Peter1860
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Re: Flaschengärung / Druck etwas zu hoch

#4

Beitrag von Peter1860 » Samstag 20. Februar 2021, 13:22

Ich habe von MMuM das Rezept "Michas OG Märzen " nachgebraut. Dazu aber die S33 Hefe verwendet. Nach der Abfüllung in Flaschen ruht das Ganze jetzt eine Woche. Der Flaschenmanometer zeigt 2,6 Bar an. Ich überlege das noch eine weitere Woche bei Zimmertemperatur stehen zu lassen und dann in den Kühlschrank für etwa 4 Wochen bei etwa 8 - 10 Grad zu tun. Da dürfte der Druck abfallen. Verändert das aber auch die Reife oder den Geschmack des Bieres?

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schwarzwaldbrauer
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Re: Flaschengärung / Druck etwas zu hoch

#5

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Samstag 20. Februar 2021, 15:18

Peter1860 hat geschrieben:
Samstag 20. Februar 2021, 13:22
Ich habe von MMuM das Rezept "Michas OG Märzen " nachgebraut. Dazu aber die S33 Hefe verwendet. Nach der Abfüllung in Flaschen ruht das Ganze jetzt eine Woche. Der Flaschenmanometer zeigt 2,6 Bar an. Ich überlege das noch eine weitere Woche bei Zimmertemperatur stehen zu lassen und dann in den Kühlschrank für etwa 4 Wochen bei etwa 8 - 10 Grad zu tun. Da dürfte der Druck abfallen. Verändert das aber auch die Reife oder den Geschmack des Bieres?
Sieht doch gut aus.
Wenn der Druck nicht weiter steigt ist die Flaschengärung abgeschlossen und du kannst die Flaschen in den Kühlschrank geben. Da findet dann die Kaltreifung statt und das Bier wird immer besser.
Sollte der Druck bei jetziger Temperatur aber weiter steigen, ist was schiefgelaufen und Vorsicht geboten.
Grüßle Dieter
Brau, schau wem.

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Re: Flaschengärung / Druck etwas zu hoch

#6

Beitrag von Peter1860 » Sonntag 21. Februar 2021, 19:42

Servus Dieter,
ich habe mich kurzfristig entschieden, das Bier eine Woche In den Keller zu stellen. Bei den derzeitigen außen Temperaturen ist mein Keller bei 14 Grad angelangt. Die S33 müsste da auch noch etwas arbeiten bzw der Temperatur abfall von 5 - 7 Grad einen gewissen Druckabfall bewirken. Ist ein Versuch. Dann werde ich es
im Kühlschrank bis Ostern lagern. (Sofern ich nicht in Versuchung komme) Aber Danke für Deine Antwort

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Re: Flaschengärung / Druck etwas zu hoch

#7

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Sonntag 21. Februar 2021, 21:39

Peter1860 hat geschrieben:
Sonntag 21. Februar 2021, 19:42
Servus Dieter,
ich habe mich kurzfristig entschieden, das Bier eine Woche In den Keller zu stellen. Bei den derzeitigen außen Temperaturen ist mein Keller bei 14 Grad angelangt. Die S33 müsste da auch noch etwas arbeiten bzw der Temperatur abfall von 5 - 7 Grad einen gewissen Druckabfall bewirken. Ist ein Versuch. Dann werde ich es
im Kühlschrank bis Ostern lagern. (Sofern ich nicht in Versuchung komme) Aber Danke für Deine Antwort
OK, aber behalte den Druck im Auge.
Brau, schau wem.

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Re: Flaschengärung / Druck etwas zu hoch

#8

Beitrag von Schoki » Montag 22. Februar 2021, 12:45

Peter1860 hat geschrieben:
Sonntag 21. Februar 2021, 19:42
Die S33 müsste da auch noch etwas arbeiten bzw der Temperatur abfall von 5 - 7 Grad einen gewissen Druckabfall bewirken.
Was soll der Druckabfall bewirken? 1,2 bar sind noch lange nicht kritisch und den CO2-Gehalt änderst du durch niedrigere Temperatur nicht. Wenn der aber zu hoch wird, hast du bei Raumtemperatur dann einen unerwartet hohen Druck. Einfach warten, bis der Druck konstant bleibt oder deutlich über den Zielwert geht (ab 3 bar kann man sich Sorgen machen). Dann müsstest du mehrfach entlüften, bis der Druck stabil bleibt (je nach Druck mit Sicherheitsvorkehrungen - 3 bar bei Bügelflaschen sind aber eigentlich kein Problem).

Das Problem beim zu frühen Kaltstellen ist ja folgendes: Du zwingst die Hefe zum Winterschlaf, obwohl noch vergärbares Extrakt da ist. Du hast aber keine Ahnung, wie viel Extrakt noch vergoren werden kann. Vergisst du das dann und stellst die Flaschen wieder ins Warme, startet die Nachgärung unter Umständen wieder und du hast einen unkontrollierten Druckaufbau.

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Re: Flaschengärung / Druck etwas zu hoch

#9

Beitrag von Peter1860 » Montag 22. Februar 2021, 17:50

@Dieter
Der Druck ist innerhalb von 24 Stunden bei 14 Grad auf 2,45 Bar gesunken. Der Temperatur unterschied von 21 auf 14 Grad scheint zu wirken. ;)

@Schoki
Erstmal Danke für Deine Erklärung. Als Anfänger nehme ich gerne alle Tipps entgegen.
Ich denke aber, Du hast da etwas missverstanden. Bei mir lag der Druck bereits bei guten 2,6 Bar! Ich wollte die Flaschen eben nicht öffnen um Druck abzulassen. Die Gärung bei der S33 ist zwischen 12 und 25 Grad auf der Packung angegeben. Deswegen der Gedanke ....wie senke ich den Druck ohne die Flaschen zu öffnen sowie die Gärung auch nicht zu unterbrechen oder beenden.

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Re: Flaschengärung / Druck etwas zu hoch

#10

Beitrag von Frommersbraeu » Montag 22. Februar 2021, 19:45

Hallo Peter,
du kannst getrost Druck ablassen. Solange du es nicht übertreibst, treibst du damit eher Sauerstoff aus der Flasche als welchen einzuschleppen. Bei "neuen", ordentlichen Flaschen brauchst du dir bei 2,6bar aber auch noch keine Gedanken machen. Einfach abwarten und beobachten.
Grüße Patrick
Brauen ist wie ein Überraschungsei:
Spiel, Spaß und Scho.. ach ne Bier!
:Drink

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Re: Flaschengärung / Druck etwas zu hoch

#11

Beitrag von Peter1860 » Montag 22. Februar 2021, 20:33

Servus Patrick,
an das Alter der Flaschen habe ich noch gar nicht gedacht. Nachdem ich erst am Anfang bin, habe ich nur Pfandflaschen. Ordentlich gereinigt und desinfiziert. Schon an den Bügelaufdrucken war zu erkennen, dass etliche Flaschen die ein oder andere Braurerei gesehen haben! Deswegen bin ich eher vorsichtig. Dachte mir schon das die Flaschen ja nicht besser werden. ;)

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Re: Flaschengärung / Druck etwas zu hoch

#12

Beitrag von Kross-Kriss » Dienstag 23. Februar 2021, 01:10

murby81 hat geschrieben:
Samstag 13. Februar 2021, 14:17
Geduld 😉

1,2 bar nach einer Woche Raumtemperatur ist normal.
Es ist übrigends noch bis 1,8 bar hochgegangen. Laut der geringen Zuckermenge fast unmöglich. Karbonisierung war aber gefühlt recht gering, was auch so sein sollte.
Sei's drum. Bierchen ist super geworden :-)

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Re: Flaschengärung / Druck etwas zu hoch

#13

Beitrag von riegelbrau » Sonntag 28. Februar 2021, 23:31

Wenn du z.B. nach Cold Crash mit ca. 4-5 Grad Jungbiertemperatur in einem Raum bei Zimmertemperatur abfüllst und die Flaschen dann verschließt, steigt am Manometer nahezu sofort der Druck an. Ich vermute, dass das einfach die Wärmeausdehnung ist, aber noch nicht gleich die Gäraktivität. Ich meine, mal irgendwo gelesen zu haben, dass das durchaus ca. 0,2 °C ausmachen kann.

Gruß Christoph

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Re: Flaschengärung / Druck etwas zu hoch

#14

Beitrag von uli74 » Montag 1. März 2021, 17:45

Leute, entlüften ist total "oldschool". Man sollte heutzutage in der Lage sein, seine Zuckermenge relativ genau zu berechnen. Dazu gibts jede Menge Tools. Jede Brausoftware erledigt das mit Links.

Oldschool ist es auch, wenn man es nicht erwarten kann abzufüllen. Über den optimalen Abfüllzeitpunkt wurde schon soooooo viel geschrieben dass man nicht glauben mag dass es Leute gibt, die noch nie über Threads gestolpert sind in denen ausführlich darüber diskutiert wurde.

Aber was gar nicht funktioniert um zu hohen Druck zu vermeiden ist, wenn man die Flaschen während der Nachgärung kalt stellt. Klar sinkt dadurch erstmal der Druck in der Flasche. Aber auf lange Sicht wird die Hefe den restlichen unvergorenen Zucker verstoffwechseln.

Solange sich noch vergärbarer Zucker im Bier befindet wird der auch irgendwann zu Alkohol und CO2 (und damit verbunden Druckanstieg in der Flasche). Das wird sich auch mit Kühlen nicht vermeiden lassen.

Deshalb: Bier ausgären lassen (die Gärung ist abgeschlossen wenn sie abgeschlossen ist, der Hefe sind Drei-Tage-Regeln schnuppe) und wenn das ein paar Tage länger dauert dann ist das halt so. Manche Hefen sind schneller, andere etwas langsamer, und hin und wieder legt eine Hefe auch mal ein Päuschen ein. Restextrakt messen hilft, wobei man das aber nicht täglich oder stündlich machen sollte sondern man übt sich da auch in Geduld.
Gruss

Uli

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Re: Flaschengärung / Druck etwas zu hoch

#15

Beitrag von Wedebier » Montag 1. März 2021, 19:19

:goodpost: :goodpost: :goodpost: :goodpost:
uli74 hat geschrieben:
Montag 1. März 2021, 17:45
Leute, entlüften ist total "oldschool". Man sollte heutzutage in der Lage sein, seine Zuckermenge relativ genau zu berechnen. Dazu gibts jede Menge Tools. Jede Brausoftware erledigt das mit Links.

Oldschool ist es auch, wenn man es nicht erwarten kann abzufüllen. Über den optimalen Abfüllzeitpunkt wurde schon soooooo viel geschrieben dass man nicht glauben mag dass es Leute gibt, die noch nie über Threads gestolpert sind in denen ausführlich darüber diskutiert wurde.

Aber was gar nicht funktioniert um zu hohen Druck zu vermeiden ist, wenn man die Flaschen während der Nachgärung kalt stellt. Klar sinkt dadurch erstmal der Druck in der Flasche. Aber auf lange Sicht wird die Hefe den restlichen unvergorenen Zucker verstoffwechseln.

Solange sich noch vergärbarer Zucker im Bier befindet wird der auch irgendwann zu Alkohol und CO2 (und damit verbunden Druckanstieg in der Flasche). Das wird sich auch mit Kühlen nicht vermeiden lassen.

Deshalb: Bier ausgären lassen (die Gärung ist abgeschlossen wenn sie abgeschlossen ist, der Hefe sind Drei-Tage-Regeln schnuppe) und wenn das ein paar Tage länger dauert dann ist das halt so. Manche Hefen sind schneller, andere etwas langsamer, und hin und wieder legt eine Hefe auch mal ein Päuschen ein. Restextrakt messen hilft, wobei man das aber nicht täglich oder stündlich machen sollte sondern man übt sich da auch in Geduld.
:goodpost:

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