Klares Flaschenbier ohne Oxidation

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Mettes
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Klares Flaschenbier ohne Oxidation

#1

Beitrag von Mettes » Donnerstag 1. April 2021, 11:51

Hallo, meine Name ist Mettes und komme aus der Eifel.
Ich habe vor einem halben Jahr angefangen mit dem Brauen, bin jetzt aber schon Feuer und Flamme für dieses Hobby.
Ich habe bereits 6 Sude gebraut, davon musste ich eines leider wegschütten,... Das nächste ist aber schon wieder am Gären. :Smile

Jetzt mal zu meiner Frage,

Ich hätte gerne ein klareres Flaschenbier und habe mich gefragt wie ich dieses erreiche.
Ich habe mir gedacht aus meinem Gärbehälter über schwerkraft die Würze in ein CC-Keg umzufüllen und dieses dann 2-3 Tage dortdrin zu lassen damit sich dort noch Trübstoffe am Boden ablagern können. Dann meine Flaschen über gegendruck zu füllen.
Kommt durch das ganze umdrücken nicht zuviel Sauerstoff an das Bier? Ich habe nämlich Angst das dadurch zuviel Sauerstoff an das Bier kommt und es Oxidiert.

Zu meinem Setup momentan, ich habe zwei 38 Liter Topfe von SS Brewtech und einen 7 Gal Chronical zum Gären. (habe ich alles gebraucht gekauft und funktioniert super :Smile) Würde mir dann noch ein 19 Liter CC-Keg kaufen, wenn das ganze so funktioniert wie ich mir das vorstelle.

Ich hoffe dass das keine zu blöde Frage ist, bin ja noch Anfänger,.. :Grübel

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Bilbobreu
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Re: Klares Flaschenbier ohne Oxidation

#2

Beitrag von Bilbobreu » Donnerstag 1. April 2021, 12:05

Moin,
Du bist mit Deinen Gedanken auf dem richtigen Weg. Zur Vermeidung von Oxidation hier noch ein paar Details bei den einzelnen Schritten.
Vor dem Füllen des CC-Kegs kannst Du das mit Wasser füllen und mit CO2 wieder leerdrücken. Dann kein Sauerstoff mehr drin. Das befüllen mit dem Jungbier erfolgt dann über den Getränkeanschluss des CC-Kegs und das Druckablassen über das Überdruckventil. Anschließend dann 2 Tage bei nahe 0°C lagern (Stichwort: Cold crash), damit sich die Trubstoffe absetzen. Dann musst Du beim Gegendruckabfüllen in Flaschen am Anfang nur noch einmal kurz die Trubstoffe abschießen und schon kannst Du klares Bier abfüllen.

Wenn Dir das mit dem Wasser einfüllen und mit CO2 leerdrücken zu viel Aufwand ist, geht alternativ auch folgendes: offenes CC-Keg mit CO2 fluten, füllen, schließen und mehrfach (3-5 mal) den Kopfraum mit CO2 füllen und über Überdruckventil wieder ablassen. So mach ich das seit Jahren und zumindest Oxidation hat meinen Bieren bisher noch niemand nachgesagt.
Gruß
Stefan

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Re: Klares Flaschenbier ohne Oxidation

#3

Beitrag von PabloNop » Donnerstag 1. April 2021, 12:06

Du kannst den Sauerstoff etwas mindern, indem Du das CC-Keg vor dem Umfüllen mit CO2 spülst. Das Umfüllen selbst dann nicht einfach in das offene Keg, sondern mit dem Abfüllschlauch auf einen CC-Adapter und diesen dann auf die Getränkeseite des Kegs anschließen. Zum Druckausgleich kannst Du das Keg-Ventil öffnen oder einen weiteren Adapter auf die Gasseite stecken.

Beim späteren Abfüllen der Flaschen per GDA sollte es helfen die Flaschen gut zu füllen und vor dem Verschließen mit etwas Schaum den Sauerstoff zu verdrängen.

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Re: Klares Flaschenbier ohne Oxidation

#4

Beitrag von Sebasstian » Freitag 2. April 2021, 11:49

Ich habe sehr klare Biere in der Flasche seit ich ziemlich lange und kalt im Keg lagere und dann erst nach Bedarf in Flaschen abfülle. Dein vorgeschlagener Weg ist grundsätzlich gut. Aber meine Empfehlung wäre, nicht nur 2-3 Tage, sondern eher (je nach Bierstil) bis zu 2-3 Monate bei 2-3°C zu lagern (Kühltruhe mit Inkbird). Dann abfüllen. Dann hast du sehr klares Bier in den Flaschen.
Ich fülle mit der Blichman Beer Gun ab. Da ist auch Oxidation gut im Griff.
Grüße,
Sebastian

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Re: Klares Flaschenbier ohne Oxidation

#5

Beitrag von heru » Freitag 2. April 2021, 22:57

Ich habe da eine Verständnisfrage:
Inwieweit beeinflusst Oxidation die Trübung ?

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Re: Klares Flaschenbier ohne Oxidation

#6

Beitrag von Innuendo » Samstag 3. April 2021, 07:36

Mettes hat geschrieben:
Donnerstag 1. April 2021, 11:51
Ich habe mir gedacht aus meinem Gärbehälter über schwerkraft die Würze in ein CC-Keg umzufüllen und dieses dann 2-3 Tage dortdrin zu lassen damit sich dort noch Trübstoffe am Boden ablagern können. Dann meine Flaschen über gegendruck zu füllen.
Kommt durch das ganze umdrücken nicht zuviel Sauerstoff an das Bier? Ich habe nämlich Angst das dadurch zuviel Sauerstoff an das Bier kommt und es Oxidiert.
Neben dem Keg benötigst Du auch ein Spundapparat. Das Ventil muss öffnen und CO2 ablassen, sobald der eingestellte Druck gem. Spundungstabelle während der Nachgärung überschritten wird. Das wäre der erste Vorteil, den Du mit Kegs erhältst: Du bekommst natürliches feinperliges CO2 ins Bier gebunden. Aber während der Nachgärung (egal ob Grünschlauchen oder Speise/Zucker) wird sich Dein Bier nicht klären. Zum Klären solltest Du nach vollständiger Vergärung auch mehr als 2-3 Tage und tiefe Temperaturen einplanen. Wenn das Ziel "blank" ist, brauchst Du vermutlich viel Geduld ...
Dein Jungbier oxidiert nicht blitzartig. Den Tipp durch den Getränkedegen in das Keg schlauchen solltest Du ausprobieren. Das Umdrücken wird mit Schwerkraft und/oder CO2 Druck durchgeführt. Das sollte eher keine Sauerstoffprobleme haben. Schau mal im Braumagazin nach dem Bierfehler Oxidation. Dort ist beschrieben, welche Faktoren beim Thema Oxidation zu beachten sind. Es sind sehr viele zu ganz verschiedenen Zeitpunkten. Nur den Teil O2-freies (oder armes) Schlauchen betrachten, bringt imho keinen Vorteil. Im Artikel ist auch ein interessanter Abschnitt zur Flaschenabfüllung (Mischung O2-CO2) enthalten.
Innu

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Re: Klares Flaschenbier ohne Oxidation

#7

Beitrag von Tommi123 » Samstag 3. April 2021, 08:28

Innuendo hat geschrieben:
Samstag 3. April 2021, 07:36
Mettes hat geschrieben:
Donnerstag 1. April 2021, 11:51
Ich habe mir gedacht aus meinem Gärbehälter über schwerkraft die Würze in ein CC-Keg umzufüllen und dieses dann 2-3 Tage dortdrin zu lassen damit sich dort noch Trübstoffe am Boden ablagern können. Dann meine Flaschen über gegendruck zu füllen.
Kommt durch das ganze umdrücken nicht zuviel Sauerstoff an das Bier? Ich habe nämlich Angst das dadurch zuviel Sauerstoff an das Bier kommt und es Oxidiert.
Neben dem Keg benötigst Du auch ein Spundapparat. Das Ventil muss öffnen und CO2 ablassen, sobald der eingestellte Druck gem. Spundungstabelle während der Nachgärung überschritten wird. Das wäre der erste Vorteil, den Du mit Kegs erhältst: Du bekommst natürliches feinperliges CO2 ins Bier gebunden. Aber während der Nachgärung (egal ob Grünschlauchen oder Speise/Zucker) wird sich Dein Bier nicht klären. Zum Klären solltest Du nach vollständiger Vergärung auch mehr als 2-3 Tage und tiefe Temperaturen einplanen. Wenn das Ziel "blank" ist, brauchst Du vermutlich viel Geduld ...
Dein Jungbier oxidiert nicht blitzartig. Den Tipp durch den Getränkedegen in das Keg schlauchen solltest Du ausprobieren. Das Umdrücken wird mit Schwerkraft und/oder CO2 Druck durchgeführt. Das sollte eher keine Sauerstoffprobleme haben. Schau mal im Braumagazin nach dem Bierfehler Oxidation. Dort ist beschrieben, welche Faktoren beim Thema Oxidation zu beachten sind. Es sind sehr viele zu ganz verschiedenen Zeitpunkten. Nur den Teil O2-freies (oder armes) Schlauchen betrachten, bringt imho keinen Vorteil. Im Artikel ist auch ein interessanter Abschnitt zur Flaschenabfüllung (Mischung O2-CO2) enthalten.
Innu
Hi,

Da muss ich dir wiedersprechen. Ich lese hier immer wieder die Verfahrensweise, die NG in Kegs (Speise / Zucker, ich rede nicht von HG unter Druck) mit einem Spundapparat durchzuführen.

Das ist überflüssig. Speise wie Zucker wird berechnet, wie bei der Flaschenabfüllung. Das Bier wird vorher ausgären gelassen und anhand der Menge der Speise / des Zuckers wird der Druck und damit der CO2 Gehalt des Bieres eingestellt.

In Flaschen haben wir auch keinen Spundapparat, es ist das gleiche, wie ein große Flasche.

Aus Sicherheitsgründen schadet ein Spundapparat natürlich nicht, aber er ist nicht nötig.

LG

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Re: Klares Flaschenbier ohne Oxidation

#8

Beitrag von Innuendo » Samstag 3. April 2021, 13:46

Du kannst natürlich das Risiko akzeptieren und ohne Spundapparat arbeiten. Nachteile hast du mit Spundapparat keine. Allgemein würde ich nicht davon abraten. Ein Rechenfehler und es kann gefährlich werden.
Nein, der Spundapparat ist aus meiner Sicht nicht überflüssig

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