Etwas zu stark geratenes Stout stoppt bei 7 Grad Würze

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gyps
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Etwas zu stark geratenes Stout stoppt bei 7 Grad Würze

#1

Beitrag von gyps » Montag 5. April 2021, 18:31

Hallo zusammen,

ich habe vor 2 1/2 Wochen ein Stout mit einem Bekannten gebraut und bei der Frage welche Stammwürze wir einstellen wollte er es etwas stärker haben. Zum Schluss ist es sehr stark geworden (17 Grad). Eigentlich nicht verwunderlich stoppte die Hefe (Wyeast 1084) nun bei 7 Grad Plato (seit 5 Tagen konstant). Ich könnte damit leben und auch der Geschmack ist eigentlich OK, aber was passiert nun, wenn ich Zucker zugebe, um es zu karbonisieren? Wird die Hefe den Zucker umwandeln? Falls ja, warum wandelt sie dann jetzt die Restwürze nicht um? ... und wenn sie wieder aktiv ist, kann es passieren, dass dann wegen der hohen Restwürze zu viel CO2 entsteht und ich Flaschenbomben baue?

Viele Grüße und noch einen schönen Rest-Ostermontag,
Alex

PS: Vergoren wurde recht kühl, bei ca. 18 Grad, ich könnte sie noch probehalber etwas wärmer stellen (ob das viel bringt?)

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Re: Etwas zu stark geratenes Stout stoppt bei 7 Grad Würze

#2

Beitrag von gyps » Montag 5. April 2021, 18:46

OK, der Transport aus dem Keller ins Wohnzimmer hat die Gärung sofort angestoßen, jetzt blubbert es fast im Sekundentakt. Da das Bier so schnell gar nicht auf Temperatur gekommen sein kann, wird wohl schon das Bewegen beim Transport etwas angestoßen haben.

Trotzdem fände ich Antworten auf :
aber was passiert nun, wenn ich Zucker zugebe, um es zu karbonisieren? Wird die Hefe den Zucker umwandeln?
Falls ja, warum wandelt sie dann jetzt die Restwürze nicht um? ... und wenn sie wieder aktiv ist, kann es passieren,
dass dann wegen der hohen Restwürze zu viel CO2 entsteht und ich Flaschenbomben baue?
sehr interessant.

LG, Alex

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Re: Etwas zu stark geratenes Stout stoppt bei 7 Grad Würze

#3

Beitrag von §11 » Montag 5. April 2021, 19:21

gyps hat geschrieben:
Montag 5. April 2021, 18:46
OK, der Transport aus dem Keller ins Wohnzimmer hat die Gärung sofort angestoßen, jetzt blubbert es fast im Sekundentakt. Da das Bier so schnell gar nicht auf Temperatur gekommen sein kann, wird wohl schon das Bewegen beim Transport etwas angestoßen haben.

Trotzdem fände ich Antworten auf :
aber was passiert nun, wenn ich Zucker zugebe, um es zu karbonisieren? Wird die Hefe den Zucker umwandeln?
Falls ja, warum wandelt sie dann jetzt die Restwürze nicht um? ... und wenn sie wieder aktiv ist, kann es passieren,
dass dann wegen der hohen Restwürze zu viel CO2 entsteht und ich Flaschenbomben baue?
sehr interessant.

LG, Alex
Das wird wohl eher CO2 sein das sich auf Grund der Bewegung entbindet. Den Stand der Gärung aus dem Blubbern am Gärspund zu lesen ist in etwa so exakt die Wettervorhersage aus den Eingeweisen von Katzen zu lesen.

Wie hast du denn gemessen?

Gruss

Jan
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
https://headlessbrewer.wordpress.com/

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Re: Etwas zu stark geratenes Stout stoppt bei 7 Grad Würze

#4

Beitrag von gyps » Dienstag 6. April 2021, 09:44

Wie hast du denn gemessen?
Mit der Spindel, ca. alle zwei Tage. Temperatur-Korrektur über kleiner-brauhelfer-2. Ergebnis war sehr konsistent und pendelte sich bei knapp über 7 ein. Mal schauen, ob es jetzt im Wohnzimmer noch etwas weiter gährt.

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Re: Etwas zu stark geratenes Stout stoppt bei 7 Grad Würze

#5

Beitrag von gyps » Mittwoch 7. April 2021, 19:35

BildNach zwei Tagen, in denen das Bier nach wie vor alle paar Minuten einen "Blubb" von sich gibt (woraus ich schließe, dass C02 entsteht, also die Gärung im Gange ist), sagt die Messung leider immer noch, dass die Restwürze bei 7 Grad liegt. Was ist hier los????

Anbei ein Screenshot des Gärverlaufs:
screenshot.2021-04-07-19-32.png

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Re: Etwas zu stark geratenes Stout stoppt bei 7 Grad Würze

#6

Beitrag von Michu » Mittwoch 7. April 2021, 20:00

"Blubb" muss gar nichts heissen.
Wird es zB wärmer, entbindet sich das CO2.

Ist es in der Nacht ein bisschen kühler, bindet sich etwas aus der Gasphase, was am Tag dann wieder rausblubbert (oder rein die Volumenausdehnung der Gasphase).

Was den niedrigen EVG mit der 1084 betrifft, habe ich dass hier gefunden:

https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?t=16004

Wie war das Maischeprogramm?

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Re: Etwas zu stark geratenes Stout stoppt bei 7 Grad Würze

#7

Beitrag von gyps » Donnerstag 8. April 2021, 18:30

Michu hat geschrieben:
Mittwoch 7. April 2021, 20:00
"Blubb" muss gar nichts heissen.
Wird es zB wärmer, entbindet sich das CO2.

Ist es in der Nacht ein bisschen kühler, bindet sich etwas aus der Gasphase, was am Tag dann wieder rausblubbert (oder rein die Volumenausdehnung der Gasphase).
OK. Das ist interessant. D.h. es entsteht kontinuierlich Gas, ohne, dass eine chemische Umwandlung stattfindet, also z.B. die Hefen CO2 produzieren (denn es strömt ja kein Gas ein, also muss das auströmende Gas ja irgenwo her kommen)?

Was den niedrigen EVG mit der 1084 betrifft, habe ich dass hier gefunden:

https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?t=16004
Das ist interessant. ... und macht mir Hoffnung, dass ich durch Zusatz von Zucker dann doch noch in den Flaschen CO2 erzeugen kann, ohne gleich Flaschenbomben zu produzieren.
Wie war das Maischeprogramm?
Eine einfache Kombirast bei ca. 67 Grad. Also Einmaischen bei 72, dann Kombirast bis Jodnormal, dann Abmaischen.

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Re: Etwas zu stark geratenes Stout stoppt bei 7 Grad Würze

#8

Beitrag von Räuber Hopfenstopf » Freitag 9. April 2021, 23:03

Die Hefe schafft das locker. Ich bin bei meinem Imperial Stout von 22,2 Grad Plato auf einen Restextrakt von 6,4 % gekommen. War auch die 1084 und das ging recht locker. Warum steigt der Restextrakt eigentlich zum Schluss wieder an?
Allen wird bekannt gemacht, dass keiner in die Jeetze kackt - denn morgen wird gebraut.
Steht am Bierbrunnen in Salzwedel

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Re: Etwas zu stark geratenes Stout stoppt bei 7 Grad Würze

#9

Beitrag von gyps » Freitag 9. April 2021, 23:18

Räuber Hopfenstopf hat geschrieben:
Freitag 9. April 2021, 23:03
Die Hefe schafft das locker. Ich bin bei meinem Imperial Stout von 22,2 Grad Plato auf einen Restextrakt von 6,4 % gekommen. War auch die 1084 und das ging recht locker. Warum steigt der Restextrakt eigentlich zum Schluss wieder an?
Ich denke, das ist ein Ablesefehler (+-0,2]

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