Gärung innerhalb von 48h abgeschlossen - möglich?

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Gärung innerhalb von 48h abgeschlossen - möglich?

#1

Beitrag von Anatol » Montag 18. Januar 2016, 21:29

Hallo!

Ich habe am letzten Sa Abend mein erstes Bier gebraut. Ich hoffe auf etwas Hilfe, da ich mir unsicher bin was den Gärvorgang angeht. Nach etwa 48 Stunden ist im Gärbottich so gut wie kein Schaum mehr. Vorher war die Gärung fulminant, das Gärröhrchen hat regelrecht gesprudelt! Das kommt mir seltsam vor, denn eigtl liest man ja, dass die Hauptgärung schonmal 3-5 Tage gehen kann.

Ich hänge gleich noch ein Bild an, um es zu verdeutlichen.

Nach dem Läutern hatte die Würze einen Stammwürzgehalt von 14 (skala in der bierspindel). Ich habe dann mit Wasser bis auf 13 verdünnt, weil die Würzausbeute nach dem Laütern kleiner war als erhofft.

Ich habe eine Obergärige Hefe eingesetzt, die Temperatur lag konstant bei 20-22 Grad.

Kann das sein? Oder ist es wahrscheinlich, dass da etwas schiefgelaufen ist?

Danke schonmal!

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Re: Gärung innerhalb von 48h abgeschlossen - möglich?

#2

Beitrag von Alt-Phex » Montag 18. Januar 2016, 21:33

Ja, sowas kann sein. Kommt aber auch auf die Hefe und die Menge an.
Welche hast du denn benutzt und wieviel Hefe auf wieviel Liter Würze ?

Wobei die Gärung noch nicht abgeschlossen sein muss, nur weil es jetzt nicht
mehr stürmisch blubbert. Am Ende geht es etwas gemächlicher zur Sache.
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Re: Gärung innerhalb von 48h abgeschlossen - möglich?

#3

Beitrag von Anatol » Montag 18. Januar 2016, 21:44

Hier die versprochenen Bilder. Die Hefe habe ich in ca 250ml Würze bei 25 Grad gut eine Stunde vorvermehrt, das hat auch schon ordentlich geschäumt. Insgesamt sind es 13L würze geworden.
Dateianhänge
WIN_20160118_21_35_34_Pro.jpg
WIN_20160118_21_36_19_Pro.jpg
WIN_20160118_21_41_08_Pro.jpg

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Re: Gärung innerhalb von 48h abgeschlossen - möglich?

#4

Beitrag von Alt-Phex » Montag 18. Januar 2016, 21:59

Die Hefe kenne ich nicht, kann ich nichts zu sagen. Ich kann dir aber folgenden guten Tipp geben.

Mach den Deckel drauf und lass es bis zum Wochenende in Ruhe. Dann misst du den Restextrakt
dann nach drei Tagen nochmal. Hat der sich nicht geändert und liegt in einem logischen Bereich,
kannst du langsam ans abfüllen denken. Es gibt keine Notwendigkeit jetzt irgendwas zu unternehmen.

Gärung braucht Zeit, auch wenn die stürmische Phase schnell durch ist passiert da in den meisten Fällen
immer noch ein bißchen was. Alles in Ordnung.
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Re: Gärung innerhalb von 48h abgeschlossen - möglich?

#5

Beitrag von Anatol » Montag 18. Januar 2016, 22:05

Vielen Dank für den Guten Rat, und fürs schnelle antworten! Dann werde ich einfach warten :) Die zweifache Messung hat zum Ziel, sicher festzustellen, dass die Gärung abgeschlossen ist?

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Re: Gärung innerhalb von 48h abgeschlossen - möglich?

#6

Beitrag von Alt-Phex » Montag 18. Januar 2016, 22:10

Ja, genau. Ist aber auch nur eine Fausformel. Wenn der Wert zu hoch liegt musst du länger warten.
Am Ende kann es auch mal eine kleine Pause geben in der sich die Hefe auf andere Zucker umstellt.

Lies dir das hier mal in Ruhe durch, Zeit hast du ja dafür, ist alles sehr gut beschrieben.
viewtopic.php?f=7&t=212&view=unread#unread
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Re: Gärung innerhalb von 48h abgeschlossen - möglich?

#7

Beitrag von Gladii » Montag 18. Januar 2016, 22:16

Fausregel: Wenn sich 3 Tage nichts mehr tut, dann ist es fertig. Vorher nicht.

Man darf auch nicht vergessen, dass die Vergärung eine e-Funktion darstellt. Am Ende tut sich zwar nicht mehr viel, aber dennoch tut sich was. Das kann reichen, dass hinterher das Bier in den Flaschen überkarbonisiert ist. Und nichts ist schlimmer als ein Kölsch/Alt mit dem Kohlensäuregehalt eines Weißbieres.

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Re: Gärung innerhalb von 48h abgeschlossen - möglich?

#8

Beitrag von Anatol » Montag 18. Januar 2016, 23:18

Verstehe, dann werde ich die Hefe arbeiten lassen, bis nichts mehr geht, und danach einfach berechnen, ob und wie viel zucker zugesetzt werden muss, wenn ich es abfülle. Nochmal danke für die Hinweise.

Ah, mit e-funktion kann ich was anfangen! Bei meinem ungenauen Messgerät (spindel) werde ich vermutlich die Änderung zum Ende hin nicht mehr ablesen können. Ich warte 5 Tage, messe, dann am 8ten tag nochmal. wenn keine Änderung erkennbar, fülle ich ab, eventuell mit zuckerzusatz.

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Re: Gärung innerhalb von 48h abgeschlossen - möglich?

#9

Beitrag von hyper472 » Montag 18. Januar 2016, 23:46

Hallo Anatol,

jede Gärung ist anders, das wirst Du hier schon gelesen haben oder noch oft lesen. Ich bin selber Anfänger, habe gerade meinen vierten Sud abgefüllt. Den habe ich nach 6 Tagen zum ersten mal gespindelt und drei Tage danach nochmal. Da es keine Änderung zwischen Tag 6 und Tag 9 gab, konnte ich abfüllen. Trotzdem war auch das noch zu früh.
Denn mit Ruhe ausgären zu lassen, hat einige Vorteile:
1.) Du kannst Dir eine Schlauchklemme bestellen (oder einen Helfer organisieren). Ohne ist es sehr mühsam und wird im Zweifel klebrig. Mache Dir auch Gedanken, ob Du vorher umschlauchen willst, wo die Töpfe und Flaschen platziert werden, wo Du sitzt (dauert etwas). Haben die Schläuche die richtige Länge? Hast Du eine Schlauchklemme und ein Abfüllröhrchen? Wie willst Du die desinfizieren? Die Anleitungen hier sind gut, aber Du musst sie vorher auf Deine Umgebung anpassen.
2.) Je weniger Messungen, desto geringer die Infektionsgefahr. Besorge Dir eine Minispindel, da geht nicht viel Würze bei Flöten. Ich ziehe die Würze mit einer 30ml-Spritze ab, deren Spitze ich vorher mit Iso-Prop. desinfiziere.
3.) Je länger Du das Jungbier im Bottich lässt, desto besser setzen sich die Hefe und anderer Schmodder. Das, was nach dem Abfüllen im Gärbottich übrig bleibt, will man nicht im Bier haben!
4.) (nur angelesenes Wissen) 2-3 Wochen im Gärbottich schaden auch einem obergärigen Bier überhaupt nicht.

Viele Grüße,
Henning
"Das Bier aber macht das Fleisch des Menschen fett und gibt seinem Antlitz eine schöne Farbe durch die Kraft und den guten Saft des Getreides."
Hildegard von Bingen (1098-1179)

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Re: Gärung innerhalb von 48h abgeschlossen - möglich?

#10

Beitrag von Eyop » Dienstag 19. Januar 2016, 18:37

Hallo Anatol
Die Hefe habe ich schon benutzt und gute Erfahrung gemacht.
Ich hatte auch zu Anfang tausend Fragen in Kopf gehabt wo ich Bedenken hatte.
Die Hefe (wie auf dem Bild )von Brau-Partner ist ganz fleißig .
Auch die Mitarbeiter von Brau-Partner haben mir bei meinen ersten Brauversuchen geholfen.
Gut Sud :Drink
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Re: Gärung innerhalb von 48h abgeschlossen - möglich?

#11

Beitrag von Cpt_Dirk » Dienstag 19. Januar 2016, 19:07

hyper472 hat geschrieben:Hallo Anatol,
4.) (nur angelesenes Wissen) 2-3 Wochen im Gärbottich schaden auch einem obergärigen Bier überhaupt nicht.
Kann ich bestätigen. Ich lasse das Jungbier mittlerweile immer 2 Wochen im Gärbottich und messe frühestens nach einer Woche. Vorteile: Das Bier ist nach 2 Wochen (fast) immer ausgegoren, ist besser geklärt und ich mache mir auch nicht mehr soviel Stress.

Dirk

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Re: Gärung innerhalb von 48h abgeschlossen - möglich?

#12

Beitrag von Anatol » Dienstag 19. Januar 2016, 19:43

Das überrascht mich echt, dass man das bier so lange gären lassen kann! Aber ich werde es versuchen, im zweifel vertraue ich lieber auf eure erfahrungswerte als auf meine spekulation ;)

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Re: Gärung innerhalb von 48h abgeschlossen - möglich?

#13

Beitrag von Cpt_Dirk » Dienstag 19. Januar 2016, 19:51

Das Bier gärt ja nicht so lange. Irgendwann ist die Gärung abgeschlossen. Da sich aber eine schützende CO2 Schicht über dem Bier befindet (geschlossenes Gärgefäß vorausgesetzt), Hopfen und Alkohol im Bier sind, haben Bierschädlinge kaum keine Chance. In einer geschlossenen Flasche ist das Bier ja auch über Monate (tlw. Jahre) haltbar. Geschmackliche Probleme bekommt das Bier nur, wenn die Hefe autolysiert - aber das dauert und passiert nicht in 2-3 Wochen. Es gibt auch Spezialbiere, wie das Lambic, das steht u.U. Jahre auf der Hefe - schmeckt dann aber auch anders als gewohnt, da es noch Brett und Lactos mit dabei hat.

Dirk

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Re: Gärung innerhalb von 48h abgeschlossen - möglich?

#14

Beitrag von abdulson » Dienstag 19. Januar 2016, 20:36

Eyop hat geschrieben:Hallo Anatol
Die Hefe habe ich schon benutzt und gute Erfahrung gemacht.
Ich hatte auch zu Anfang tausend Fragen in Kopf gehabt wo ich Bedenken hatte.
Die Hefe (wie auf dem Bild )von Brau-Partner ist ganz fleißig .
Auch die Mitarbeiter von Brau-Partner haben mir bei meinen ersten Brauversuchen geholfen.
Gut Sud :Drink
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Hallo Eyop,

ich habe auch noch ein paar Päckchen der UG-Hefe von Braupartner im Kühlschrank und traue mich nicht, diese aufgrund der negativen Erfahrungen anderer Hobbybrauer einzusetzen.
Wie war denn deine Erfahrung mit der Braupartner-Hefe?

VG,
Markus
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Re: Gärung innerhalb von 48h abgeschlossen - möglich?

#15

Beitrag von Eyop » Dienstag 19. Januar 2016, 21:18

Hallo Markus
Wer lesen kann ist klar im Vorteil. :P
Ich meine die Hefe, die auf dem Bild zu erkennen ist und keine UG-Hefe.
Warum probierst du es nicht einfach aus?
Gruss
Eyop

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Re: Gärung innerhalb von 48h abgeschlossen - möglich?

#16

Beitrag von afri » Dienstag 19. Januar 2016, 21:52

Anatol hat geschrieben:Das überrascht mich echt, dass man das bier so lange gären lassen kann! Aber ich werde es versuchen, im zweifel vertraue ich lieber auf eure erfahrungswerte als auf meine spekulation ;)
Gut so, ich habe schon mal drei Wochen bei obergärigen Temperaturen auf das Gärende warten müssen. Erste Tugend des Brauers ist die Geduld, die zweite auch :-) Untergärige Biere können und dürfen gar noch länger gären, wie meine Vorschreiber ja schon nahe legten.
Achim
Bier ist ein Stück Lebenskraft!

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Re: Gärung innerhalb von 48h abgeschlossen - möglich?

#17

Beitrag von Anatol » Samstag 6. Februar 2016, 18:11

Hallo! Wollte mich nur zurückmelden und nochmal für die Hilfe bedanken :)

Das Bier war nach 7 Tagen komplett ausgegärt. Ich habe dann 7g/Liter Haushaltszucker (2/1 mit Wasser abgekocht, dam8t steril) beim Abfüllen hinzugegeben. Speise hatte ich keine aufbewahrt. Nach 3 Wochen Flaschengärung ist das Resultat ein spritziges und leichtes Kellerbier, mit deutlichen Zitrusnoten dank Kardamom und Orangenschale.

Prost!
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