Zusammenfassung Hopfen Stopfen

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Bierjunge
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Re: Zusammenfassung Hopfen Stopfen

#151

Beitrag von Bierjunge » Montag 8. Februar 2021, 09:35

Barney Gumble hat geschrieben:
Montag 8. Februar 2021, 09:18
Wie stopfe ich zweimal hintereinander? Einmal Abziehen oder einfach nochmal drauf?
Was genau meinst Du mit zweimal hintereinander? :Waa
Willst Du einen Sud nacheinander mit zwei unterschiedlichen Hopfen stopfen (warum dann nicht gleich beide Hopfen gemeinsam?), oder willst Du einen zweiten Aufguss mit neuem Bier auf bereits ausgelaugtem Hopfen machen (was in der zweiten Charge nimmer viel bringen würde).
Erklär doch mal!

Moritz

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Barney Gumble
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Re: Zusammenfassung Hopfen Stopfen

#152

Beitrag von Barney Gumble » Montag 8. Februar 2021, 10:04

Ich meinte 8. im Eingangspost. Hintereinander zwei Gaben. Ich denke nur einmal benutzten Hopfen war dort gemeint. Meine Frage ist ob Umschlauchen oder einfach die zweite Gabe drauf sinnvoller ist. Konkret: wollte ein biab-gebrautes IPA (13,2 °P) mit 2 Mal hintereinander mit 3,33 g/L Delta (6 % Alpha) stopfen. Als US-Hopfen hätte ich noch Simcoe und Citra da, aber Simcoe soll nicht so gut zum Stopfen sein (zuviel grün..) und Citra angeblich Klostein (entschuldigt den Ausdruck) zu nahe kommen.
Edit: PS: aber eigentlich habe ich vom Stopfen und der Hopfenvielfalt keine wirkliche Ahnung
VG
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Re: Zusammenfassung Hopfen Stopfen

#153

Beitrag von Boludo » Montag 8. Februar 2021, 10:13

Ich würde umachlauchen. Zu lange Stopfen ist auch nicht gut. Ist halt super heikel wegen Sauerstoff.

Stefan

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Re: Zusammenfassung Hopfen Stopfen

#154

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Montag 8. Februar 2021, 10:21

Der alte Hopfen sollte nach meiner Auffassung unbedingt raus, damit durch die lange Kontaktzeit nicht übermäßig viele "grüne/grasige" Aromen mit ins Jungbier übergehen.
Also musst du entweder in einem Hopfensack stopfen, um den ausgelaugten Hopfen nach 1-3 Tagen herausnehmen zu können, oder du schlauchst das Jungbier nach 1-3 Tagen um und gibst die zweite Hopfencharge rein.
Beides hat Vor- und Nachteile. Umschlauchen bringt Sauerstoffeintrag, der Hopfensack eine geringere Aromaausbeute (verglichen mit lose stopfen).
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Re: Zusammenfassung Hopfen Stopfen

#155

Beitrag von chaos-black » Montag 8. Februar 2021, 10:22

Mit mehreren Hopfengaben zu stopfen ist gerade bei NEIPAs gängig. Die entsprechenden Vertreter werden DDH (Double Dry Hopped) oder TDH (Triple Dry Hopped) genannt. Der Grund bei den jeweiligen Bierstilen liegt in der mittlerweile bekannten Biotransformation: Man gibt die Hopfengaben, die verstärkt die Biotransformation durchgehen sollen bei Gärbeginn. Um ein komplexeres Aromaprofil (bzw auch verstärkt die "klassischen" Stopfaromen) hineinzubringen wird dann zu einem späteren Zeitpunkt gestopft.
Um dabei mögliche grasige Aromen der ersten Stopfung zu vermeiden, ist es geboten, ein sehr gutes Gärmanagement zu fahren - die Gärung soll zügig durch sein und nicht lange vor sich hin dümpeln.
Ich war ja ein paar Monate bei Third Barrel Brewing (Dublin) unterwegs und die sind insbesondere bekannt für ihre hopfigen Biere. Soweit ich es da erlebt habe, wird dabei nicht unbedingt der Hopfen der vergangenen Gaben abgezogen (was aber nicht heißt, dass das nicht auch praktiziert wird). Im Gegenteil: Es wurde jeden Morgen kurz die CO2 Flasche an den untersten Hahn geschlossen, um den abgesetzten Hopfen mit kurzen CO2 Stößen wieder in Schwebe zu bringen. Allerdings haben die ihre Gärführung im Griff - je nach Rezept ist das Bier stabil nach 4-7 Tagen durch und wird in den Bright Tank umgedrückt.

Übrigens habe ich noch nie zuviel grün von Simcoe gehabt - Simcoe wird aber gern für seine "dankness" eingesetzt, vlt. ist das gemeint? Auch den Citra-Klostein habe ich noch nie finden können. Gerade das Beispiel Citra zeigt aber wieder wie unterschiedlich geschmeckt wird. Je nach dem, wie man wahrnimmt schmeckt Citra auch für manche Leute nach Kassenpisse. Für mich nicht.
Lange Rede kurzer Sinn: Ich persönlich würde nicht zögern und Simcoe + Citra stopfen. Delta wiederum kenne ich nicht.

Beste Grüße,
Alex

Edit: Und zur Frage, ob der alte Hopfen abgezogen werden sollte oder nicht würde ich sagen: hängt davon ab, wie lange die Gärung dauert. 5 Tage wären für mich kein Problem. Wenn die Gärung sich aber länger hinzieht würde ich den Hopfen aber auch entfernen. Im Idealfall hat man das Bier im Unitank und kann den Hopfen einfach unten rausdrücken lassen - ganz ohne Sauerstoffeintrag. Aber das sind die Luxusmöglichkeiten einer Profi-Brauerei. Gott freu ich mich auf die Sammelbestellung der Wagner ZKGs :)
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Re: Zusammenfassung Hopfen Stopfen

#156

Beitrag von Barney Gumble » Dienstag 9. Februar 2021, 07:00

Hi Alex,
Danke für die interessanten Einblicke in das Profi-dry-hopping-business.
Habe nun heute eine erste Gabe Delta dazugegeben und nehme das im Hochkrausen befindliche Jungbier respektive Würze gleich morgen wieder ab, habe auch ein bisschen Angst wegen Grasigkeit (hatte bei 27 °C 5 Tage mit Hallertau Blanc Mal ein Bitterkeits- und Grasigkeits-Fiasko) außerdem noch genug Hopfen für die 10 L über.
Nach der Hauptgärung gibt's dann die andere Hälfte an Stopfhopfen bis zum Abfüllen und 2-3-tägig.
Mal sehen ob diesmal ein taugliches IPA rauskommt, wobei Oxidation sicher hier mein Endgegner ist..
VG
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Re: Zusammenfassung Hopfen Stopfen

#157

Beitrag von Barney Gumble » Mittwoch 10. Februar 2021, 05:09

Folgendes Problem beim Hopfen abziehen, irgendwie treibt mir die noch aktive Gärung den Pellethopfen als dicke grüne Schicht massiv nach oben. Zum Einen hat der Hopfen dadurch viel Sauerstoff-Kontakt zum anderen kann ich da momentan gar nichts abziehen ohne bestimmt sehr viel vom grünen 'Gold' mittüberzuziehen. Ich denke ich gehe das Risiko der Grasigkeit um noch ein-zwei Tage mit der ersten Dosis ein (wenn es hinterher wieder extrem bitter wird, dann weiß ich aber auch nicht mehr weiter) und rühre den Hopfen jetzt vorher noch ein bisschen ein, damit der sich setzt. Beim Zugeben habe ich den sehr wohl schön reingerührt, dass der so auftreibt wieder habe ich nicht erwartet.
VG
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Re: Zusammenfassung Hopfen Stopfen

#158

Beitrag von dadr » Mittwoch 10. Februar 2021, 08:50

Also, wenn ich 2x stopfe, dann das erste Mal in die aktive Gärung und das zweite Mal nach dem die Hauptgärung praktisch rum ist.
Alles im gleichen Gärbehälter.
Danach geht's i.d.R. nochmal 0,5° Plato runter.
2 Tage nach dem Stopfen geht's in die Kühlung bei 1°C und bleibt dort ein paar Tage bis zur Abfüllung.
Da ist dann der ganze Hopfen am Boden und es kann von oben abgezogen werden.

Gruß Dieter

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Re: Zusammenfassung Hopfen Stopfen

#159

Beitrag von chaos-black » Mittwoch 10. Februar 2021, 09:55

Barney Gumble hat geschrieben:
Mittwoch 10. Februar 2021, 05:09
wenn es hinterher wieder extrem bitter wird, dann weiß ich aber auch nicht mehr weiter.
Die Änderung des Bittereindrucks ist sehr unterschiedlich beim Stopfen. Erwiesenermaßen verringert Hopfenstopfen die Menge der im Bier befindlichen isomerisierten Alphasäure. Gleichzeitig werden aber andere, und unterschiedlcichem Maße bitter schmeckende, Stoffe eingebracht. Wie viel und ob es am Ende bitterer oder weniger bitter schmeckt, hängt vom Ausgangs-Jungbier und der Ölzusammensetzung des Stopfhopfens ab.
Mehr dazu gibts im "New IPA" Buch von Scott Janish.

Beste Grüße,
Alex
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Re: Zusammenfassung Hopfen Stopfen

#160

Beitrag von ak59 » Mittwoch 10. Februar 2021, 13:34

dadr hat geschrieben:
Mittwoch 10. Februar 2021, 08:50
Also, wenn ich 2x stopfe, dann das erste Mal in die aktive Gärung und das zweite Mal nach dem die Hauptgärung praktisch rum ist.
Alles im gleichen Gärbehälter.
Danach geht's i.d.R. nochmal 0,5° Plato runter.
2 Tage nach dem Stopfen geht's in die Kühlung bei 1°C und bleibt dort ein paar Tage bis zur Abfüllung.
Da ist dann der ganze Hopfen am Boden und es kann von oben abgezogen werden.

Gruß Dieter
Hi,

zwangskarbonisierst Du? Ich denke dabei ein von mir nach Abschluss der Gärung kurz (2 Tage) gestopftes Hefeweizen. Da hab ich den ColdCrash vermieden, um die Hefe zu schonen, direkt abgefüllt und dann doch etwas Pellets mit in die Flasche bekommen. Das's ein Hefeweizen ist, kommt das dann auch in's Glas. Mich stört's zwar nicht, aber ist mir peinlich, wenn ich mal jemand probieren lasse.

Gruß,

Andreas

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Re: Zusammenfassung Hopfen Stopfen

#161

Beitrag von dadr » Mittwoch 10. Februar 2021, 14:49

Ich mach immer einen Cold Crash.
Da bleibt genug Hefe drin für die Nachgärung.

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