Kurze Frage, kurze Antwort

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Meikel M.
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Re: Kurze Frage, kurze Antwort

#20001

Beitrag von Meikel M. »

integrator hat geschrieben: Sonntag 25. Januar 2026, 21:41
rakader hat geschrieben: Sonntag 25. Januar 2026, 21:21
Meikel M. hat geschrieben: Sonntag 25. Januar 2026, 21:16 Ok, ich frage besser nicht mehr bevor ich mein Studium der Bierbrau Kunst abgeschlossen habe 😉.
Zum Glück war es ja schon mein..... lass mich überlegen.... tatsächlich.... doch schon so viel..... 1 Sud.
Wir helfen hier und setzen dafür unsere Freizeit ein ...
Könntest du mal damit aufhören immer neue User zu erschrecken oder zu vergraulen ... :Angry
Alles cool, wir kriegen gemeinsam die Kurve und ich gelobe Besserung bei meinen Fragestellungen. Das Problem am Anfang ist, wenn eine Frage gelöst wurde haben sich x neue Fragen aufgetan. Und was für einen alten Hasen in Fleisch und Blut übergegangen kann bei einem blutigen Anfänger Fragezeichen auf der Stirn projezieren.

Daher sehe ich den gestrigen Brautag als Lehrstunde und es ging mir eigentlich nur darum ob ich durch Nachzuckern noch was retten könnte.

In 2 Wochen ein paar wenige Flaschen abfüllen und das ganze noch mal brauen. Dass das erste Experiment kein Highlight mehr wird ist eh klar. Aber ich möchte ungern den Kübel direkt wegkippen ohne ein wie auch immer geartetets Ergebnis bekommen zu haben.

Glück Auf
aus dem Pott
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Braufex
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Re: Kurze Frage, kurze Antwort

#20002

Beitrag von Braufex »

Meikel M. hat geschrieben: Sonntag 25. Januar 2026, 14:07 Die Vorwürze hatte knapp 17°P und ich habe die angegeben Menge an NG gemacht. Leider war das zu viel.
Ich habe ein einfaches Rezept aus der Grainfather App genommen (. Kellerbier Prime Caramel) und mich auf die Mengenangabgen verlassen.
Servus Meikel,

Du kannst Angaben zu den Nachgüssen aus Rezepten nur als ungefähren Anhaltspunkt verwenden.
Die Nachgussmenge ergibt sich während des Läuterns und ist von mehreren Faktoren des Brauprozesses wie Sudhausausbeute, Brau-Hardware usw. abhängig.
Ich hatte da mal ein paar Dinge zusammengeschrieben (siehe Link unten) und zitiere mich selber:
viewtopic.php?p=478325#p478325

Gruß Erwin
... , macht eine feste Nachgussmenge keinen Sinn.

Ich höre spätestens mit dem Nachguss auf, wenn eine dieser Bedingungen erfüllt ist:
- das Glattwasser ist bis auf einen Extraktgehalt von 5 - 3 % w/w gesunken
- die Vorderwürze ist auf einen Extraktgehalt gesunken, der ca. 10-15% kleiner der Zielstammwürze ist (z.B. 10,5% bei gewünschten 12°P), so dass nach dem Kochen die Zielstammwürze erreicht wird. Dies ist von der Verdampfungsrate und Kochdauer abhängig.
- die Pfanne, in die geläutert und in der gekocht wird ist voll

Bei optimaler Berechnung der Schüttung und guter Ausnutzung des Equipments treffen alle 3 Bedingungen ziemlich zeitgleich ein.

Um den Extraktgehalt der Vorderwürze beim Läutern in die Sudpfanne zu überwachen, kann man eine Läuterspindel verwenden.
Diese lässt man in der Sudpfanne schwimmen und man kann den Extraktgehalt in Echtzeit beobachten.
Die Läuterspindeln sind für eine Würzetemperatur von 70°C gebaut, darum heizt man die Vorderwürze bereits beim Läutern auf diese Temperatur auf. Ich möchte auf meine nicht mehr verzichten.

Zum Beobachten des Extraktgehaltes des Glattwassers ist ein Refraktometer gut geeignet, da man relativ schnell und mit ein paar Tropfen den Extraktgehalt ausreichend genau für diesen Zweck bestimme kann. Da kommt es nicht auf die Kommastelle an.

Sollte die Pfanne voll sein, der Extraktgehalt in der Sudpfanne und des Glattwassers noch zu hoch, kann das Glattwasser auch aufgefangen werden und während des Kochens langsam zugegeben werden. Damit würde ich dann spätestens 30 - 40 min vor Kochende aufhören um dem Glattwasser noch eine Mindestkochzeit zu gewährleisten.
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Re: Kurze Frage, kurze Antwort

#20003

Beitrag von rakader »

Ist normal. Kommt einem am Anfang wie die Neverending Story vor. Wir alten vergessen das manchmal Die Lernkurve ist steil. Aber das macht es so spannend.

Prost aus dem Süden
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Re: Kurze Frage, kurze Antwort

#20004

Beitrag von rakader »

Braufex hat geschrieben: Sonntag 25. Januar 2026, 22:08
Sollte die Pfanne voll sein, der Extraktgehalt in der Sudpfanne und des Glattwassers noch zu hoch, kann das Glattwasser auch aufgefangen werden und während des Kochens langsam zugegeben werden. Damit würde ich dann spätestens 30 - 40 min vor Kochende aufhören um dem Glattwasser noch eine Mindestkochzeit zu gewährleisten.
Zum Glattwasser wäre noch zu sagen, dass viele aus geschmacklichen Gründen darauf verzichten. Wenn das Malz stark auslagt, werden auch unerwünschte Stoffe eingetragen. Hängt von der jeweiligen Brauphilosophie, Bierstil etc. ab.
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Re: Kurze Frage, kurze Antwort

#20005

Beitrag von Braufex »

rakader hat geschrieben: Sonntag 25. Januar 2026, 22:17
Braufex hat geschrieben: Sonntag 25. Januar 2026, 22:08
Sollte die Pfanne voll sein, der Extraktgehalt in der Sudpfanne und des Glattwassers noch zu hoch, kann das Glattwasser auch aufgefangen werden und während des Kochens langsam zugegeben werden. Damit würde ich dann spätestens 30 - 40 min vor Kochende aufhören um dem Glattwasser noch eine Mindestkochzeit zu gewährleisten.
Zum Glattwasser wäre noch zu sagen, dass viele aus geschmacklichen Gründen darauf verzichten. Wenn das Malz stark auslagt, werden auch unerwünschte Stoffe eingetragen. Hängt von der jeweiligen Brauphilosophie ab.
Servus Radulph,

ganz klar!

Deswegen schreibe ich auch "ist der Extraktgehalt in der Sudpfanne und des Glattwassers noch zu hoch, kann das Glattwasser auch aufgefangen werden".
Weiter oben stehen auch meine persönlichen Grenzen dafür: "das Glattwasser ist bis auf einen Extraktgehalt von 5 - 3 % w/w gesunken"
Ist der Extraktgehalt tiefer, empfiehlt sich dies natürlich nicht.
Für ein Dunkles geh ich, wenn nötig, auch mal auf 3%, für ein Pils hör ich spätestens bei 5% w/w wegen der Auslaugung der Spelzen auf.

Gruß Erwin
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Re: Kurze Frage, kurze Antwort

#20006

Beitrag von Braufex »

Meikel M. hat geschrieben: Sonntag 25. Januar 2026, 22:07 Daher sehe ich den gestrigen Brautag als Lehrstunde und es ging mir eigentlich nur darum ob ich durch Nachzuckern noch was retten könnte.
Mit Nachzuckern passt das ganze Rezept nicht mehr.

Nur als Gedanke, was Du hättest machen können:
Wenn Du 12°P Stammwürze erhalten möchtest und Du, aus Versehen, bis auf 9,5 %w/w (statt bis auf ca. 10,5%) in der Vorderwürze geläutert hast, könntest Du auch einfach länger kochen.
Beispiel:
Du hast 20 Liter Vorderwürze mit 9,5% w/w in der Sudpfanne.
Du möchtest 12°P nach dem Kochen erreichen.
Rechnung: 20 L x 9,5% / 12% = 15,8 L
Also kochst Du so lange, bis Du nur noch knapp 16 Liter im Kochtopf hast. Du verdampfst also ca. 4 Liter. Dann hast Du Deine gewünschte Stammwürze von 12°P
Um 4 Liter zu verdampfen brauchst, je nach Verdampfungsleistung Deiner Anlage, eine gewisse Kochzeit.
Wenn wir von 2 Liter Verdampfung pro Stunde ausgehen, hast Du die 4 Liter nach 2 Stunden erreicht.
Wird die Kochzeit des Hopfens mit 90 min angegeben, lässt Du erst mal 30 min kochen, bevor Du den Hopfen zugibst.
Mit 2 Stunden Hopfenkochzeit, würde die Bitterkeit Deines Bieres nicht mehr passen.
Es wäre dafür natürlich wichtig, diese Verdampfungsrate zu ermitteln und zu wissen.
Du kannst, wenn Du eine Skala im Topf oder einen Peilstab hast, auch nach 30min nachmessen, wieviel Du bereits verdampft hast und dies dann auf eine Stunde hochrechnen.
Solltest Du zuviel verdampfen, kannst Du auch wieder mit Wasser auffüllen, fürs erste Kennenlernen der eigenen Anlage ist das in Ordnung.
Später kennst Du Werte wie die Sudhausausbeute, Verdampfungsrate und, bei bereits gebrauten Rezepten, Deine ungefähre! Nachgussmenge und kannst Deinen Brautag besser planen.
Wichtig ist, gerade am Anfang, eher mehr wie zu wenig zu messen, um ein Gefühl für Deinen Prozess zu bekommen.
Eine Literskala im Topf hilft Dir dabei.

Gruß Erwin
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Re: Kurze Frage, kurze Antwort

#20007

Beitrag von rakader »

Braufex hat geschrieben: Sonntag 25. Januar 2026, 22:48
Meikel M. hat geschrieben: Sonntag 25. Januar 2026, 22:07 Daher sehe ich den gestrigen Brautag als Lehrstunde und es ging mir eigentlich nur darum ob ich durch Nachzuckern noch was retten könnte.
Mit Nachzuckern passt das ganze Rezept nicht mehr.

Nur als Gedanke, was Du hättest machen können:
Wenn Du 12°P Stammwürze erhalten möchtest und Du, aus Versehen, bis auf 9,5 %w/w (statt bis auf ca. 10,5%) in der Vorderwürze geläutert hast, könntest Du auch einfach länger kochen.
Beispiel:
Du hast 20 Liter Vorderwürze mit 9,5% w/w in der Sudpfanne.
Du möchtest 12°P nach dem Kochen erreichen.
Rechnung: 20 L x 9,5% / 12% = 15,8 L
Also kochst Du so lange, bis Du nur noch knapp 16 Liter im Kochtopf hast. Du verdampfst also ca. 4 Liter. Dann hast Du Deine gewünschte Stammwürze von 12°P
Um 4 Liter zu verdampfen brauchst, je nach Verdampfungsleistung Deiner Anlage, eine gewisse Kochzeit.
Wenn wir von 2 Liter Verdampfung pro Stunde ausgehen, hast Du die 4 Liter nach 2 Stunden erreicht.
Wird die Kochzeit des Hopfens mit 90 min angegeben, lässt Du erst mal 30 min kochen, bevor Du den Hopfen zugibst.
Mit 2 Stunden Hopfenkochzeit, würde die Bitterkeit Deines Bieres nicht mehr passen.
Es wäre dafür natürlich wichtig, diese Verdampfungsrate zu ermitteln und zu wissen.
Du kannst, wenn Du eine Skala im Topf oder einen Peilstab hast, auch nach 30min nachmessen, wieviel Du bereits verdampft hast und dies dann auf eine Stunde hochrechnen.
Solltest Du zuviel verdampfen, kannst Du auch wieder mit Wasser auffüllen, fürs erste Kennenlernen der eigenen Anlage ist das in Ordnung.
Später kennst Du Werte wie die Sudhausausbeute, Verdampfungsrate und, bei bereits gebrauten Rezepten, Deine ungefähre! Nachgussmenge und kannst Deinen Brautag besser planen.
Wichtig ist, gerade am Anfang, eher mehr wie zu wenig zu messen, um ein Gefühl für Deinen Prozess zu bekommen.
Eine Literskala im Topf hilft Dir dabei.

Gruß Erwin
Hallo Meikel, hallo Erwin - auch nochmal eine Anrmerkung von mir. Es ist hierbei wichtig, wann der Hopfen zugesetzt wird. Bei einem Rezept nur mit Bitterhopfen ist es überhaupt kein Problem. Da kocht man einfach. So ab 70 Minuten bittert der Hopfen nicht mehr.
Anders ist es bei Hopfengabe zur Mitte oder zum Kochende.
Wenn man schon gekocht hat, muss man davon ausgehen, dass das Bier bitterer wird. Bei einem Kellerbier ist das vertretbar, weil normalerweise die Aromagabe eher dezent ist. Die typische Malzigkeit wird halt übertüncht.
Wenn man noch nicht hopfengekocht hat, hilft hier das von Erwin beschriebene Messen. So ab Mitte der nachträglichen Kochzeit erkennt man anhand der Zunahme °P wann man die Zielwert Stammwürze erreicht hat und kann die Aromagabe abschätzen. Man vernachlässigt also die Zeit der Bittergabe und konzentriert sich rein auf die mittlere Gabe oder Aromagabe.
Wenn man den Eindruck gewinnt, dass das Bier zu bitter wird, kann man auch eine Mischung aus der Gabe von Zucker und längerem Kochen fahren.
Es gibt also mehrere Stellschrauben.

Cheers
Radulph
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