Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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hölsch
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Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#1

Beitrag von hölsch » Sonntag 14. November 2021, 11:35

Moin zusammen,

gestern war es so weit, mein erster Brauversuch. Heicardo Hell sollte es werden, und obwohl ich die Wyeast 2565 da hatte, habe ich mich für den ersten Sud für die einfachere Nottingham Ale entschieden. Also ein "Möchtegern-Wieß" mit Alehefe.

Alles ist noch neu und ich habe viel gelernt. Aber jetzt erstmal Bilder + Erläuterung und am Ende noch 1-2 Fragen.
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11:30 war ich mit dem Reinigen soweit fertig und es konnte losgehen.
Erstes Learning: Früher anfangen und nur Desinfizieren was direkt gebraut wird, Rest kann man später machen.

Also Einmaischen im Einkocher und währenddessen den Läutereimer bauen.
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"Bauen", weil ich eigentlich dachte, ich kann noch einen 2ten Einkocher auftreiben und daher die Läuterhexe für Einkocher gekauft habe. Also Blindstopfen auf den Eimer, neues Loch daneben bohren und Läuterhexe verlegen.
Wieder was gelernt: Planung ist die halbe Miete

Nach Jodprobe und umschaufeln dann das Läutern und Mensch sei Dank keine Läuterkatastrophe.
Nächstes Learning: in den Körnern ist immer noch Stärke, wenn man drauf rumdrückt. Google sagt: normal.
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Beim Nachguss habe ich mich an einem Trick, den ich hier gesehen habe orientiert und den Nachguss auf einen Tupper-Deckel gegeben.
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Und nun oh Schreck: der Einkocher sollte ja zumindest noch ein paar Zentimeter nach oben haben. Bei drei Zentimeter Luft wurde es mir dann zu heikel. Glattwasser hat noch ~4 Brix. Mhh. Habe mich dann einfach fürs Abbrechen entschieden, da ich kein geeignetes, sauberes Gefäss zum Glattwasser aufbewahren hatte. Schade drum eigentlich.

Nächstes Learning: Zum Zeitsparen Kocher schonmal anmachen, sonst dauert es wie bei mir gleich ne gute Stunde bis der Sud kocht.
Naja hat man mehr Zeit zum aufräumen und reinigen beim Kochen. Ausserdem hats für einen kleinen Snack gelangt.
IMG_20211113_161754.jpg
IMG_20211113_181319.jpg
Und direkt wieder was gelernt, meine Dunstabzugshaube scheint nicht genug zu ziehen, denke die werde ich heute mal reinigen. Ansonsten in Zukunft am Fenster mit Ventilator.

Dann Hopfengabe nach 40 Minuten Kochzeit, Eintauchkühler 10min vor Kochende rein. Ab runter auf 80 Grad Celsius und dann Whirlpoolhopfung.
IMG_20211113_190135.jpg
Hier direkt mehrere Sachen gelernt:
1. Es verdampft mehr als erwartet, waren es zu Beginn der Kochzeit noch 11 Brix waren es (vor Verdünnen) dann 15 Brix.
Zu viel für meine gewünschte Stammwürze von 13º P. Mit Verdünnen und überschiessen und leichter Panik hatte die Ausschlagwürze am Ende ca. 13,8-14 Brix (= 13,2-13,5 º P) also knapp darüber.

2. 80 Grad sind schneller als erreicht gedacht. Mag vll. auch daran liegen, dass ich die 50L Spirale statt der 20L Spirale gekauft habe. Leicht "unterschossen". Also Hopfung und Andrehen (innerhalb der Spirale) bei ~73-75 Grad. Da pass ich beim nächsten Mal besser auf.

IMG_20211113_192624.jpg
Nach 20 Minuten Ruhe, in der ich die Hefe rehydriert habe, dann die Würze runtergekühlt und durch einen frisch abgekochten Monofilamentfilter in das Gärfass.
Vorher hatte ich in der Läuterruhe die Zeit mir etwas zu überlegen wie ich den Trichter befestige. Dieses mal war der Backofen im Weg, darüber have ich mir natürlich keine Gedanken gemacht und mir einfach nen langen Arm geholt.
IMG_20211113_195113.jpg
Durch das Andrehen scheint sich tatsächlich ein kleiner Trubkegel gebildet zu haben, trotz Kühler.
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Im Gärfass dann mit einem abgekochten Schneebesen ordentlich Luft rein und die Hefe dazu.
Jetzt steht es bei 17-18 Grad im Keller.
IMG_20211113_203012.jpg
Das war mein erster Sud. Es gibt viel zu verbessern und effizienter zu gestalten. Am Ende zeigte die Uhr 20:22, und dann wurde noch geputzt, wobei das relativ flott von der Hand ging, da ich zwischendurch immer schon ein wenig gemacht habe.
Und ist dann auch (das vorerst) letzte Learning: Effizienz steigern und mehr trinken (Wasser), dann bleibt die Konzentration auch bis zum Ende des Suds.

Zwei Frage:
1. Ich habe die Hefe mit dem Schneebesen eingerührt und nicht nur aufgeschüttet.
Ich hoffe das verzeiht mir die Hefe. War eben mal beim Fass, aber hab mich zurückgehalten reinzuschauen. Wie seht ihr es, warten oder noch ein Päckchen aufstreuen um sicherzugehen?
2. Seht ihr noch klare Fehler, an denen es zu arbeiten gilt?


An dieser Stelle nochmal vielen Dank an dieses Forum, irre gute Informationsquelle und sehr hilfsbereite Community.
LG
Jan

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integrator
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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#2

Beitrag von integrator » Sonntag 14. November 2021, 12:08

hölsch hat geschrieben:
Sonntag 14. November 2021, 11:35

Nächstes Learning: in den Körnern ist immer noch Stärke, wenn man drauf rumdrückt. Google sagt: normal.

Zwei Frage:
1. Ich habe die Hefe mit dem Schneebesen eingerührt und nicht nur aufgeschüttet.
Ich hoffe das verzeiht mir die Hefe. War eben mal beim Fass, aber hab mich zurückgehalten reinzuschauen. Wie seht ihr es, warten oder noch ein Päckchen aufstreuen um sicherzugehen?
2. Seht ihr noch klare Fehler, an denen es zu arbeiten gilt?
Moin Jan und Glückwunsch zum ersten Brautag. So wie ich das sehe ist das meiste gut gelaufen :Drink

Zu deinen Fragen ...
- Die Maische solltest du nicht pressen oder drücken. Hier werden dann Sachen raus geholt die dem Geschmack nicht zuträglich sind.
- Trockenhefe braucht keinen Sauerstoff zum Start. Ein einrühren/aufziehen mit einer Kelle reicht. Bei Flüssighefe sollte man vorher z.B. mit mit einem Schneebesen Sauerstoff einbringen.
- Eine zusätzliche Hefe brauchst erst wenn die erste versagt. Wie sind den die Daten ... zeitlicher Verlauf, Gärtemperatur, ...
- Verdünnen kann man an verschiedenen Stellen machen. Nach dem Kochen, beim anstellen, beim abfüllen, ...

Viel Spass beim weiteren brauen, beim verbessern deiner Anlage und vor allem bei deinem ersten Schluck deines ersten selbst gebrautem 🍺
Ich :Drink du ... läuft.

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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#3

Beitrag von BierHasler » Sonntag 14. November 2021, 12:11

Glückwunsch zum ersten Brautag :thumbsup

Zähle mich auch noch zu den Neulingen aber versuche trotzdem dir mal ein Tipp zu geben.
Wie du bemerkt hast verdampft doch einiges und du musstest die Stammwürze anpassen.
Ich erreiche ein besseres Ergebniss wenn ich den Deckel auf dem Topf hab. Aber Vorsicht nicht komplett schliessen ( Braupaddel zwischenlegen z.B) sonst überkocht es sehr schnell. Meine Verdampfungsrate habe ich so auf ca. 1.7l/h reduzieren können.

Viel Erfolg in der Gärung und weiterhin viel Spass
Grüsse
BierHasler
:Drink

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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#4

Beitrag von Ladeberger » Sonntag 14. November 2021, 12:16

Moin Jan,

Glückwunsch zum ersten Sud! Für mich schaut das alles sehr sorgfältig vorbereitet und geordnet aus. Saubere Heißtrubabtrennung, Anti-Plätscher-Maßnahmen und Eintauchkühler runden das positive Bild ab. Alles richtig gemacht!

Die rehydrierte Nottingham hat das Belüften mit dem Schneebesen sicher nicht übel genommen. Im Gegenteil: Die Reihenfolge zuerst Hefe und dann Belüftung ist goldrichtig und homogenisiert gleichzeitig die Hefe. Wie von integrator geschrieben benötigt Trockenhefe in erster Führung ist die Belüftung nicht unbedingt nötig, schaden tut es aber auch nicht.

Es würde mich sehr wundern, wenn es Probleme bei der Gärung gäbe.

Mit einer Standard-Dunstabzugshaube wirst du vermutlich nicht glücklich werden. Stell es lieber vor das Fenster.

Gruß
Andy

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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#5

Beitrag von DrFludribusVonZiesel » Sonntag 14. November 2021, 12:19

BierHasler hat geschrieben:
Sonntag 14. November 2021, 12:11
Glückwunsch zum ersten Brautag :thumbsup

Zähle mich auch noch zu den Neulingen aber versuche trotzdem dir mal ein Tipp zu geben.
Wie du bemerkt hast verdampft doch einiges und du musstest die Stammwürze anpassen.
Ich erreiche ein besseres Ergebniss wenn ich den Deckel auf dem Topf hab. Aber Vorsicht nicht komplett schliessen ( Braupaddel zwischenlegen z.B) sonst überkocht es sehr schnell. Meine Verdampfungsrate habe ich so auf ca. 1.7l/h reduzieren können.

Viel Erfolg in der Gärung und weiterhin viel Spass
Grüsse
BierHasler
In Bezug auf DMS ist das aber eher suboptimal. Man möchte möglichst vermeiden, dass wieder etwas zurück tropft, daher ohne Deckel kochen. Wenn du Dosenmais im Bier schmeckst, weißt du, woran es liegt.

Gratulation zum ersten Sud Jan. Die Flüssighefe solltest du aber nicht zu lange warten lassen, also bald wieder brauen. :Drink

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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#6

Beitrag von hölsch » Sonntag 14. November 2021, 12:21

Moin, danke schonmal für die Antworten!

@integrator:
Die Maische wurde nicht gedrückt. Ich meinte, dass wenn ich in einer Jodprobe auf einem Korn rumdrücke sich hier nochmal Stärke zeigen kann.

Danke für die Info zu der Hefe. Ich hab bisher noch nicht reingeschaut werde ich frühstens nach 24-48h machen.
Nur von außen sieht man durch das Fass noch keine Kräusen o.ä.
Temperatur liegt bei 17.5 Grad im Schnitt.
Steht jetzt erst seit ca 16 Stunden. Ich halte euch gerne auf dem Laufendem.

Mhh verdünnen beim abfüllen, ich les mich mal ein, danke für den Hinweis.

@BierHasler danke für den Tip. Mein Verständnis ist bisher, dass beim Hopfenkochen kein Deckel genutzt werden soll, da durch den Dampf unerwünschte Stoffe herausgetragen werden. Sonst kann ein "Gemüse" Geschmack entstehen.

@Andy, danke für die Blumen und den Hinweis zur Hefe.
Eine Frage: Was genau ist die Heißtrubabtrennung? Hab im Forum den Begriff mehrfach gefunden, aber keine Erläuterung.

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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#7

Beitrag von hölsch » Sonntag 14. November 2021, 12:23

DrFludribusVonZiesel hat geschrieben:
Sonntag 14. November 2021, 12:19
Gratulation zum ersten Sud Jan. Die Flüssighefe solltest du aber nicht zu lange warten lassen, also bald wieder brauen. :Drink
Danke! So wirds gemacht ;)

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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#8

Beitrag von BierHasler » Sonntag 14. November 2021, 13:34

DrFludribusVonZiesel hat geschrieben:
Sonntag 14. November 2021, 12:19
BierHasler hat geschrieben:
Sonntag 14. November 2021, 12:11
Glückwunsch zum ersten Brautag :thumbsup

Zähle mich auch noch zu den Neulingen aber versuche trotzdem dir mal ein Tipp zu geben.
Wie du bemerkt hast verdampft doch einiges und du musstest die Stammwürze anpassen.
Ich erreiche ein besseres Ergebniss wenn ich den Deckel auf dem Topf hab. Aber Vorsicht nicht komplett schliessen ( Braupaddel zwischenlegen z.B) sonst überkocht es sehr schnell. Meine Verdampfungsrate habe ich so auf ca. 1.7l/h reduzieren können.

Viel Erfolg in der Gärung und weiterhin viel Spass
Grüsse
BierHasler
In Bezug auf DMS ist das aber eher suboptimal. Man möchte möglichst vermeiden, dass wieder etwas zurück tropft, daher ohne Deckel kochen. Wenn du Dosenmais im Bier schmeckst, weißt du, woran es liegt.

Gratulation zum ersten Sud Jan. Die Flüssighefe solltest du aber nicht zu lange warten lassen, also bald wieder brauen. :Drink
Danke für den Input, habe ich auch schon anderst erklärt bekommen.
:Drink

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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#9

Beitrag von Ladeberger » Sonntag 14. November 2021, 16:18

hölsch hat geschrieben:
Sonntag 14. November 2021, 12:21
@Andy, danke für die Blumen und den Hinweis zur Hefe.
Eine Frage: Was genau ist die Heißtrubabtrennung? Hab im Forum den Begriff mehrfach gefunden, aber keine Erläuterung.
Heißtrub ist das, was nach dem Kochen an festen Bestandteilen übrig bleibt. Dessen Abtrennung per Whirlpool (-> Trubkegel), tiefliegendem Hahn und Monofilamentbeutel macht einen guten Eindruck, die Würze wirkt klar und der Trubkegel kompakt.

:thumbup

Gruß
Andy

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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#10

Beitrag von Brandergartenbier » Sonntag 14. November 2021, 20:51

Also ich glaube nicht viele haben so einen ersten Brautag. Von der Ausstattung und deinem Vorgehen her hast du es voll verstanden! Ich hoffe du hast noch lange Freude daran .

Alles beginnt in der Küche und plötzlich müssen Kellerräume, Gartenhäuser oder Anbauten herhalten :D
Gruß Florian
--------------------------------------------------------------------------------------------
Auch Wasser wird zum edlen Tropfen, mischt man es mit Malz und Hopfen!

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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#11

Beitrag von hölsch » Sonntag 14. November 2021, 21:06

Ja ich habe bereits mit meiner besseren Hälfte gesprochen, ich kann gerne Kellerplatz für Kühlschränke etc nutzen.
Regel ist ganz einfach und in meinem Sinne - vor und nach dem Brauen wird geputzt, dann darf ich die Küche auch in Beschlag nehmen. Win - Win.
Leider habe ich im Keller keinen Wasseranschluss, sonst wäre dort genug Platz für ein kleines Sudhaus.

Ich konnte es mir nicht verkneifen nach 24h Stunden einmal in den Eimer zu lunzen.
Der Geruch ist ja der Oberhammer und es sieht so aus als ob die Hefe ihre Arbeit aufgenommen hat.
Temperatur liegt zwischen 16.9 und 17.5 Grad in den letzten 24h
IMG_20211114_205821.jpg
Es bleibt spannend – bin auf das Ergebnis gespannt.

@Andy danke für die Aufklärung

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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#12

Beitrag von Johnny Eleven » Sonntag 14. November 2021, 21:56

Hallo Jan,

sieht alles schon sehr gut für den Anfang.

Kann aber sein, dass Dir die Notti in der Hochkräusenphase ein wenig aus dem Gärspund blubbert. Macht sie gerne, weil sie zu hohen Kräusen neigt. Und Dein Gärfass scheint mir ziemlich voll.

Ist mir am Anfang auch mal passiert. Ist aber kein Drama, falls es passiert. Einfach den Gärspund reinigen, wenn das Gröbste vorbei ist. Danach habe ich mir ein größeres Gärfass zugelegt.

Gutes Gelingen weiterhin!

Viele Grüße

Johannes
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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#13

Beitrag von hölsch » Sonntag 14. November 2021, 22:29

Moin Johannes,
ja es scheint als wäre der Deckel (vom Fass) nass gewesen.
Der Gärspund sieht mir so weit aber sauber aus, also zumindest nichts "übergelaufen".
Trotzdem reinigen?

Ist ein 31l Fass, und ist ziemlich genau zu 2/3 gefüllt.
Gerade aber nochmal nachgeschaut - Gärspund scheint sauber - aber ist es normal das da auch 1-2 Tröpfchen Wasser im Inneren vom Gärspund sind?
Bin mir gerade nämlich nicht mehr sicher, ob ich in den Gärspund abgekochtes Wasser gemacht habe. Vorher desinfiziert auf jeden Fall glaube, aber ich habe nur Wasser aus der Leitung genommen.

Hab den Gärspund einfach 1/4-1/3 vollgemacht mit Wasser und durch leichtes drücken auf den Deckel getestet, ob er funktioniert.

Soll ich den Gärspund abnehmen, nochmal reinigen / desinfizieren und dann mit abgekochtem Wasser füllen. Ärgere mich gerade, dass ich daran nicht gedacht habe...

Viele Grüße

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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#14

Beitrag von Johnny Eleven » Montag 15. November 2021, 00:03

Wenn noch nichts übergelaufen ist, würde ich jetzt auch nichts reinigen. Warte mal ab, vielleicht ist die stürmische Phase der Gärung ja schon durch, dann kommt auch nichts mehr. Das mit dem Wasser scheint mir kein Drama, auch Leitungswasser wäre ausreichend keimarm.

Viele Grüße

Johannes
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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#15

Beitrag von hölsch » Mittwoch 17. November 2021, 13:38

FYI Gärspund ist sauber geblieben.

Gerade mal die erste Messung gemacht, ca. 8 Brix -> 67%-70% sEVG je nach Formel.
Die genommene 5ml Probe mal verköstigt. Erinnert an Bier, schmackhaft würde ich das aber noch nicht nennen.

Weitere Planung nach abgeschlossener Gärung:

1. Umschlauchen in einen Eimer mittels Bierheber

und dann entweder zusätzlich noch:

(2). CC im Kühlschrank (mal schauen wie weit der runterkommt und ob der Eimer passt) und dann nochmal umschlauchen?

oder direkt:

3. in vorgelegte Flaschen füllen und Nachgärung starten.

Flaschenmanometer sollte die Tage auch kommen.

Ich würde mir den CC eigentlich beim ersten Versuch sparen, da ich aber gerne eine erste Charge Weihnachten verköstigen (lassen) möchte wäre weniger Bodensatz natürlich wünschenswert.

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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#16

Beitrag von Michu » Mittwoch 17. November 2021, 14:32

Passt der Gärbotich nicht in den Kühlschrank?

Den CC würde ich sonst ohne vorheriges Umschlauchen machen (falls es geht mit CO2-Sack drauf).

Nachgärung in Flaschen dauert nach CC allgemein länger.

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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#17

Beitrag von hölsch » Mittwoch 17. November 2021, 14:57

Mhh hatte vermutet, dass vorheriges umschlauchen das ganze noch klarer macht.
Ich mess gleich mal den Kühlschrank aus, vll hat sich das dann sowieso erledigt.

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Hans A.
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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#18

Beitrag von Hans A. » Mittwoch 17. November 2021, 19:58

Umschlauchen vor CC würde ich nur machen, wenn Du im "Secondary" sauerstoffarm arbeiten kannst (CO2-geflutetes Keg)... Würde mir Klarheit nicht mit Oxidation erkaufen.

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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#19

Beitrag von Olutmatkailijan » Mittwoch 17. November 2021, 23:41

Wie du bereits festgestellt hast: Planung ist die halbe Miete. An deiner Stelle würde ich den Einkochautomaten einmal mit Wasser befüllen (Menge notieren!) und dann eine Stunde laufen lassen. Danach die Menge an Wasser messen. Damit hast du einen Anhaltspunkt, wie viel Wasser dein Automat pro Stunde verdampfen kann. Das ist vor allem für den Stammwürzegehalt sehr hilfreich, damit man sich ungefähr ausrechnen kann, wie lange es verdampfen muss um auf einen Gehalt von X zu kommen. Achtung: Würze kann sich ein wenig anders verhalten, mit Wasser ist das "Pi mal Daumen".

Zweite Anmerkung: Ich würde an deiner stelle den Plastikhahn vom Einkochautomat gegen Edelstahl austauschen. Natürlich einer, der einfach zu reinigen ist - so was gibt es, ist aber schwer zu finden. Hintergrund ist folgender: Der derzeitige Hahn ist aus Plastik. Beim reinigen verkratzt dieser minimal. Kratzer im Plastik sind immer gute Nährböden für ungewollte Bierschädlinge - da sie dort viel Oberfläche zum wachsen haben, sich minimale Partikel verfangen können, etc. Leider sind die Löcher dort zumeist 3/8" - einen entsprechenden Hahn zu finden kann also schwierig werden.

Was hast du als Isolation für den Kocher verwendet?
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Der perfekte Heimbrauraum ist eine Sauna - einfach zu reinigen, sterilisiert sich wie von selbst und als Gärkeller kann man sie auch noch verwenden...solange man sie nicht anderweitig verwendet.

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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#20

Beitrag von hölsch » Donnerstag 18. November 2021, 00:51

Hans A. hat geschrieben:
Mittwoch 17. November 2021, 19:58
Umschlauchen vor CC würde ich nur machen, wenn Du im "Secondary" sauerstoffarm arbeiten kannst (CO2-geflutetes Keg)... Würde mir Klarheit nicht mit Oxidation erkaufen.
Guter Hinweis danke.

@Olutmatkailijan
Ein Edelstahlhahn ist bereits auf der Liste. Ich bin schon froh, dass der Hahn komplett zerlegbar ist und somit zumindest gut zu reinigen.
Daher ist ein neuer Hahn zwar vorgesehen, aber der wirds wohl noch 1-2 Sude aushalten müssen.

Zur Verdunstungsrate werde ich entweder den von Dir vorgeschlagenen Test machen oder beim nächsten Sud mal die cm Verdunstung ablesen und dann schnell hochrechnen wie viel Liter das waren. Beim ersten Versuch war der Prozess wichtiger, beim nächsten gehts ans (noch mehr) Daten sammeln um die Anlage entsprechend gut kennenzulernen.

Isolierung ist 19mm Armaflex AF, bot sich an hab ich noch vom Camperausbau da gehabt und 19mm isolieren ordentlich.

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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#21

Beitrag von Olutmatkailijan » Donnerstag 18. November 2021, 13:09

Genau. Prozessdaten sind wichtig :D

Leider ist das Armaflex mir zu teuer, aber so eine Isolierung macht schon was her...
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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#22

Beitrag von hölsch » Montag 22. November 2021, 09:59

Armaflex hatte ich halt noch über. Wenn du Nähe HH bist, sag Bescheid, dann geb ich noch was ab.

So - nach dem hier angesprochenen GAU: https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 84#p448384
ein kleines Update:
CC gemacht, leider nur bei 5 Grad für ~36h, irgendwie wollte der Kühlschrank nicht mehr tiefer.
Dann per Bierheber umgeschlaucht und dann kalt mit Bierpistole in 38 0,5er Flaschen abgefüllt (37 + Manometerflasche). Jede Flasche wurde mit 4g Haushaltszucker vorgelegt (Ziel 5,5g CO2)
Jetzt über Nacht noch in der Küche stehen gehabt und gerade in den Keller verfrachtet, wo der zweite Sud (nochmal das gleiche Wieß aber mit der Wyeast 2565) bereits steht.
Der zweite Sud lief schon deutlich entspannter (und flotter, 3 Stunden Ersparnis). Außerdem habe ich hier auch die Stammwürze von 13º P genau getroffen :)

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Re: Mein Erster Sud - Eine Lernerfahrung

#23

Beitrag von Olutmatkailijan » Montag 22. November 2021, 18:40

Danke für das Angebot, aber ich bin in Südbayern - so schnell komm ich nicht nach HH. Schon gar nicht in der Momentanen Lage, da verzichte ich lieber aufs Reisen ...
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