Spaß mit finnischen Bieren

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haefner
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Spaß mit finnischen Bieren

#1

Beitrag von haefner »

Hey Leute,

ich hab mir gedacht, ich "verkoste" ab und an mal spaßeshalber ein paar Biere die es vermutlich nur in Finnland gibt und/oder besonders durch irgendein Merkmal sind, und lass euch daran Teil haben. Da ich hier längerfristig verbleibe und es ständig neue Sorten und gefühlt auch Brauereien gibt, wird dieses Thema auch immer wieder mal mit Nachschub versorgt. Mit Verkosten mein ich größtenteils eine lockere Einschätzung von mir als Bierliebhaber, der auch mal gern zulangt wenns passt.

Den Anfang macht ein Bier eines der größten finnischen Brauereien -> Karhu. Gehört zu Sinebrychoff und wurde 1819 von nem Russischen Herrn gegründet, gehört nun aber zur Carlsberg Gruppe.

Schlichtes schönes Dosendesign was mich doch etwas angesprochen hat. Das Bier hat nur 4,5%, wozu ich einleitend im Thema sagen muss (für den der es nicht weiß), dass die Alkoholsteuer ziemlich hoch ist, und sich darum einige 4,5% 4,6% etc. in den Regalen befinden da diese prozentual an der Alkoholsteuer gemessen halt billiger angeboten werden können.

Ja, warum heißt das Bier Platina? Konkret spricht die Brauerei auf der Rückseite von einem neuen, erstklassigen Bier mit außergewöhnlichem Geschmack, weil das Bier in der eiskühlen Kälte von -2 Grad filtriert wurde, was zu einem perfekten „Finish“ führen würde. Ich denk mir, das ist Marketing Geschwätz und mach die Dose auf. Riecht ganz lecker und einen Touch fruchtig, könnte sogar hopfenmäßig was modernes mit dabei sein, steht aber nirgends und mutmaße ich nur. Geschmack ist wirklich gut und und macht Lust auf mehr. Es ist halt eine Art Helles, nett malzig, nicht wirklich bitter, ein schöner Durstlöscher vor, in und nach der Sauna. Habe nun ja schon einige Biere hier oben probiert, aber fast alles im Bereich Lager ist dürftig. Das hier ist trotz der niedrigen Stammwürze doch mal ein sehr guter Lager-Vertreter aus Finnland und kann gut gertrunken werden. Macht jedenfalls Laune und würde ich noch öfters eintüten. Ob das nun tatsächlich mit der Filtration bei Minusgraden zusammenhängt kann ich nicht beurteilen. Optik und Geschmack sind sehr klar, weich und gut und ich könnte mir einbilden, dass es damit zusammenhängt, oder ich bin -durch die Beschreibung vorbelastet - dem Marketing aufgesessen und bilde mir das ein.

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Pizza Ale

#2

Beitrag von haefner »

Ich hab tatsächlich das Pizza Ale gekauft und habe es vor mir :Smile . Habe durch einen Beitrag hier im Forum immer angewidert einen Bogen drum gemacht, denn in den Staaten gibts anscheinend eine Brauerei die wirklich Pizzateig und passende Zutaten in nem Sud versenkt und sich auch noch laut dem Bericht damals gut verkauft hat. Das geht dann doch über meine Toleranzgrenzen hinaus und brauch ich nicht. Nun habe ich dann doch etwas gelangweilt im Laden mal die Dose angeschaut, durchgelesen und bemerkt, das ist ja wenn man so will ein normales, modernisiertes Ale. Da meine Kinder eh Pizza wollten hat sich das ja angeboten.

Jo die Keisari Brauerei kannte ich schon, da gibts sogar ein Hefeweizen das grad so besser als mancher Vertreter in nem deutschen Discounter ist, was schon ein ziemliches Lob ausdrücken soll. Die Keisari Brauerei ist angeblich die erste Brauerei der Welt die einen 1000er (eigentlich 1080er) Dosen "Pack" rausgebracht hat. Die sitzen in Nokia, südwestlich gelegen.

Die Aufmachung ist ganz spannend, und verspricht das ideale Getränk zu einer Pizza und ein APA zu sein. Kann man so stehen und sich ansehen lassen. Angegeben sind Pale Ale, Dextrin und Mais als Malze. 20 IBU, gehopft mit Amarillo und Citra. Im Geruch nett aber nur wenig fruchtig und genauso schmeckt es auch. Eigentlich nicht schlecht, und ja, kann man sich zu ner Pizza mit den Kumpels sicher gönnen. Für mich nicht wirklich das was ich unter APA verstehe, aber ein angenehm fruchtiges Sommerbierchen ist das durchaus. 7/10 Cowabungas von mir :Drink
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BrewerTimothy
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#3

Beitrag von BrewerTimothy »

Danke für Deine Beiträge. Macht Spaß zu lesen.
Viele Grüße Tim
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Spaß mit finnischen Bieren

#4

Beitrag von haefner »

Hi Tim, danke das hört man gerne :-).

Eigentlich trink ich unter der Woche eher mittlerweile selten.. zumindest hab ich das vor und es klappt meist.
Aber heut darf auch mal kleiner Freitag sein.

Habe mir ein Hazy IPA der Mallaskoski Brauerei besorgt. Da muss ich aber wieder etwas ausholen, damit das (und auch weitere IPAs) etwas nachvollziehbarer sind. Also hier muss alles ab 5,5% im Alco (staatlicher Alkoholladen) verkauft werden. Das heißt im normalen Supermarkt gibts nur 5,5% und drunter. Da aber IPA in Finnland recht beliebt zu sein scheint, gibts hier eine regelrechte Flut an Bieren mit der Aufschrift "IPA". Bei 5,5% ist man natürlich gerade am unteren Ende des Stils. Es gibt hier leider auch massig "IPA's" mit 2-3-4% und als wäre das nicht schlimm genug, auch noch IBUs die mit IPA so gar nichts mehr zu tun haben. So auch dieses hier.

5,5% - 25 IBU, Amarillo- Mosaic- Cascade, Pale Ale Malz- Weizen- Hafer, Dextrin Malz

Die Dose sieht eigentlich so schlicht sie auch ist echt gut aus finde ich. Die Brauerei hatte laut dem Logo auch erst ihr Hundertjähriges und befindet sich im mittleren Westen Finnlands. Der Text hinter der Dose könnte wohl nicht finnischer sein.

"Bei uns scheint keine Sonne und bei uns wird nicht gelacht, aber wir brauen Bier seit 1921!" :thumbsup

Jo und dann sei noch gesagt, dass ich bei IPA und Konsorten sehr vorischtig bin. Ich finde es gibt überwiegend sehr schlechte Vertreter des Stils und nur wenige bei denen alle Parameter passen. Immer ist was und ich kenn nur ganz wenige wie das Stone IPA die einfach geil sind und Spaß machen. Easy to do but hard to master?!

Finde es ja schon spannend, dass man das hier einfach mal als Hazy IPA raushaut, wenn doch NEIPA der "neue Shit" ist oder war? Egal, auf das Ding! Schön trüb, wie versprochen, das wünschen sich manche NEIPA Brauer genauso. In der Nase ein riesiger Fruchtkorb und irgendwie etwas Bubblegum, aber im positiven Sinne. Auch der Geschmack hält das was der Geruch verspricht, ich bin echt überrascht. Ein vollmundiger Geschmack nach allerlei tropischen Früchten und zu meiner Überraschung eine doch leicht bis mittlere nachhängende Bittere. Die 25 IBU kann ich hier nicht ganz glauben, allein schon bei dem enormen Fruchtgeschmack müsste das alles überlagert sein meine ich.

Jedenfalls hab ich seit langem mal wieder ein IPA das echt toll ist, auch wenn es eigentlich den IBU nach nur ein Pale Ale ist :Greets . 8/10 Hopfendolden in Richtung Mallaskoski (heißt übersetzt übrigens Malzfluss).

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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#5

Beitrag von haefner »

Heut hab ich wieder von Keisari (s.o.) was nettes gefunden: India Pale Lager (nach NEIPA wohl der neue "angesagte Stil"?!).
Laut dem Text habe ich hier 30 IBU aus Perle, Citra, El Dorado und Simcoe - das ist ja schon mal eine Ansage, an Hopfen die Spaß machen. Malze werden hier Pilsner und Cara 100 angegegeben.

Das ganze Design ist ja schon sehr auf Tropen und Urlaub ausgelegt, wohl als Sommerbier konzipiert?! Mit 5,0% schon mal für mich in Sachen Alkohol nicht ganz so furchtbar niedrig wie viele finnische Biere. Übrigens steht die Dose auf dem Foto so völlig krumm da, weil sie mir runter gefallen ist :Ahh .

Die Farbe ist ganz ansehnlich und im Geruch lacht hier schon ein Fruchtkorb der eher an alles mögliche in Puncto Ale als Lager vermuten lässt. Hmm mir fällt es äußerst schwer hier irgendwie ein Urteil zu fällen. Im Antrunk geht alles in Richtung Pale Ale oder gar IPA, drückt dann aber relativ schnell aufs Bittere-Pedal und verliert sämtliche Frucht, was auch deutlich nachhängt. Kann man schon irgendwie als IPL einordnen und ist relativ gefällig. Doch letzten Endes für mich ist es weder Fisch noch Fleisch und ich bin nicht sehr von diesem neuen Stil beigeistert. Technisch denke ich, ist es ganz okay.

Kann man, muss man aber nicht. 5/10 Palmen von meiner Seite aus.

Horrido
Micha


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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#6

Beitrag von haefner »

Heut war ich schwer unterwegs und hab etwas eingekauft. Anfangs hab ich noch rumgerechnet "Man da kriegt man in Deutschland ja für das gleiche Geld (3 Dosen) ne ganze Kiste gutes lokales Bier", mittlerweile bin ich für diese Preise sensibilisiert.. egal.

Auf dem Foto hier sieht man etwa die Hälfte der Auswahl und das ist ein relativ normaler Stadt-Supermarkt:
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Mitgenommen hab ich mir ein paar günstige bis sehr interessante:
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Ich braue gerade mit Verspätung um Verspätung meinen Weihnachtsbock OG und während ich die Läuterruhe abwarte hab ich mir das Blonde Ale von Saimaa Brewing genehmigt.

Das Saimaa Seengebiet ist relativ bekannt weil es halt einfach ein kleines Naturparadies ist. Naja klein - ca. 8x so groß wie der Bodensee und der größte See Finnlands und viertgrößte Europas. In quasi jeder Doku kam der See vor. Hier sind auch Flößer nach wie vor ziemlich aktiv.
Mit-dem-Auto-die-Region-Saimaa-entdecken.jpg

Egal darum gehts ja nicht jetzt :). Schönes Design, so sind die alle von Saimaa Brewing nur in anderen Farben. Hinten steht einiges drauf, viel Marketing Geschwätz, aber echt interessant aber etwas selbstüberzeugt.

"An den Ufern des blauen Saimaa kreiert eine Mikrobrauerei aus Mikkeli mit erneuerbarer EKO Energie die reinsten Geschmackserlebnisse der Welt. Diese goldenen Blasen erinnen an die Vitalität der Natur und den Geschmack von Malz aus lokalen Feldern. Das sind Getränke in die man sich guten Gewissens verlieben kann. Gern geschehen."

Neben der Dose ist auch die Bierfarbe ganz schön anzusehen. Im Geruch völlig unspektakulär bis fast schon unangenehm grasig. im Antrunk noch recht leicht und frisch, packt einen dann eine harsche Bittere die so gar nicht zu so einem eher leichten Bier und Blonde Ale passt. Sehr samtiges weiches Mundgefühl und grasige, nachhängende Bittere die mich eher auf ein leichtes Pils schließen lässt. Die Karbonisierung lässt zu wünschen übrig.
Ich kann gar nicht glauben wie gut sich Bier im Mund anfühlen kann, das ist wirklich ein Eindruck von sauberstem Wasser. An und für sich für 2,30€ ein passables Bier was ich aber eher als Pils einorndnen würde. 6/10 Seeinseln

Terveisin ja hyvää vikkonloppua :)

Kippis! Micha
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Zuletzt geändert von haefner am Samstag 22. Oktober 2022, 19:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#7

Beitrag von coyote77 »

Gerne weiter berichten, liest sich gut, auch wenn ich mit großer Sicherheit kaum eins der Biere je zu Gesicht bekommen werde...
Grüße, Andreas :Drink

Zum Biere drängt, am Biere hängt doch alles.
(Frei nach J. W. von Goethe)
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muldengold
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#8

Beitrag von muldengold »

Sehr schön zu lesen! Klingt alles sehr entspannt bei Dir da oben. Freue mich auf weitere Berichte🍺🙂
Wo ein Wille ist, da ist auch ein Bier! :Wink
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BrauSachse
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#9

Beitrag von BrauSachse »

Danke für den schönen Bericht bzw. die Serie, die jetzt daraus entsteht.

Auch dir ein schönes Wochenende :Smile

Viele Grüße
Tilo
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haefner
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#10

Beitrag von haefner »

Danke euch, das freut mich zu lesen :Smile . Am Wochenende geht es weiter!

Gruß Micha
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#11

Beitrag von haefner »

So Freunde, es geht weiter. Nochmal was von der o.g. Saimaa Brauerei (siehe dort). Hinten ist wieder ein riesen Text der quasi gleich damit endet, dass man sich durch die Qualität in das Bier und die Natur verlieben kann. Es wird mittlere Bittere und Hopfen aus Mitteleuropa angegeben. Kräuter und Gewürze stünden im Mittelpunkt.
Außerdem noch der kleine Hinweis, dass das Bier Glutenfrei wäre. Oha, aha wie das denn? Ich hab mich damit nie beschäftigt und trink das nun einfach mal unvoreingenommen. Vorne steht es auch noch groß, seh ich gerade erst :Ahh Ist hier in Finnland übrigens in Puncto Gluten,Lactose+++ -frei recht verbreitet und gefühlt hat jeder zweite irgend eine oder mehrere Unverträglichkeit(en). Dem Thema enthalte ich mich besser :Greets

Gut, schauen wir mal! Die Gelegenheit nutze ich doch gleich mal um mit meinem neuen Ritzenhoff Glas zu prahlen. Das haben die hier halt echt für 5€ rausgehauen, was für diese Gläser echt hinterhergeworfen ist. Ich kann mir aber vorstellen, dass die meisten Finnen nichts mit einem Pils-Glas anfangen können, bzw. wissen was das ist oder Bierkultur soweit pflegen eines nutzen zu wollen. Darüber hinaus ist Pils hier nicht wirklich verbreitet. Glück für mich kleinen Glasfetischisten!

Also der Schaum ist schon mal ne kleine Enttäuschung, da geht nix. Das Bier ist zu meiner Überraschung naturtrüb? Okay... für ein Pils etwas schade finde ich aber als Hobbybrauer ist man das eh gewohnt. Es riecht total unspektakulär und nur etwas süß - ich dachte direkt an Mais und was es da wegen Glutenersatz irgendwie geben könnte. Nun steht hinten aber Gerstenmalz als Zutaten. Kann man offenbar ent-gluten?!

Ein kräftiger Schluck genommen und nun doch etwas von der Bittere beeindruckt gewesen. Es ist kräuterig-herb mit einer schönen Restsüße. Beim zweiten Schluck hat die sich schon ziemlich auf der Zunge abgelegt und was bleibt ist ein ganz entspanntes Pils. Ich finds ziemlich lecker merke ich gerade. Bin echt positiv überrascht und das ist vergleichsweise eines der billigsten Biere hier. Toll, hat sich gelohnt hier mal wieder was neues zu testen :thumbsup

8/10 Glutenfreie Label von mir :Drink

Micha
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BrauSachse
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#12

Beitrag von BrauSachse »

Danke für den schönen und witzigen Beitrag, Micha. Ich lerne daraus: Auch Bier kann man sich schöntrinken. :Drink

Viele Grüße und schönes Wochenende
Tilo
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#13

Beitrag von haefner »

Hey Tilo! Danke, das wünsche ich Dir auch! Das Pils war echt gut, und ich kaufe es wieder :-).

Ich hab hier grad noch was schönes aufgemacht: Das Fiskarsin Metsän Henki. Das ist übersetzt ein Waldgeist! Die Brauerei liegt in Fiskars in Südfinnland und die meisten kennen den Name bestimmt von dem Qualitätswerkzeug. Da haben wir also einen kleinen Reinheitsgebotsvebrecher, denn es ist ein Kuusenkerkkä Ale! Zugesetzt wurden Fichtensirup und Fichtenextrakt. Da bin ich mächtig gespannt, denn ich liebe den Wald sehr und halte mich dort gern auf. Schon wieder Glutenfrei sehe ich gerade, ich muss mir echt mal anschauen wie die das machen, denn ich schmeck keinen großen Unterschied.

Das Design find ich gelungen und macht mir Spaß anzusehen. Abgebildet sind da Fichtenspitzen: Die werden hier sehr gern gesammelt und zu allem möglichen verwendet. Beispielsweise Fichtenspitzengelee als Brotaufstich. Ich hab natürlich schon ne Ladung für ein Bier eingefroren :Greets .
Netter, aber nicht langlebiger Schaum und eine sehr attraktive in - Richtung Waldbraune - Farbe. Optisch auch hier gelungen. Den Geruch einzufangen und zu beschreiben ist schwer. Wenn ich mich sehr darauf konzenriere kann ich Nuacen von Holz und Säure aus Fichte finden. Insgesamt aber deutlich hinter den Erwartungen und eher unangenehm. Wie das wohl schmeckt?!

Im Antrunk denk ich grad an ein super Red Ale, schön malzig und gefällig. Dann überrascht mich ein total unangenehmer Gemüsegeschmack. Ich weiß nicht ob das DMS oder das Aroma der Fichtenspitzen ist (frische schmecken etwa so), aber es erinnert mich nicht an Wald sondern Gemüse, Kürbis, moder. Nee, das ist ne riesen Enttäuschung :thumbdown. Nach dem dritten und vierten Schluck, wenn sich das alles schon etwas im Mund abgelegt hat kann man es grade so als eine Art Brown Ale trinken. Das Brauwasser ist aber super, fühlt sich sehr gut und frisch an.

2/10 Geisterjäger für die Waldfreunde aus Fiskars :crying
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#14

Beitrag von Brockbier »

Gerade auf diesen wunderschönen Kanal gestoßen. Ich war vor 10 Jahre Erasmusstudent in Tampere und habe damals von Olvi, Karhu, Lapin Kulta und Karjala gelebt. Letzten Monat habe ich eine kleine Rundreise gemacht und war begeistert wie viel neue Brauereien es in Finnland gibt. Bei meinem ersten Supermarktbesuch war mein Kopf völlig überfordert und ich wusste nicht wohin :D.
Am besten hat mir das SPRUCE PINE PALE ALE der Haapala Brauerei gefallen. Hier wird mit Fichtenzweigen gearbeitet (ttps://www.haapalabrewery.fi/korpikuusen-kuiskaus). Den schönsten Brauereibesuch hatte ich bei Lapin Panimo in Rovaniemi. Hier hat der nette Barkeeper am Anfang typisch Finnisch ein wenig auf schüchtern gemacht und dann nichtmehr aufgehört über Bier zu philosophieren. Spannend ist auch die Brauerei Nailo in Oulu.
Auch schön ist es im Bordbistro der Fernverkehrszüge zu sitzen, eine Pale Ale zu trinken und aus dem Fenster zu schauen :-).
Anbei auch ein Bild meiner Mitbringsel, der Koffer war dann doch recht schwer...allerdings ist auch jetzt nichtsmehr übrig

Finnland ist einfach wunderbar. Ich wünsche dir dort viel Spaß, ich habe es damals und auch jetzt sehr genossen.
In diesem Sinne Kippis!
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Das Bordbistro ist in jedem Land zu empfehlen
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Lapin Panimo
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Ein paar mitbringsel
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SPRUCE PINE PALE ALE
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#15

Beitrag von haefner »

Hey danke für die Eindrücke deiner letzten Tour! Klingt nach ner super Zeit! Das Spruce werd ich mir am Wochenende definitiv versuchen zu besorgen, das muss ich unbedingt testen.

Gruß Micha
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#16

Beitrag von Jorg »

Danke für den schönen Beitrag!
Macht Spaß :Smile
Beste Grüße, Jorg
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#17

Beitrag von haefner »

Hei...!

Ich bin nun etwas weniger rum gekommen, habe aber schon ein Brauereipub in Kotka (Küstenstadt im Süden) für einen Besuch notiert :Smile . Das Spruce Ale habe ich nicht gefunden, dafür einige andere interessante Biere mehr auf der Liste. Es ist echt erstaunlich, wieviel Auswahl dieses kleine Volk hier produziert. Für Weihnachten habe ich schon ein paar gekauft und eine Verkostungsreihe geplant.

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Heut hab ich mir das Saimaa Brewing Mexican aufgemacht. Das geht sicher in Richtung Corona, Mais etc. Kenne mich damit nicht wirklich aus und hab glaub bisher nur einmal ein Corona getrunken. Zur Brauerei selbst siehe oben bei dem Blonde.
Das Bier ist sehr hell und attraktiv anzusehen. Der Schaum ist nicht sehr beständig aber sehr feinporig und OK. Der Geruch ist irgendwie komisch, erst dachte ich an ein Pils und meinte Hopfen in der Nase zu haben, aber schlußendlich klingt es irgendwie süß aber hauptsächlich säuerlich aus. Mit 4,2% und der Angabe sehr mild zu sein, wirds sicher etwas dünn im Geschmack sein.
Wow, es schmeckt überraschend gut und ziemlich stark nach einem hellen Bier. Bei den ersten Schlücken habe ich mir noch Mais eingebildet bzw. einfangen können, es bleibt aber ein echt passables normal schmeckendes Bier und das mit nur 4,2%. Ich denke bei einer Blindverkostung würde ein normaler Biertrinker keinen Unterschied zwischen dem und einigen Hellen finden. Unterm Strich ist es aber schon niedrig karbonisiert und es fehlt mir ein kräftiger Abgang. Das Bier hat sicher nur 10-15 IBU und halt ne niedrige Stammwürze. Kann man sich mal antun.

6/10 Sombrerors die im Saimaa treiben
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#18

Beitrag von cesc »

Wow. Macht richtig Spaß das zu lesen. Bin gerade erst darauf gestoßen.
Ich war 2011 zum Auslandssemster in Finnland. Hier hat sich ja biertechnisch auch einiges getan.
Wir haben damals mit Koff gestartet (weil es am günstigsten war :) ) Sind dann aber meist bei Karhu und Lapin Kulta gelandet. Ich wusste garnicht, dass es doch so viele finnische Brauereien gab. Ich war aber nicht allzuoft im Alco, da es den nur in einem weiter entferneten Supermarkt gab indem wir nicht so oft waren
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#19

Beitrag von BrauSachse »

Schön, dass es immer weitergeht. Deine Bewertungen finde ich sehr originell formuliert. :thumbsup

Viele Grüße
Tilo
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#20

Beitrag von haefner »

Deine Bewertungen finde ich sehr originell formuliert. :thumbsup
Danke! Es freut mich umso mehr wenn euch das Lesen Spaß macht :Smile . Wie oben Eingangs erwähnt schreib ich als Bierenthusiast und damit 'grad raus aber mit allen Sinnen :Smile .

Weil grad Wochenende ist und ich durstig bin hab ich mal wieder was aus dem Supermarkt mitgenommen. Das Bier ist aus Latila und der gleichnamigen Brauerei. Latila liegt irgendwo bei Turku an der Westküste, schon fast am Meer. Hatte von der Brauerei glaub noch nie was getrunken, gibt es auch nicht überall. Die gibt es auch erst seit 1995, was natürlich für finnische Verhältnisse nicht so jung ist wie man als deutscher jetzt denken könnte. Die Brauerei bezeichnet sich als grünste Brauerei Finnlands und verwendet wohl viel der Energie aus Windkraft und Co. Anschrift ist die Limonadenstraße :Grübel :Smile


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So so ein Savu IPA also. Ihr könnt euch natürlich nicht denken was das ist, ich hab beim Anblick (und schon etwas der finnischen Sprache mächtig) allerdings interessiert die Augen hochgezogen. Savu heißt Rauch und damit haben wir hier ein Rauch IPA. Wie oben schon mal geschrieben, in Finnland ist IPA von 2,5% Vol. und wie hier mit 5,2% Vol. keine Seltenheit. Ich finds doof, aber ist halt Marketing. Rauch mögen sie hier übrigens sehr. Es gibt alles mögliche geraucht und selbst Sauna-Aufgüsse mit Raucharoma sind ganz normal.
Jo jedenfalls hab ich sowas abseits von zwei MMuM Rezepten noch nie gesehen. Da ich durch das wunderbare Bamberger Spezial zum Rauchbier - Freund geworden bin, hab ich hier doch Lust zu sehen was das kann. Soviele gibt es da nicht, bzw. ich hab hier jedenfalls noch keins gesehen, schon gar kein helles.

Der Schaum ist leider ne kleine Enttäuschung und so schnell weg wie ich hie ein paar Sätze geschrieben habe. Der Geruch ist schön rauchig ohne dabei speckig zu wirken und der IPA Charakter kommt mit Grapefruit und ein paar anderen Früchten in der Richtung ganz nett durch. Der Rauch verfälscht hier den Geruch jetzt sicher etwas, was dem Bier aber gut steht.
Im Mund dominiert Anfangs der Rauch, dann kommt ein sattes Fruchtaroma und eine etwas hohe (aber passende) Restsüße gesellt sich dazu. Das ganze wird noch von einer sehr angenehmen Bittere kaschiert. So Schluck um Schluck ein schönes Spiel aus Malzsüße, Rauch und Früchten. Ich bin seit langem mal wieder von einem finnischen Bier so richtig begeistert. Das Ding macht richtig Laune und meine -To brew Liste- hat grad nen neuen -Work in Progress- Eintrag erhalten. Das ist doch das schöne an diesem Hobby :Drink . Der Rauch könnte für "Rauch-Anfänger" schon fast einen Ticken zuviel sein, für mich genau perfekt dosiert. Meine Frau würde es hassen und es könnte einmal mehr deswegen ein temporäres Kussverbot verhängt werden... Frechheit aber hauptsache das Bier war super :Bigsmile

8/10 Rauchzeichen gen Latila- super Bier!

Micha
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#21

Beitrag von BrauSachse »

Ist schon wieder Wochenende? :thumbsup Das liest sich wieder sehr interessant. Wie sehr muss man Rauchbierfan sein, um das zu mögen? Ich mag keins und kann mir deshalb ein "süßes" IPA mit Rauchgeschmack kaum vorstellen. Vielleicht ist es ja das Zusammenspiel der Aromen - so wie du oben schreibst.

Vielen Dank, viele Grüße und schönes Wochenende
Tilo
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#22

Beitrag von haefner »

Moi Tilo!

Falls Du auch nur oder wegen des Schlenkerla da keinen Zugang gefunden hast, solltest Du wirklich mal Ausschau nach dem Bamberger Spezial halten oder mal mitbestellen. Hat für mich alles verändert und es darf jetzt auch mal ein Schlenkerla sein :-). Das Bier hier liegt zwischen "angekokeltes Holz" und Rauchschinken, könnte zuviel des Guten sein.

Danke, das wünsche ich Dir auch!
Grüße Micha
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#23

Beitrag von haefner »

Hier hab ich noch was besonderes gefunden, und es könnte wohl kaum finnischer sein: Lakritz Porter! Vermutlich gibts das nrigends anders, denn die Finnen sind übelst Lakritz-verrückt. Hier gibt es ALLES mit Lakritz: Eiscreme, Streusel, Saunaaufgüsse, Liköre (extrem empfehlenswert: Salmiakki), Saucen, Kaugummis, Schokolade, Kaffee (!) und und und. Also wenig verwunderlich, dass es auch ein Bier mit Lakritze gibt. Hier wurde laut Etikett Lakritzkonzentrat aus Kouvola hinzugefügt. Kouvola, habe ich mir sagen lassen, sei sowas wie die Lakritz Hauptstadt. Keine Ahnung ob das stimmt, aber selbst so weit weg in Turku sind sie stolz darauf, das vorne aufs Etikett zu schreiben. Scheint also schon was dran zu sein?!

Da ich Lakritz wirklich gerne mag war das für mich ein Pflichtkauf und dementsprechend hoch sind die Erwartungen. Mein eigener Versuch mit Süßholzwurzeln war überhaupt nicht nach Lakritz schmeckend. Nun sitz ich ja an der Quelle und werde mal aufmerksam prüfen ob ein neuer Versuch evtl. auch mit Konzentrat lohnen würde.

Das Etikett gefällt mir irgendwie, es passt gut und erinnert etwas an vergangene Jahrzente. Fabrlich ein schönes Rot-Braun wie es sich für einen Porter gehört. Der Schaum ist nicht so überwältigend und es sei noch angemerkt, dass das ne Flaschengärung war - warum auch immer. Der Geruch geht in Richtung dunkler Biere, also viel Melasse, reife Pflaumen bzw. Trockenfrüchte allgemein. Hätte keiner was von Lakritz gesagt, hätt ich das hier nicht drin vermutet. Man kann es jedoch mit etwas Mühe schon raus riechen (oder fantasieren?).
Also der Geschmack ist eine kleine Herausforderung (zu beschreiben). Auch hier ist Lakritz quasi nicht wahrnehmbar. Es schmeckt schön nach einem Imperial Stout, was evtl. an der eher hohen Restsüße und den in der Theorie tiefen Aromen des Konzentrats liegen könnte. Wenn man will, könnte man ein Aroma von Cola nennen, daran erinnert mich dieses kleine Gemisch von den dunklen Malzaromen in Kombination mit dem Anis-artigen des Konzentrats. Nur, unterm Strich klappt das alles nur mit Fantasie und das find ich sehr schade. Zu unterpräsentiert, das Aroma, mit dem eigentlich geworben wird. Die Frage ist allerdings: Kann man diese Aromen stark und auch gelungen ein Bier einbinden? Der Ideenzettel für Sud-Ideen neben meinem Monitor erhält noch einen Eintrag mehr und ich guck mal nach dem Konzentrat :Smile .

Nettes Porter Bier was man sich gern mal geben kann.

6/10 Lakritzpastillen

Bis demnächst :Greets

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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#24

Beitrag von BrauSachse »

Lakritz, das hat was! Als mein Dark Impact nach dem Rezept von Boludo 1 Jahr alt war, hatte es einen sehr leckeren Lakritz-dunkle Trockenfrüchte-usw-Geschmack. Der ist jetzt nach über 2 Jahren immer noch genauso vorhanden, und ich finde es megalecker. Wenn du beim Brauen in Richtung Lakritz möchtest, wäre das vielleicht eine Möglichkeit.

Viele Grüße
Tilo

P.S. Ha, ich lese gerade, dass du das selbst schon gebraut hast und mir damals zu den 85 IBU geraten hast, nachdem ich davor etwas „Angst“ hatte. Hast du es mal nach längerer Lagerung verkosten können?
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#25

Beitrag von Jorg »

Ja, Skandinavien ohne Lakritz ist nicht vorstellbar.
Hier ein aktuelles dänisches Weihnachtsbier mit Lakritz gebraut.

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Beste Grüße, Jorg
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#26

Beitrag von afri »

haefner hat geschrieben: Samstag 19. November 2022, 12:51ich guck mal nach dem Konzentrat
Warum kein richtiges [tm] Lakritz nehmen? Vielleicht zuviel Zucker drin?
Achim
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#27

Beitrag von rakader »

afri hat geschrieben: Samstag 19. November 2022, 21:53
haefner hat geschrieben: Samstag 19. November 2022, 12:51ich guck mal nach dem Konzentrat
Warum kein richtiges [tm] Lakritz nehmen? Vielleicht zuviel Zucker drin?
Achim
Nein, aber es geht besser: Molasse besorgen oder Black Strap aus England (gibt es bei Amazon) und damit einen eigenen Brausirup machen. In Teil 3 meiner Zuckerserie habe ich den Umgang mit Lakritzaromen in Brausirup besprochen.

Radulph

Edit: Man kann sich auch Süßholzwurzel (Grundlage von Lakritz) aus dem Gewürzladen besorgen und diese in einem Zuckersud auskochen, dann wie normalen Bausirup in die Sudpfanne oder die Gärung. Vorteil: Funktioniert auch mit hellen Bieren. Lakritzkonzentrat ist dick eingekochte Süholzwurzel mit Ammoniumchlorid (Salmiak - Apotheke) und Anisöl - sollte mit Hausmitteln machbar sein, hat einen scharfen Geschmack im Ggs. zur Wurzel pur.
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#28

Beitrag von haefner »

Jorg hat geschrieben: Samstag 19. November 2022, 17:58 Ja, Skandinavien ohne Lakritz ist nicht vorstellbar.
Hier ein aktuelles dänisches Weihnachtsbier mit Lakritz gebraut.

Skol
Hallo Jorg! Wow das würde mich jetzt irgendwie auch anmachen. Sind die Weihnachtsbiere in Dänemark öfters mit Lakritz? Hätte nicht gedacht, dass es da auch so ist. Wie schmeckt das denn?
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#29

Beitrag von haefner »

afri hat geschrieben: Samstag 19. November 2022, 21:53
haefner hat geschrieben: Samstag 19. November 2022, 12:51ich guck mal nach dem Konzentrat
Warum kein richtiges [tm] Lakritz nehmen? Vielleicht zuviel Zucker drin?
Achim
Ist kein ganz abwegiger Gedanke eigentlich. Fragt sich in wie weit die Mazeration da Aromen rausholen kann.
rakader hat geschrieben: Sonntag 20. November 2022, 23:56
afri hat geschrieben: Samstag 19. November 2022, 21:53
haefner hat geschrieben: Samstag 19. November 2022, 12:51ich guck mal nach dem Konzentrat
Warum kein richtiges [tm] Lakritz nehmen? Vielleicht zuviel Zucker drin?
Achim
Nein, aber es geht besser: Molasse besorgen oder Black Strap aus England (gibt es bei Amazon) und damit einen eigenen Brausirup machen. In Teil 3 meiner Zuckerserie habe ich den Umgang mit Lakritzaromen in Brausirup besprochen.

Radulph

Edit: Man kann sich auch Süßholzwurzel (Grundlage von Lakritz) aus dem Gewürzladen besorgen und diese in einem Zuckersud auskochen, dann wie normalen Bausirup in die Sudpfanne oder die Gärung. Vorteil: Funktioniert auch mit hellen Bieren. Lakritzkonzentrat ist dick eingekochte Süholzwurzel mit Ammoniumchlorid (Salmiak - Apotheke) und Anisöl - sollte mit Hausmitteln machbar sein, hat einen scharfen Geschmack im Ggs. zur Wurzel pur.
Wie gesagt, ich hab hier puren Lakritzsirup, das sollte perfekt funktionieren. Wahlweise auch Lakritzpulver. Die Süßholzwurzel auskochen klingt doch etwas aufwendig und ich kann mir vorstellen, man braucht da auch dann einiges an Material. Interessant wäre indes, was dabei rauskommt, wenn man diese Wurzel zerkleinert und dann über Nacht in heißes Wasser legt, also so wie eine Wachholder Infusion hier bei Sahti beispielsweise.
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#30

Beitrag von Jorg »

haefner hat geschrieben: Montag 21. November 2022, 07:47
Jorg hat geschrieben: Samstag 19. November 2022, 17:58 Ja, Skandinavien ohne Lakritz ist nicht vorstellbar.
Hier ein aktuelles dänisches Weihnachtsbier mit Lakritz gebraut.

Skol
Hallo Jorg! Wow das würde mich jetzt irgendwie auch anmachen. Sind die Weihnachtsbiere in Dänemark öfters mit Lakritz? Hätte nicht gedacht, dass es da auch so ist. Wie schmeckt das denn?
Hallo Haefner,
Das schmeckt sehr gut. Der Lakritzgeschmack ist zwar präsent, aber nicht dominant. Vom Gesamteindruck sehr vollmundig und eher malzbetont. Erinnert an die nordamerikanischen Amber. Der Weihnachtsbierhype ist jetzt auch hier im AL.. angekommen. Da sind oft sehr kreative Biere in den Regalen. Im AL.. aktuell nur das gezeigte mit Lakritz. Gestern habe ich mir ein Bier mit Zimt und Waldkiefer mitgebracht, aber noch nicht geöffnet.
Ich kann Dir gerne was vom gezeigten Lakritzbier schicken.
Beste Grüße, Jorg
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#31

Beitrag von haefner »

Jorg hat geschrieben: Montag 21. November 2022, 19:53
haefner hat geschrieben: Montag 21. November 2022, 07:47
Jorg hat geschrieben: Samstag 19. November 2022, 17:58 Ja, Skandinavien ohne Lakritz ist nicht vorstellbar.
Hier ein aktuelles dänisches Weihnachtsbier mit Lakritz gebraut.

Skol
Hallo Jorg! Wow das würde mich jetzt irgendwie auch anmachen. Sind die Weihnachtsbiere in Dänemark öfters mit Lakritz? Hätte nicht gedacht, dass es da auch so ist. Wie schmeckt das denn?
Hallo Haefner,
Das schmeckt sehr gut. Der Lakritzgeschmack ist zwar präsent, aber nicht dominant. Vom Gesamteindruck sehr vollmundig und eher malzbetont. Erinnert an die nordamerikanischen Amber. Der Weihnachtsbierhype ist jetzt auch hier im AL.. angekommen. Da sind oft sehr kreative Biere in den Regalen. Im AL.. aktuell nur das gezeigte mit Lakritz. Gestern habe ich mir ein Bier mit Zimt und Waldkiefer mitgebracht, aber noch nicht geöffnet.
Ich kann Dir gerne was vom gezeigten Lakritzbier schicken.
Hallo Jorg,

wow das Zimt und Waldkiefer klingt ja auch super genial. Kannst Du mir sagen wie das heißt? Danke für das Angebot, aber das ist schon recht teurer zu senden und meine Schwester wohnt seit letzter Woche in DK. Evtl. verlegen wir nächstes Jahr auch von Fi nach DK :Greets

Gruß Micha
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#32

Beitrag von rakader »

haefner hat geschrieben: Montag 21. November 2022, 07:51
rakader hat geschrieben: Sonntag 20. November 2022, 23:56 Edit: Man kann sich auch Süßholzwurzel (Grundlage von Lakritz) aus dem Gewürzladen besorgen und diese in einem Zuckersud auskochen, dann wie normalen Bausirup in die Sudpfanne oder die Gärung. Vorteil: Funktioniert auch mit hellen Bieren. Lakritzkonzentrat ist dick eingekochte Süholzwurzel mit Ammoniumchlorid (Salmiak - Apotheke) und Anisöl - sollte mit Hausmitteln machbar sein, hat einen scharfen Geschmack im Ggs. zur Wurzel pur.
Wie gesagt, ich hab hier puren Lakritzsirup, das sollte perfekt funktionieren. Wahlweise auch Lakritzpulver. Die Süßholzwurzel auskochen klingt doch etwas aufwendig und ich kann mir vorstellen, man braucht da auch dann einiges an Material. Interessant wäre indes, was dabei rauskommt, wenn man diese Wurzel zerkleinert und dann über Nacht in heißes Wasser legt, also so wie eine Wachholder Infusion hier bei Sahti beispielsweise.
Mit purem Lakritzsirup hast Du das Rundum-sorglos-Paket. Süßholzwurzel steht hier im Gewürzregal - da ist nichts aufwendig. Einfach auskochen (z.B. in Sahne) oder in Ansatzalkohol mazerieren. Warum sollte das Herauslösen der Aromen anders als bei Wachholder sein? Ich nutze es vornehmlich für Desserts.

Gruß
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#33

Beitrag von Jorg »

Hallo Haefner, hier ist das Zimt mit Waldkiefer
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Beste Grüße, Jorg
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#34

Beitrag von haefner »

Hi Jorg, danke für die Bilder- muss ich mir defintiiv besorgen :-).

Joo ich mach mal weiter mit was eher äh banalen :-) - ein Red Ale.

Kommt aus Lahti von der Brauerei Kukko (Hahn) und will ein Red Ale sein. Die Stadt Lahti kennen manche Skispring-Begeisterte unter euch bestimmt, da stehen nämlich die Sprungschanzen.
Habe den Stil jetzt auch noch nicht so oft gekauft, kann daher keine großen Vergleiche zu evtl. "prominenten" Äquivalenten ziehen. Ich erwarte mal einfach was rötliches mit ordentlich Dampf was das Thema Malz anbelangt. Laut Dosenaufdruck soll die Fruchtigkeit am größten ausgeprägt sein... ok.

Die Farbe gefällt mir schon ganz gut, Schaum ist etwas unterpräsentiert aber das geht so schon. Im Geruch schon nett malzig aber die Fruchtigkeit kommt wie versprochen stark durch. Erinnert leicht an überreife Ananas, Datteln und Pflaumen. Kann man lassen, macht definitiv Lust mal einen großen Schluck zu probieren.

Gelungenge Karbonisierung, dezent aber wahrnehmbar bitter. Erst malzig in Richtung Melasse, klingt das doch wirklich sehr fruchtig aus. Hat ein schönes Mundgefühl und macht Lust auf mehr.
Ich hab mal von nem Brauer ein oxidiertes Pale Ale getrunken was genauso aussah und geschmeckt hat :Wink . Ich mags, und als "Anytime Beer" tüt ich mir das auch gern noch mal ein.

7/10 Hahnenkämme

Horrido! Micha
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#35

Beitrag von renzbräu »

Wieder sehr schön geschrieben! Macht immer wieder Spaß zu lesen!

Was habt ihr für weiteres weißes Zeug in der Landschaft? :Wink
Grüße Johannes

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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#36

Beitrag von BrauSachse »

:thumbup Eine herrliche Farbe - und 7 Hahnenkämme, was will man mehr. :Bigsmile

Schönes Wochenende noch
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Re: Spaß mit finnischen Bieren

#37

Beitrag von Jorg »

Sehr schön präsentiert, das Red Ale.
Da bekommt man spontan Durst.
Ach, dieser Hintergrund ... ich will auch wieder in den hohen Norden :Greets
Beste Grüße, Jorg
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