New England Pale Ale - erster Versuch - mit Comet & Ariana

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen zum Bierbrauen
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Luca2709
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New England Pale Ale - erster Versuch - mit Comet & Ariana

#1

Beitrag von Luca2709 »

Hallo zusammen,

ich möchte mich an einem New England Pale Ale versuchen, dass mit den Aromen von Comet- und Ariana-Hopfen spielt.
Das Bier soll bewusst keine Kopie von NEIPA-Fruchtbomben sein, sondern auch "normale" IPA- und Pale Ale-Trinker ansprechen.
Eine kleine Gabe von Roggenmalz und Carared soll noch einmal mehr Facetten mit ins Bier bringen.

Ich bin gespannt auf eure Rückmeldungen und Einschätzungen zu dieser Idee.
Besten Dank!

- Intention: Klare Fruchtigkeit (Maracuja- und Blaubeer-Aroma) kombiniert mit minimal herber Note und „Süffigkeit“ durch geringere Karbonisierung; hohe Vollmundigkeit und ausgeprägter Körper durch Weizenmalz, Hafermalz und Carared; leicht fruchtige Noten auch durch die S-04-Hefe.
- Schüttung (anteilig je Malz):
o Pilsner Malz (4 EBC) 71%
o Weizenmalz hell (4 EBC) 10%
o Hafermalz (4 EBC) 10%
o Carared (45 EBC) 5%
o Roggenmalz (8 EBC) 4%
- Stammwürze: 13,1°P
- Farbe (EBC; berechnet): 10 EBC
- Wasser-Malz-Verhältnis beim Einmaischen: 4:1
- Maischeprogramm; Läuterung; Nachgusstemp.:
o (Optional: 5 Min. bei 55°C)
o Einmaischen bei 66-67°C
o 35 Min. bei 63°C
o 25 Min. bei 72°C
o 0 Min. bei <78°C
o Nachguss bei knapp unterhalb 78°C
- Gesamtbittere: 30 IBU
- Hopfen (Jahrgang), Hopfengabe, Anteil an Gesamtbittere, Alpha-Säure:
o Gesamtkochdauer: 60 Min., 15 Min. Nachisomerisierungszeit
o Hallertau Magnum (2021) 17,2%, 50 Min., ~36,7% Gesamtbittere = 11 IBU
o Hallertau Cascade (2021) 8,6%, 15 Min., ~23,3% Gesamtbittere = 7 IBU
o Hallertau Comet (2022) 6,8%, 5 Min., ~23,3% Gesamtbittere = 7 IBU
o Hallertau Ariana (2021) 10,8%, 0 Min. (Flame out), ~16,7% Gesamtbittere = 5 IBU
o Stopfen 2 Tage vor Ende HG (insgesamt ca. 7 Tage HG):
- Hallertau Comet (2022) 6,8%, 2,0 g/ Liter
- Hallertau Ariana (2021) 10,8%, 2,0 g/ Liter
- Hefe; Menge je Liter: Safale S-04; 0,65g/ Liter
- Gärprogramm inkl. Dauer, Temp. & EVG: (Bier nach entsprechend langer und kühler Lagerung unfiltriert abfüllen)
o Hauptgärung: ca. 7 Tage bei 20°C
o min. 4 Wochen Lagerung bei 9°C (auch 12°C möglich)
o 75% EVG
- Karbonisierung: 4,5g CO2/ Liter
- Alkoholgehalt: 5,3%
- Restextrakt: 3,3%
Stuggbrew
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Re: New England Pale Ale - erster Versuch - mit Comet & Ariana

#2

Beitrag von Stuggbrew »

Hallo Luca,

Du nimmst dir da viel vor.
Bei der Schüttung würde ich persönlich auf Pale Ale Malz statt PiMa gehn. Dann kannst du dir das Roggen sparen.
Mit Hafer- und Weizenmalz kannst die 55C einlegen, ist aber kein Muss.
Cascade würde ich rauslassen. Nimm doch dort ebenfalls den Comet - das passt gut und du bleibst im Aroma bei deinen beiden „Stars“.
Statt der US-04 würde ich die Verdant IPA empfehlen. Die gibt zwar hazy looks aber bringt eine super fruchtige Note. Die könnte deinem Bier gut stehen.
Die „süffige“ Note würde ich nicht durch eine zu niedrige Rezens erzeugen, das dürftest Du mit deinem Setting sowieso schon gut hinbekommen. Geh da ruhig auf 5g
Einstiegsklasse: 27l Einkocher, Läuterfeinblech, Eintauchkühler, klassische Gäreimer - Hauptsache es schmeckt :Drink
Safari-Guide
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Re: New England Pale Ale - erster Versuch - mit Comet & Ariana

#3

Beitrag von Safari-Guide »

Hi, dein Bier wird sicherlich gut, aber eher ein normales IPA als ein typisches NEIPA, wobei ich mir da jetzt auch keinen Kopf machen würde.

Für ein „richtiges“ NEIPA würde ich
- auch die Verdant Hefe nehmen
- die Hopfung so verändern, dass du nur eine Bittergabe nach dem Würzebruch hast. Der Rest dann nicht bei Flameout sondern bei ca. 80 Grad. Außerdem sind die Hopfengaben in g/l sowohl für den Whirlpool als auch für das Stopfen noch deutlich höher.

Aber viel Spaß beim Brauen, ist vermutlich für deine Zielgruppe das „bessere“ Bier.

Erik
Luca2709
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Re: New England Pale Ale - erster Versuch - mit Comet & Ariana

#4

Beitrag von Luca2709 »

Danke für die schnellen Rückmeldungen!
Stuggbrew hat geschrieben: Dienstag 2. April 2024, 20:51 Hallo Luca,

Du nimmst dir da viel vor.
Bei der Schüttung würde ich persönlich auf Pale Ale Malz statt PiMa gehn. Dann kannst du dir das Roggen sparen.
Mit Hafer- und Weizenmalz kannst die 55C einlegen, ist aber kein Muss.
Cascade würde ich rauslassen. Nimm doch dort ebenfalls den Comet - das passt gut und du bleibst im Aroma bei deinen beiden „Stars“.
Statt der US-04 würde ich die Verdant IPA empfehlen. Die gibt zwar hazy looks aber bringt eine super fruchtige Note. Die könnte deinem Bier gut stehen.
Die „süffige“ Note würde ich nicht durch eine zu niedrige Rezens erzeugen, das dürftest Du mit deinem Setting sowieso schon gut hinbekommen. Geh da ruhig auf 5g
Das sind tolle Hinweise! Die 5g CO2 machen auf jeden Fall Sinn. Die Cascade-Gabe hatte ich noch aus einem anderen Pale Ale-Rezept übernommen, da ich hier neben Zitrus auch ein wenig florale Noten erwartet habe. Wenn ich mir das Profil von Comet anschaue, sollte ich die dort aber auch bekommen - als leichten Kontrast zur Fruchtigkeit.

Safari-Guide hat geschrieben: Dienstag 2. April 2024, 21:08 Hi, dein Bier wird sicherlich gut, aber eher ein normales IPA als ein typisches NEIPA, wobei ich mir da jetzt auch keinen Kopf machen würde.

Für ein „richtiges“ NEIPA würde ich
- auch die Verdant Hefe nehmen
- die Hopfung so verändern, dass du nur eine Bittergabe nach dem Würzebruch hast. Der Rest dann nicht bei Flameout sondern bei ca. 80 Grad. Außerdem sind die Hopfengaben in g/l sowohl für den Whirlpool als auch für das Stopfen noch deutlich höher.

Aber viel Spaß beim Brauen, ist vermutlich für deine Zielgruppe das „bessere“ Bier.

Erik
NEIPAs trinke ich zwar gerne aber nach kurzer Zeit reicht es dann auch wieder mit den Fruchtbomben :Wink
Sollte ich mal eines brauen, weiß ich aber, dass ich mit Whirlpool-Gaben nicht geizig sein sollte :Bigsmile
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rakader
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Re: New England Pale Ale - erster Versuch - mit Comet & Ariana

#5

Beitrag von rakader »

Weil Du so fragst: Warum nennst Du es nicht nach dem was es ist – ein normales Pale Ale mit kreativer Schüttung, etwas hopfengestopft?
Ein Neipa ist ein fruchtbetontes Bier ohne große Bittere, bei dem Malze und Bittere bewusst in den Hintergrund treten. Roggenmalz hat da nichts zu suchen. Auch CaraRed nicht. Keine langen Kochzeiten, kein Magnum, keine Bitterhopfen, keine dunklen Malze, keine West-Coast-Hefe. Eigentlich ist an dem Rezept für ein NEIPA alles falsch, die wichtigste Eigenschaften sind ausgelassen. Du kannst es zwar NEIPA nennen, ein NEIPA ist es damit aber nicht, eher ein mittelhelles Bier nach Art eines Pale Ale. Du hast sicher schon ein Stilportrait gelesen? Damit sollten eigentlich alle Eckpfeiler abgesteckt sein, was ein NEIPA ausmacht und was nicht.

Deine Bedenken gegen NEIPA kann ich nachvollziehen, für Männer ist das meist nichts. Ein Wolpertinger-Bier, dass NEIPA und IPA vereint ist, damit es allen Zungen schmeckt, ist aber so Legende wie die gefakten Jagdtrophäen in manchen bayerischen Wirtshäusern. Wenn es Dich juckt, würde ich ein echtes NEIPA machen, es ansonsten lassen. Man versenkt in ein NEIPA schon mal 400 g Hopfen, das will überlegt sein.

Radulph
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VolT Bräu
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Re: New England Pale Ale - erster Versuch - mit Comet & Ariana

#6

Beitrag von VolT Bräu »

Es ist ja auch kein NEIPA, sondern ein NEPA. Stilportrait siehe Post #1. :P
Jetzt mal Bier bei die Fische!
DerDallmann
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Re: New England Pale Ale - erster Versuch - mit Comet & Ariana

#7

Beitrag von DerDallmann »

Ich finde WestCoast-Hefe und modern PA (NEPA) schließt sich nicht aus.
Als damals die ersten NEIPAs rauskamen, haben die Vorreiter-Brauereien (zB Cloudwater, Stigbergets auch (meine ich)) die US-05 genommen. Das waren im Prinzip die gleichen NEIPAs, die heute auch noch verkauft werden.

Wobei heute fast jedes moderne IPA/PA eine NE-Version ist...

Edit: Es gab noch eine Brauerei damals, ich komme aber nicht auf den Namen.
Edit 2: Ich würde auch anders schütten, ohne Roggen und CaraRed. Dafür mehr Hafer, Richtung 20%. Rasten dann Kombi bei 68°C. Und 7 g/l stopfen.
Edit 3: Brewdog nimmt für Hazy Jane zb auch die 1056
Mfg

Johst
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rakader
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Re: New England Pale Ale - erster Versuch - mit Comet & Ariana

#8

Beitrag von rakader »

VolT Bräu hat geschrieben: Donnerstag 4. April 2024, 07:31 Es ist ja auch kein NEIPA, sondern ein NEPA. Stilportrait siehe Post #1. :P
Auch wenn hier alle NEIPA verstehen und auf das fehlende I hereinfallen – Du findest das trotzdem treffend? Vgl. Hopfen, Schüttung. :Grübel
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Re: New England Pale Ale - erster Versuch - mit Comet & Ariana

#9

Beitrag von VolT Bräu »

rakader hat geschrieben: Donnerstag 4. April 2024, 11:16
VolT Bräu hat geschrieben: Donnerstag 4. April 2024, 07:31 Es ist ja auch kein NEIPA, sondern ein NEPA. Stilportrait siehe Post #1. :P
Und Du findest das trotzdem treffend? Vgl. Hopfen, Schüttung :Grübel
Mein Kommentar ging eher in die Richtung, dass NEPA ja eher frei interpretierbar ist, weil es kein richtig etablierter Stil (z. B. nicht in BJCP?) ist. Anscheinend ist der Begriff ja doch nicht ganz neu.
Bei den Feinheiten der Rezeptur bin ich raus. Ich denke einige der Hinweise z. B. zur Schüttung sind schon gut und können das Rezept verbessern.
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rakader
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Re: New England Pale Ale - erster Versuch - mit Comet & Ariana

#10

Beitrag von rakader »

Ich habe gerade etwas geschaut, weil mir diese neue Stilbezeichnung bisher entgangen ist. Die Hopfenwahl und Menge sowie das Roggenmalz sind nicht treffend. Einschränkend ist auch Post #7 zu verstehen. Wenn es vom NEIPA abgeleitet ist, muss das ja noch erkennbar sein, sonst ist es einfach ein kreatives Pale Ale (was ja sehr gut sein kann).
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Re: New England Pale Ale - erster Versuch - mit Comet & Ariana

#11

Beitrag von Luca2709 »

Hallo zusammen,

ich entnehme den Antworten, dass aus meinem Rezept ein gutes Bier werden kann, dass alerdings nicht dem NE(I)PA-Stil entspricht.
Dies ist allerdings OK für mich. Wenn es ein Pale Ale mit leichten NEIPA-Anklängen wird, passt das so.
Dass bei NEIPAs das Malz komplett in den Hintergrund rückt, ist mir klar und auch dass wir beim Dry Hopping über >5g/ Liter sprechen.
Ich versuche jedoch immer eine gewisse Balance zw. Bittere, Fruchtigkeit und Malz herzustellen. Mit der angegebenen Bittergabe und den malzigen Einflüssen von Carared und Roggenmalz könnte das ja was werden.

Wie geschrieben, soll dies keine der gewohnten NEIPA-Fruchtbomben sein. Am Ende ist es dann eben ein kreatives Pale Ale :)

Viele Grüße
Luca
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Re: New England Pale Ale - erster Versuch - mit Comet & Ariana

#12

Beitrag von DerDallmann »

Na, dann hau rein! :thumbsup
Mfg

Johst
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Re: New England Pale Ale - erster Versuch - mit Comet & Ariana

#13

Beitrag von Safari-Guide »

…und berichte dann mal, wie es geworden ist!

Erik
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