Heftpflaster

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Hein Daddel
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Heftpflaster

#1

Beitrag von Hein Daddel »

Hallo in die Runde,
ich habe gerade ein frisches Heftpflasterbier zwickeln dürfen und bin extrem frustriert.
Das Bier habe ich identisch vor vier Wochen gebraut, ohne Probleme, Chlor kann ich ausschließen, Wasser kam von DM, keine auffälligen Reiniger in Nutzung.
Es sollte ein NEIPA werden, Mango Madness bei 34°C im Fermzilla vergoren. Hauptgärung quasi aus dem Stand und dann nach 36h durch. Danach habe ich das Bier noch drei Tage stehen gelassen ( bei 34°C). Der Fermenter war peinlichst gereinigt: Kleinteile erst in der Spülmaschine, dann alles mit PBW behandelt, mit Starsan gespült. Schön sauber, aber irgendwo hat sich wer eingeschlichen und ich könnte brechen. Für mich stellen sich mal wieder mehrere unpräzise Fragen:

Welches Arschloch hat mir mein Bier versaut?

"Heftpflaster" scheint ja etwas zu beschreiben was durch Chlorverbindungen verursacht wird, aber auch Ergebnis einer Infektion sein kann. Gibt es für diese Infektion "den einen" Schuldigen (abgesehen von mir), also einen benennbaren Mikroorganismus?

Wann setzt diese Infektion im Gärprozess klassischerweise ein?

Hätte ich regelmäßig gezwickelt wäre ich da schon schlauer. Einen coldcrash hätte ich im Prinzip schon nach drei Tagen machen können, vielleicht war es da noch nicht so wahrnehmbar.
Ich weiß, ich bin nicht allein mit dem Pflaster, in Stralsund habe ich mich gewundert wie viele Biere gepflastert haben. Die Wahrnehmung scheint meiner Erfahrung nach sehr unterschiedlich stark zu sein.
Falls irgend jemand ein ALDC gegen Pflaster erfindet, bitte PM an mich.
Danke, Ende, Hein
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gulp
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Re: Heftpflaster

#2

Beitrag von gulp »

34°? :Shocked
Welche Hefe?

Gruß
Peter
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Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

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Hein Daddel
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Re: Heftpflaster

#3

Beitrag von Hein Daddel »

Mango Madness, Kveik möchte das so.
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emjay2812
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Re: Heftpflaster

#4

Beitrag von emjay2812 »

Ich hatte auch mal ein Bier, allerdings mit einer Standardhefe zu warm vergoren. Schmeckte nach Zahnarzt. Vielleicht waren die 34°C doch zu hoch?
Hein Daddel
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Re: Heftpflaster

#5

Beitrag von Hein Daddel »

emjay2812 hat geschrieben: Donnerstag 26. März 2026, 22:38 Ich hatte auch mal ein Bier, allerdings mit einer Standardhefe zu warm vergoren. Schmeckte nach Zahnarzt. Vielleicht waren die 34°C doch zu hoch?
Ich habe das Bier identisch ein paar Wochen zuvor ohne Probleme hinbekommen. Kveik Stämme kommen mit hohen Temperaturen klar. Das kann es nicht gewesen sein.
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Räuber Hopfenstopf
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Re: Heftpflaster

#6

Beitrag von Räuber Hopfenstopf »

Wenn der Heftpflasterduft nicht von Chlorphenol kommt (und dazu muss Chlor vorhanden sein), kann es eigentlich nur eine Infektion sein. Die Hefe wird interessanterweise nicht als Kveik angegeben, hat aber einen Temperaturbereich von 31-34 Grad. Das ist schon ganz schön hoch.
Viele Grüße
Björn

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Hein Daddel
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Re: Heftpflaster

#7

Beitrag von Hein Daddel »

Räuber Hopfenstopf hat geschrieben: Freitag 27. März 2026, 07:36 Wenn der Heftpflasterduft nicht von Chlorphenol kommt (und dazu muss Chlor vorhanden sein), kann es eigentlich nur eine Infektion sein. Die Hefe wird interessanterweise nicht als Kveik angegeben, hat aber einen Temperaturbereich von 31-34 Grad. Das ist schon ganz schön hoch.
Wenn ich mich recht entsinne wurde die Hefe aus der Ebbegarden Kveik isoliert.
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Räuber Hopfenstopf
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Re: Heftpflaster

#8

Beitrag von Räuber Hopfenstopf »

In der Beschreibung steht was von „temperaturtolerant“. Höhere Temperaturen können schnell mal seltsame Ergebnisse bringen. Bei niedrigeren Temperaturen ist die Hefe gegenüber anderen Mikroorganismen im Vorteil, bei Untergärigen erst recht. Bei 35 Grad fühlen sich alle pudelwohl und es geht eher mal was schief.
Viele Grüße
Björn

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DerDallmann
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Re: Heftpflaster

#9

Beitrag von DerDallmann »

Ich habe den hype um hohe Gärtemperaturen noch nie verstanden.
Mfg

Johst
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