Trockenhefe richtig rehydrieren

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#101

Beitrag von Dinkhopf » Donnerstag 14. Dezember 2017, 11:52

schuessm hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 11:46
Also ich nehme immer von der gekochten Würze und rehydriere damit. Ist abgekocht und passt doch und ist doch einfach. Vorallem kann ich ja beim Runterkühlen bei 30°C die Würze abzweigen und bis alles im Fass ist ist die Hefe soweit fertig.
Spricht da was dagegen aus Expertensicht?
Steht alles in diesem Thread.

Edit: War zu langsam.
Beste Grüße
Alex :Drink

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#102

Beitrag von gulp » Donnerstag 14. Dezember 2017, 13:21

Bierjunge hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 11:50
schuessm hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 11:46
Spricht da was dagegen aus Expertensicht?
Ja, der osmotische Stress auf die Hefe. Siehe weiter vorn im Thread. Wir drehen uns im Kreise... :puzz

Moritz
.....wie der Spatz im Ventilator. :Bigsmile
Prost Achim :popdrink


Gruß
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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#103

Beitrag von Urbanowicz » Donnerstag 14. Dezember 2017, 13:53

Ich habe am Wochenende die Würze mit der S-23 angesetzt und die Hefe mal bei 35°C rehydriert anstatt (wie auf dem Datenblatt angegeben) bei 23°C. Angestellt wurde bei 12°C. Mit 80g/hl liege ich eher im unteren Bereich bei der Dosierung. Die Hefe ist zügig angekommen und die Kräusen haben sich am nächsten Tag schon schön aufgetürmt. Bis jetzt sieht alles super aus.
Mit der Rehydrierung habe ich mich bisher immer an die Herstellerangaben gehalten und mich noch nicht tiefgründiger damit beschäftigt.
In diesem Sinne, herzlichen Dank für Zusammenfassung und den Denkanstoß.

Gruß Philipp

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#104

Beitrag von gulp » Donnerstag 14. Dezember 2017, 13:58

Urbanowicz hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 13:53
Ich habe am Wochenende die Würze mit der S-23 angesetzt und die Hefe mal bei 35°C rehydriert anstatt (wie auf dem Datenblatt angegeben) bei 23°C. Angestellt wurde bei 12°C. Mit 80g/hl liege ich eher im unteren Bereich bei der Dosierung. Die Hefe ist zügig angekommen und die Kräusen haben sich am nächsten Tag schon schön aufgetürmt. Bis jetzt sieht alles super aus.
Mit der Rehydrierung habe ich mich bisher immer an die Herstellerangaben gehalten und mich noch nicht tiefgründiger damit beschäftigt.
In diesem Sinne, herzlichen Dank für Zusammenfassung und den Denkanstoß.

Gruß Philipp
Na ja, wers mag. die S-23 ist von Haus aus schon etwas fruchtig, dann noch bei 12° zu warm angestellt.... :Greets

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#105

Beitrag von Urbanowicz » Donnerstag 14. Dezember 2017, 14:05

gulp hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 13:58
Urbanowicz hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 13:53
Ich habe am Wochenende die Würze mit der S-23 angesetzt und die Hefe mal bei 35°C rehydriert anstatt (wie auf dem Datenblatt angegeben) bei 23°C. Angestellt wurde bei 12°C. Mit 80g/hl liege ich eher im unteren Bereich bei der Dosierung. Die Hefe ist zügig angekommen und die Kräusen haben sich am nächsten Tag schon schön aufgetürmt. Bis jetzt sieht alles super aus.
Mit der Rehydrierung habe ich mich bisher immer an die Herstellerangaben gehalten und mich noch nicht tiefgründiger damit beschäftigt.
In diesem Sinne, herzlichen Dank für Zusammenfassung und den Denkanstoß.

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Peter
Ich hab noch ein paar Probleme mit der Temperaturregelung. Daher bin ich ganz froh, dass es 12°C waren. Wenns läuft, wird bei 9°C angestellt ;)
Da fällt mir noch ein, dass auf dem Datenblatt eine ideale Anstelltemperatur von 12-15°C angegeben wird. Wieso gibt Fermentis das als Idealtemperatur an?

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#106

Beitrag von gulp » Donnerstag 14. Dezember 2017, 14:43

Urbanowicz hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 14:05
gulp hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 13:58
Urbanowicz hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 13:53
Ich habe am Wochenende die Würze mit der S-23 angesetzt und die Hefe mal bei 35°C rehydriert anstatt (wie auf dem Datenblatt angegeben) bei 23°C. Angestellt wurde bei 12°C. Mit 80g/hl liege ich eher im unteren Bereich bei der Dosierung. Die Hefe ist zügig angekommen und die Kräusen haben sich am nächsten Tag schon schön aufgetürmt. Bis jetzt sieht alles super aus.
Mit der Rehydrierung habe ich mich bisher immer an die Herstellerangaben gehalten und mich noch nicht tiefgründiger damit beschäftigt.
In diesem Sinne, herzlichen Dank für Zusammenfassung und den Denkanstoß.

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Ich hab noch ein paar Probleme mit der Temperaturregelung. Daher bin ich ganz froh, dass es 12°C waren. Wenns läuft, wird bei 9°C angestellt ;)
Da fällt mir noch ein, dass auf dem Datenblatt eine ideale Anstelltemperatur von 12-15°C angegeben wird. Wieso gibt Fermentis das als Idealtemperatur an?
Das muss man ja nicht alles glauben, was die da drauf schreiben. Da stehen auch so Sachen, wie auf die Würze streuen. Das wird auch keiner machen, der noch einigermaßen bei Trost ist und gutes Bier brauen will. Natürlich gibt es auch die weniger anspruchsvollen, die davon ausgehen, dass es immer Bier wird. Für solche Sachen ist mir aber meine Zeit zu Schade. Die Investition in den Gär und Lagerkeller ist wichtiger als die in teuere Brauanlagen.

Gruß
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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#107

Beitrag von Urbanowicz » Donnerstag 14. Dezember 2017, 15:23

Das muss man ja nicht alles glauben, was die da drauf schreiben. Da stehen auch so Sachen, wie auf die Würze streuen. Das wird auch keiner machen, der noch einigermaßen bei Trost ist und gutes Bier brauen will. Natürlich gibt es auch die weniger anspruchsvollen, die davon ausgehen, dass es immer Bier wird. Für solche Sachen ist mir aber meine Zeit zu Schade. Die Investition in den Gär und Lagerkeller ist wichtiger als die in teuere Brauanlagen.

Gruß
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Dass das Aufstreuen empfohlen wird, wurde ja mit der nicht überall gleichen Wasserqualität und der einfachen Handhabe für jedermann begründet. Das ist für mich auch nachvollziehbar. Aber dass zu einem empfohlenen Temepreturbereich noch ein idealer Temperaturbereich angegeben wird, der dann eigentlich doch nicht so ideal ist verwundert mich dann doch. Ich will damit nicht anzweifeln, dass das Anstellen bei niedrigeren Temperaturen ein schöneres Ergebnis bringt, aber warum schreiben sie das dann nicht einfach drauf?

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#108

Beitrag von afri » Donnerstag 14. Dezember 2017, 22:09

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 08:56
Achim sitzt jetzt bestimmt schellend lachend an seinem Rechner, weil er es zum 100. mal geschafft hat, die gleiche hitzige Debatte auszulösen :-).
:popdrink
Es sei dir versichert, dass das Gegenteil der Fall ist; abermals ist es mir jedoch schleierhaft, warum immer ich die Schellen abkriege und die meisten der abenteuerlichen Anfängerberichte ein väterliches "Bub, beim nächsten Mal aber bitte richtig, gelle" bekommen.

Henning hat das ganz richtig geschrieben, es war nach Erfahrung gefragt und es wurde von mir geantwortet (übrigens ohne Anspruch auf den Stein der Weisheit).

Und Moritz: so lange musst du nicht warten, ich hatte mal eine Oskartonne mit Trebern einen Tag vor der Haustür stehen, das hat gestunken wie sau. Das ist mir alles bekannt und ich kann's nachvollziehen. Dennoch oder deswegen erwäge ich zukünftig, mein Glattwasser abzukochen, schaden tut das zumindest nicht.
Achim (auch das bashing unter Erfahrungen abspeichernd)
Bier ist ein Stück Lebenskraft!

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#109

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 14. Dezember 2017, 22:32

Mein Post sollte nicht abwertend rüberkommen Achim, sondern eher schnippisch, mit einem Zwinkern. Falls ich dich damit getroffen habe tut es mir Leid.
Es war halt nur eine mögliche Variante, warum du das Verwenden von unabgekochtem Glattwasser in jedem Rehydrierungsthread postest, von den Mods zunehmend direkter darauf hingewiesen wirst, dass du das gerne so machen kannst aber nicht posten sollst, um Anfänger nicht auf die falsche Bahn zu leiten, um dann im nächsten Rehydrierungssthread wieder damit anzufangen. Da wir uns nicht kennen war meine beste Theorie: "Vielleicht ist er manchmal ein kleiner Revoluzer, der einfach gerne mal für hitzige Debatten sorgt." *schmunzel*. Zu nahe treten wollte ich dir damit nicht. Zeugt es doch eher von der Verwirrung in meinem Kopf ....
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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#110

Beitrag von Boludo » Donnerstag 14. Dezember 2017, 22:45

Hallo Achim,

Ein Anfänger kann es nicht besser wissen und macht manche Dinge, weil er es noch nie erklärt bekommen hat. Das mit dem Glattwasser haben wir dir schon mindestens einmal ausführlich erklärt, so wie andere Sachen auch. Du kommst aber trotzdem immer wieder daher damit. Warum weiß ich nicht. Die Vermutung, dass Du damit provozieren willst, liegt nahe, stimmt aber wohl doch nicht (das nehme ich dir durchaus ab).
Das ist der Unterschied zum Anfänger und der Grund für die zugegebenermaßen nicht immer korrekten Reaktionen.
Tut mir leid, wenn die Reaktionen dich verletzen. Ganz ehrlich.

Stefan

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#111

Beitrag von Alt-Phex » Donnerstag 14. Dezember 2017, 23:31

Durch den etwas zu hohen Hahn und den 45cm Durchmesser meines Läuterbottichs habe ich am Ende immer noch so ca. 4 Liter mit ordentlich Stammwürze übrig die da rauskommen. Natürlich mit ordentlichem Mehltanteil. Geht normalerweile in den Ausguss. Hab das aber letztens spaßeshalber in einen kleinen Hobbok (Popcorn-Eimer) abgefüllt, Deckel drauf und in die Ecker gestellt. Wollte am nächsten Tag, nach dem die Feststoffe sedimentiert sind, mal gucken was ich das so an Verlusten habe. Evt. sogar noch ein paar Liter Leichtier draus zaubern.

Jetzt hatte ich am nächsten Tag leider keine Zeit für das Experiment und das Zeug stand einen weiteren Tag rum. Also schon mehr als 24h. Da konnte ich schon erste Schauminselchen erkennen. Als Forscher und Entdecker habe ich das dann mal weiter stehen lassen. Ein paar Stunden später war bereits die ganze Oberfläche von einer dünnen Kräusenschicht überzogen und der Deckel wölbte sich bedrohlich.

Also habe ich den Deckel aufgemacht, um den Druck entweichen zu lassen. Der Gestank der mir da entgegen schlug war abartig. Eine wilde Mischung aus Kotze, faulen Eiern und Exkrementen. Unter Schnappatmung und Brechreiz habe die Plörre dann ganz schnell im Lokus entsorgt und den Eimer bei 70°C in der Spülmaschine dreimal mitlaufen lassen. Mich schüttelt es jetzt noch wenn ich daran denke.

So viel zum Thema "Was soll da schon schlimmes im Glattwasser sein?"

Glattwasser zum Hefe rehydrieren nehmen, aber seine Flaschen im Backofen "sterilisieren". Hats auch schon gegeben, kein Witz. :Bigsmile
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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#112

Beitrag von Johnny H » Freitag 15. Dezember 2017, 12:46

Alt-Phex hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 23:31
Also habe ich den Deckel aufgemacht, um den Druck entweichen zu lassen. Der Gestank der mir da entgegen schlug war abartig. Eine wilde Mischung aus Kotze, faulen Eiern und Exkrementen. Unter Schnappatmung und Brechreiz habe die Plörre dann ganz schnell im Lokus entsorgt und den Eimer bei 70°C in der Spülmaschine dreimal mitlaufen lassen. Mich schüttelt es jetzt noch wenn ich daran denke.
Eine Art Kettle Sour!

Ich meine, man hätte früher gewartet, bis der Sud dann "lang wird" (aufgrund der schleimbildenden Pediokokken) und sich diese Gerüche aus Buttersäure und Fäkalien (Indol?) dann irgendwann wieder verflüchtigen. Da hättest Du also vielleicht noch warten sollen :P

Spaß beiseite, die konzentrierte Zuckerlösung (bei mir hat die Mehlbrühe am Schluss durchaus manchmal 10°P, auch bei Bieren mit normalen Stammwürzen) ist halt attraktiv für viele Lebewesen, und mangels Wettbewerb kann sich halt das, was drin ist, und das, was aus der Luft dazukommt, durchsetzen.

Mir ist auch schon Treber im Flur schlecht geworden. Im Sommer geht das bei RT einen Tag gut, aber nicht länger.

Insgesamt sprechen diese Erfahrungen eindeutig gegen Glattwasser. Dieses dürfte mit Sicherheit nicht mehr die volle Palette an Mikroorganismen drin haben, aber vermutlich immer noch genug, dass man sich ein unnötiges Risiko aufhalst, auch wenn man direkt danach eine Armee aus ein paar Hundert Milliarden Hefezellen ins Rennen schickt.

Man könnte jetzt mal hergehen, und es tatsächlich untersuchen (Keimzahl unter dem Mikroskop o.ä.). Mich würde das zumindest interessieren.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#113

Beitrag von afri » Samstag 16. Dezember 2017, 00:09

Meine Güte, dann wertet das doch nicht immer so ab, wenn ich eine ernst gemeinte Antwort auf eine ernst gemeinte Frage ablasse. Ein einfaches "Liebe Kinder, zuhause nicht nachmachen" würde doch reichen. Stattdessen werden ausgerechnet meine Nachrichten als das böse [tm] schlechthin dargestellt, das ist es, was mich anfrisst.

@DerausAhrensburg: ich habe das nicht abwertend wahrgenommen, alles Gut. Aber dass ich bestimmte Dinge nicht mehr schreiben sollte, weil usw., das geht mir zu weit. Wenn in einem Forum wie diesem hier nix mehr geschrieben werden darf, was man selbst macht, dann gute Nacht. Gegenbeispiele und Begründungen gibt's genug, also ruhig auch mal einen Spinner schreiben lassen, das belebt die Szene.

@Boludo: Du hast recht, das ist keine Provokation, provozieren könnte ich hier vielfach, dafür gibt das Hobby einfach zuviel her. Mache ich aber nicht, ich antworte gelegentlich gegen allgemein akzeptierte Meinungen, wenn ich was zu schreiben habe (ist relativ selten, oder?). Ich gebe meine Erfahrungen weiter, sonst nix. Mutmaßungen kennzeichne ich als solche, damit sollte jeder Einsteiger klar kommen.

@all: Wenn ich etwas ratgebend schreibe, dann eher im Stil von "mache bla lieber nicht, vielleicht solltest du eher blubb versuchen, das hat bei mir und vielen anderen zum Erfolg verholfen, der Grund ist folgendes hokuspokus". Vielfach wird hier jedoch im Stil von "du darfst keinesfalls bla machen, das haben wir noch nie (oder schon immer) so gemacht und blubb ist sowieso anerkannter Standard beim Hobbybrauen" (ohne hokuspokus überhaupt zu erwähnen).

Ob man damit mehr oder weniger User zum Bleiben überreden/schreiben kann? Man weiß es nicht. Aber vielleicht kann man das im entsprechenden Bereich diskutieren, hier ist es jetzt endgültig OT.
Achim (endlich Wochenende habend)
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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#114

Beitrag von afri » Samstag 16. Dezember 2017, 00:21

Alt-Phex hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 23:31
Der Gestank der mir da entgegen schlug war abartig. Eine wilde Mischung aus Kotze, faulen Eiern und Exkrementen.
Hatte ich oben glaube ich bereits geschrieben, bei mir hat's nur einen Tag vor der Haustür gedauert, bis die beschriebenen olfaktorischen Preziosen auftraten und eine Entsorgung im Kompost verlangten. Wir sprachen hier aber von nur einer Stunde Glattwasser, nicht von einem oder mehreren Tagen.

Bislang war ich überzeugt, dass die Hefe Überhand nähme, bevor irgendwas dies tut. Ich werde das in Zukunft versuchen, zu beherzigen, versprochen. Denn die Argumente, die durchaus nicht abwegig sind, sind stimmig genug, um mir ein Umdenken anzugewöhnen.

Und noch eins: Rehydrieren in Wasser ist gut, nach meiner Erfahrung in Glattwasser besser, auch wenn es dazu abgekocht und damit keimärmer gemacht werden sollte. Es kommt dadurch sicher nicht noch schneller an, aber die Gefahr der Kontamination sinkt doch vermutlich enorm.
Achim (durchaus lernfähig seiend)
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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#115

Beitrag von Tozzi » Samstag 16. Dezember 2017, 00:39

Ist halt ein Reizthema.
Gerade beim Anstellen von Hefe möchte man ganz besonders keimfrei arbeiten, das ist halt ein recht delikater Moment, was potenzielle Infektionen betrifft.
Ich finde es interessant, dass Du trotz Verwendung von nicht abgekochtem Glattwasser noch keine Infektionen im Bier hattest.
Das zeigt doch, dass bei sauberem Arbeiten die Infektionsgefahr nicht so hoch ist wie allgemein angenommen.

Bei herkömmlichen (Ab-)Maischtemperaturen und sauberem Arbeiten dürfte das Glattwasser bei sofortiger Verwendung aber auch tatsächlich ziemlich keimfrei sein.

Wie man beispielsweise hier sehen kann:
http://sousvide.wikia.com/wiki/Importan ... zing_times

Trotzdem halt ein schlechter Rat für Anfänger. Zumal die Suche nach potenziellen Infektionsquellen dann hier öfters mal in ein längeres Ratespiel ausartet.

Abkochen und better safe than sorry.
Ich halte Deine Methode aber dennoch für besser, als einfach Wasser aus der (verkeimten?) Leitung zu nehmen.
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#116

Beitrag von Johnny H » Samstag 16. Dezember 2017, 10:07

Tozzi hat geschrieben:
Samstag 16. Dezember 2017, 00:39
[...]
Gerade beim Anstellen von Hefe möchte man ganz besonders keimfrei arbeiten, das ist halt ein recht delikater Moment, was potenzielle Infektionen betrifft.
Ich finde es interessant, dass Du trotz Verwendung von nicht abgekochtem Glattwasser noch keine Infektionen im Bier hattest.
Das zeigt doch, dass bei sauberem Arbeiten die Infektionsgefahr nicht so hoch ist wie allgemein angenommen.

Bei herkömmlichen (Ab-)Maischtemperaturen und sauberem Arbeiten dürfte das Glattwasser bei sofortiger Verwendung aber auch tatsächlich ziemlich keimfrei sein.

Wie man beispielsweise hier sehen kann:
http://sousvide.wikia.com/wiki/Importan ... zing_times

Trotzdem halt ein schlechter Rat für Anfänger. Zumal die Suche nach potenziellen Infektionsquellen dann hier öfters mal in ein längeres Ratespiel ausartet.

Abkochen und better safe than sorry.
Ich halte Deine Methode aber dennoch für besser, als einfach Wasser aus der (verkeimten?) Leitung zu nehmen.
Sehr schön! Ich kann zwar mit dem hier aufgeführten Parameter (6,5D Kill) nichts anfangen, aber das Beispiel zeigt, dass Temperaturen oberhalb 55-60°C eben schon einen pasteurisierenden (d.h. keimverringernden) Effekt haben, und bei höheren Temperaturen geht es noch viel schneller. Das ist ja auch das, was die Gleichung zu den Pasteureinheiten aussagt.

Edit:
Hinzu kommt ja dann noch, dass sehr schnell eine riesige Armee aus mehreren Hundert Milliarden Hefezellen ins Rennen geht und darüber hinaus durch die Schaffung einer sauren und anaeroben Umgebung Bedingungen schafft, die es zumindest vielen Konkurrenten äußerst schwer macht.

Ich finde die Diskussion übrigens auch interessant, und letztlich ist es doch auch befruchtend, dass man eine fragwürdige Praxis hernimmt, diese zunächst empirisch untersucht und dann eben auf der Basis von Literatur und weiteren Experimenten weiter diskutiert, mithin die Datenbasis erweitert. Dazu ist doch dieses Forum auch da.

Wenn ich persönlich allerdings nur die Wahl zwischen nicht abgekochtem Leitungswasser und Glattwasser hätte, dann würde ich trotzdem das Leitungswasser vorziehen. Gründlich ablaufen lassen zunächst würde ich aber schon (Stichwort Biofilme).

Edit:
Natürlich ist es nicht unbedingt ratsam, einem Anfänger eine solche Praxis vorzuschlagen. Gerade wenn man sich noch nicht so auskennt, liest man über die differenzierten Feinheiten ja gerne hinweg. Letzthin habe ich mich in unserem Vereinsforum z.B. über die Verwendung diverser polymerer Materialien zur Aufbewahrung von konzentrierten Laugen geäußert. Dabei habe ich irgendwo in dieser Debatte das Kürzel PET (Polyethylenterephthalat) verwendet bzw. erklärt, ohne aber das Material für konzentrierte Lauge zu empfehlen. Das war eigentlich auch klar formuliert und von meiner tatsächlichen Materialempfehlung (PP, PE) getrennt, aber trotzdem hat das jemand zum Anlass genommen, Lauge in PET-Flaschen abzufüllen! Das hat um ein Haar zu schwerwiegenden Konsequenzen geführt, weil sich das Material dann begann aufzulösen!!

Diese Debatten sind also schwierig. Auf der anderen Seite sollten wir trotzdem in der Lage sein. sie auch zu führen.

Kann hier jemand Keimzahlen bestimmen? Mich würden Experimente und Ergebnisse diesbezüglich wirklich interessieren.

Edit: drei Absätze ergänzt
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#117

Beitrag von Michael Wendt » Samstag 16. Dezember 2017, 21:27

Ich finde die Diskussion hier auch interessant. Leider ist ein Aspekt nicht besprochen worden (oder ich habe es übersehen): Könnte abgekochtes Glattwasser beim Rehydrieren besser sein als abgekochtes Leitungswasser? Ich habe gelesen, dass der osmotische Druck beim Rehydrieren der Hefe in Würze zu groß ist. Aber ist er in Glattwasser okay? Und von welchem Zuckergehalt sprechen wir hier, wenn wir Glattwasser meinen? Das interessiert mich besonders, nachdem ich eben im Datenblatt der US-05 gelesen habe, dass man sie in Wasser oder steriler Würze dehydrieren soll.

Ich glaube den Packungsanweisungen. Aber ich glaube nicht, dass die Hefeverkäufer darin automatisch die beste Möglichkeit angeben, sondern die für die meisten Käufer praktikabelste. Das sollte man im Hinterkopf haben.

Also: Ist keimarmes Glattwasser gut zum Anstellen geeignet? Besser als keimarmes Leitungswasser?

Viele Grüße
Michael
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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#118

Beitrag von Boludo » Samstag 16. Dezember 2017, 21:33

Kommt auf die Hefe drauf an.
Mit Wasser ist man allerdings immer auf der sicheren Seite.

Stefan, der das mir dem Glattwasser nicht nachvollziehen kann

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#119

Beitrag von Blancblue » Samstag 16. Dezember 2017, 22:08

Boludo hat geschrieben:
Samstag 16. Dezember 2017, 21:33
Stefan, der das mir dem Glattwasser nicht nachvollziehen kann
Dito.

Vor allem, wo liegt denn nun der Vorteil von Glattwasser? Höhere Sudhausausbeute? Für einen Pack Hefe braucht man 100-200ml Wasser, da bewegen wir uns im homöopathischen Bereich...
Brauen ist zu 50% Kunst und zu 50% Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#120

Beitrag von Mjoelnir » Samstag 16. Dezember 2017, 22:13

Der einzige Vorteil von Glattwasser wäre, dass die Hefe sich schon mal etwas ans Medium assimilieren kann. Dann hat man halt eventuell 1h früher die Hochkräusen am Start.
Vermehren kann sich die Hefe da nicht...
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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#121

Beitrag von Boludo » Samstag 16. Dezember 2017, 22:18

Es widerspricht aber allem, was z.B. bei Doemens gelehrt wird.
Es gibt ein paar wenige Hefen, die von sehr dünner Würze etwas profitieren.
Aber auch diese funktionieren in Wasser sehr gut.
Wie man mit bloßem Auge ohne Mikroskop behaupten kann, dass es mit Glattwasser besser geht, verstehe ich auch nicht.

Stefan

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#122

Beitrag von Mjoelnir » Samstag 16. Dezember 2017, 22:32

Ich halte die Aussage auch für schwierig. Zumindest die Behauptung dass es besser funktioniert. Da gibt's halt keine Vergleichbarkeit an der sich das abschätzen ließe.
Aber es ist ja absolut in Ordnung wenn es für einige User hier, für sie selber am besten funktioniert und die präferierte Methode ist.
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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#123

Beitrag von Boludo » Samstag 16. Dezember 2017, 22:44

Wer meint, dass es mit konzentrierter Schwefelsäure am besten geht, der soll es gerne so machen.
Wenn er diese Methode hier aber anpreist, dann braucht es ein paar Belege mehr als nur "meiner Erfahrung nach". Erfahrungen sind sehr subjektiv.
Narziss, Doemens und wie sie alle heißen können ihre Behauptungen wenigstens wissenschaftlich belegen.
Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Stefan

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#124

Beitrag von afri » Samstag 16. Dezember 2017, 23:31

... (vom Autor gelöscht)
Achim
Zuletzt geändert von afri am Sonntag 17. Dezember 2017, 20:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#125

Beitrag von Blancblue » Sonntag 17. Dezember 2017, 04:45

Brauen ist zu 50% Kunst und zu 50% Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#126

Beitrag von Johnny H » Sonntag 17. Dezember 2017, 11:15

Michael Wendt hat geschrieben:
Samstag 16. Dezember 2017, 21:27
Ich finde die Diskussion hier auch interessant. Leider ist ein Aspekt nicht besprochen worden (oder ich habe es übersehen): Könnte abgekochtes Glattwasser beim Rehydrieren besser sein als abgekochtes Leitungswasser? Ich habe gelesen, dass der osmotische Druck beim Rehydrieren der Hefe in Würze zu groß ist. Aber ist er in Glattwasser okay? Und von welchem Zuckergehalt sprechen wir hier, wenn wir Glattwasser meinen? Das interessiert mich besonders, nachdem ich eben im Datenblatt der US-05 gelesen habe, dass man sie in Wasser oder steriler Würze dehydrieren soll.

Ich glaube den Packungsanweisungen. Aber ich glaube nicht, dass die Hefeverkäufer darin automatisch die beste Möglichkeit angeben, sondern die für die meisten Käufer praktikabelste. Das sollte man im Hinterkopf haben.
[...]
Lallemand schreibt im Katalog von 2015, dass es für Lagerhefen vorteilhaft sein kann, wenn sie in verdünnter Würze (2-6°P) bei 25-30°C rehydriert werden und empfiehlt das explizit für ihre Diamond Lager. Für alle anderen ihrer Hefen wird primär abgekochtes Wasser empfohlen.

Edit:
Ich habe gerade nachgeschaut, und im aktuellen Datenblatt der Diamond finde ich diese explizite Empfehlung von verdünnter Würze nicht mehr, aber nun steht da, dass man nach der Rehydrierung in verdünnter Würze die Hefe etwas länger stehen lassen kann (bis zu 45 Minuten anstatt nur 5 Minuten in Wasser). Sie hat ja dann ein bisschen was zu fressen und muss nicht sofort auf ihre Reserven zurückgreifen. Das wäre also ein weiteres Argument, dass für abgekochtes(IMHO!!) Glattwasser sprechen könnte.

Ich glaube, die anderen Hersteller empfehlen ausschließlich Wasser bzw. das Direktaufstreuen (was aber wohl auch nur empfohlen wird, um hygienisch fragwürdige Voraussetzungen zu umgehen). Zumindest ist mir im Moment keine andere Empfehlung geläufig.

Die Konzentration von Glattwasser dürfte sich nach dem Biertyp aber auch nach dem individuellen Vorgehen des Brauers richten. 1-4°P halte ich für eine Richtgröße. Ich arbeite mit festen Wassermengen und messe von daher so gut wie nie mein Glattwasser.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#127

Beitrag von Ladeberger » Sonntag 17. Dezember 2017, 11:58

afri hat geschrieben:
Samstag 16. Dezember 2017, 23:31
Bei unseren paar Suden pro Jahr ist es doch so oder so egal, ob Wasser oder Glattwasser.
Da musst du wohl von deinen Suden sprechen, denn mir ist beim Brauen grundsätzlich gar nichts "egal".

Gruß
Andy

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#128

Beitrag von afri » Sonntag 17. Dezember 2017, 20:29

Ladebergers Zitat entstammt einem von mir inzwischen gelöschten Beitrag.
Achim
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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#129

Beitrag von Blancblue » Freitag 16. Februar 2018, 13:04

Passt thematisch super:

https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?f=6&t=16715

Daher wären Verkostungsergebnisse echt sehr schön, Kai.
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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#130

Beitrag von cicquetto » Sonntag 18. Februar 2018, 12:32

Ladeberger hat geschrieben:
Freitag 17. November 2017, 22:17

- Verwendung von vollentsalztem Wasser (kommt unwissend bei einigen Anwendern so aus dem Hahn)
Sollten Sie Wasser mit Mineralien verwenden, um Trockenhefe zu befeuchten?


konvertiert von Italienisch mit google translate

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#131

Beitrag von Mjoelnir » Sonntag 18. Februar 2018, 12:46

cicquetto hat geschrieben:
Sonntag 18. Februar 2018, 12:32
Ladeberger hat geschrieben:
Freitag 17. November 2017, 22:17
Sollten Sie Wasser mit Mineralien verwenden, um Trockenhefe zu befeuchten?

konvertiert von Italienisch mit google translate
Ja. Einfach normales Leitungswasser, kein destilliertes oder vollentsalztes Wasser verwenden. Aufgrund der Osmose würden die Hefezellen so weit mit Wasser vollgesogen, dass einige oder viele Hefezellen dabei platzen und sterben.
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Grüße
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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#132

Beitrag von DerDallmann » Freitag 15. Juni 2018, 06:25

Dazu mal ein aktueller Artikel von Fermentis direkt.
https://fermentis.com/news-from-ferment ... -pitching/
Unser facebook-blog: tales from the fridge
https://www.facebook.com/TobaccoTownBrewing/
Nur zum Spaß, pics, news, etc, alles rund ums (Craft)Bier. "All hail to the ale!"

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#133

Beitrag von Blancblue » Freitag 15. Juni 2018, 09:42

DerDallmann hat geschrieben:
Freitag 15. Juni 2018, 06:25
Dazu mal ein aktueller Artikel von Fermentis direkt.
https://fermentis.com/news-from-ferment ... -pitching/
Damit sollten nun tatsächlich alle Diskussionen zum Thema Trockenhefe beendet sein :)
Brauen ist zu 50% Kunst und zu 50% Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#134

Beitrag von Boludo » Freitag 15. Juni 2018, 09:57

Ich hab das mit dem Aufstreuen bei den letzten beiden Bieren aus lauter Faulheit gemacht (Nottingham, S-04).
Das fertige Bier ist tadellos, es dauert aber deutlich länger, bis die Hefe ankommt. Bei der Nottingham waren es 24h.
So was mag ich gar nicht.
Ich denke, es kommt auch drauf an, was man macht. Eine Imperial Stout Würze und eine Leichtbierwürze erzeugen sicher unterschiedlichen osmostischen Stress auf die getrocknete Hefezelle.

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#135

Beitrag von Sura » Freitag 15. Juni 2018, 10:46

Sorry, aber einen Artikel der keine Angabe zu den Temperaturen bei der Vergärung gibt, und unterschlägt zu erwähnen, daß die aufgetreute Hefe deutlich schlechter ankommt, den kann ich nicht wirklich ernst nehmen. Des weiteren fehlt auch die Angabe ob die bei 30°C rehydrierte Hefe runtergekühlt wurde. Es fehlt die Hälfte der relavanten Angaben, und am Ende wird behauptet das alles gleich ist. Ob das gleich schlecht oder gut ist, kann man nicht beurteilen. Und die Anleitung wie es "richtig" ist, hat keinen Bezug zu den Tests.

Da der Aufwand des ordentlichen rehydrierens der Hefe nun wirklich knapp gegen Null geht, und keinerlei zeitlichen Mehraufwand bedeutet, spricht rein garnichts dagegen das auch ordentlich zu machen.

edit:
Davon abgesehen: Als Trockenhefehersteller würde ich den Artikel natürlich genauso posten.
In den meisten Fällen ist ein Post von mir genau so zu verstehen wie er geschrieben ist.

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#136

Beitrag von peterkling » Freitag 15. Juni 2018, 13:06

DerDallmann hat geschrieben:
Freitag 15. Juni 2018, 06:25
Dazu mal ein aktueller Artikel von Fermentis direkt.
https://fermentis.com/news-from-ferment ... -pitching/
Fill the fermenter with 1/3 of the wort volume (up to the top of the CKT cone) at a temperature of 21-29 °C
Also für OG würde ich das durchaus zukünftig als Standard in Erwägung ziehen.
Hab es gerade mit einer T-58 fast so gemacht und die Hefe nach dem Sauerstoff einrühren aufgebracht und dann nicht mehr gerührt (mach ich nächstes mal anders) und nach 10h heftiges blubbern und definitiv angekommen. EVG >71% ist bei mir sehr realistisch und normal.

UG würde ich das nicht mal testen wollen. Hier gilt für mich persönlich eine Rehydration nach Datenblatt bei 30°C in reinem Wasser. Schon deshalb weil die Würze schließlich sehr viel kälter ist als 21°C

@Sura hat beim Thema Trocken-Hefepitching sehr gute Pionierarbeit geleistet. Danke Dir! :thumbup

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#137

Beitrag von Pivnice » Freitag 15. Juni 2018, 21:29

Sura hat geschrieben:
Freitag 17. November 2017, 09:01
Da das immer mal wieder kommt ...
Kleine Ergänzung:
Bei Lallemand gibts eine präzise Anleitung zum Rehydrieren von Trockenhefen (auf Englisch)
http://www.lallemandbrewing.com/wp-cont ... n-Ales.pdf

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#138

Beitrag von Alien_TM » Freitag 15. Juni 2018, 23:15

Servus mitnand

hier mein Test mit einer abgelaufenen BRY-97, Mhd 12/2017 letzte Woche: (Gruß an Jens, DerTypvondemichabundzuirgendwasabkaufeundwasdrausbraue :Bigsmile, wir sehen uns zur Camba *lol*)
*Edit sagt, die Hefe war von Sura... wir sehen uns trotzdem*g*

- ca. 24h vor dem Anstellen: Hefe in 100ml abgekochtem und auf Raumtemperatur abgekühltem Wasser rehydriert, leicht im Erlenmeyerkolben(Größe 0,5L) geschwenkt, dass alle Hefekörner schwimmen/aufgelöst werden - n bisserl stehen lassen, 15-20min.

- kurz danach : Ca 100ml Starterwürze (ca 7P) aus DME + einer Prise Zucker zugegeben, auf den MR gestellt und leicht kurbeln lassen (Geruch: Hefig halt, normal)

- ca. 12h vor dem Anstellen(vor dem eigentlichen Braubeginn): Alles in nem größerem Kolben (1L) mit ca 200ml Starterwürze (ca 7P) aus DME + einer Prise Zucker zugegeben, umgefüllt und MR bisserl stärker rühren lassen (Geruch: immer noch hefig, nix aussergewöhnlich)

- ca. 1h vor dem Anstellen mit 25L Würze(ca 15P): nach dem Kochen ne Spritze (20ml) Würze entnommen, abkühlen und dem kurbelnden
Erlenmeyerkolben zugegeben (damit die Hefe scho mal das neue Medium kennenlernt :Smile ), Geruch: Normal, hefig...

- Inhalt des Erlenmeyerkolben(Größe 1L) in die auf ca 20°C abgekühlte Würze gegeben

- Erkennbarer Extraktabbau innerhalb von 12h, sieht soweit gut aus.

Mein Vorgehen ist vermutlich nicht 100%ig optimal, Hefezellen kann ich net zählen, ich hätte mir auch ein neues Packerl Hefe leisten, bzw mit einer anderen vorrätigen Hefe anstellen können, aber ich wollts mal wissen und habs halt mit der Hefe versucht was hinzukriegen.

Vielleicht ist es jemanden eine Hilfe, dass ein etwas abgelaufenes Hefepackerl nicht gleich weggeworfen werden muss

...Alex

PS: Hier gehts zur Kreuzigung. Kleine Steine, flache Steine, spitze Steine... ;)

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#139

Beitrag von Tozzi » Dienstag 19. Juni 2018, 01:19

https://fermentis.com/news-from-ferment ... -pitching/
Bin mal gespannt auf die erwähnte Studie, die ist ja noch nicht veröffentlicht, so weit ich weiß.
Ich hab selber schon lange keine Trockenhefe mehr verwendet...
Machen die bei Fermentis irgendwas anders als die Konkurrenz? Glaub ich eigentlich eher nicht... :Grübel
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#140

Beitrag von danieldee » Dienstag 19. Juni 2018, 08:52

Boludo hat geschrieben:
Freitag 15. Juni 2018, 09:57
Ich hab das mit dem Aufstreuen bei den letzten beiden Bieren aus lauter Faulheit gemacht (Nottingham, S-04).
Das fertige Bier ist tadellos, es dauert aber deutlich länger, bis die Hefe ankommt. Bei der Nottingham waren es 24h.
So was mag ich gar nicht.
Ich denke, es kommt auch drauf an, was man macht. Eine Imperial Stout Würze und eine Leichtbierwürze erzeugen sicher unterschiedlichen osmostischen Stress auf die getrocknete Hefezelle.

Stefan
Ich habs jetzt auch mal wieder aus Faulheit getan:

100% Pilsner bei 68° Kombirast und 11P

Hefe in den Saurus vorgelegt und darauf geschlaucht.

Würze war auf Anstelltemperatur bei 18° mit der S04

Nach 6 Stunden ging schon die Post ab und nach 4 Tagen war sie durch.

1 Päckchen auf 30L

Ich kenne die S04 mittlerweile echt gut, kann aber bei besten Willen keinen Unterschied feststellen!

(bei UG mit Trockenhefe würde ich das allerdings niemals so machen)
"Bier ist der überzeugende Beweis dafür,
dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will"
Benjamin Franklin

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#141

Beitrag von Boludo » Dienstag 19. Juni 2018, 09:44

Meine aufgestreute S-04 macht jetzt nach 10 Tagen immer noch rum und ist nicht fertig :Angry
Mag schon sein, dass man letztendlich zum selben Ergebnis kommt, aber zumindest bei mir verzögert sich da alles.

Stefan

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#142

Beitrag von Ladeberger » Dienstag 19. Juni 2018, 10:17

Schon interessant. Zwei Diagramme, ein Plot, ein schickes Emblem und schon ändern Hobbybrauer ihre ganze Anstelltechnik wie die aufgescheuchten Hühner :Wink

Ich warte ganz entspannt auf die angekündigte Studie und ihre hoffentlich ausführliche Besprechung des experimentellen Setups (das gerne auch die auffälligen Werte für die VDK und Acetaldehyd erklären darf), des Verlaufs der Zellzahlen und Vitalität der Hefe, sowie der sensorischen Bewertung.

Bis dahin rehydriere ich nach Stand der Technik.

Gruß
Andy

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#143

Beitrag von peterkling » Dienstag 19. Juni 2018, 10:36

Ladeberger hat geschrieben:
Dienstag 19. Juni 2018, 10:17
Schon interessant. Zwei Diagramme, ein Plot, ein schickes Emblem und schon ändern Hobbybrauer ihre ganze Anstelltechnik wie die aufgescheuchten Hühner :Wink
Genau darum geht's doch hier im Forum. Wissen austauschen und Erfahrungen zu machen und zu teilen... Verstehe den negativen Unterton hierbei nicht ganz. :Grübel
Vielleicht profitieren diese Studien ebenso von "unseren" Infos. Und was die aufgescheuchten Hühner betrifft: ich lerne stets neues dazu und passe natürlich die Erkenntnisse meinem Prozess an. Insofern bin ich mittlerweile auch dabei OG trocken aufzustreuen und UG zu rehydrieren bis mir jemand das Gegenteil "beweist". :Pulpfiction

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Re: Trockenhefe richtig rehydrieren

#144

Beitrag von gulp » Dienstag 19. Juni 2018, 11:25

Ladeberger hat geschrieben:
Dienstag 19. Juni 2018, 10:17
Schon interessant. Zwei Diagramme, ein Plot, ein schickes Emblem und schon ändern Hobbybrauer ihre ganze Anstelltechnik wie die aufgescheuchten Hühner :Wink

Ich warte ganz entspannt auf die angekündigte Studie und ihre hoffentlich ausführliche Besprechung des experimentellen Setups (das gerne auch die auffälligen Werte für die VDK und Acetaldehyd erklären darf), des Verlaufs der Zellzahlen und Vitalität der Hefe, sowie der sensorischen Bewertung.

Bis dahin rehydriere ich nach Stand der Technik.

Gruß
Andy
:goodpost:

Einen Schei. werde ich ändern! :Smile

Gruß
Peter
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

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