Flanders Red Ale

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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Re: Flanders Red Ale

#151

Beitrag von Paule » Montag 23. Juli 2018, 15:35

docpsycho hat geschrieben:
Montag 23. Juli 2018, 15:31
Paule hat geschrieben:
Montag 23. Juli 2018, 15:27
docpsycho hat geschrieben:
Montag 23. Juli 2018, 15:04
so aber was rede ich hier von Geduld, die haben wir ja auch nicht.
haha :Bigsmile Erwischt :redhead
Aber es ist auch hart zu widerstehen, wenn man ständig an dem "Fässchen" vorbei geht.
Bin wie geschrieben schon sehr begeistert. Wird Zeit, dass es 2019 wird :Bigsmile
Ich bin eher überrascht, dass Chris das Fässchen noch nicht leergezwickelt hat :Wink
Der hat keinen Schlüssel für den Keller. Nur daran liegt es :Bigsmile

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Re: Flanders Red Ale

#152

Beitrag von tbln » Montag 23. Juli 2018, 22:49

Musste ein Gärröhrchen erneuern, also habe ich gerade mal den ersten Teil geprüft. Gebraut (mit Kombirast bei 69°C) wurde vor 10 Monaten also Mitte September 2017. Nach einem Monat dann 2,5 g/L fr. Eiche sowie ein vorhandener Cantillon Bodensatz zugegeben. Der Weinballon steht relativ warm bei ca. 23-25°C. Bin auf 2,6°P runter von 13,8°P. Gäraktivität kann ich keine mehr feststellen.
Deutliche Milchsäure, Kirschen und relativ ledrig/rustikaler Charakter, den ich den Cantillon Mikroben zuschreibe. Mal sehen, wie es sich so weiter entwickelt.

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Re: Flanders Red Ale

#153

Beitrag von Brikettfabrikant » Montag 23. Juli 2018, 23:18

Paule hat geschrieben:
Montag 23. Juli 2018, 15:35
docpsycho hat geschrieben:
Montag 23. Juli 2018, 15:31
Paule hat geschrieben:
Montag 23. Juli 2018, 15:27


haha :Bigsmile Erwischt :redhead
Aber es ist auch hart zu widerstehen, wenn man ständig an dem "Fässchen" vorbei geht.
Bin wie geschrieben schon sehr begeistert. Wird Zeit, dass es 2019 wird :Bigsmile
Ich bin eher überrascht, dass Chris das Fässchen noch nicht leergezwickelt hat :Wink
Der hat keinen Schlüssel für den Keller. Nur daran liegt es :Bigsmile
Ich könnte eigentlich auch mal testen, ob mein Schlüssel vom Nachbarkeller bei Dir passt... :Bigsmile :Drink

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Re: Flanders Red Ale

#154

Beitrag von Tozzi » Montag 23. Juli 2018, 23:25

Am Mittwoch wird gezwickelt und eine EasyDens Messung vorgenommen.
Mein 60 Liter Speidel Fass stand jetzt ziemlich exakt 6 Monate lang völlig ungestört (hat eine Menge Disziplin von mir verlangt).
Nur den Füllstand des Gärspunds habe ich von Zeit zu Zeit kontrolliert und einmal nachgebessert.
Die Temperatur war anfangs sehr kühl bei ca. 10˚C, ist dann aber bald auf 12˚C angestiegen und ab da habe ich wieder deutlichen Extraktabbau verzeichnen können. Das war so ca. Anfang März. Inzwischen habe ich 21˚C.
Die Holzchips sind seit Anfang mit drin, also auch 6 Monate jetzt.

Bin sehr gespannt, gegen Ende der Woche werde ich ein Zwischenfazit ziehen können.

Der aktuelle Plan ist, abzufüllen und dann gleich den nächsten Sud in denselben Eimer zu kippen, mit nochmal etwas frischer Roeselare und 1007er.
Über Autolyse braucht man sich in diesem Fall ja keine großen Gedanken zu machen...
Infektionen auch nicht wirklich...

Harte Nummer. Insgesamt 160 Liter Bier warten nächste Woche auf Abfüllung. Alles in Flaschen diesmal. :Pulpfiction
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Flanders Red Ale

#155

Beitrag von glassart » Dienstag 24. Juli 2018, 06:23

ich hoffe du lässt mir ein paar Tropfen zur Verkostung am Mittwoch übrig :Bigsmile
Dann können wir einen Vergleichstest machen mit meinem "Mitbringsel" -dem Red Sour Cherry

lg Herbert :Drink

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Re: Flanders Red Ale

#156

Beitrag von glassart » Dienstag 31. Juli 2018, 16:10

Hallo Sauerbierfreunde,

da in den nächsten Tagen wieder 2 Sude ( Funky Rye Sour und Dark Cherry Bourbon Sour) anstehen möchte ich euch mein "Markierungskonzept" für Sauerbiere zeigen
- es wird soweit möglich alles in blau gehalten
-dafür musste ich mir vorallem stabilere Verschraubungen mit 1/2" Ventil für die Speidelfässer machen
P1090495_Bildgröße ändern.JPG
P1090496_Bildgröße ändern.JPG
P1090497_Bildgröße ändern.JPG
Das ist zumindest der Anfang der "Markierungswelle" :Bigsmile

lg Herbert :Drink

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Re: Flanders Red Ale

#157

Beitrag von bierhistoriker.org » Dienstag 31. Juli 2018, 18:01

Tozzi hat geschrieben:
Montag 23. Juli 2018, 23:25
Über Autolyse braucht man sich in diesem Fall ja keine großen Gedanken zu machen...
Ist ja etwas off-topic, aber:

Autolyse ist ein Schreckgespenst, welches mir noch nie begegnet ist (braue selbst seit 2010);
und glaub mir, was Bierlagerung angeht, habe ich keinerlei Hemmungen:

Heute mit Braukollegen getrunken, nachdem wir gemeinsam den Zapfanlagendoktor besucht und ihn "bereichert" haben:
Screenshot_2018-07-31 Jürgen is drinking a Vereinigte Historische Bierfanatiker Grodziskie by Jopen.jpg
Die beiden Varianten haben 4% (!!) abv und wurden am 6.10.2012 gebraut.
Nix Autolyse, obwohl die Flaschen fett voller Hefesediment waren.

Hat denn überhaupt schon jmand mal ein autolysiertes Bier gehabt?

Cheers


Jürgen

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Re: Flanders Red Ale

#158

Beitrag von Tozzi » Sonntag 5. August 2018, 21:03

Also von meinem Flanders bin ich momentan noch etwas enttäuscht.
Es ist ja jetzt wie gesagt etwas über 6 Monate alt, hat auch einen ziemlich dichten Pellicle entwickelt.
Die Zwickelprobe war aber ein wenig durchwachsen.

Einerseits schmeckt es recht "clean", deutlicher Brett Unterton, aber nicht extrem.
Restextrakt momentan über 2 Monate stabil bei 2,8%w/w.
Stammwürze war 13˚P. sVG also 78,5%.

Vom Holz, das von Anfang an mit drin war (2g/l) schmeckt man gar nichts.
Und das Überraschendste und auch irgendwie traurigste: Es ist nicht sauer. Also überhaupt nicht.
So gut wie keine Milchsäure und auch absolut Null Essigsäure sind zu schmecken (zuviel Sauerstoff hat es also jedenfalls schon mal nicht bekommen).
Es fehlt auch deutlich an Komplexität.

What to do?
  • Ein paar Kilo gefrorene Kirschen besorgen und reinkippen?
  • Nochmal Holz rein?
  • Einfach noch stehen lassen und abwarten ob sich noch was tut?
  • Mit Milchsäure schummeln?
  • Wegkippen und von vorne anfangen?
Klar, nach 6 Monaten ist das noch lange nicht fertig.
Aber dass es so "flach" ist macht mich halt schon stutzig.
Das von Herbert (glassart) nach sehr ähnlichem Rezept gebraute (einen Monat nach mir) schmeckt wesentlich komplexer und hat auch Säure.
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Flanders Red Ale

#159

Beitrag von Unbewegter Beweger » Sonntag 5. August 2018, 22:20

Hallo Stephan,
scheinbar ist ja noch Extrakt verfügbar. Gib doch noch ein paar Pediococcen dazu. Das hat bei meinem Flanders Red in den letzten Monaten tatsächlich zu einer Säuerung geführt.
Ich habe mal ein Rodenbach Grand Cru Geläger unterm Mikroskop gehabt. Da waren auch Pediococcen zu sehen. Habe jetzt leider deine Rezeptentwicklung nicht im Kopf. Solltest du das schon probiert haben - einfach ignorieren 😉
Liebe Grüße, Sven

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Re: Flanders Red Ale

#160

Beitrag von docpsycho » Mittwoch 8. August 2018, 10:49

Tozzi hat geschrieben:
Sonntag 5. August 2018, 21:03
Also von meinem Flanders bin ich momentan noch etwas enttäuscht.
Es ist ja jetzt wie gesagt etwas über 6 Monate alt, hat auch einen ziemlich dichten Pellicle entwickelt.
Die Zwickelprobe war aber ein wenig durchwachsen.

Einerseits schmeckt es recht "clean", deutlicher Brett Unterton, aber nicht extrem.
Restextrakt momentan über 2 Monate stabil bei 2,8%w/w.
Stammwürze war 13˚P. sVG also 78,5%.

Vom Holz, das von Anfang an mit drin war (2g/l) schmeckt man gar nichts.
Und das Überraschendste und auch irgendwie traurigste: Es ist nicht sauer. Also überhaupt nicht.
So gut wie keine Milchsäure und auch absolut Null Essigsäure sind zu schmecken (zuviel Sauerstoff hat es also jedenfalls schon mal nicht bekommen).
Es fehlt auch deutlich an Komplexität.

What to do?
  • Ein paar Kilo gefrorene Kirschen besorgen und reinkippen?
  • Nochmal Holz rein?
  • Einfach noch stehen lassen und abwarten ob sich noch was tut?
  • Mit Milchsäure schummeln?
  • Wegkippen und von vorne anfangen?
Klar, nach 6 Monaten ist das noch lange nicht fertig.
Aber dass es so "flach" ist macht mich halt schon stutzig.
Das von Herbert (glassart) nach sehr ähnlichem Rezept gebraute (einen Monat nach mir) schmeckt wesentlich komplexer und hat auch Säure.
Gude Tozzi,

auf den Post habe ich gewartet, allerdings habe ich dieses Outcome nicht erwartet. Pedios arbeiten sehr langsam, das ist klar aber dass sie gar nicht arbeiten ist schon merkwürdig. Vielleicht haben sie dir den "Kälteschock" am Anfang übel genommen? (das ist sicher auch der Grund warum die Lactos nix gemacht haben) Was deine Liste angeht:

Kirschen: Kannste machen, würde ich lassen
Holz: Unbedingt
Zeit: Unbedingt + 1x Roeselare Blend repitchen (oder das was Sven gesagt hat)
Milchsäure: auf keinen fall
Gulli: nääh


Grüße, Felix
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Re: Flanders Red Ale

#161

Beitrag von tbln » Mittwoch 8. August 2018, 12:47

Tozzi hat geschrieben:
Sonntag 5. August 2018, 21:03
Und das Überraschendste und auch irgendwie traurigste: Es ist nicht sauer. Also überhaupt nicht.
So gut wie keine Milchsäure und auch absolut Null Essigsäure sind zu schmecken (zuviel Sauerstoff hat es also jedenfalls schon mal nicht bekommen).
Das scheint ja durchaus durch Berichte von amerikanischen Hobbybrauern bestätigt zu werden. Allerdings empfiehlt wyeast auch eine bis zu 18 Monate lange Reifung.

MTF zu WY3763:
Takes 14-18 months to develop acidity. Keep IBU under 6 for more acidity. Re-use the yeast cake for greater acidity in future batches. Adding fruit after the beer has aged for a few months will help increase acidity due to LAB fermenting the new sugars
Eine Möglichkeit wäre weitere Bodensätze zu pitchen und die Bandbreite an Bakterien (bspw. Pedio/Aceto) und Hefen zu erweitern. Pedios unterscheiden sich wohl durchaus in der Fähigkeit Alpha und Beta-Glucosidase (Enzyme) zu bilden und Mehrfachzucker abzubauen.

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Re: Flanders Red Ale

#162

Beitrag von Tozzi » Mittwoch 8. August 2018, 17:50

OK, danke für die Tipps!
Ich werde wohl nochmal 2g/l Holz dazugeben, nebst einer Packung Roeselare und ein paar Rodenbach Grand Cru Bodensätzen.
Dann einfach nochmal 6 Monate ignorieren.

Ich nehme auch an, die Kälte am Anfang war sicherlich ein Problem.
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Flanders Red Ale

#163

Beitrag von ggansde » Mittwoch 8. August 2018, 18:29

Was soll denn dieses ewige Rummgefummel?
VG, Markus
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Re: Flanders Red Ale

#164

Beitrag von gulp » Mittwoch 8. August 2018, 19:01

ggansde hat geschrieben:
Mittwoch 8. August 2018, 18:29
Was soll denn dieses ewige Rummgefummel?
VG, Markus
:thumbup

Die Jugend ist einfach zu ungeduldig. :Bigsmile

Gruß
Peter
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

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Re: Flanders Red Ale

#165

Beitrag von tbln » Mittwoch 8. August 2018, 19:29

Tozzi hat geschrieben:
Mittwoch 8. August 2018, 17:50
Ich werde wohl nochmal 2g/l Holz dazugeben, nebst einer Packung Roeselare und ein paar Rodenbach Grand Cru Bodensätzen.
Rodenbach scheint alle Biere zu pasteurisieren. Ingo hatte allerdings geschrieben, dass das für das Vintage nicht gilt?

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Re: Flanders Red Ale

#166

Beitrag von Tozzi » Mittwoch 8. August 2018, 19:35

Vintage hätte ich auch noch da, ebenso Alexander.
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Flanders Red Ale

#167

Beitrag von glassart » Mittwoch 8. August 2018, 20:24

dann muss ich mir jetzt auch noch eine Pasteurisieranlage bauen :Bigsmile

Stephan, bzgl. Holz würde ich ohneweiters deutlich mehr nehmen .
Ich bin bei 4-10 gr/L die nach den Jahren der Lagerung sicher kaum noch von Relevanz sind.

Aber das ist sehr interessant dass Rodenbach auch pasteurisiert -die Vermutung hatte ich nur eben keinen Beweis.

Schön dass wir immer mehr werden die sich diesem Thema annehmen und ,zumindest bei mir, sich fast schon ein Suchtcharakter einstellt :Bigsmile

Jetzt schon das 4. Sauerbier gebraut wobei ich auf das Roggen und das Dark Cherry mit 23,5 °P schon sehr gespannt bin. Wohin da die Reise geht und was die Brett´s und Konsorten da daraus machen wird schon noch enorm spannend.

lg Herbert ( in Österreich ist Sauerbier global eigentlich nur als Bieressig bekannt- schade :thumbdown )

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Re: Flanders Red Ale

#168

Beitrag von Tozzi » Freitag 10. August 2018, 23:20

Ich habe es jetzt gestern nochmal gezwickelt, inzwischen hat sich die Hefe wieder gut abgesetzt und die Probe lief klar.
Damit haben sich alle Torpfosten nochmal verschoben.
Es schmeckt jetzt gänzlich anders, etwas flach noch, aber selbst wenn sich das nicht ändert, wird es am Ende angenehm zu trinken sein.

Das wird jetzt wirklich so wie es ist abgefüllt in Flaschen. Kein weiteres Holz, keine Kirschen, keine erneute Brett Gabe.
Ich traue dem Bier zu, dass es sich in den Flaschen weiter entwickelt. Nur so lernt man.
Und auf den Hefekuchen kommt dann gleich ein neues, diesmal mit mehr Holz und anderer Rezeptur. Ist ein andauerndes Experiment.
Ich könnte da jetzt noch ewig dran rummachen und das dann nie wieder reproduzieren...

Ich steh da jetzt dazu. Mal sehen, was wir in einem Jahr dazu sagen.

Und in der Flasche sollte es ja auch nicht anders reifen als im Eimer. Minus halt die Sauerstoff Diffusion, auf die ich verzichten kann.
Also kein "Rummgefummel" mehr. :Wink
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Flanders Red Ale

#169

Beitrag von tbln » Sonntag 30. September 2018, 11:40

Apropos Rummgefummel... hat jemand Vorschläge zu machen, wie möglichst alle Holzpartikel/ feinen Holz Chips zurück bleiben? Vermute, dass sich die Holz Chips am Boden abgesetzt haben. Zieht ihr das Bier ohne Filter von oben ab?

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Re: Flanders Red Ale

#170

Beitrag von Tozzi » Sonntag 30. September 2018, 13:26

Bei mir haben sich die prima am Boden abgesetzt. Ich werde über den Hahn abfüllen (Speidel 60 Liter Plaste Eimer).
Beim letzten Zwickeln habe ich festgestellt, dass es nun doch langsam in die richtige Richtung geht.
Momentan schmeckt es so in etwa nach Rodenbach Classic. Also nicht toll und nicht so wahnsinnig komplex, aber auch überhaupt nicht schlecht.
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Flanders Red Ale

#171

Beitrag von tbln » Samstag 20. Oktober 2018, 16:56

Tozzi hat geschrieben:
Sonntag 30. September 2018, 13:26
Bei mir haben sich die prima am Boden abgesetzt.
So heute abgefüllt. Holzchips lagern sich wirklich gut am Boden ab und sind wirklich kein Problem.
Ein paar Beobachtungen:
  • Stammwürze: 13,8°P, Restex. ~3,2°P, svg 77% (Kombirast 60m bei 70°C) beide Teil
  • Wy3763 + Cantillon Gueuze ph 4,4; deutlich mehr Phenole (ledrig, rustikal)
  • Wy3763 + Hanssens Oude Gueuze ph 4,3; etwas mehr Säure, evtl. Ethylacetat
  • fr. Eiche kommt mit 2,5g/L gut durch (10m abgekocht)
Befürchte beide Biere standen zu lange zu warm. Wirken beide etwas leer. Säure (Milch + Essigsäure) ist interessanterweise deutlich zu schmecken, die ph Werte sprechen etwas völlig anderes. Hat da jemand eine Erklärung?

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Re: Flanders Red Ale

#172

Beitrag von Fert » Montag 3. Dezember 2018, 08:47

Ich habe im Februar diesen Jahres mein Flanders Red gebraut und vor etwa einem Monat einmal umgeschlaucht, um es von den Holzchips zu kriegen, da der Holzgeschmack schon sehr deutlich ist. Was mich an meinem Ansatz allerdings wundert: Weder vor dem Umschlauchen, noch danach, hat sich ein Pellicle gebildet. Eigentlich habe ich das von der Roeselare aber erwartet? Zumindest vor dem Umschlauchen habe ich auch sehr sauerstoffarm gearbeitet (Glasballon, kaum Steigraum), aber durch das Umschlauchen (durch Monofilamentfilter) müsste doch eigentlich genügend Sauerstoff da rein gekommen sein? Geschmacklich ist bisher auch nur eine leichte Säure zu erkennen, definitiv kein Essig, wobei ich einen Hauch davon eigentlich ganz gerne hätte... Für meinen Geschmack könnte das ganze auch noch deutlich komplexer werden, aber da hoffe ich, dass in den nächsten ~3 Monaten noch ein bisschen was passiert...
Jetzt wüsste ich nur gerne, ob das normal ist, dass Roeselare manchmal kein Pellicle bildet?
Und hat jemand Vorschläge, wie ich noch ein bisschen mehr Komplexität und Säure reinkriegen könnte? Einen Teil des Bieres werde ich wahrscheinlich mit Früchten versetzen, würde aber etwa die Hälfte gerne pur lassen. Lohnt es sich jetzt noch Bottle Dregs reinzufüllen von irgendwelchen kommerziellen Flanders, oder gibt es da (bei einem Restextrakt von etwa 2,4 °P) sowieso nichts mehr zu knabbern?

Beste Grüße, Jakob

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Re: Flanders Red Ale

#173

Beitrag von Tozzi » Montag 3. Dezember 2018, 21:00

Meines war auch recht lange ziemlich nichtssagend (ebenfalls im Februar gebraut), in den letzten 2 Monaten ist dann aber doch noch was passiert und jetzt geht es schon schön langsam in die Richtung Rodenbach Classic. Vom Grand Cru ist es weit entfernt, aber das habe ich beim ersten Versuch auch nicht erwartet.
Das noch nachzuimpfen wird, denke ich, nichts bringen. Lass es einfach noch stehen oder fülle es in Flaschen ab und vergiss es noch ein paar Monate, würde ich sagen.
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Flanders Red Ale

#174

Beitrag von Fert » Dienstag 4. Dezember 2018, 13:50

Okay, dann übe ich mich wohl weiter in Geduld und vergesse es ganz schnell wieder. Danke für die Einschätzung!

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Re: Flanders Red Ale

#175

Beitrag von glassart » Mittwoch 5. Dezember 2018, 13:37

Hallo Braufreunde,

eine ganz andere Überlegung die mich bzgl. Flanders Red seit einiger Zeit beschäftigt
- kann jemand was zum Maischverfahren historisch gesehen sagen ?
- Die "Regelungstechnik" für Infusion war ja zu Beginn der Flander-Biere noch nicht so ausgeklügelt ( 3 Holzscheite dazu oder weniger ...) :Smile
- ich plane nächte Woche den nächsten Sud und überlege ihn im Earl-Verfahren zu machen
- spricht etwas dagegen bzw. hat jemand mit Dekoktion beim Flanders schon mal gearbeitet ?

lg Herbert :Drink

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Re: Flanders Red Ale

#176

Beitrag von glassart » Donnerstag 6. Dezember 2018, 12:36

habe das hier von Markus gefunden was allerdings nicht mehr weiter besprochen wurde.
Hast du Markus ( oder natürlich sonst wer :Bigsmile ) die Dekoktion bei einem Flanders schon mal gemacht ?

Ich wäre sehr dankbar darüber noch Info´s zu bekommen da ja bald 2 Flanders Red -Sude anstehen und ich auch das Earl-Verfahren (erstmals) auf der Anlage testen möchte.

lg Herbert :Drink

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Re: Flanders Red Ale

#177

Beitrag von ggansde » Freitag 7. Dezember 2018, 06:36

Moin,
ich habe einen Braumeister und da ist mir Dekoktion zu aufwändig. Earl klappte früher bei mir immer sehr gut. Typisch bei einigen belgischen Bieren sind Dekoktionen mit Rohfrucht. Dabei wird zunächst eine definierte Menge Rohfrucht-Maische gekocht und der Maische mit dem restlichen Malz zugegeben, so dass man die Temperatur für eine Kombirast einstellt.
Viele Grüße, Markus
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Re: Flanders Red Ale

#178

Beitrag von glassart » Freitag 7. Dezember 2018, 08:08

Super und danke Markus :thumbsup
Dann wird meine erste Dekoktion das Flanders Red :Greets

lg Herbert :Drink

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Re: Flanders Red Ale

#179

Beitrag von glassart » Montag 17. Dezember 2018, 19:48

So heute war es dann soweit dass das Earlsche Kochmaischverfahren erstmals an einem Flanders Red probiert wurde.
Außer der Kühlung der ersten Kochmaische ,die ziemlich lange gedauert hat, ist alles super gelaufen und die geplanten 14,5°P wurden nachdem ich noch verdünnen musste ( von 16,5 °P auf 15,3) um einiges überschritten mit 60 L Ausschlag.
Da am Donnerstag spätestens das erste Flanders Red abgefüllt werden muss um das Gärfass frei zu bekommen wurde dann heute (so nebenbei) der Sektkorkenverkorker fertig gestellt.
P1090624_Bildgröße ändern.JPG
Kochmaische
P1090626_Bildgröße ändern.JPG
recht viel mehr hätte es nicht mehr sein dürfen
P1090627_Bildgröße ändern.JPG
P1090632_Bildgröße ändern.JPG
P1090634_Bildgröße ändern.JPG
P1090635_Bildgröße ändern.JPG
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elastischer 3-D-Druckteil für 0,75L und 0,375 L Flaschen die darin zentriert werden
P1090639_Bildgröße ändern.JPG
wegdrückbare Sperre dass der Korken 10 mm aus der Flasche schaut
P1090640_Bildgröße ändern.JPG
wenn man entriegelt kann dann die Flasche aus dem Verkorker gedrückt werden
Am Freitag wird der genau gleiche Sud wieder gebraut nur anstatt der Wyeast 3763 Roeselare wird da dann die WLP 665 verwendet.

In einem Jahr weis man dann mehr inwieweit sich die Kulturen unterschiedlich entwickeln.

lg Herbert :Drink

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Re: Flanders Red Ale

#180

Beitrag von glassart » Dienstag 25. Dezember 2018, 15:05

Nachdem der Verkorker schon vorgestellt wurde kann jetzt auch das Ergebnis gezeigt werden :Bigsmile

Das Red Sour I und Red Sour Cherry wurden nach 11 Monaten im Fass nun in 83 Flaschen 0,375 L und 0,75 L abgefüllt
P1090644_Bildgröße ändern.JPG
P1090645_Bildgröße ändern.JPG
Jetzt hoffe ich nur dass die NG auch noch entsprechend gut läuft :Pulpfiction

Red Sour II und Red Sour III wurden gestern mit den Mischkulturen Roeselare und WLP 665 versetzt sowie in Rotwein getränkte Eichenchips zugegeben.

und nun wieder ein wenig Geduld bis 2020 :Smile

lg Herbert :Drink

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Re: Flanders Red Ale

#181

Beitrag von Hopfenfürst » Sonntag 13. Januar 2019, 17:12

https://www.dehner.at/produkte/weinfass ... 002720266/

Taugt das Fass was für ein Sauerbier? Holzgeschmack ist zwar nicht meine Absicht, aber ich hätte gerne ein Fass in dem sich die Gärhelferlein einnisten können und ich immer nur das leicht vorvergorene Jungbier reinschlauche. Aber wie bekomme ich den Holzgeschmack möglichst raus?
Oder lieber einfach in einem Glasballon vergären?

Edit: Ok habe aus Naivität übersehen, dass das Teil aus Kunststoff ist... Da ist Glas wahrscheinlich die bessere Variante

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Re: Flanders Red Ale

#182

Beitrag von ggansde » Sonntag 13. Januar 2019, 17:18

Moin,
das Fass ist aus Plastik.
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Re: Flanders Red Ale

#183

Beitrag von gulp » Sonntag 13. Januar 2019, 17:23

Hopfenfürst hat geschrieben:
Sonntag 13. Januar 2019, 17:12
https://www.dehner.at/produkte/weinfass ... 002720266/

Taugt das Fass was für ein Sauerbier? Holzgeschmack ist zwar nicht meine Absicht, aber ich hätte gerne ein Fass in dem sich die Gärhelferlein einnisten können und ich immer nur das leicht vorvergorene Jungbier reinschlauche. Aber wie bekomme ich den Holzgeschmack möglichst raus?
Oder lieber einfach in einem Glasballon vergären?
Nein, Holzgeschmack wirst du bei einem Polyethylen-Faß sowieso nicht bekommen und die Helferlein werden sich schwer tun sich da einzunisten, oder auch nicht, wenn man das innen aufraut. Meinereiner nimmt da ein richtiges Eichenfaß. :Greets

Gruß
Peter
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Re: Flanders Red Ale

#184

Beitrag von docpsycho » Samstag 19. Januar 2019, 21:32

Gude,

et tat sich mal wieder was im Zauberkeller. Wir haben eine Erste Probe (60 Flaschen a 0,75l) abgefüllt.
IMG-20181230-WA0000.jpg
Pellicel
Das riecht und schaut schon mal ganz gut aus.
IMG-20190119-WA0011.jpg
Schöne Farbe
Auch im Gals macht es eine gute Figur. Es ist unglaublich klar und recht rot geworden. Ohne schaum könnte man es fast mit Cognac verwechseln. Geschmacklich ist es äußerst ausgewogen. Für meinen Geschmack könnte es saurer sein aber die Gegenprobe in der Belgischen Kneipe gegenüber ergab einen wirklich ähnlichen Säuregehalt und Geschmack. Was wir allerdings keine Spur haben ist Essigsäure, zumindest konnte das niemand erschmecken.
IMG-20190119-WA0003.jpg
Produktionskette
Das ganze ist die Produktionskette, die Hand mit Flasche im Vordergrund hat gespült, den Rest sieht man.
IMG-20190119-WA0006.jpg
Optisch schön
Und zum Schluss noch etwas fürs Auge.

Wie gesagt, wir haben jetzt knapp 45l abgefüllt. Zum einen natürlich für Romrod und natürlich auch zum kosten. Der freigewordene Platz wird demnächst aufgefüllt und noch etwas weiter gelagert. Es kann nur besser werden. :Drink

Grüße, Felix
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Re: Flanders Red Ale

#185

Beitrag von glassart » Samstag 19. Januar 2019, 21:48

Super Felix :thumbsup ,

ich habe bei meinem ziemlich die gleichen geschmacklichen Beschreibungen
-Farbe wunderschön rot
-glasklar
- keine Essigsäure
- evt. etwas mehr Säure würde auch nicht stören
-fantastische Kirscharomen.

Na da bin ich schon mal gespannt ob ich ein Schlückchen auf Romrod "abbekomme" :Bigsmile

Habt ihr noch Hefe zugegeben oder nur Zucker ?

Ihr füllt mit einem frischen Sud wider auf ?

lg Herbert :Drink

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Re: Flanders Red Ale

#186

Beitrag von docpsycho » Samstag 19. Januar 2019, 23:05

Gude Herbert,

wegen Kosten, schreib mal Paule an, ich muss Romrod leider sausen lassen.

Hefe haben wir weggelassen und rechnen einfach mit einer längeren Nachgärzeit. Mal sehen was das gibt.

Ansonsten bin ich ein bisschen traurig deine Abfüllung nicht kosten zu können. Wenn alle Stricke reisen, schicken wir uns mal Kostproben.

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Re: Flanders Red Ale

#187

Beitrag von ggansde » Sonntag 20. Januar 2019, 19:49

Moin,
habe am WE ausgiebig im Flaschen gefüllt. Darunter auch 40 L Sauerbier. Nun noch schnell meine Brett-KEG reinigen und dann ab mit meinem Red Ale zur Karbonisierung ins KEG. Wenn es gut geworden ist bringe ich es nach Romrod mit.
VG, Markus
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Re: Flanders Red Ale

#188

Beitrag von Tozzi » Samstag 23. Februar 2019, 01:20

Ich hab meins heute auch nochmal verkostet.
Ist jetzt ziemlich genau seit 1 Jahr im Gärbehälter.
Seit ich vor ca. 5 Monaten das letzte mal probiert habe, hat sich einiges getan:
Das Bier ist jetzt wirklich rötlich, und nicht mehr braun, es hat sich etwas mehr Säure gebildet, und es ist tatsächlich um einiges komplexer und mehrdimensionaler geworden. Man darf also wirklich nicht zu früh aufgeben, da tut sich auch nach einem halben Jahr noch eine Menge.
Essignoten hat es noch so gut wie gar nicht, deshalb warte ich jetzt mit der Abfüllung noch bis nach Romrod.

Ich werde es wieder in Sektflaschen füllen, und per Flaschengärung karbonisieren.
Würdet Ihr nochmal frische Hefe dazugeben, oder soll ich warten, bis die Brett "aufwacht"?
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Flanders Red Ale

#189

Beitrag von glassart » Samstag 23. Februar 2019, 13:14

Stephan, bei mir ist die Brett wach geworden und hat jetzt 6 Wochen nach Abfüllung schon mittelgradig karbonisiert. Ich dneke in 1 Monat sollte es dann passen -ich hatt es zuvor zu kalt im Keller.

lg Herbert

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Re: Flanders Red Ale

#190

Beitrag von Captain Brewley » Sonntag 17. März 2019, 23:01

Ich hab gestern zum ersten Mal ein Flanders Red gebraut. Hab mich hauptsächlich an das Rezept aus American Sour Beers gehalten. Also gleich nach dem Kühlen die Hefe, eine Packung Roeselare Blend und je einen Bodensatz vom Lost Abbey - Red Poppy und Hanssens - Oude Kriek rein.
Ich werde sicher nicht warten können bis das Bier reif ist, dass ich einen zweiten Versuch starte.

Wenn die Gärung nicht komplett daneben geht, würde ich die Bakterien-Hefe-Mischkultur gern aufheben und für weitere Biere verwenden. Hierzu Frage 1: Was passiert, wenn ich diese "Mischkultur" für eine Würze verwende, die dafür nicht geeignet ist, sprich hohe Stammwürze, viel Hopfen? Sterben dann die Lactos und nur die Hefen und Brett überleben?


Frage 2: Woher bekommt ihr eure Sauerkirschen?

Grüße,
Gunter

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Re: Flanders Red Ale

#191

Beitrag von bierhistoriker.org » Montag 18. März 2019, 12:20

Hallo Gunter,

willkommen in er Welt der "flandrischen Sauren"!

Die Idee, die Roselaere mit den Bodensätzen von anderen Sauerbieren zu unterstützen, ist grundsätzlich super. Hanssen kann jedoch ein Problem sein: Vor Jahren sollen die im Sommer, als die ganze Familie in Urlaub war, ein ausgelaufenes Fass gehabt haben. Aufgrund der hohen Temperaturen hat der Acetobacter da eine Riesen-Party gefeiert. Seitdem sin fast alle Biere von Hanssen sehr "acetös". Hatte vor 2 Wochen drei verschiedene getrunken - da erblasst so mancher Balsamico vor Neid... :Shocked
Du kannst aber mögliche negative Folgen im Bier gering halten, wenn die Lager-Temperatur immer unter 18-20°C bleibt.

Frage 1: Die Stammwürze macht dem Lacto m.W. wenig, der Hopfen manchmal schon. Bei L. buchneri liegt die Empfehlung bei unter 10 IBU,
L. brevis wiederum ist sehr "hopfentolerant". Ich befürchte, dass in der Roselaere leider der "klassische" L.buchneri ist ....

Frage 2: Fahr in der Erntezeit nach Brüssel und versuche, Scharbeekse Krieken zu bekommen.
Sonst erntefrische Sauerkirschen
Tiefkühl-Sauerkirschen gehen auch. ( Vermeide Konserven - schmeckt man leider ´raus)


Cheers


Jürgen

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Re: Flanders Red Ale

#192

Beitrag von Captain Brewley » Montag 18. März 2019, 12:37

bierhistoriker.org hat geschrieben:
Montag 18. März 2019, 12:20
Die Idee, die Roselaere mit den Bodensätzen von anderen Sauerbieren zu unterstützen, ist grundsätzlich super. Hanssen kann jedoch ein Problem sein: Vor Jahren sollen die im Sommer, als die ganze Familie in Urlaub war, ein ausgelaufenes Fass gehabt haben. Aufgrund der hohen Temperaturen hat der Acetobacter da eine Riesen-Party gefeiert. Seitdem sin fast alle Biere von Hanssen sehr "acetös". Hatte vor 2 Wochen drei verschiedene getrunken - da erblasst so mancher Balsamico vor Neid... :Shocked
Du kannst aber mögliche negative Folgen im Bier gering halten, wenn die Lager-Temperatur immer unter 18-20°C bleibt.
Ich hab das Bier natürlich vorher getrunken und fand es nicht auffällig sauer, zumindest nicht saurer als andere Krieks. Meine Flasche war von 2017. Ich glaube, da muss ich mir weniger Sorgen machen. Über 18°C wird die Temperatur im Keller auch erst in frühestens 3 Monaten steigen.

Frage 1: Die Stammwürze macht dem Lacto m.W. wenig, der Hopfen manchmal schon. Bei L. buchneri liegt die Empfehlung bei unter 10 IBU, L. brevis wiederum ist sehr "hopfentolerant". Ich befürchte, dass in der Roselaere leider der "klassische" L.buchneri ist ....
Das war aber eigentlich mein Ansinnen: ein Starkbier mit - sagen wir - 50 IBU mit dem Gezücht ansetzen, dann müssten ja die Lactos aufgeben und ich hätte eine Hefe-Brett-Mischung, die mir die Würze vergärt. Oder hab ich da einen Denkfehler?

Frage 2: Fahr in der Erntezeit nach Brüssel und versuche, Scharbeekse Krieken zu bekommen.
Sonst erntefrische Sauerkirschen
Tiefkühl-Sauerkirschen gehen auch. ( Vermeide Konserven - schmeckt man leider ´raus)
Den Aufwand kann ich nicht betreiben, aber ich meinte eigentlich eure Bezugsquellen für TK Sauerkirschen.

Gunter

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Re: Flanders Red Ale

#193

Beitrag von tbln » Montag 18. März 2019, 14:51

Tipp bzgl. Informationen zu Bodensätze belgischer Lambic Produzenten: Acid and Volatiles of Commercially-Available Lambic Beers

Hanssens ist eine "Blenderei" und keine eigenständige Brauerei. Die genaue Zusammensetzung von Hefen und Bakteren wird also mit jedem Blend variieren. Auf lambic.info wird erwähnt, dass auf Lindemans, Girardin und Boon zurückgegriffen wird. Hatte ja bereits meine Erfahrungen mit Hanssens und Cantillon Bodensätzen gepostet. Die Kultur mit dem Bodensatz von Hanssens hab ich verworfen.
Captain Brewley hat geschrieben:
Sonntag 17. März 2019, 23:01
Wenn die Gärung nicht komplett daneben geht, würde ich die Bakterien-Hefe-Mischkultur gern aufheben und für weitere Biere verwenden. Hierzu Frage 1: Was passiert, wenn ich diese "Mischkultur" für eine Würze verwende, die dafür nicht geeignet ist, sprich hohe Stammwürze, viel Hopfen? Sterben dann die Lactos und nur die Hefen und Brett überleben?
Grundsätzlich muss man festhalten, dass Hopfen weder Lactobacillus noch Pediococcus "abtötet". Diverse Hopfenkomponenten hemmen Prozesse verschiendener Milchsäurebakterien unterschiedlich starkt. Pediococcus ist langsamer in der Säureproduktion allerdings auch deutlich hopfentoleranter. Bakterienfrei bekommst du die Mischkultur durch Hopfeneinsatz nicht.

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Re: Flanders Red Ale

#194

Beitrag von bierhistoriker.org » Montag 18. März 2019, 16:43

tbln hat geschrieben:
Montag 18. März 2019, 14:51
Hanssens ist eine "Blenderei" und keine eigenständige Brauerei. Die genaue Zusammensetzung von Hefen und Bakteren wird also mit jedem Blend variieren. Auf lambic.info wird erwähnt, dass auf Lindemans, Girardin und Boon zurückgegriffen wird.
Genau genommen sind auch die Lambik-Brauer "steker"/"blender", da die Geuzen immer aus 1, 2, und manchmal 3 jährigen Lambiks verschnitten werden. Die Zusammensetzung des "Getiers" ist von Foeder zu Foeder oft unterschiedlich. Deshalb sind da nicht die Brauer die kreativen Künstler, sondern die Steker, die die verschiedenen Lambiks assemblieren, um einen möglichst kontinuierlichen Geschmack sicherzustellen . Hohe Kunst!
Boon vertreibt seit 2010 sogenannte Mono-VAT-Editionen (VAT 44 war das erste)= unverschnittene Geuzen. Kann ich nur jedem empfehlen, da mal ein paar unterschiedliche nebeneinander zu probieren - Massen an Aha-Erlebnissen garantiert!
Wegen des hohen Erfolges erscheinen seit jüngerer Zeit auch manchmal mehrere Editionen pro Jahr, da kann man gut gleichaltrige vergleichen.

-"Der Brauer macht das Lambik, das Fass, das macht das Bier" :Bigsmile

Lambic.info ist eine geniale Seite, die natürlich von Amerikanern betrieben wird. Da ist der Sauerbier-Enthusiasmus seit langem ungebrochen!

Cheers

Jürgen
PS @ Gunter: Zu glauben, du könntest über derartige Mischungen herrschen, ist ein frommer Wunsch! Die herrschen über dich .... :Bigsmile

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Re: Flanders Red Ale

#195

Beitrag von Captain Brewley » Samstag 6. April 2019, 22:15

Ich habe heute mein vor 3 Wochen gebrautes Flanders Red vom Gärfass in einen Glasballon mit Eichenwürfel umgefüllt. Natürlich musste ich das Bier auch verkosten. Wirklich äußerst viel versprechend und wesentlich besser als ich es mir nach dieser kurzen Zeit erwartet hätte: deutliche, aber angenehme Brett-Aromen, vergleichbar mit Orval. Ich denke, dass es so schon schmecken würde, hat aber noch über 5°P, also geht die Reise weiter...

Natürlich habe ich das Sediment aus Hefe und Bakterien geerntet und in den Kühlschrank gestellt. Hier würde ich es gerne ein paar Monate aufbewahren. Wie mache ich das am besten? Alle paar Wochen neue Starterwürze (aus Malzextrakt auf 8-10°P) und Hefenährsalz? Reicht das?

Grüße,
Gunter

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Re: Flanders Red Ale

#196

Beitrag von docpsycho » Freitag 26. April 2019, 13:18

Gude,

die kürzlich abgefüllt en Liter wurden wieder aufgefüllt. Die bisher noch etwas unterkarbonisierten Flaschen werden jetzt auch langsam. Wenn man denen noch 2-3 Monate gibt, sind sie wunderbar aufkarbonisiert, schätze ich mal.
IMG-20190424-WA0005.jpg
Captain Brewley hat geschrieben:
Samstag 6. April 2019, 22:15

Natürlich habe ich das Sediment aus Hefe und Bakterien geerntet und in den Kühlschrank gestellt. Hier würde ich es gerne ein paar Monate aufbewahren. Wie mache ich das am besten? Alle paar Wochen neue Starterwürze (aus Malzextrakt auf 8-10°P) und Hefenährsalz? Reicht das?
Nee nix, einfach aufheben und am Ende einen starter machen, oder langfristig kannst du es dir auch unter NaCl legen oder was es sonst noch an Möglichkeiten gibt. Aufgrund der unterschiedlichen Wachstumsquoten der Bakterien und Hefen empfiehlt man einen Starter allerdings eher nicht, da sich sonst die Zusammensetzungsverhältnisse ändern aber ganz im Ernst, mach einfach, im schlimmsten Fall schmeckt es anders.

Grüße, Felix
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Re: Flanders Red Ale

#197

Beitrag von Captain Brewley » Samstag 15. Juni 2019, 23:22

Ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass sich Geduld auszahlt. Mein Flanders Red steht seit März im Keller mit einem Restextrakt von ca. 5,8%. Ich war schon beunruhigt, konnte meine Hände aber in Zaum halten (hab in der Zwischenzeit andere Biere gebraut). Heute schau ich nach: RE ist auf ca. 5% gefallen und es bildet sich eine Art Pellicle mit großen Blasen. Somit werde ich das Bier weiterhin in Ruhe lassen und in absehbarer Zeit das 2. Batch brauen.

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Re: Flanders Red Ale

#198

Beitrag von Butterbrot » Sonntag 16. Juni 2019, 16:20

Captain Brewley hat geschrieben:
Samstag 6. April 2019, 22:15
Ich habe heute mein vor 3 Wochen gebrautes Flanders Red vom Gärfass in einen Glasballon mit Eichenwürfel umgefüllt.
Hallo Gunter,

Bleiben die Eichenwürfel dann während der gesamten Reifung drin?

Gruß,
Daniel

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Re: Flanders Red Ale

#199

Beitrag von Captain Brewley » Sonntag 16. Juni 2019, 16:31

Butterbrot hat geschrieben:
Sonntag 16. Juni 2019, 16:20
Captain Brewley hat geschrieben:
Samstag 6. April 2019, 22:15
Ich habe heute mein vor 3 Wochen gebrautes Flanders Red vom Gärfass in einen Glasballon mit Eichenwürfel umgefüllt.
Hallo Gunter,

Bleiben die Eichenwürfel dann während der gesamten Reifung drin?

Gruß,
Daniel
Bei mir schon, denn es waren nicht mal 2 g/l und irgendwann geben sie wahrscheinlich nicht mehr viel Geschmack ab. Ich will so wenig wie möglich herum panschen müssen.

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Re: Flanders Red Ale

#200

Beitrag von DarkUtopia » Sonntag 7. Juli 2019, 14:41

Ich brauch mal eure Hilfe, mein Bier steht seit Februar 2019 mit Brett im. Glasballon. Ich hab mal vor einem halben Jahr gemessen und jetzt wurde ich noch mal messen und dann abfüllen. Ist das noch gut? Was erwartet mich? Hefe repichen?

Danke

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