Bier Brauen - Jan Brücklmeier

Hier sollten Infos und Besprechungen über Fachliteratur der Brautechnik rein (incl. Onlinematerial).
Forumsregeln
Dieses Unterforum ist den Bücher- und Textnerds unter dem Hobbybrauern gewidmet. Hier können (Fach)Bücher, wissenschaftliche Artikel und besondere Blogposts verlinkt, zusammengefasst und besprochen bzw. darüber diskutiert werden.

Wenn ihr etwas vorstellt, wäre es super, wenn ihr auch eine Meinung dazu habt.

Fernsehsendungen, Zeitungsschnipsel (u.A. über 500 Jahre RHG) und allgemeine Webseitenvorstellungen ("Neues Bierratingportal") gehören eigentlich in das Subforum "Hobbybrauer Allgemein".
Benutzeravatar
§11
Moderator
Moderator
Beiträge: 5280
Registriert: Freitag 30. Oktober 2015, 08:24

Re: Bier Brauen - Jan Brücklmeier

#151

Beitrag von §11 » Sonntag 9. Dezember 2018, 13:04

Ich finde eure Diskussion durchaus spannend, wollte aber anmerken das Ihr dazu wohl besser einen eigenen Fafen aufmachen solltet :Wink

Schöne Grüße

Jan
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
https://headlessbrewer.wordpress.com/

Benutzeravatar
Chrissi_Chris
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1752
Registriert: Donnerstag 22. Dezember 2016, 10:51
Wohnort: Damme

Re: Bier Brauen - Jan Brücklmeier

#152

Beitrag von Chrissi_Chris » Sonntag 9. Dezember 2018, 14:24

gulp hat geschrieben:
Sonntag 9. Dezember 2018, 11:11
"Flauschige 20 Grad im Wohnzimmer" werden also auch won Wyeast akzeptiert.
...aber nicht von mir. Wenn ich Kölsch will, braue ich das richtig und nicht mit einer zu warm vergorenen 34/70.
Wer noch einen eingermaßen intakten Geschmackssinn hat, wird den Unterschied zwischen warm und kalt vergoren bemerken. :Greets

Gruß
Peter

Holla....😂 bei einer Blindverkostung bin ich mir sicher das hier 99% im Forum einen Scheiß herausschmecken...
das das mittlerweile vollkommen überspitzt dargestellt wird ist ja nun hinreichend bekannt.
Und bei HOBBY Brauer die Herstellerabgaben anzweifeln und sogar wiedersprechen kann ich nur lachen...
Hier werden Ales mit Altbierhefen gebraut und was weiß ich nicht alles, Problem an der ganzen Sache ich hier immer wer sowas schreibt!

Ein langjähriges Forums Mitglied dann stört es keinen platzt hier ein neuer Motovierter Hobby Brauer herein dann wird das immer total kritisch gesehen.
Sicherlich haben die meisten mit einigermaßen Intakten Geschmacksnerven auch schon längst gemerkt das Veltins seit Jahrzehnten warm vergärt.

Problem an der ganzen Sache ist hier auch die engstirnigkeit der „alten HOBBY Brauer Hasen „
Ging noch nie so, wurde noch nie so gemacht, kann nicht klappen ...

Einfach mal ausprobieren und dann mitreden!
Einige Hersteller stellen sogar uneingeschränkt frei ob Rehydrieren oder sogar das absolute Tabu Thema hier im Forum „Aufstreuen“...

Ich weiß einige wissen jetzt wieder mehr als die Hersteller.
Das alles hat auch nichts mit schlechtem Bier zu tun aber wenn ich überlege wie ich hier unwissend reingestolpert bin vor über 2 Jahren und dann meine eigenen Erfahrungen gemacht habe kann ich sicher sagen das hier aus vielen Sachen eine richtige Wissenschaft gemacht wird um das ganze dann wieder zu aufzuheben 1 Jahr später.

Wenn man mal etwas im alten Forum gestöbert hat dann sieht man das das ganze wie so ein Modetrend geht, ab und zu werden die Schlaghosen wieder ausgekramt die dann super toll sind um nach einem Jahr zu sagen wie unmodern die doch nun wieder sind.

Frohen 2. Advent euch allen 😘

LG Chris
Keine Signatur ist auch eine Signatur

Neubrauer
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 77
Registriert: Mittwoch 9. September 2015, 09:26

Re: Bier Brauen - Jan Brücklmeier

#153

Beitrag von Neubrauer » Sonntag 9. Dezember 2018, 15:44

§11 hat geschrieben:
Sonntag 9. Dezember 2018, 13:04
Ich finde eure Diskussion durchaus spannend, wollte aber anmerken das Ihr dazu wohl besser einen eigenen Fafen aufmachen solltet
Aber es ist doch bemerkenswert, dass z.B. im Falle von Fermentis T-58 der Hersteller 15-20°C als Gärtemperatur angibt, das Buch "Bier brauen" , S.452, aber als 20-35°C. Irgendwie müsste man den Unterschied doch im Text erklären. Oder ist es ein bekannter Fehler von Fermentis? Sollte man den Hersteller davon informieren?

Dr.Edelherb

Re: Bier Brauen - Jan Brücklmeier

#154

Beitrag von Dr.Edelherb » Sonntag 9. Dezember 2018, 16:09

STRAIN: 3724
Belgian Saison ™
Temperature Range
70 - 95 (21-35°C)
Quelle Wyeast

Die Hefe war mal der Grund das ich sehr viel putzen musste....
Damals tat sich etliche Tage nichtsmehr (bei ca. 25°C) und ich war der Meinung ich könnte abfüllen, zur Nachgärung standen die (5L Fässchen) noch etwas wärmer (Sommer und aufgeheizter Raum) und die bis dato eingepennte Hefe hat wieder losgelegt.
Von daher absolut richtig das die Saison Hefe hohe Temperaturen braucht um fertig zu werden bzw. nicht zu stoppen.

Benutzeravatar
Marcus_OL
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 41
Registriert: Mittwoch 26. April 2017, 20:17
Wohnort: Oldenburg

Re: Bier Brauen - Jan Brücklmeier

#155

Beitrag von Marcus_OL » Sonntag 9. Dezember 2018, 20:01

Danke für deine Stellungnahme, chaos-black, aber das ist schon ok,
denn wir Norddeutschen haben eh keine Ahnung wie ein Pils schmecken muss! :thumbup
Bier wird´s doch immer? :Bigsmile

Und zum heiligem Thema "Hefe aufstreuen", viel Spaß mit diesem Artikel von Fermentis:
https://fermentis.com/en/news-from-ferm ... -pitching/

Benutzeravatar
Tozzi
Moderator
Moderator
Beiträge: 3915
Registriert: Montag 22. Februar 2016, 23:17
Wohnort: München

Re: Bier Brauen - Jan Brücklmeier

#156

Beitrag von Tozzi » Sonntag 9. Dezember 2018, 23:07

Hier werden mal wieder viele Dinge durcheinandergeworfen und munter aneinander vorbeigeredet. :Ahh

Temperatur ist eben nicht der einzige Faktor.
Und eine Kontrollgruppe von 3-10 Leuten ist eben keine aussagekräftige Kontrollgruppe.
Nur weil diese keinen Unterschied schmeckt, heißt das noch lange nicht, dass es keinen gibt.
Dass Hersteller von für Hobbybrauern bestimmten Hefepackungen die Temperaturen höher angeben, liegt sicherlich auch daran, dass sie zufriedene Kunden haben wollen und möglichst viel von ihrem Produkt verkaufen möchten.
Dass eine Temperatur, bei der sich die Hefe wohl fühlt, nicht unbedingt das geschmacklich beste Resultat bringt, zumindest nicht nach objektiven Maßstäben, so weit diese anwendbar sind, liegt auf der Hand.
Die Gärung läuft halt für den Laien scheinbar besser ab, auch bei Underpitching, und somit ist dann die Mehrheit zufrieden.

Ein drucklos bei 25˚C untergärig vergorenes Pils aus aufgestreuter Trockenhefe mag dem einen oder anderen (oder sogar einer 10-köpfigen "Kontrollgruppe") subjektiv lecker schmecken.
Wenn jedoch behauptet wird, das mache keinen Unterschied, geht mir gelinde gesagt der Hut hoch.
Das sind bestenfalls "alternative facts".
Aber jedem das Seine. Für den, der's mag, das Höchste. Katzen mögen Mäuse...

Jans Buch liegt Wissenschaft zugrunde.
Teils exakt, teils empirisch, aus Erfahrung von Generationen von Brauern.
Wer diese Erkenntnisse anzweifelt, eröffnet bitte einen neuen Faden, denn sonst kommen wir hier vom Hundertsten ins Tausendste.
Viele Grüße aus München
Stephan

Benutzeravatar
Malzwein
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2375
Registriert: Mittwoch 12. September 2012, 09:39

Re: Bier Brauen - Jan Brücklmeier

#157

Beitrag von Malzwein » Montag 10. Dezember 2018, 11:36

Tozzi hat geschrieben:
Sonntag 9. Dezember 2018, 23:07

... nicht unbedingt das geschmacklich beste Resultat bringt, zumindest nicht nach objektiven Maßstäben
Objektivität beim Geschmack? Da geht mir der Hut hoch. Wir hatten doch schon alle den wunderbaren Urlaubswein, der sich zu Hause als ungenießbare Plörre herausstellt. Geschmack ist m.E. kein statischer Zustand!

"Auf der Basis von Studienergebnissen schätzt man, dass etwa die Hälfte der Weltbevölkerung zu den Normalschmeckern zählt und jeweils etwa ein Viertel Super- bzw. Nichtschmecker sind." Wikipedia

Für Europa mag das anders aussehen (ja, die Ethnie spielt eine Rolle), aber die Mehrzahl kann sich doch einig sein, nicht über die "Ausnahmen" diskutieren müssen. Wenn sich das Viertel der Superschmecker über Fehlaromen durch aufgestreute Hefe echauffiert, kann ich (der definitiv nicht dazu gehört) nur sagen: "Mir doch egal!". Warum soll ich Aromen vermeiden, die ich nicht schmecken kann, Töne verbessern, die ich nicht hören kann oder Farben optimieren, die ich nicht sehen kann? So wie es die meisten Menschen nicht können. Wenn es dann die "Superschmecker" anders empfinden, macht es halt für euch anders, mit der Mehrzahl hat das aber nichts zu tun.

Vielleicht wäre das mal ein schöner Punkt auf diversen Hobbybrauertreffe. Eine echte Blindverkostung: drei bis fünf Proben, neutrales Umgebung und keine Zeugen und Kommentare beim Verkosten und Bewerten (wie einzelne Blicke oder Kommentare das Geschmacksempfinden beeinflussen können, habe ich schon mehrfach erleben dürfen). Da gibt es viele Varianten: Kaufbiere untereinander, das Selbsgebraute herausfinde, das Obergärige, das Hefe aufgestreute etc. Ich bin sicher, das wäre sehr ernüchtern.
Gruß Matthias

Jep, Bier wird´s immer... meist auch trinkbar und manchmal ist es richtig gut! :P

Benutzeravatar
Tozzi
Moderator
Moderator
Beiträge: 3915
Registriert: Montag 22. Februar 2016, 23:17
Wohnort: München

Re: Bier Brauen - Jan Brücklmeier

#158

Beitrag von Tozzi » Montag 10. Dezember 2018, 12:04

Schön selektiv zitiert hast Du mich da.
Tozzi hat geschrieben:
Sonntag 9. Dezember 2018, 23:07
"Mir doch egal!"
Mir auch. Ihr könnt Euer Pils meinetwegen auch bei 36 Grad vergären, ich muss es ja nicht trinken.
Wollen wir jetzt bitte Jans Wunsch respektieren und diese Diskussion (ohne mich) woanders weiterführen?
Viele Grüße aus München
Stephan

Benutzeravatar
§11
Moderator
Moderator
Beiträge: 5280
Registriert: Freitag 30. Oktober 2015, 08:24

Re: Bier Brauen - Jan Brücklmeier

#159

Beitrag von §11 » Montag 10. Dezember 2018, 12:22

Vielleicht wäre das mal ein schöner Punkt auf diversen Hobbybrauertreffe. Eine echte Blindverkostung: drei bis fünf Proben, neutrales Umgebung und keine Zeugen und Kommentare beim Verkosten und Bewerten (wie einzelne Blicke oder Kommentare das Geschmacksempfinden beeinflussen können, habe ich schon mehrfach erleben dürfen). Da gibt es viele Varianten: Kaufbiere untereinander, das Selbsgebraute herausfinde, das Obergärige, das Hefe aufgestreute etc. Ich bin sicher, das wäre sehr ernüchtern.
Ok, die Diskussion hat jetzt zwar so rein gar nichts mehr mit dem Titel zu tun, aber da meine Hinweise ungehört verhallen, scheint es ja niemanden zu stören.

Jetzt wird deine Argumentation natürlich sein das ich zu den Superschmeckern gehöre.... Aber genau solche Verkostungen habe ich schon des öfteren gemacht und ich schmecke einen Unterschied. Ich verkoste sehr viel Homebrew und ich kann vielen Hobbybrauen sagen wo ich Potential sehe und in 90% der Fällen trifft das auch zu. Wenn ich ein Lager verkoste und es hat sehr estrige Aromen, passt meistens die Anstelltemperatur und/ oder die Gärtemperatur nicht und siehe da in den meisten Fällen stimmt das.

Bei deiner Argumentation geht mir gelinde gesagt der Hut hoch. Mit deiner eigenen Argumentation, warum soll ich mich damit zu Frieden geben das 75% mein Bier als trinkbar empfinden wenn ich weiß wie es richtig gehen würde? Wobei hier zu klären wäre ob der Fehler einer warm Vergorenen 34/70 wirklich nur dem „Superschmecker“ auffällt.

Jeder kann (und soll) machen was er will. Wenn dir dein Bier so schmeckt wie es ist, dann ist das doch für dich in Ordnung. Wo mir der Hut hochgeht ist wenn man versucht messbare Fakten wegzudiskutieren. Es sagt niemand das du irgendetwas an deiner Vorgehensweise ändern sollst, aber bitte erwarte nicht das ich „Fakten“ die durch die reine Verkostung von 5 Hobbybrauern „belegt“ wurden den Vorzug gegenüber wissenschaftlichen Arbeiten gebe, die von Leuten stammen die sich zeitlebens mit der Materie befasst haben. Da bin ich leider zu sehr Naturwissenschaftler.

Gruß

Jan
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
https://headlessbrewer.wordpress.com/

Benutzeravatar
haefner
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 483
Registriert: Montag 12. Dezember 2016, 09:06
Wohnort: Württemberg

Re: Bier Brauen - Jan Brücklmeier

#160

Beitrag von haefner » Montag 10. Dezember 2018, 12:25

Das ist halt mal wieder typisch für unsere Zeit. Scheinbar ALLES was früher praktiziert, erlernt, gelehrt und gelebt wurde wird in der Moderne in Frage gestellt oder gar als absurd bezeichnet. Die studierten Braumeister müssen früher alle dumm oder sturköpfig gewesen sein, schließlich wurde ein erheblicher Aufwand (und Kosten!) betrieben, um kühl vergären zu können, was angeblich überhaupt keinen Unterschied ausmacht. Tut mir Leid dass der Text etwas polemisch daher kommt, aber ich finde dieses Swingerclub Motto "Alles kann, nichts muss" vor allem in einem Hobby was überwiegend auf beleg und messbare Wissenschaft fußt, einfach nur müßig.

Micha

Benutzeravatar
Dawnrazor
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 106
Registriert: Freitag 9. September 2016, 10:31
Wohnort: Dortmund

Re: Bier Brauen - Jan Brücklmeier

#161

Beitrag von Dawnrazor » Montag 10. Dezember 2018, 13:10

§11 hat geschrieben:
Montag 10. Dezember 2018, 12:22
... „Fakten“ die durch die reine Verkostung von 5 Hobbybrauern „belegt“ wurden den Vorzug gegenüber wissenschaftlichen Arbeiten gebe, die von Leuten stammen die sich zeitlebens mit der Materie befasst haben. Da bin ich leider zu sehr Naturwissenschaftler.

Gruß

Jan
darauf musste ich doch glatt mal das Buch bestellen. :Smile
Grüße aus Dortmund
Jens

Benutzeravatar
Bierokrat
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 418
Registriert: Donnerstag 29. Dezember 2016, 20:53
Wohnort: 30 km südlich von Nürnberg

Re: Bier Brauen - Jan Brücklmeier

#162

Beitrag von Bierokrat » Montag 10. Dezember 2018, 20:53

Dawnrazor hat geschrieben:
Montag 10. Dezember 2018, 13:10
darauf musste ich doch glatt mal das Buch bestellen. :Smile
Gute Wahl! :thumbup
Prost!

Neubrauer
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 77
Registriert: Mittwoch 9. September 2015, 09:26

Re: Bier Brauen - Jan Brücklmeier

#163

Beitrag von Neubrauer » Montag 10. Dezember 2018, 21:23

Dr.Edelherb hat geschrieben:
Sonntag 9. Dezember 2018, 16:09
STRAIN: 3724
Belgian Saison ™
Temperature Range
70 - 95 (21-35°C)
Quelle Wyeast
.....................
Von daher absolut richtig das die Saison Hefe hohe Temperaturen braucht um fertig zu werden bzw. nicht zu stoppen.
Danke; jetzt glaube ich den Fehler in der Hefe-Tabelle, S.452, gefunden zu haben. Da sind ja Wyeast 3724 und Fermentis T-58 in der gleichen Gruppe (und mit den gleichen Temperaturen). T-58 ist aber nicht die Saison-Hefe von Fermentis (wie 3724 die Saison-Hefe von Wyeast ist). Die Saison-Hefe von Fermentis ist BE-134 mit dem Temperatur-Bereich (ideal) 18-28°C – was nahe an den Wyeast-Angaben liegt. Und sollte auch, weil die Hefe gleich ist: Saccharomyces cerevisiae var. diastaticus. Siehe https://fermentis.com/wp-content/upload ... eutsch.pdf

Antworten