Imperial Yeast W15 "Suburban Brett"

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Imperial Yeast W15 "Suburban Brett"

#1

Beitrag von Tozzi » Mittwoch 16. Mai 2018, 01:44

Servus zusammen,

hat schon jemand von Euch Erfahrungen mit dieser Hefe gesammelt?

Beschreibung des Herstellers:
"Suburban Brett is Brettanomyces yeast that works great as a secondary aging strain. It really shines when used in wood barrels and will produce complex and balanced aromas of sour cherry and dried fruit. It can also be used for as a primary strain for brett only beers"

Ich plane momentan als nächsten oder übernächsten Sud ein Kettle Sour zu machen, aus Feigheit erst mal mit einer Lactobacillus Brevis Reinkultur (WLP672).
Zu den 50 Litern Würze möchte ich dann noch 6 Kg Aprikosenpüree geben (evtl. mit etwas Pektinase).

Nun schwanke ich noch hin und her zwischen WLP644 "Saccharomyces Bruxellensis Trois", welche ja früher fälschlich als Brett klassifiziert war, aber wohl eine Saccharomyces Cerevisiae var. Diastaticus ist, oder eben einer "echten" Brett Hefe.
Ich will aber vor allem komplex-fruchtige Ester haben, und möglichst keinen Pferdeschweiß/-stall und auch keinen Blauschimmelkäse.
Fruit, not funk, sozusagen.
Soll auch nicht ein halbes Jahr dauern, bis das fertig ist. Eher sowas an die 4 Wochen wäre gut.

Die anderen typischen Vertreter (WLP645, 648 sowie Yeast Bay) scheinen alle überall vergriffen zu sein im Moment.

Sollte die wirklich noch niemand verwendet haben, probiere ich sie mal aus, denke ich. Eventuell auch in Kombi mit der WLP644.
Oder ist der Ansatz schon vom Prinzip her doof und es wäre besser, eine WY1007 (German Ale) zu nehmen?
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Imperial Yeast W15 "Suburban Brett"

#2

Beitrag von tbln » Mittwoch 16. Mai 2018, 10:50

WLP Übersicht ab Folie 140 YeastEssentialsBoulder2016.pdf. Zusätzlich sehr interessant: brettanomycesproject.com.

Imperial Strain: https://www.facebook.com/groups/MilkThe ... 539855186/.

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Re: Imperial Yeast W15 "Suburban Brett"

#3

Beitrag von DarkUtopia » Mittwoch 16. Mai 2018, 14:28

Hallo, ich habe damit gebraut und seit dem(Februar) ist das Bier im Glascarboy eingesperrt, am Samstag werde ich das erste mal probieren und messen. Ich hatte je 30%pi,mü,wi Malz und je 5% Abby und special B, und 500g Haferflocken. HG mit der Dark von IY und dann ins Glas mit den Bretts.

Kann dir gerne noch Bescheid geben

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Re: Imperial Yeast W15 "Suburban Brett"

#4

Beitrag von Tozzi » Mittwoch 16. Mai 2018, 19:30

Danke für die Links!
Milk the Funk hatte ich auch gefunden, wurde aber erst heute freigeschaltet.
Genug zum Schmökern.
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Imperial Yeast W15 "Suburban Brett"

#5

Beitrag von Bierwisch » Donnerstag 17. Mai 2018, 06:43

Moin Stephan,
hattest Du letztes Jahr mein Brettbier proBIERt? Vergoren nur mit Lambicus.
Macht sehr schöne tropische Früchte und nur hintenraus merkt der EIngeweihte, daß da ein Pferd auf dem Flur steht...

Wenn Du nur mit dieser Hefe arbeitest, läuft die Gärung genauso wie bei einer Saccharomyces. Über die Temperatur steuerst Du die Nebengeräusche, die erzeugt werden. Ich würde es mit einer Starttemperatur um die 16°C versuchen, dann könnte es recht neutral werden.

Wobei ich mich dann schon frage, warum Du mit Brett vergärst, wenn Du keine brett-typischen Aromen willst...

Gruß
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Re: Imperial Yeast W15 "Suburban Brett"

#6

Beitrag von heizungsrohr » Donnerstag 17. Mai 2018, 09:36

Naja also hatte auch schon ein 100%Brett. Solche angenehm fruchtigen Aromen hab ich in der Intensität bei Saccharomyces noch nicht gehabt.

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Re: Imperial Yeast W15 "Suburban Brett"

#7

Beitrag von Tozzi » Donnerstag 17. Mai 2018, 18:00

Ja ich hatte das probiert und sehr gut gefunden!
Bierwisch hat geschrieben:
Donnerstag 17. Mai 2018, 06:43
Wobei ich mich dann schon frage, warum Du mit Brett vergärst, wenn Du keine brett-typischen Aromen willst...
heizungsrohr hat geschrieben:
Donnerstag 17. Mai 2018, 09:36
Solche angenehm fruchtigen Aromen hab ich in der Intensität bei Saccharomyces noch nicht gehabt.
Genau darum geht's mir. Und ganz leichte, dezente Brett Note ist auch völlig OK, solange es nicht "ausartet". :P
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Imperial Yeast W15 "Suburban Brett"

#8

Beitrag von flying » Donnerstag 17. Mai 2018, 18:06

Die Brett. claussenii ist ja eher die fruchtige Ananas- Richtung. Ist verfügbar und nicht vergriffen..

https://www.hobbybrauerversand.de/WLP64 ... uessighefe
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Re: Imperial Yeast W15 "Suburban Brett"

#9

Beitrag von Tozzi » Donnerstag 17. Mai 2018, 23:06

Danke für den Tipp, die sollte auch sehr gut passen.
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Imperial Yeast W15 "Suburban Brett"

#10

Beitrag von Bierwisch » Freitag 18. Mai 2018, 06:27

Habe bereits mit beiden (claussenii und lambicus) gebraut und finde zweitere besser. Die hat bei mir deutlich fruchtigere Noten entwickelt.
Vermutlich hängt das von Maischezusammensetzung und Gärtemperatur ab.
Du wirst wohl um ein paar Testsude nicht herumkommen.
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Re: Imperial Yeast W15 "Suburban Brett"

#11

Beitrag von flying » Freitag 18. Mai 2018, 18:46

Dummerweise knabbert Brett. noch ewig weiter an den reichlich vorhandenen Dextrinen und schmeißt dabei erst so richtig die Chemiefabrik an..
Es in einem persönlichen Geschmacksoptimum zu konservieren geht vermutlich nur mit heftigen Runterkühlen und Lagern so um die 0° C..,eine Weile. Dabei entgeht Dir aber der ganze "Funk".
Die Technik dazu hast Du ja. Easy Keller-Flaschenreifung wie bei mir hat bei einem Brett- kontaminierten Starkbier mal zu abgesprengten Flaschenböden geführt. No risk no fun.. :Angel

m.f.g
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Re: Imperial Yeast W15 "Suburban Brett"

#12

Beitrag von Tozzi » Freitag 18. Mai 2018, 21:42

Mei, jetzt hab ich eh die falsche Hefe geliefert bekommen. A15 statt W15. :Ahh
flying hat geschrieben:
Freitag 18. Mai 2018, 18:46
Dummerweise knabbert Brett. noch ewig weiter an den reichlich vorhandenen Dextrinen und schmeißt dabei erst so richtig die Chemiefabrik an..
Macht er das auch bei 100% Brett Vergärung?
Irgendwo in den amerikanischen Quellen hatte ich gelesen, dass bei Nur-Brett Fermentation bei ca. 80-85% EVG Schluss ist...
Ich glaube ich muss mir das noch durch den Kopf gehen lassen und eventuell einen Split-Batch machen.
Viele Grüße aus München
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Re: Imperial Yeast W15 "Suburban Brett"

#13

Beitrag von flying » Sonntag 20. Mai 2018, 00:07

Macht er das auch bei 100% Brett Vergärung?
Gute Frage? Die machen auf jeden Fall etwas mehr wie die Bierhefe. Was auch immer. Normale Bierhefe knackt 1 - 3- fach Zucker. Brett. legt da noch mal ne Schippe drauf. Wo bei denen bei den Dextrinen Schluss ist..?? :Grübel
Bei Wildhefen weiß man nie wo man dran ist. Die genannten Brett. - Stämme sind aber gut erforscht. Da kann man sich auf die angegebenen Vergärungsgrade ziemlich gut verlassen. Wenn irgendwas mit Diastaticus dabei ist und/oder die Biester gar Glucoamylase bilden ist der komplette Restextrakt in Gefahr und es geht runter auf 0. Nicht scheinbar, sondern tatsächlich..
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Re: Imperial Yeast W15 "Suburban Brett"

#14

Beitrag von heizungsrohr » Sonntag 20. Mai 2018, 08:45

Hatte bei meinem 100% Brett ca 85% VGs

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Re: Imperial Yeast W15 "Suburban Brett"

#15

Beitrag von Bierwisch » Dienstag 22. Mai 2018, 06:54

heizungsrohr hat geschrieben:
Sonntag 20. Mai 2018, 08:45
Hatte bei meinem 100% Brett ca 85% VGs
Das Dumme daran ist, daß man nicht weiß, ob die Gärung irgendwann später vielleicht doch noch mal anspringt...
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Re: Imperial Yeast W15 "Suburban Brett"

#16

Beitrag von Tozzi » Dienstag 22. Mai 2018, 22:25

Bei S. cer. var. diastaticus habe ich diese Erfahrung auch gemacht.
Das geht manchmal sogar bis knapp unter 0 (scheinbar).
Die WY3724 gehört ja auch dazu, obwohl die öfters mal schon bei sEVG<50% einschläft, nur um dann ein paar Wochen bis Monate(?) später wieder "anzuspringen".

Inzwischen komme ich schon fast wieder ab von der Idee und überlege, eine säureresistente "normale" Hefe einzusetzen.
Die WY1007 scheint ja eine gute Wahl zu sein für ein Kettle Sour.
Schwierig, schwierig.

Die Frage ist, ob das Resultat den Aufwand (inkl. anschließender doch deutlich erweiterter Reinigungsprozedur) beim Einsatz dieser Biester rechtfertigt.
Zumal es mir ja bei diesem Bier mehr um die Fruchtigkeit geht und die Pferdedecke nicht unbedingt erwünscht ist.
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Re: Imperial Yeast W15 "Suburban Brett"

#17

Beitrag von Bierwisch » Mittwoch 23. Mai 2018, 06:36

Moin Stephan,
die 3724 schläft nicht ein - der ist es einfach zu kalt. Beim nächsten Mal solltest Du einfach dafür sorgen, daß die Hefe ihre 28-30°C bekommt und dann geht sie ab wie Schmitts Katze.
Gruß
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