Wasseraufbereitung

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AxelS
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Wasseraufbereitung

#1

Beitrag von AxelS » Freitag 18. Mai 2018, 16:57

Hallo :Greets !

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir einmal bestätigen könntet, ob ich mit meiner Vorgehensweise in die richtige Richtung gehe, oder komplett daneben liege :redhead :

Ich habe von meinem Wasserversorger die Wasserwerte für mein Wohngebiet bekommen. Das Wasser ist hart (11,4°dH). Die Werte habe ich in den MMuM-Rechner eingegeben und zwei Varianten der Wasseraufbereitung probiert: Sauermalz und Milchsäure + Calziumchlorid. Für 10l Hauptguss (um den geht es hier erst einmal) sollen 175g Sauermalz ausreichen. Das kann ich noch nachvollziehen, denn ähnliches habe ich bereits in verschiedenen Rezepten gelesen (woher wissen die, welches Wasser ich habe? :Grübel ) Für die andere Variante sollen 2g Calziumchlorid und 3ml Milchsäure ausreichen. Das kommt mir viel zu wenig vor. Im Wasser merke ich keinen Unterschied (Geschmack oder Aussehen/Ausfällen von Kalk).

Sind die Werte, bezogen auf 10l Wasser, so okay? Kann ich das Ergebnis irgenwie überprüfen (ph-Streifen o.ä.)?

Für die Antworten jetzt schon mal: Vielen Dank!

Axel

PS.: Ich bin erst am Anfang und sicher weit weg vom Optimum, aber vorher habe ich mit 11,4°dH gebraut. Davon will ich jetzt weg.
10l-Einsteiger: 17l-Kochtopf, Läutereimer mit -hexe, Ss-Brewing-Gäreimer, FTSs-Kühlung, iKegger 2l + 10l, 1l-Bügelverschluss-Flaschen

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Felix83
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Re: Wasseraufbereitung

#2

Beitrag von Felix83 » Freitag 18. Mai 2018, 17:31

Wichtig ist deine Restalkalität, also was übrig bleibt an Karbonathärte (säurepuffernd).
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Re: Wasseraufbereitung

#3

Beitrag von schlupf » Samstag 19. Mai 2018, 03:17

Moin,

3ml 80%ige Milchsäure auf nur 10L ist doch nicht wenig. Die alleine sollte die Karbonathärte (und Restalkalität) um ca. 9°dh Senken. 2g CaCl bringen auch ca. 50mg/l Calzium und steigern die Ca-Härte um ca. 7°dh, was die RA nochmal um ca. 2°dh senkt.

Viele Grüße aus Taipeh,
Sebastian

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Re: Wasseraufbereitung

#4

Beitrag von AxelS » Samstag 19. Mai 2018, 07:15

Hallo Sebastian,

dann liege ich also nicht ganz daneben. Da bin ich aber froh! Ich merke, dass ich das Thema noch nicht einmal ansatzweise verstanden habe!

Danke!
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Re: Wasseraufbereitung

#5

Beitrag von nettermann90 » Samstag 19. Mai 2018, 09:24

Ich würde dir Empfehlen Milchsäure statt dem Sauermalz zu verwenden. Lässt sich besser dosieren und beim Sauermalz ist nie ganz klar wieviel "Wirkstoff" drin ist. Erwischt du ein anderes Jahr oder Mälzerei sind die Werte für das Malz wieder anders.

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Re: Wasseraufbereitung

#6

Beitrag von schlupf » Samstag 19. Mai 2018, 11:06

Andere Möglichkeit wäre Salzsäure. Da hat man gleichzeitig enthärtet und das Chlorid angepasst und spart sich das Laktat.

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Re: Wasseraufbereitung

#7

Beitrag von AxelS » Samstag 19. Mai 2018, 11:53

Von der schwankenden Säure im Sauermalz habe ich schon gelesen.
Salzsäure möchte ich nicht im Haus haben. Das wäre mir auch zu viel Chemie im Bier.
Wenn Milchsäure allein genügt, werd ich das beim nächsten Brauen einmal probieren. MMuM sagt, 4ml auf 10l Wasser genügen. Bin gespannt.
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Re: Wasseraufbereitung

#8

Beitrag von Sura » Samstag 19. Mai 2018, 12:55

Bier machen besteht zu einem grossen Teil aus Anwendung von Chemie.
In den meisten Fällen ist ein Post von mir genau so zu verstehen wie er geschrieben ist.

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Re: Wasseraufbereitung

#9

Beitrag von Boludo » Samstag 19. Mai 2018, 15:37

In deinem Magen befindet sich jede Menge Salzsäure, übrigens.
Bei der Wasseraufbereitung reagiert sie zu Calciumchlorid, was eh im Wasser enthalten ist, man hat also keine Salzsäure im fertigen Bier.

Stefan

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Re: Wasseraufbereitung

#10

Beitrag von Mailänder » Samstag 19. Mai 2018, 16:21

Was den schwankenden Gehalt an Milchsäure im Sauermalz angeht, man kann versuchen an die Analysen für die spezifische Malzcharge zu kommen, die im Fall von Sauermalz auch Auskunft über den tatsächlichen Milchsäuregehalt geben werden (i.d.R. in Gewichtsprozent).

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Re: Wasseraufbereitung

#11

Beitrag von AxelS » Sonntag 20. Mai 2018, 07:13

Eine Chargennummer habe ich bisher nur auf 25kg-Säcken von Weyermann gesehen. Bei meinem winzigen Ausstoß würde das Jahre dauern, 25kg aufzubrauchen.

Ich hab jetzt dank Eurer Hilfe eine ungefähre Marschrichtung und werde weiter probieren. Vielleicht ist die nächste Anschaffung ein PH-Meter...

Danke an alle für die Hilfe!
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Re: Wasseraufbereitung

#12

Beitrag von Mailänder » Montag 21. Mai 2018, 14:46

Bei Lebensmitteln muss die gesetzlich vorgeschriebene Rückverfolgbarkeit immer gewährleistet werden. Dass heißt konkret dass der Einzelhändler der den 25kg Sack in kleineren Gebinden (die immer mit Losnummer gekennzeichnet sind) umgepackt hat immer in der Lage ist, Auskunft über die ursprüngliche Chargenummer zu geben, man braucht nur nachfragen.

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Re: Wasseraufbereitung

#13

Beitrag von AxelS » Montag 21. Mai 2018, 16:48

Mailänder hat geschrieben:
Montag 21. Mai 2018, 14:46
... dass der Einzelhändler der den 25kg Sack in kleineren Gebinden (die immer mit Losnummer gekennzeichnet sind) umgepackt hat...
Ich habe bereits bei drei verschiedenen Händlern Malz gekauft und die Beutel waren entweder mit Edding beschriftet oder mit einem Aufkleber, der den Namen und das Gewicht angab. Eine Losnummer stand nur einmal auf einem Sack und das deshalb, weil der Händler für die bestellten 10kg den Originalsack (25kg) verwendet hat. Ok, ich könnte nachfragen, ob mir der Händler die Chargennummer mitteilen würde (macht er bestimmt), aber auch dann ist der Wert ja immer ein "von-bis"-Wert. Gepaart mit dem Durchschnittswert, den mir das Wasserwerk genannt hat, wird das Ganze sehr ungenau. Genauer geht es m.E. schon mit der Pipette (und evl. mit einem PH-Meter), und so werde ich das zukünftig auch weiter handhaben. Reinheitsgebot hin oder her...
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Re: Wasseraufbereitung

#14

Beitrag von Mailänder » Montag 21. Mai 2018, 17:53

Wenn du an die mit der Chargennummer verbundene Analyse kommen solltest dann würde es sich um einen gemessenen Wert handeln und keine "von-bis" Angabe. Ich wollte dir nur erklären wie du an diese Daten kommen kannst, die Enscheidung ob du Sauermalz odel Milchsäure nimmst musst du selber treffen und hat damit eigentlich nichts zu tun.

P.S. Ich muss leider öfter staunen wie viele deutsche Einzelhändler sich als schlampig und unseriös erweisen...

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Sura
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Re: Wasseraufbereitung

#15

Beitrag von Sura » Montag 21. Mai 2018, 18:36

AxelS hat geschrieben:
Montag 21. Mai 2018, 16:48
Reinheitsgebot hin oder her...
Wen interessiert denn das Biersteuergesetz? Hier sicher niemanden....

Du brauchst auch keine Analyse. Mach einen Minimash mit destilliertem Wasser bei 68°C in der Thermoskanne, und nach 15min weisst du welcher pH sich bei deinem Malz einstellt. Damit kannst du rechnen.
Mailänder hat geschrieben:
Montag 21. Mai 2018, 17:53
P.S. Ich muss leider öfter staunen wie viele deutsche Einzelhändler sich als schlampig und unseriös erweisen...
Ja.
In den meisten Fällen ist ein Post von mir genau so zu verstehen wie er geschrieben ist.

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Re: Wasseraufbereitung

#16

Beitrag von Pivnice » Dienstag 22. Mai 2018, 12:41

Was den Einsatz und den Schüttungsanteil von Sauermalz angeht:
Es lohnt sich einen Blick in den "Narziß" zu werfen.

1. Ziel: Neutralisation aziditätsvernichtender Bicarbonationen
2. weitergehendes Ziel: pH-Wertabsenkung auf 5,6 bis 5,5

Die Bierbrauerei: Band 2: Die Technologie der Würzebereitung
https://books.google.de/books?id=KGlULi ... lz&f=false

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Re: Wasseraufbereitung

#17

Beitrag von AxelS » Mittwoch 23. Mai 2018, 17:16

Sura hat geschrieben:
Montag 21. Mai 2018, 18:36
Mach einen Minimash mit destilliertem Wasser bei 68°C in der Thermoskanne, und nach 15min weisst du welcher pH sich bei deinem Malz einstellt. Damit kannst du rechnen.
Das ist ein wertvoller Tipp, danke! Dann steht die nächste Anschaffung also fest: ein PH-Meter. Hoffentlich merke ich den Unterschied zwischen Bier mit Leitungswasser und Bier mit aufbereitetem Wasser und der ganze Aufwand lohnt am Ende. So fein ist meine Zunge, glaube ich, (noch) nicht... :redhead
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