50l-Anlage - Aufbau sinnvoll?

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Altbierinho
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50l-Anlage - Aufbau sinnvoll?

#1

Beitrag von Altbierinho » Sonntag 22. Juli 2018, 12:59

Hallo zusammen,

ein Freund von mir möchte gerne mit dem Brauen anfangen (bzw. sich weiterentwickeln, da er bei mir in der Einkocherklasse schon einige male gebraut hat) Ich kenne mich als gelernter Brauer und Mälzer zwar mit der Materie aus, aber nicht so wirklich in der Größenordnung 50 l. Daher habe ich einfach mal etwas rumgelesen und recherchiert und habe folgendes Equipment zusammengestellt:

Übersicht Gerätschaften (Links am Ende des Textes):
- 2 x Braukessel mit Deckel 47 l (Brauhardware) – einer dient als Maische-/Würzepfanne, der andere als Läuterbottich
- Rührwerk 50l sowie passenden Motor und Netzteil (Brauhardware)
- Läuterfreund 1600 – Spirale (Brauhardware), sowie alle nötigen Anschlüsse/ Fittinge
- Hockerkocher 10 kW (Ebay)
- Einkocher zum Bereithalten der Nachgüsse (Ebay)
- Würzekühler mit Gardena-Anschluss (Ebay)
- Gärfass 75 l (Polsinelli)

Geplant wäre eine Aufstellung in unterschiedlichen Höhen. Zuoberst der Läuterbottich, aus diesem kann die Würze dann in die Pfanne fließen und nach dem Kochen und Kühlen würde diese dann ins Gärfass fließen. Die Maische müsste natürlich dann händisch in den Läuterbottich gebracht werden, mittels Schöpfkelle bzw. wenn man zu zweit ist per umschütten.
Als Anschlüsse dachte ich an jeweils ½‘‘-Hähne, an die 10mm Silikonschläuche (evtl. mit Adaptern) angeschlossen werden. Dass durch diese Hähne keine Maische abfließen kann ist mir bewusst, das Abmaischen soll aber ja auch durch umschütten geschehen.
Dann stellt sich noch die Frage ob Spindel oder Refraktometer, wenn es nach mir geht ist die Sache klar, dann würde es eine bzw. mehrere Spindeln geben – aber ist ein Refraktometer vielleicht doch viel einfacher in der Handhabung? (Habe noch nie mit einem gearbeitet)
Gärung (Gärfass 75l) sowie Reifung (entweder Kegs oder Flaschen) soll in einem temperaturgesteuerten Kühlschrank stattfinden.

Ist die Auswahl der Gerätschaften prinzipiell sinnvoll? Laut Brauhardware ist der Topf für Gaskocher geeignet, aber reicht der 10 kW Kocher aus um damit ordentlich zu arbeiten? Aufgebaut werden soll das ganze in einer Garage (Wasseranschluss vorhanden) - Gerne Gegenvorschläge
Anlagenaufbau prinzipiell sinnvoll? – Gerne Gegenvorschläge

Vorgabe war:
- ca. 1000€ ± 200€
- wenig selber zusammenbauen

Freue mich über konstruktive und interessante Kritik/ Gegenvorschläge




Braukessel 47l - https://www.brauhardware.de/braukessel/

Rührwerk 50l - https://www.brauhardware.de/r%C3%BChrwe ... 1702820322

passenden Motor und Netzteil über Ebay

Läuterfreund 1600 - https://www.brauhardware.de/l%C3%A4utern/

Einkocher - https://www.ebay.de/itm/PROFI-COOK-PC-E ... .l4275.c10

Hockerkocher - http://www.gasgeraetemanufaktur.de/Hock ... 8c0d76bca/

Würzekühler - https://www.ebay.de/i/132020706922?chn=ps&dispItem=1

Gärfass - https://www.polsinelli.it/de/75-l-edels ... -P1081.htm

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Re: 50l-Anlage - Aufbau sinnvoll?

#2

Beitrag von Cubase » Sonntag 22. Juli 2018, 13:28

Ich würde den Läuterfreund direkt in die Maischepfanne einbauen. Der Topf zum Hopfenkochen sollte grösser sein damit die 50 Liter auch rein passen bzw. damit nichts überkocht. 68 Liter halte ich für passend.

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Re: 50l-Anlage - Aufbau sinnvoll?

#3

Beitrag von secuspec » Sonntag 22. Juli 2018, 13:55

Muss es unbedingt Gas sein?

Die nicht genutzte Abwärme ist schon erheblich - ich röste Kaffee mit einem 9kW Brenner im Röster. Das ist im Sommer echt kein Spaß in einem (halb) geschlossenen Raum, trotz offener Türe und Fenster.

Für das Maischen reicht eigentlich bei der Größe eine HENDI, sofern der Maischetopf induktionsgeeignet ist.
Wenn das erste Aufwärmen auf Einmaischtemperatur und vor allem das Kochen schneller gehen soll, so kann man sich überlegen noch ein Heizelement in die Maischepfanne einzusetzen.

Als Heizelement kommt ein rundes Ultra Low Power 8kW Teil von BrewPi https://store.brewpi.com/mashing/stainl ... ements?p=2 zur Verwendung.

Bei meinem Brewpaganda Topf habe ich das so gemacht und muss das Teil sogar auf 30% runter regeln um dabei wallend zu kochen.

Bild

Das Rührwerk, ebenfalls vom Brewpaganda, arbeitet mit den Innenschaufeln innerhalb des Kreises vom Heizelement, mit den Außenschaufeln ein paar mm darüber. Funktioniert tip top - es brennt da auch beim Kochen nichts an und lässt sich prima reinigen.
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Re: 50l-Anlage - Aufbau sinnvoll?

#4

Beitrag von Alt-Phex » Sonntag 22. Juli 2018, 23:47

47L Topf ist definitiv zu klein für 50L Ausschlag. Ich bin da immer schon bei 55-60L Pfannevoll Volumen. In meinem 68l Topf ist dann grade noch genug Kopfraum damit nichts überkocht. Als Läuterbottich muss es ja auch kein teurer Induktionstopf sein, da reicht ein günstiger Schengler Topf. Oder man investiert das gesparte Geld direkt in einen Thermoport. Dann kann man auch gleich Bottichmaischen und Dekoktion anwenden.
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Re: 50l-Anlage - Aufbau sinnvoll?

#5

Beitrag von Winkler » Mittwoch 1. August 2018, 14:43

secuspec hat geschrieben:
Sonntag 22. Juli 2018, 13:55

Bei meinem Brewpaganda Topf habe ich das so gemacht und muss das Teil sogar auf 30% runter regeln um dabei wallend zu kochen.
Kurze Frage,

heizt Du dann mit der Hendi 3,5kW und den 30% des 8,5kW (ca. 2,8kW) Heizstabes um wallend zu Kochen?

Gruß
Christian

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Re: 50l-Anlage - Aufbau sinnvoll?

#6

Beitrag von secuspec » Mittwoch 1. August 2018, 15:19

Winkler hat geschrieben:
Mittwoch 1. August 2018, 14:43
secuspec hat geschrieben:
Sonntag 22. Juli 2018, 13:55

Bei meinem Brewpaganda Topf habe ich das so gemacht und muss das Teil sogar auf 30% runter regeln um dabei wallend zu kochen.
Kurze Frage,

heizt Du dann mit der Hendi 3,5kW und den 30% des 8,5kW (ca. 2,8kW) Heizstabes um wallend zu Kochen?

Gruß
Christian
Hi Christian,
nein, die Hendi wird nur für das Rasten benutzt.
Das Element ist dermassen stark, dass ich es eben, sobald das wallende Kochen beginnt, auf knapp 30% Leistung (durch SSR Pulsen) herunter regeln muss um ein Überkochen zu vermeiden. Wirklich erstaunt war ich, weil eben absolut nichts fest angebrannt ist und sich leichte Verkrustungen mit einem Schwammtuch haben abwischen lassen.

Viele Grüße,
Steffen
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Re: 50l-Anlage - Aufbau sinnvoll?

#7

Beitrag von Winkler » Mittwoch 1. August 2018, 16:13

secuspec hat geschrieben:
Mittwoch 1. August 2018, 15:19
Winkler hat geschrieben:
Mittwoch 1. August 2018, 14:43
secuspec hat geschrieben:
Sonntag 22. Juli 2018, 13:55

Bei meinem Brewpaganda Topf habe ich das so gemacht und muss das Teil sogar auf 30% runter regeln um dabei wallend zu kochen.
Kurze Frage,

heizt Du dann mit der Hendi 3,5kW und den 30% des 8,5kW (ca. 2,8kW) Heizstabes um wallend zu Kochen?

Gruß
Christian
Hi Christian,
nein, die Hendi wird nur für das Rasten benutzt.
Das Element ist dermassen stark, dass ich es eben, sobald das wallende Kochen beginnt, auf knapp 30% Leistung (durch SSR Pulsen) herunter regeln muss um ein Überkochen zu vermeiden. Wirklich erstaunt war ich, weil eben absolut nichts fest angebrannt ist und sich leichte Verkrustungen mit einem Schwammtuch haben abwischen lassen.

Viele Grüße,
Steffen
Danke für die prompte Antwort. Ich hab einen 6kW Tauchheizkörper zur Verfügung. Denke hiermit sollte ich 60-70 Liter in einer guten Zeit zum Kochen bringen und kann anschließend über pulsen ebenfalls die Leistung drosseln.
Siekerkotte-Einschraubheizkoerper-ohne_Regelung-800x540.jpg
Gruß

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Re: 50l-Anlage - Aufbau sinnvoll?

#8

Beitrag von secuspec » Mittwoch 1. August 2018, 16:38

Winkler hat geschrieben:
Mittwoch 1. August 2018, 14:43


Danke für die prompte Antwort. Ich hab einen 6kW Tauchheizkörper zur Verfügung. Denke hiermit sollte ich 60-70 Liter in einer guten Zeit zum Kochen bringen und kann anschließend über pulsen ebenfalls die Leistung drosseln.

Siekerkotte-Einschraubheizkoerper-ohne_Regelung-800x540.jpg

Gruß
Ja, das sollte wohl funktionieren. Beim BrewPi Element hast Du eben eine geringere Hitze pro mm2, was ein Einbrennen verhindert.
Sehr schön dabei ist auch das Flanschkit mit dem man das alles schön dicht bekommt.
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