Altes Malz (ungeschrotet) zum Brauen verwenden

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Kellersonne
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Altes Malz (ungeschrotet) zum Brauen verwenden

#1

Beitrag von Kellersonne » Freitag 10. August 2018, 19:04

Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich bin neu hier und habe mich aus einem aktuellen Anlass hier angemeldet.

Ein Freund von mir hat das Brauen aufgegeben (Nachwuchs / Umzug etc.) und mir seine Habseligkeiten vermacht. Neben einer schönen Malzmühle sind so auch insgesamt ca. Kilo Malz in meinen Besitz gewandert. Da ich demnächst ein paar neue Sude anstellen möchte war die Freude erstmal groß. Als ich jedoch das MHD erblickte, kam Unsicherheit in mir auf. Daher meine Frage an euch, inwiefern ihr das Malz noch zum Brauen verwenden würdet bzw. es denn Vögeln überlassen würdet.

Es geht um folgende Malze (trocken gelagert, im Sack bei ca . 12-15 Grad):

10 Kilo Weizenmalz hell (MHD November 2013, ungeschrotet, schwach riechend und ohne äußere Schimmelerscheinungen etc.)

20 Kilo Paleale-Malz (MHD Dezember 2017, ungeschrotet, gut riechend und ohne äußere Schimmelerscheinungen etc.)

Nun die Frage, ob ihr denkt, dass die Mengen sich noch ohne Frust verbrauen lassen oder eher beide Bestände bzw. zumindest das Weizenmalz seine besten Tage hinter sich hat und entsorgt werden kann?

Bin für alle Antworten dankbar!

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gulp
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Re: Altes Malz (ungeschrotet) zum Brauen verwenden

#2

Beitrag von gulp » Freitag 10. August 2018, 19:58

Willkommen im Forum!

Das Paleale-Malz sollte noch gut sein. Beim Weizen Malz ist das schwieriger. So altes hatte ich noch nicht. Probier mal ein paar Körner. Wenn das noch gut schmeckt würde ich die Malze verwenden.

Gruß
Peter
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Re: Altes Malz (ungeschrotet) zum Brauen verwenden

#3

Beitrag von afri » Freitag 10. August 2018, 23:32

Heile Malze sind im allgemeinen unendlich haltbar, jedenfalls beinahe. Geschroten ist ein anderer Schnack, aber ungeschroten sollten die Körner bei sachgerechter Lagerung einige Jahrzehnte ohne Qualitätsverlust überstehen. Egal, ob aus Weizen oder aus sonstigen Getreiden.

Wie Peter schon schrub, einfach mal ein paar Brocken probieren. Schmeckt es unauffällig, alles gut. Schmeckt es komisch, ist es das vermutlich auch, der menschliche Geschmacks- und Geruchsinn ist recht zuverlässig, was Gammel angeht. Meine Voraussicht: das wird alles astrein sein, die paar Jahre machen dem Malz nix aus.

Das einzig interessante hierbei ist vermutlich die Enzymaktivität, darüber mag ich keine Aussagen treffen, hier wäre möglicherweise der Hund begraben. Aber auch das sollte kein Problem sein, mit einer oder zwei Handvoll frischem PiMa kann man möglicherweise jeder Maische genügend Enzyme zuführen, damit der Sud gelingt und das sonstige Stärkematerial artgerecht verbraut werden kann. Kostet nicht viel, bringt aber vielleicht einiges.
Achim
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Re: Altes Malz (ungeschrotet) zum Brauen verwenden

#4

Beitrag von Eigenbräu » Samstag 11. August 2018, 12:19

ich habe gerade meine Restbestände von 2013 verbraut und konnte auch nichts negatives feststellen. Und riecht Weizenmalz nicht sowiso weniger intensiv ?
Bei älterem Malz hatte ich schon feine Spelzen-Brösel, ohne jedoch Tierchen zu entdecken. Ich habe mir das dann so erklärt, dass das Abrieb durch das Schütten war. Ich wusste gar nicht, dass es bei Malz ein MHD gibt.

Viel Spass beim Brauen !
JENS

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