Westböhmen und Pilsen

Hier kommen Infos hin, wenn es darum geht, Reisen zum Thema Bier zu unternehmen.
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Westböhmen und Pilsen

#1

Beitrag von Oldbag » Montag 3. September 2018, 12:39

Liebe Mitbrauer,

nach vielen Jahren war ich mal wieder in der Tschechei unterwegs; das erste Mal, seit ich selbst braue und mich daher berufen fühle, auch halbwegs vernünftig über Bier zu schreiben. Ziemlich sicher zu Unrecht, ich tue es aber trotzdem:

Obwohl auch in Tschechien vermutlich die meisten Brauereien irgendwelchen Multis gehören, haben sie in ihrem schönen Land nicht so eine versaute Bierkultur wie wir hier mit unserem Radewarbitbacheröder-Einheitspils, sondern sich regionale Besonderheiten bewahrt. Wieso geht das hier nicht?

Erstmal gibt es dort ziemlich viele mit 10° STW gebraute Biere. Nicht so schlecht an einem heißen Sommernachmittag. Ich habe Dudak, Radegast und Gambrinus getrunken und hätte bei keinem von denen vermutet, daß es 10°-Biere sind. Dudak wird in Strakonice gebraut, es handelt sich um ein sehr schlankes helles Pils mit angenehmer, aber nicht besonders hervortretender Hopfennote. Das ist beim Radegast (gehört zur Pilsener Brauerei) anders, da kommt der Hopfen deutlicher raus, und es schmeckt nicht so malzig. Im Gegensatz zum Gambrinus (auch Pilsen), das mehr das Malz betont.

Ebenfalls aus Strakonice stammte ein "Klostermann" genanntes dunkelkupferfarbenes 13°-Bier, das war wie flüssiges Karamell mit Hopfennote. Nix, wovon man mehr als eins oder zwei trinken würde, aber als Spezialität ausgezeichnet, so als Dessert nach dem Essen.

Sehr empfehlen möchte ich einen Besuch in Pilsen. Das ist ein wirklich nettes Städtchen und lange nicht so überlaufen wie Prag oder Karlsbad. Highlight dort ist natürlich eine Brauereibesichtigung. Die haben sie ungeheuer professionell aufgezogen, mit Anzeigetafel im Empfangsraum, wann welche Führung in welcher Sprache stattfindet. Man wird über das weitläufige Firmengelände sogar mit einem Bus gefahren! Dramaturgisch gut aufgezogen beginnt die Führung mit dem einleitenden Blabla über die riesige automatische Abfüllhalle und führt dann in das alte und neue Sudhaus. Natürlich erfährt man nebenbei alles über die Geschichte der Brauerei und des Pilsener Bieres, besonders gefallen hat mir aber, daß man in den Rohstoffen wühlen konnte, am Hopfen riechen, das Malz kosten und so. Für Hobbybrauer jetzt nichts Besonderes, für die anderen aber sehr wohl. Am Ende ging es dann runter in die Katakomben; unter der Brauerei gibt es insgesamt ca. 9 km Kellergänge (man kriegt aber bloß einen repräsentativen Teil gezeigt, zum Glück) und bekommt dort ein frisch gezapftes trübes unpasteurisiertes Kellerbier. Ach, die Original-Würzepfanne, in der Groll das erste Pilsener zusammenrührte, steht da auch noch. Alles in allem ist die Führung witzig, originell und ungeheuer informativ, allerdings nicht von Brauern durchgeführt, weswegen spezifische Fragen, auf die man als Hobbybrauer so kommt, die Führer überfordern.

Später habe ich noch das Biermuseum dort besucht, fand es aber extrem unstrukturiert und ein bißchen langweilig. Würde ich von abraten und lieber in einem der Restaurants einkehren, die unpasteurisiertes (aber klares, also filtriertes) Urquell ausschenken. Da lohnt sich der Besuch mehr.

Abschließend: Das (für meinen Geschmack) leckerste Bier, das ich in Tschechien in diesem Urlaub getrunken habe, war das Radegast Premium, welches zu beschreiben ich mich nicht traue. Kostet es doch einfach selbst mal, wenn Ihr die Chance habt, es lohnt sich!

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Johnny H
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Re: Westböhmen und Pilsen

#2

Beitrag von Johnny H » Montag 3. September 2018, 13:38

Danke für den schönen Bericht. Ich bin ja auch ein großer Fan von tschechischen Lagerbieren und bin da auch als Hobbybrauer immer noch auf der Suche nach dem heiligen Gral...

Ich bin nächste Woche auch mal wieder für einige Tage (leider insgesamt nur fünf Nächte) in Tschechien, werde zunächst ein wenig zwischen Teplice und Osek als Teil der Erzgebirgischen Bierwanderroute wandern, dann in Pilsen mal wieder das köstliche Bier im Keller zur Führung genießen und dann auch noch ein Bierbad in Chodovar Plana nehmen.

Was wir zwischendurch machen? Bier trinken natürlich!! ;-)

Das Radegast kenne ich, glaube ich, gar nicht, Dudak auch auf keinen Fall, und ich glaube, ich habe noch nicht mal das auch hier in Berlin problemlos erhältliche Gambrinus getrunken (oder es ist mir nicht besonders in Erinnerung geblieben). Ich setze mal alles auf die Liste... die sich aber mit Monopol (Teplice), Osek, Urquell, Groll, Purkmistr und Chodovar schon ganz beeindruckend gefüllt hat.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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Re: Westböhmen und Pilsen

#3

Beitrag von SchlatzPopatz » Montag 3. September 2018, 13:53

Das Radegast habe ich 1999/2000 mal während eines beruflichen Aufenthaltes in Odry (dt. Odrau) kennengelernt, das liegt in Mähren in der Nähe vom Olomouc (dt. Olmütz). Das Bier gab es dort in jeder Gaststätte. Mir hat es auch sehr gut geschmeckt. Ich habe es aber hier im Teil Tschechiens, welcher an Sachsen grenzt, noch nirgendwo entdecken können. Gebraut wird es glaube ich auch im östlichsten Zipfel Tschechiens in Nošovice.
Gruß aus Dresden
:Drink
Markus

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Re: Westböhmen und Pilsen

#4

Beitrag von Jomsviking » Montag 3. September 2018, 14:47

Was ich sehr Empfehlen kann ist eine Brauereifürung in der Nova Paké Brauerei. (http://www.novopackepivo.cz/)
Die hab ich vor ein paar Jahren mal mit gemacht (Sonderführung als größere Gruppe)
Super Nette Leute. Die Dame hat die Führung in Deutsch gemacht und war sehr gesprächig.
:achtung Die haben eine eigene (Tennen)-Mälzerei :thumbsup

Die haben auch Abgesperrte Gitterbereiche hinter denen Labels anderer Biere Lagern (Auftragsarbeiten, etc.) --> Damit die eigenen Mitarbeiter die nicht Klauen und auf Billiges Bier Kleben :Angel
Gruß
Felix

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Re: Westböhmen und Pilsen

#5

Beitrag von Dr. K » Montag 3. September 2018, 18:03

Johnny H. "Ich bin nächste Woche auch mal wieder für einige Tage (leider insgesamt nur fünf Nächte) in Tschechien, werde zunächst ein wenig zwischen Teplice und Osek als Teil der Erzgebirgischen Bierwanderroute wandern, dann in Pilsen mal wieder das köstliche Bier im Keller zur Führung genießen und dann auch noch ein Bierbad in Chodovar Plana nehmen."

Dann bist Du wohl auch zum Pivni Rynek in Teplice? Wir kommen auch (3 Leute aus Chemnitz, sorry für all die häßlichen Bilder aus der Stadt!)... Treffen wir uns?

Mein Tipp: Unbedingt nach Zatec/Saaz fahren bzw. dort einen längeren Halt einlegen: größtes Hopfenmuseum der Welt, Hopfen- und Biertempel, 3 bald (demnächst) 4 Brauereien, überall in der Stadt Hopfenkultur (alte Speicher und Handelshäuser). Am kommenden Sonntag, den 09.09. sind wir nach dem Teplicky Pivni Rynek ab ca. 10 Uhr vor Ort. Ich mache gern eine 2-3 stündige Stadtführung in Sachen Hopfen und Bier (Einkehr im U Orloje). Wer will? Treffpunkt an der Hopfenuhr.

Karsten
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Re: Westböhmen und Pilsen

#6

Beitrag von Johnny H » Dienstag 4. September 2018, 11:09

Dr. K hat geschrieben:
Montag 3. September 2018, 18:03
Dann bist Du wohl auch zum Pivni Rynek in Teplice?[...]
Am kommenden Sonntag, den 09.09. sind wir nach dem Teplicky Pivni Rynek ab ca. 10 Uhr vor Ort. Ich mache gern eine 2-3 stündige Stadtführung in Sachen Hopfen und Bier (Einkehr im U Orloje). Wer will? Treffpunkt an der Hopfenuhr.
So! Darüber wusste ich gar nichts, und wir kommen erst Sonntag am späten Nachmittag (weiß die Uhrzeit im Moment nicht genau, bin unterwegs) an! Also präzise nach Ende der Veranstaltung! :Ahh

Wir übernachten im Monopol, d.h. abends könnten wir uns gerne treffen, wenn Ihr da nicht bereits auf dem Rückweg seid?
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Re: Westböhmen und Pilsen

#7

Beitrag von Dr. K » Dienstag 4. September 2018, 12:38

Leider ist dann (am Sonntag) der Teplicky Pivni Rynek bereits Geschichte. Haupttag des Festes ist der Samstag, Veranstalter übrigens die Brauerei Metropol. Am Sonntag fahren wir über Zatec zurück nach C.

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Re: Westböhmen und Pilsen

#8

Beitrag von Johnny H » Dienstag 4. September 2018, 12:51

Das ist echt Pech!

Eigentlich kann ich mich jetzt nur damit trösten, dass wir auch wenn wir von dem Fest gewusst hätten, nicht früher hätten losfahren können, weil meine liebe Gefährtin samstags noch arbeiten muss.

Ich hoffe natürlich auch, dass nach dem Fest nicht alles geschlossen hat, weil man sich erholen muss.
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Re: Westböhmen und Pilsen

#9

Beitrag von Dr. K » Dienstag 4. September 2018, 18:21

In der Tat schade. Wir trinken aber garantiert nicht alles aus, obwohl...
Das Metropol hat am Sonntag geöffnet.

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Re: Westböhmen und Pilsen

#10

Beitrag von Johnny H » Dienstag 11. September 2018, 12:47

Wir sind jetzt seit zwei Tagen in Tschechien, und, was soll ich sagen, ich finde es schon wieder unglaublich!!

Wir waren jetzt für zwei Nächte im wunderschönen Monopol in Teplice, ein alter Ballsaal, der aufwändig renoviert wurde, jetzt im Jugendstilglanz erstrahlt und eine kleine Brauerei beherbergt. Sie haben im Moment vier Biere am Hahn, die zwar m.E. nicht ganz mit dem schönen Ambiente mithalten können, aber dennoch gut und charaktervoll sind.

Am nächsten Tag Wanderung nach Osek. Leider lässt sich der Wanderweg der erzgebirgidchen Bierwanderstrecke nicht herausfinden und wir lassen uns von Google anleiten, was nicht ganz so schön ist. In Osek gibt es aber zwei Brauereien, die Klosterbrauerei Ossegg mit wunderschönem Biergarten unter Kastanien. Das Kazbek, ein helles, malziges und wunderbar zitrussig-hopfiges Lager sowie das wunderbar runde und samtige Dunkle kriegen eine glatte Eins von mir! Ich glaube, da kann ich noch 100 Jahre weiterbrauen und werde doch nie so runde und doch komplexe Schüttbiere hinkriegen! Im Cerny Horel (der zweiten Brauerei in Osek) hat mir das Helle dann zu viel Diacetyl.

Und ein Bernard Nefiltrovany gab es am Abend in Teplice auch noch. Das finde ich ja auch richtig toll, und das nicht zum ersten Mal! Das volle Pfund toastige Malzigkeit und das volle Pfund Bittere! Ich will da immer mehr davon!

Ich frage mich wirklich, wie die Tschechen bei ihren Hellen diese komplexen malzigen Noten hinbekommen. Das muss auch mit der Gerste oder dem Mälzverfahren zu tun haben, denn auch die leichten 10°P-Biere sind immer voller Aroma! Im Einzelfall bleibt aber auch deutlich mehr Restsüße übrig!

Mal schauen, wie es weitergeht. Im Moment sind wir im Zug nach Pilsen. Eventuell schreibe ich ja noch einen längeren Bericht.
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Re: Westböhmen und Pilsen

#11

Beitrag von ggansde » Dienstag 11. September 2018, 15:59

Toller Beitrag :thumbsup
Ich glaube das Malzaroma kommt größtenteils über den Hefestamm.
VG, Markus
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Re: Westböhmen und Pilsen

#12

Beitrag von Mailänder » Dienstag 11. September 2018, 16:06

Die Auswirkung des Dreimaischverfahrens ist auch nicht zu unterschätzen.

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Re: Westböhmen und Pilsen

#13

Beitrag von Johnny H » Dienstag 11. September 2018, 16:39

Beides möglich, @Markus und @Mailänder.

Bernard mälzt laut Webseite selbst, Urquell sowieso.

Was mir bei Ossegg in Osek auch aufgefallen ist: das Kazbek hatte bei 12,5°P nur 4,5% Vol.%, also eine recht hohe Restsüße bzw niedriger VG. Das Urquell ist ja auch nicht so hoch vergoren, wenn ich es richtig im Kopf habe.

Ich hätte mich glatt in das Kazbek reinlegen können, so lecker fand ich das, und es wurde auch mit jedem Schluck leckerer. Für meinen Geschmack perfekt mit wunderbar frischem Hopfenaroma ausbalanciert! So was sage ich übrigens nur äußerst selten!
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Re: Westböhmen und Pilsen

#14

Beitrag von Dr. K » Dienstag 11. September 2018, 17:42

"Ich hätte mich glatt in das Kazbek reinlegen können, so lecker fand ich das, und es wurde auch mit jedem Schluck leckerer. Für meinen Geschmack perfekt mit wunderbar frischem Hopfenaroma ausbalanciert! So was sage ich übrigens nur äußerst selten!"
...so erging es mir auch. Ein ganz hervorragendes Bier unter Verwendung des relativ jungen Aromahopfens Kazbek (Züchtung aus Zatec). Vom tschechischen Hopfeninstitut bekam ich vor gut einer Woche eine größere Tüte Kazbek, die ich so sicher nicht komplett verbraut bekomme. Ich gebe gern davon aus. Wer will, kann gern abholen (09112 Chemnitz).

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Re: Westböhmen und Pilsen

#15

Beitrag von Schlafwagenschaffner » Dienstag 11. September 2018, 20:27

Na bring doch am Wochenende was mit.
Los wirsd du es sicher!
Jens
„Man kann ohne Liebe Holz hacken, Eisen schmieden und Ziegel formen,
Bier brauen ohne Liebe aber kann man nicht.“ Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi

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Re: Westböhmen und Pilsen

#16

Beitrag von Johnny H » Mittwoch 12. September 2018, 09:09

Dr. K hat geschrieben:
Dienstag 11. September 2018, 17:42
[...]
...so erging es mir auch. Ein ganz hervorragendes Bier unter Verwendung des relativ jungen Aromahopfens Kazbek (Züchtung aus Zatec). Vom tschechischen Hopfeninstitut bekam ich vor gut einer Woche eine größere Tüte Kazbek, die ich so sicher nicht komplett verbraut bekomme. Ich gebe gern davon aus. Wer will, kann gern abholen (09112 Chemnitz).
Den Kazbek gibt es ja schon ein paar Jahre, und ich habe auch schon Biere damit getrunken, die mir als gut aber keineswegs so herausragend in Erinnerung geblieben sind. Vielleicht eine besonders gute Ernte? Bei dem Bier war aber darüber hinaus alles ein Volltreffer, nicht nur der Aromahopfen, auch die leckere Malzigkeit, die leichte Diacetylnote und die hohe Trinkbarkeit, fand ich. Und das Dunkel dort fand ich ja auch hervorragend.
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Re: Westböhmen und Pilsen

#17

Beitrag von Mailänder » Mittwoch 12. September 2018, 11:44

Ich war neulich 2 Wochen in Ceske, da habe ich die ganze Zeit nur das dunkle Budweiser getrunken und könnte nie genug davon kriegen...
Jetzt kann ich im Supermarkt daheim nur das helle kriegen und nur in diesen blöden Grünglasflaschen. Lichtgeschmack ohne Ende... :crying :crying :crying

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Re: Westböhmen und Pilsen

#18

Beitrag von flying » Mittwoch 12. September 2018, 17:34

Johnny H hat geschrieben:
Mittwoch 12. September 2018, 09:09
Dr. K hat geschrieben:
Dienstag 11. September 2018, 17:42
[...]
...so erging es mir auch. Ein ganz hervorragendes Bier unter Verwendung des relativ jungen Aromahopfens Kazbek (Züchtung aus Zatec). Vom tschechischen Hopfeninstitut bekam ich vor gut einer Woche eine größere Tüte Kazbek, die ich so sicher nicht komplett verbraut bekomme. Ich gebe gern davon aus. Wer will, kann gern abholen (09112 Chemnitz).
Den Kazbek gibt es ja schon ein paar Jahre, und ich habe auch schon Biere damit getrunken, die mir als gut aber keineswegs so herausragend in Erinnerung geblieben sind. Vielleicht eine besonders gute Ernte? Bei dem Bier war aber darüber hinaus alles ein Volltreffer, nicht nur der Aromahopfen, auch die leckere Malzigkeit, die leichte Diacetylnote und die hohe Trinkbarkeit, fand ich. Und das Dunkel dort fand ich ja auch hervorragend.
Ich habe vor ein paar Jahren auch keine besonders guten Erfahrungen mit dem Kazbek machen können und konnte auch nichts von den angepriesenen Aromen schmecken (Mandarine, Melisse, Multivitaminsaft, Minze, Reife Papaya). War aber womöglich eine schlechte Charge order Jahrgang?

Der Kazbek ist aus russischen Wildhopfenmaterial gezüchtet. Vermutlich aus dem Kaukasus wie der Name impliziert..?
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"Fermentation und Zivilisation sind untrennbar verbunden"
(John Ciardi)

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