Automatisierung mit Brewpi + SSR

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morcalavin
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Automatisierung mit Brewpi + SSR

#1

Beitrag von morcalavin » Samstag 10. November 2018, 13:34

Hallo zusammen,
der Basteltrieb hat mal wieder eingesetzt und ich habe mir daher mal den Brewpi Spark 3 angeschaut, da die WLAN-Steckdosen derzeit das instabilste Element in meiner Lösung sind.

In diesem Zusammenhang habe ich das Stichwort allpoliges Schalten gefunden. Bedeutet das, dass ich quasi 2 SSRs benötige und durch den Spark beide gleichzeitig Phase und Nullleiter schalten lasse ?

Da ich ja offensichtlich nix mit Elektrik zu tun habe :-) stellt sich ohnehin die Frage, ob ich das nicht lieber bauen lasse, aber soooo kompliziert scheint das doch nicht zu sein.

Die 4 SSRIs würde ich in einen Kunststoffkasten bauen und mit einem PC Lüfter kühlen.

VG Joachim

JackFrost
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Re: Automatisierung mit Brewpi + SSR

#2

Beitrag von JackFrost » Samstag 10. November 2018, 22:04

Hi,

normal schaltet man mit SSRs bei 1 Phasenwechselstrom nur L , da es sich nicht lohnt die Verlustleistung von 2 Relais zu haben. SSRs trennen aber nicht sicher und daher fliesst auch immer noch ein kleiner Reststrom auch wenn das SSR getrennt hat.

Wenn du nun ein Gerät hast mit einem Stecker ist ein Deutschland nicht sicher ob das SSR nun auf L oder N sitzt. Ist es nun auf N, dann liegt die Wendel auf L und hat Potential gegen N und Erde. Wenn die Wendel oder der Verbaucher nun einen defekt hat, fliesst immer noch Strom da das SSR auf N liegt.
Bei festen Installationen kann das nicht passieren, bei Sachen mit Stecker schon.

Zudem solltest du wissen das die meisten, wenn nicht sogar alle, EVUs ( Versorger ) SSRs mit Phasenanschnitt für Heizungen usw nur bis 200 W erlauben. Bei größeren Lasten müssen SSRs für Wellenpaketsteuerungen genommen werden und die maximale Frequenz ist auch hier vorgeschrieben. Zudem ist das Risiko einer Überlastung des N durch die 3. Oberwelle mit Phasenanschnitt dann höher. Mit genügend Geräten im Haus die das auch nicht so genaunehmen kann es dann schon mal Probleme geben.

Was zum lesen https://www.elektrocomgmbh.de/auswirkun ... eiter.html

Zu nicht linearen Lasten gehören auch Induktionsplatten.

Ganz wichtig eine Sicherung vorschalten die ein kleineres I²T hat als das SSR. Ist die Sicherung zu langsam legiert das SSR durch. Dann muss die Sicherung und das SSR ersetzt werden.

Thermische System sind meist so Träger das eine Schalten des Stromes nin 100 µs Schritten nicht erforderlich ist. Eine Wellenpaketsteuerung mit 0,1 Hz reicht hier voll und ganz.

Viele bauen sich eine Brausteurung mit den günstigen SSRs die nur Phasenanschnitt und es "läuft". Ein gutes SSR mit allen Daten und Nullspannungserkennung kostet so um die 50 € und ist zusammen mit einer passenden Sicherung eine einmalige Investition.
Die 4 SSRIs würde ich in einen Kunststoffkasten bauen und mit einem PC Lüfter kühlen.
Die Warmeluft muss auch irgend wie raus. Ein SSR hat einen Spannungsabfall von 1 - 2V macht also 16 - 32 W bei ~ 3,6 kW pro SSR. Agenommen beide Zweige laufen mit 16 A dann musst du im Bestenfall "nur" die Wärme einer 48 W Watt Glübirne abführen. Nur mit Umwälzen wird das nichts, zudem ist die maximale Belastung eines SSRs temperaturabhängig.

Die Lösungen zeigen hier das es geht. Aber ob hier noch genug Luft nach oben ist oder ob es grenzwertig ist sieht man halt leider nicht. Die Rahmenbedingungen sind halt bei keinem gleich.

Gruß JackFrost

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