"The old speckled Crow" - Einkocher Pale Ale am Brückentag

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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StefanK
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"The old speckled Crow" - Einkocher Pale Ale am Brückentag

#1

Beitrag von StefanK » Montag 7. Oktober 2019, 09:52

Hallo liebe Braufreundinnen und Braufreunde,

ich hoffe, meine Dokumentationen werden Euch nicht langweilig. Aber zumindest solange ich immer wieder neue Rezepte ausprobiere oder irgendwo an der Anlage schraube, macht es mir Freude, die Brautage hier nochmal in Wort und Bild Revue passieren zu lassen. Außerdem ist es für mich als Hobbybrauer im zweiten Lehrjahr auch immer eine gute Quelle für Tipps und Tricks der alten Hasen. :Wink

Jetzt aber in medias res!
Der Brautag war für Freitag angesetzt. Brückentag. Eine gute Gelegenheit, ein paar Überstunden abzubauen und in heimisches Brauhandwerk zu reinvestieren. Um Morgens dann früh startklar zu sein, habe ich Abends zuvor schon das Malz abgewogen und konditioniert:

Schüttung:
3.800g Pale Ale Malz
750g Cara, hell
450g Cara, Munich II (Cara, dunkel)
250g Haferflocken
------------------------
5.250g

Das Sudbuch habe ich bei der Gelegenheit auch gleich vorbereitet:
Old_sp_Crow_01.jpg
Zeitsprung zum Freitag...
Aufgestanden, Morgentoilette erledigt, Tee gekocht und in aller Ruhe die Gerätschaften zurecht gestellt. Das brachte mir von meine Gatting dann schon den Spruch "Wenn ich das hier so sehe, ist es gar nicht schlecht, dass ich gleich zur Arbeit gehe" ein. Darauf konnte ich nicht anders antworten als: "Wenn ich das so höre, ist es gar nicht so schlecht, dass Du gleich zur Arbeit gehst." :Bigsmile

Schließlich verließen dann irgendwann gegen 7:45 Uhr die holde Angetraute und "das kleine Gewitter" (aka. unsere Jüngste) das Anwesen (aka. Mietwohnung) und "die Große" (schulfrei...) und ich setzten den Hauptguss im Einkocher auf. Parallel ging es daran, das Malz zu schroten. Quetsche auf 1,3mm justiert und ran an die Kurbel.

Mit einem "Papa, ich mach das schon" trat die Tochter vor. Naja... Sportlich und muskulös ist sie schon irgendwie, aber bei der Geschwindigkeit hätten wir vermutlich bis Frühjahr 2020 durchschroten müssen. Also übernahm doch wieder der Papa. Den packte der Erfindergeist und so hab' ich zum ersten mal motorisiert geschrotet:
Old_sp_Crow_02.jpg
Old_sp_Crow_02.jpg (41.86 KiB) 728 mal betrachtet
Vor der potentiellen Drehzahl der Bohrmaschine hatte ich echt Respekt. Ich wollte ja auch nicht, dass mit plötzlich die Malzquetsche um die Ohren fliegt. Also gaaaaaaaanz langsam gedreht. Trotzdem waren die 5 kg ruck zuck durch. Mit dem Schrotbild war ich wie gewohnt zufrieden:
Old_sp_Crow_03.jpg
Old_sp_Crow_03.jpg (80.3 KiB) 728 mal betrachtet
Könnte sein, dass die Spelzen etwas mehr beschädigt sind, als wenn ich von Hand schrote. Läutern ging später aber sehr gut. Vielleicht gehe ich beim nächsten Motorschroten trotzdem auf 1,4mm Walzenabstand.

Jedenfalls wurde dann irgendwann gegen 8:45 Uhr eingemaischt. Im Thermoport. Es sollte eine Kombirast bei 69 °C gefahren werden, deshalb hatte ich den Hauptguss auf etwa 80 °C gebracht. Die Temperatur der Maische passte hinterher auch sehr gut. Feinjustiert habe ich mit etwas kochendem und etwas kaltem Wassern. Mit ziemlich genau der Zieltemperatur wurde die Maische dann schlafen gelegt. Diesmal hatte ich übrigens (im letzten Moment...) daran gedacht, die Läuterspirale einzubauen:
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Old_sp_Crow_04.jpg (65.04 KiB) 728 mal betrachtet
Old_sp_Crow_05.jpg
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Old_sp_Crow_06.jpg (54.09 KiB) 728 mal betrachtet
Um 10 Uhr war dann die einstündige Siesta geahlten und ich habe die Maische wieder hervor geholt. Inzwischen allein, denn das Warten und Putzen wurde dem holden Fräulein Tochter dann doch zu langweilig. Es wurde lieber gemalt, gebastelt und für Deutsch geübt [sic!]. Die Temperatur war auf 68,2 °C gesunken. Also ca. 1 °C pro Stunde. Ob das gut ist, weiß ich nicht, aber präziser halte ich die Rasttemperatur im Einkocher auch nicht... Hauptsache Jod normal:
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Old_sp_Crow_07.jpg (22.15 KiB) 728 mal betrachtet
Also Nachguss auf den Herd und Läuterturm aufbauen. Hier muss ich noch etwas am Setup feilen. Der Thermoport ist etwas breiter als mein alter Läutereinmer und steht bei dem guten IKEA-Brauständer (aka. Tritt, zweistufig) über. Außerdem mag ich diese Stapelei auf dem Tisch eigentlich nicht. Schauen wir mal... Irgendwas gibt es ja immer zu tun:
Old_sp_Crow_08.jpg
Der Läutergant ist auch noch etwas provisorisch. Dadurch, dass ich zum ersten mal aus dem Thermoport geläutert habe, waren mir die Dimensionen, Anschlüsse usw. noch nicht ganz klar. Da es sich hier aber um meine letzten Schlauchstücke handelte, wollte ich sie auch nicht vorschnell abschneiden. Naja... Nächstes mal. Auf dem Bild ist nicht zu erkennen, dass der erste Schlauch offen im Trichter endet und dann unten ein neuer Schlauch ansetzt. Ist aber eigentlich klar, oder?
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Old_sp_Crow_09.jpg (78.74 KiB) 728 mal betrachtet
Nachdem ich ein bis zwei Liter habe vorschießen lassen, lief die Würze wunderbar klar ab. Obwohl ich mit meinem Läutereinmer und dem MattMill-Blech super zufrieden war bzw. bin, habe ich den Eindruck, dass mit der Läuterspirale noch klarer gefiltert wurde:
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Old_sp_Crow_10.jpg (33.01 KiB) 728 mal betrachtet
Bis "Pfanne voll" habe ich ungefähr 40 Minuten gebraucht. Bei ca. 27 Litern im Einkocher sind das etwa 700 ml pro Minute. Kommt mir recht langsam vor. In der Pfanne hatte ich 12,2 °B (~ 11,8 °P), was ziemlich genau der Zielstammwürze von 12 °P entsprach. Also würde ich nach dem Kochen verdünnen müssen.
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Mit Hilfe des 1,8 kW Tauchsieder hatte ich recht schnell eine wallend kochende Suppe im Topf. Um Überschwappen zu vermeiden, musste ich nochmal etwa 2 Liter abschöpfen. Nach 10 Minuten gab es dann die erste Hopfengabe: 38g Fuggles (2017, 5,2% alpha):
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Old_sp_Crow_13.jpg (51.75 KiB) 728 mal betrachtet
Nun waren 70 Minuten Zeit. Schließlich sollte die Würze laut Rezept 90 Minuten kochen und erst 10 Minuten vor Kochende nochmal Hopfen zugegeben werden. Also war Zeit, den Elektrolythaushalt auszugleichen. Diesmal aber "nur" ein alkoholfreies Weizen. Erstens war es noch früh am Tag und zweitens musste ich Nachmittags noch (mit den Kindern) fahren.
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Old_sp_Crow_14.jpg (57.32 KiB) 728 mal betrachtet
Um 12:30 Uhr habe ich dann die Kühlspirale in der Würze versenkt und die zweite Hopfengabe zugefügt. Abermals Fuggles von 2017 mit 5,2% alpha. Diesmal aber nur 12g. Zusätzlich habe ich den Kochverlust mit kochendem Wasser ausgeglichen. Am Ende lief es auf 12 °B hinaus. Da hätte ich mir einen halben Liter sparen sollen. Naja... Abweichungen unter 0,5 °P schocken mich nicht. Außerdem habe ich nun auch etwas (~4g) Irish Moss hinzu gegeben. Außerdem wurde die Hefe - diesmal Windsor Ale - rehydriert.
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Old_sp_Crow_15.jpg (50.48 KiB) 728 mal betrachtet
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Old_sp_Crow_17.jpg (71.69 KiB) 728 mal betrachtet
Nun also Flameout, Kühlung an, der kritischste Teil meines Brauprozesses:
12:40 Uhr -- Flameout und Kühlung mit Kaltwasser aus dem Hahn
12:45 Uhr -- Würze < 80 °C
12:55 Uhr -- Würze < 50 °C
13:00 Uhr -- Würze bei ca. 42 °C, jetzt habe ich auf Eis und Umwälzpumpe umgestellt

Hier hatte ich mein Setup im Vergleich zum letzten mal (Link) versucht zu verbessern. D.h. ich habe genau darauf geachtet, dass die Pumpe entlüftet ist und die Schläuche ebenfalls nicht leer laufen. Außerdem habe ich den Bottich mit dem Kühlwasser dierekt neben der Würzepfanne platziert und die Schläuche eingekürzt. Der Durchlauf hat sich verbessert. Aber zu Freudensprüngen verführt mich das dennoch nicht:
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Old_sp_Crow_18.jpg (78.27 KiB) 728 mal betrachtet
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Old_sp_Crow_19.jpg (71.12 KiB) 728 mal betrachtet
Dem entsprechend verlangsamte sich die Kühlung dann auch. Um 13:20 Uhr war die Würze bei ca. 25 °C. Danach habe ich in den Gärbehälter umgeschlaucht und den dann auf dem kalen Balkon ruhen lassen. Gegen 16 Uhr war die Temperatur unter 19 °C und ich habe die Hefe zugegeben.

So richtig begeistert bin ich von der Kühlung also nach wie vor nicht. Zumindest im unteren Bereich. Die Temperaturen habe ich mit dem Inkbird ungefähr in der Mitte des Topfes abgenommen. Ob es in der Pfanne noch heißere Zonen gab, kann ich also nicht genau sagen. Beim Ablaufen habe ich nochmal woanders gemessen, da schien die Temperatur ziemlich gleichmäßig verteilt zu sein. Vermutlich werde ich das nächste mal mit umstellen auf Eiswasser direkt in den Gärbottich schlauchen. Meine Hoffnung ist, dass dadurch nochmal Wärme verloren geht und auch der Gärbottich mangels Isolierung mehr Hitze nach außen abgibt. Zudem kann ich dann beliebig weiter kühlen. Habe ich diesmal nicht gemacht, weil die Schläuche und Kabel so blöd lagen, dass das im laufenden Betrieb nicht geklappt hat. Später hatte ich dann unterschätzt, wie lange die Würze bei < 10 °C auf dem Balkon noch zum Abkühlen braucht...

Jedenfalls habe ich den Bottich danach dann in den Keller verfrachtet, wo sich am Samstag Morgen auch schon Gäraktivität (aka. Blubbern) hören ließ. Nun gärt das junge Bier also bei etwa 19 °C Kellertemperatur. Viel kälter wird es dort leider nicht. In den nächsten Tagen werde ich noch etwas Hopfen stopfen. In der Kühltruhe liegen nach 35g Bramling Cross. Ich denke, die werde ich nehmen. Im Rezept stehen zwar East Kent Golding oder Fuggles als Empfehlung, aber da bin ich mal kreativ. Der Alphasäuregehalt ist sehr ähnlich und im letzten Jahr fand ich mein Bramling Cross Pale Ale durchaus lecker. Also was soll's...

Soweit erst einmal so gut. Wer sich für das Rezept in Gänze interessiert, dem sei MuMM anempfohlen. Hier geht's direkt zur "Old speckled Crow": Link. Ansonsten harre ich dem Ende der Hauptgärung. Dann wird ins Keg (und einige Flaschen) umgeschlaucht.

Viele Grüße
Stefan
"Bier ist der überzeugendste Beweis dafür, daß Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will."
Benjamin Franklin (1706 - 1790)

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Re: "The old speckled Crow" - Einkocher Pale Ale am Brückentag

#2

Beitrag von integrator » Montag 7. Oktober 2019, 11:44

Hallo Stefan
und Danke für deine Doku. :thumbup
Ich hoffe das deine Frau dich verstehen wird wenn sie dein fertiges Bier probiert.
Zur Kühlung kann ich sagen daß es mit einem Gegenstromkühler sehr einfach ist und hierbei direkt in den Gäreimer gefüllt wird. Aber wie du sagtest ... es gibt immer was zutun :Pulpfiction
Ich :Drink du ... läuft.

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Re: "The old speckled Crow" - Einkocher Pale Ale am Brückentag

#3

Beitrag von SaltCityBrew » Montag 7. Oktober 2019, 12:11

Tolle Braudoku, Stefan, vielen Dank.
Interessantes Rezept, da werde ich mich auch mal dran versuchen.
Interessant finde ich, dass deine Würze mit der Läuterspirale so klar läuft. Bei mir kommt immer nur leicht trübe Würze raus, was aber auf das Endergebnis keinen Einfluss hat. Also so klar wie bei dir war es bei mir noch nie!
Das Problem mit dem kühlen habe ich auch. Mache es nun seit drei Suden genauso wie du. Bis 30°C kühle ich mit Leitungswasser und dann mit Eis, Eiswasser und Pumpe. Unter 20°C zu kommen ist aber echt langwierig. Man braucht da schon große Mängen Eis, und muss auch wohl mal Eis Nachlegen....
"Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken"
(Martin Luther)

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Re: "The old speckled Crow" - Einkocher Pale Ale am Brückentag

#4

Beitrag von gulp » Montag 7. Oktober 2019, 13:19

Schöne Doku, Stefan! :thumbup

Zur Kühlung: versuch es mal mit Eiswasser und einem längeren Schlauch. Währen der Kühlung muss der Schlauch etwas bewegt werden, sonst entsteht da so eine Isolierungsschicht und die Kühlung ist dann nicht besser als mit dem Leitungswasser.
Mit der Methode bringe ich die Würze für untergärige Sude auf ~ 10°. Ein bisschen Geduld ist da natürlich nötig. Aber das rentiert sich!

Gruß
Peter
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

https://biergrantler.de
https://stixbraeu.de

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Re: "The old speckled Crow" - Einkocher Pale Ale am Brückentag

#5

Beitrag von StefanK » Freitag 11. Oktober 2019, 08:08

Hallo und guten Morgen,

erst einmal vielen Dank für das wenige, aber positive Feedback. Freut mich, dass Euch die Doku gefällt. :Smile
SaltCityBrew hat geschrieben:
Montag 7. Oktober 2019, 12:11
Interessantes Rezept, da werde ich mich auch mal dran versuchen.
Interessant finde ich, dass deine Würze mit der Läuterspirale so klar läuft. Bei mir kommt immer nur leicht trübe Würze raus, was aber auf das Endergebnis keinen Einfluss hat. Also so klar wie bei dir war es bei mir noch nie!
Über den Fortgang des Biers / Rezeptes halte ich auf dem Laufenden. Weiter unten gibt's einen Zwischenstand von gestern.
Was die Würze angeht, so hatte ich sie auch noch nie so klar. Trotzdem habe ich schon komplett klare Biere gehabt, aber die Würze war immer etwas trüb. Vom Gefühl her habe ich diesmal etwas mehr vorschießen lassen.
SaltCityBrew hat geschrieben:
Montag 7. Oktober 2019, 12:11
Das Problem mit dem kühlen habe ich auch. Mache es nun seit drei Suden genauso wie du. Bis 30°C kühle ich mit Leitungswasser und dann mit Eis, Eiswasser und Pumpe. Unter 20°C zu kommen ist aber echt langwierig. Man braucht da schon große Mängen Eis, und muss auch wohl mal Eis Nachlegen....
Daran muss ich noch optimieren. Ich denke, eine stärkere Pumpe müsste ich mal in Erwägung ziehen. Das Kühlwasser hatte auch am Schluss noch Eis und eine Temperatur von 4 °C. Daran hat es also nicht gelegen.
gulp hat geschrieben:
Montag 7. Oktober 2019, 13:19
Zur Kühlung: versuch es mal mit Eiswasser und einem längeren Schlauch. Währen der Kühlung muss der Schlauch etwas bewegt werden, sonst entsteht da so eine Isolierungsschicht und die Kühlung ist dann nicht besser als mit dem Leitungswasser.
Du meinst so, dass der Schlauch quasi mitgekühlt wird?
Könnte ich auch nochmal testen. Ich vermute aber, ich muss in eine stärkere Pumpe investieren. Mit den gekürzten Schläuchen ist der Durchfluss zwar besser geworden, aber richtig hoch scheint er dennoch nicht zu sein. Erkennt man auf einem der Fotos auch ganz gut.
integrator hat geschrieben:
Montag 7. Oktober 2019, 11:44
Ich hoffe das deine Frau dich verstehen wird wenn sie dein fertiges Bier probiert.
Zur Kühlung kann ich sagen daß es mit einem Gegenstromkühler sehr einfach ist und hierbei direkt in den Gäreimer gefüllt wird. Aber wie du sagtest ... es gibt immer was zutun :Pulpfiction
Bei meiner besseren Hälfte ist da leider Hopfen und Malz verloren. Brauerzeugnisse jenseits eines Gläschens Cidre alle Jubeljahre kann ich ihr nicht schmackhaft machen...

An einen Gegenstromkühler hatte ich auch schon gedacht. Steht auf meiner Investitionsliste aber noch etwas weiter hinten.

Bier-Update:
Gestern Abend habe ich den Restextrakt gemessen. Auf etwa 7,5 °Brix hatte die Hefe den Inhalt schon herunter geknabbert. Also ergibt sich folgende Rechnung:
Old_specled_Crow_Refraktometer.JPG
Old_specled_Crow_Refraktometer.JPG (33.51 KiB) 409 mal betrachtet
Vom optischen Eindruck des Bieres her würde ich sagen, dass die Hauptgärung vermutlich abgeschlossen ist. Kräusen komplett eingefallen, nur noch kleine Hefeinselchen, die an der Oberfläche treiben, im oberen Bereich recht klar, Hefe scheint zu sedimentieren.

Auch die Rechnung stützt diese Annahme. Der Windsor Ale Hefe wird nachgesagt, dass sie weit weniger hoch vergärt als beispielsweise die Notti. Im Hobbybrauer-Wiki (Link hier) und im (alten) Forum habe ich immer wieder Daten von 60% - 67% gefunden. Mit meinen 65% liege ich da also voll im Zielbereich. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich das hinterher im Bier "erschmecken" lässt. Meine letzten Ales lagen immer bei > 75% sEVG.

Beim Alkoholgehalt wird die alte Krähe wohl deutlich unter dem namensgebenden Rezept bleiben. Der Autor war mit einer Stammwürze von 12,1 °P und einem EVG von 70% auf 5 Vol.% gekommen. Den angenommenen EVG finde ich nach allem, was ich inzwischen über die Windsor weiß, zu optimistisch. Zu dem lag meine Stammwürze 0,5 °P zu niedrig. Summa summarum wird sich mein Ale bei 4 Vol.% bewegen. Stört mich aber nicht. Ganz im Gegenteil! Nachdem ich bisher nie unter 4,8 Vol.% lag, bin ich sogar neugierig, ob sich dieses eine Prozent schmecken lässt. Und es macht mir Laune, vor dem Winter nochmal an Michaels (Tauroplus) obergärige Interprätation eines Bockbiers zu gehen und in Richtung des anderen Endes der Skala zu gehen. :Wink

Als ich den Gärbottich ohnehin schon offen hatte, habe ich direkt mal mit 35g Bramling Cross gestopft. Ich will jetzt nicht sagen "das Zeug musste weg", aber in der Tat war es ein Restbestand aus meinen ersten Hopfenexperimenten im letzten Jahr. Zufällig passten Menge und Alphagehalt zur Empfehlung im Rezept. Dort wurde zwar mit Fuggles gestopft, aber ich dachte, ein geographisch verwandter Hopfen könnte nicht so verkehrt sein. Schauen wir mal...

Das Bier werde ich noch ein paar Tage stehen lassen und dann Mitte der Woche umschlauchen. Vielleicht klappt es Mittwoch...

Viele Grüße
Stefan
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Re: "The old speckled Crow" - Einkocher Pale Ale am Brückentag

#6

Beitrag von fg100 » Freitag 11. Oktober 2019, 10:34

Zur Kühlung:
Eine größere Pumpe brauchst du nicht. Bringt ja nichts wenn du das schneller durchlaufen lässt und sich nichts am Temperaturübergang andert. Das Problem ist eher der Wärmetausch im Eimer (nicht im Einkocher). Die gefroren Flaschen und der Eisblock kühlen das nicht anständig, da die Fläche des "Eis" einfach zu wenig ist.

Ich mach das meistens so:
- Kühlen bis etwa 40°C mit Wasser aus dem Wasserhahn.
- Über Nacht hab ich einen halb vollen Eimer Wasser auf knapp 0°C im Kühlschrank abkühlen lassen.
- Dann geb ich eine Packung "Crushed Ice" vom Supermarkt in den Eimer zum Wasser, Pumpe rein und zirkulieren.
Selbst im Sommer kühlt das bombastischund schnell auf Anstelltemperatur.
Wichtig ist dass das Eis "gecrushed" und nicht ein ganzer Block ist.

Und noch eins, lass den Trichter beim Läutern weg.
Der Aktionismus der hier momentan hierzu verbreitet wird ist sichr bei großen Läuterbehältern gegeben. Beim Einkocher und den maximal halben Meter Höhenunterschied kannst du dir das echt sparen.
Grüße Franz

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Re: "The old speckled Crow" - Einkocher Pale Ale am Brückentag

#7

Beitrag von Seed7 » Freitag 11. Oktober 2019, 13:03

Stefan,

das kochen sieht ziemlich 'wild' aus, wieviel verampfung hast du bei welcher kochzeit? 7% ist ok, mehr als 12% braucht es nicht zu sein.

Ingo
"Wabi-Sabi" braucht das Bier.

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Re: "The old speckled Crow" - Einkocher Pale Ale am Brückentag

#8

Beitrag von Brew2015 » Samstag 12. Oktober 2019, 20:59

Hi Stefan, cooole Doku und auch sehr realitätsnah geschrieben, gefällt mir :thumbsup !!
Eine Frage zu deine Kühlung, die Methode kannst ich so auch noch nicht,man lernt ja ohnehin nie aus..
Kannst du mir sagen was für eine Pumpe du dafür nutzt??
Zum Verständnis bzw. im Bild sieht es so aus, du hast einen Eimer mit eiskalten Wasser, darin ist die Pumpe und dann zirkuliert das Eiswasser in der Kühlspirale und zurück in den Eiseimer?! :Grübel
Spannend? ! Würde mich über ne Rückmeldung freuen! Viele Grüße

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Re: "The old speckled Crow" - Einkocher Pale Ale am Brückentag

#9

Beitrag von StefanK » Montag 14. Oktober 2019, 08:06

Seed7 hat geschrieben:
Freitag 11. Oktober 2019, 13:03
das kochen sieht ziemlich 'wild' aus, wieviel verampfung hast du bei welcher kochzeit? 7% ist ok, mehr als 12% braucht es nicht zu sein.
Ich denke, es werden > 10% sein. Genau habe ich das bisher nie ermittelt, weil ich meistens zur Zielstammwürze hin verdünnen musste. Mein Problem ist, dass die Würze ganz ohne Tauchsieder meist nicht richtig aufwallt. Das ist dann mehr es sanftes Simmern, wenn die Temperaturen draußen kühler werden.

Aber ich werde in Zukunft genauer darauf achten. Danke für den Hinweis.
Brew2015 hat geschrieben:
Samstag 12. Oktober 2019, 20:59
Hi Stefan, cooole Doku und auch sehr realitätsnah geschrieben, gefällt mir :thumbsup !!
Eine Frage zu deine Kühlung, die Methode kannst ich so auch noch nicht,man lernt ja ohnehin nie aus..
Kannst du mir sagen was für eine Pumpe du dafür nutzt??
Zum Verständnis bzw. im Bild sieht es so aus, du hast einen Eimer mit eiskalten Wasser, darin ist die Pumpe und dann zirkuliert das Eiswasser in der Kühlspirale und zurück in den Eiseimer?! :Grübel
Spannend? ! Würde mich über ne Rückmeldung freuen! Viele Grüße
Danke für das positive Feedback!
Ja, das mit der Kühlung hast Du richtig verstanden. Ab etwa 45 °C kühle ich nicht mehr mit Leitungswasser sondern mit zirkulierendem Eiswasser. Das befindet sich in dem Eimer nebst Tauchpumpe. Hierzu kann ich Dir aber keine Empfehlung geben, weil das genau der Punkt ist, an dem ich noch unzufrieden bin. Während andere im Forum mit derselben Methode sehr gute Erfahrungen machen, scheint bei mir irgend etwas mit der Zirkulation nicht zu passen. Die Kühlleistung ist nämlich alles andere als berauschend.

Schau mal in den Artikel im aktuellen Braumagazin (Link) oder in diesen Threat (Link). Da findest Du vermutlich besseren Rat.

Viele Grüße
Stefan
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Re: "The old speckled Crow" - Einkocher Pale Ale am Brückentag

#10

Beitrag von Brew2015 » Montag 14. Oktober 2019, 10:16

Ohhh,vielen Dank, hab gar nicht mitbekommen, dass es eine neue Ausgabe des Braumagazin gibt...passt tatsächlich super zur Thematik. Werd mich Mal einlesen... Vielen Dank!

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